Nun ist wieder ein Tag
vorbei und das Ende rückt leider immer näher. Das Wetter ist immer noch so schön
und wir genießen jeden Tag. Heute jedoch waren die Beine schon etwas schwerer.
Die Tour hatten wir so gelegt, dass ein Abbruch jederzeit möglich gewesen wäre.
Ich nahm Rücksicht auf Katrin und sie auf mich. Ich möchte ja auch was erleben,
dafür bekommt sie für von mir die versprochenen Ruhephasen und
Schiebeeinheiten.
Es ging heute wieder mal
die Elbe entlang. Wir fuhren bis Halbestadt und setzten dort nach Königstein
über. Wir trafen dort auf eine Rentnerstaffel der rücksichtslosesten Gattung.
Warum muss man sich an einer Fähre versuchen vorzudrängeln, obwohl man schon
sieht dass die Fähre nicht alle mitnehmen würde? Warum kann ich nicht warten
bis alle von der Fähre runter sind? Warum weiß ich eigentlich alles über
MTB-Bereifung alles besser und warum habe ich diese Welt nicht eigentlich erschaffen.
Die Fahrt mit der Fähre war kurz, aber was meine Ohren dort empfangen hatten
kann man eigentlich nicht wiedergeben. Es ging wirklich um meine Bereifung. Am
liebsten wäre ich vorher durch Scheiße gefahren, so hatte er meine Reifen betatscht.
Ich wollte schon sagen das mein Bike keine Frau sei. Das war schon obszön. Die
Fahrt war zu Ende und wir sahen, dass die andere Horde schon auf dieser Seite
auf die langsamen gewartet hatte. Welch Glück, die hatten sich bestimmt was zu
erzählen auf der langen Flussfahrt. Schnell weg. Katrin und ich zuckelten
langsam los. Ich blickte mich um und was kam da angeschossen? Wie eine Horde
wilder Bienen machten sie sich auf dem Radweg breit und versuchten nun den
Asphalt zu vernichten. Jeder musste mal irgendwen in der Truppe überholen.
Katrin legte den Turbo ein. Gang 8 und bei mir Kette rechts. Das so früh am Morgen.
Die Beine waren schon so schwer und nun das noch. Wir bogen aber dann ab rauf
nach Thürmsdorf. Wenn die uns hierhin verfolgen würden, dann war das alles nur
ein Traum, denn diese Steigung in den Ort schiebt nur Katrin und fahre nur ich.
Bei der Hitze leistete ich Katrin jedoch Gesellschaft und schob mit.
Irgendwann hatten wir dann
auch dies alles bewältigt und machten eine große Pause an der schönen Aussicht
oberhalb Thürmsdorfs. Hier ließen wir auch die Sachen trocknen.
Später am Eulenstein kam
die nächste Pause dazu. Wir genossen die Landschaft, schauten einem
Segelflieger zu und verschickten Postkarten.
Weiter ging es dann die
schöne Abfahrt hinunter nach Weißig. Hier stand die Luft im Gegensatz zu etwas
höher gelegenen Teilen. Am Rauenstein vorbei nutzen wir dann die hintere
Abfahrt nach Pötzscha. Ich hatte wieder zu tun die steinerne Abfahrt hinunter
zu kommen, aber dennoch geschafft. Wieder gab es eine Schlüsselstelle, bei der
ich jedes Mal nicht so richtig weiterkomme.
Da muss mir noch was einfallen.
An der Fähre nach Wehlen
konnten wir uns in den Schatten setzen und die Reste unseres Mittags
verdrücken. Auf Grund der Hitze hat es nicht mehr so richtig geschmeckt. Schnell
übergesetzt und die Flaschen noch mal an der Kirche mit frischem Wasser
gefüllt. Das war schon so warm, da hätte ich mir einen Tee draus machen können.
Jetzt ging es zurück nach
Rathen. Eine Eisschokolade war bitter nötig. Neben uns ein Pärchen aus
Mannheim. Diese hatten dann am Tisch ein Paar aus Hessen bekommen. Was für
Klugsch… Ich habe wenig Vorurteile, aber wenn ich nix weiß und nix kann, dann
sollte ich besser ruhig bleiben. Die einen meinten sie machen ne Radtour zur
Bastei. Da stellte sich heraus dass sie ihre Räder in Rathen angebunden hatten
und hoch gelaufen seien. Sie wussten noch nicht mal, das man dort mit dem Auto
hoch kann. Dazu steht ihr Auto in Wehlen 5 Kilometer von Rathen (wenn
überhaupt) entfernt. Voll die fette Radtour in all zu engen Radhosen, welche
1990 vielleicht mal Mode waren. Er sah aus, als hätte er nur nen Schlüpper an. „Und
der Osten kippt ja noch so viel Dreck in die Elbe. Die sieht ja noch so braun
aus.“ , „Nee das kommt von den Tschechen, hier war doch grad die Flut.“ , „Tschechei?
Ist das denn hier gleich?“ , „Ja mehr so in die Richtung.“ , „Ja und das kommt
dann alles in Hamburg an.“ , „Flut? Ach das gibt’s hier auch?“ – Jetzt hätte
ich am liebsten ne Schlägerei angefangen, aber ich machte mich lustig über 4
blöde Gestalten.
Katrin und ich fuhren dann
durch Rathen hoch zur Straße zum Gamrig und spätestens hier war ich am Ende. Aber
ich musste hoch, denn es waren mir zuviel Wanderer auf der Straße und das
treibt natürlich an. Und wie kann ich Euch sagen. Am ersten Treffpunkt hätte
ich fast k…. können. Weiter zogen wir nun nach Waltersdorf und dann zum
Lilienstein. Geile Abfahrt und kurze steile Auffahrten. Ich schob Katrin an und
half ihr mächtig. Hinter dem Lilienstein hatten wir noch mal eine staubige
Abfahrt und ließen uns dann entgegen dem Strom an der Elbe hinauf gleiten. Zwei
Steigungen noch und wir waren wieder kurz vor Schandau. Ich schob Katrin und
motivierte sie, trieb sie an und gab ihr Mut. Sie hat zum ersten male diesen
Hügel geschafft. Hut ab sag ich nur und das mit schweren Beinen und gar keiner
Lust mehr ein Fahrrad zu bewegen.
Am Abend trafen wir noch
meine kleine Schwester, nebst Familie im Kurparkstübl. Morgen nur eine kleine Tour unter der lieben Sonne.
Eure Sandsteinjäger
P.S. Tschuldigung für die vielen Fehler. Berichtigung folgt.