Freitag, 3. Oktober 2014

Zwergenhöhle und Klebstofftal




Wie schon die anderen Tage auch, starteten wir schon wieder vom Busbahnhof Königstein. Die Fahrt ging mit vielen anderen Insassen in Richtung Rosenthal. Wegen des Feiertags waren heute so viele Menschen unterwegs, man könnte meinen es sei der einzige Feiertag im ganzen Jahr. Wir wussten, dass zu diesem Wochenende viele Besucher hinzu kommen würden, aber soviel? Es war auf den Straßen echt grenzwärtig. Autos aus den umliegenden Kreisen, zugeparkte Parkplätze, volle Bahnen und Busse. So, als müsse man das Elbsandsteingebirge noch schnell vor dem herannahenden Weltuntergang noch einmal erblicken.
Die Endstation des Busses verließen wir zwei mit dem Rad in Richtung Bahratal. Als erstes hatten wir eine Sperrung auf unserem Weg, wegen Baumfällarbeiten. Diese sind Werktags, aber nicht am Wochenende. Also machten wir uns auf und durchbrachen die Absperrung und sausten den Waldweg hinab. Es kamen uns nun schon Wanderer entgegen und eine zweite Absperrung folgte, an der ich mich fast aufgehängt hätte. Die nächste Kreuzung war voller Wanderer. Jetzt wussten wir, dass es möglich sei hier gefahrenlos zu fahren, oder haben die Anderen auch die Absperrung einfach ignoriert? Ich denke schon, denn im hinteren Teil des Waldes fuhren noch ein paar Maschinen durch den Wald und machten ordentlich Krach. Wir schnurrten unseren Teil des Weges gnadenlos ab und fuhren wieder mal immer nur bergab bis nach Rosenthal hinein, doch wer nur bergab fährt muss irgendwann auch wieder rauf. Das machte sich dann auf den Weg nach Raum, ja so heißt der Ort, schon zum ersten Mal bemerkbar. Eigentlich war dies noch in Ordnung. Kurz vor einem Waldstück, auf dem wir einbogen, konnten wir dann beobachten wie Jäger bei der Maisernte Jagd auf die Schwarzkittel machten. Leider konnten wir nichts Grandioses sehen oder hören. Es ging hoch in einen Wald und die Landschaft wurde immer schöner und man konnte so richtig toll ins Land schauen. 
Wir bestiegen die Panoramahöhe und hatten hier einen tollen Rundumblick. Eigentlich wollten wir hier essen, was uns aber dennoch davon abgebracht hatte wissen wir nicht. Wir wollten wohl noch einen besseren Platz haben, der sollte jedoch auf sich warten lassen. Hinab ging es jetzt seicht in den Ort Langenhennersdorf, so lang so öde (meine Meinung). Hier war nichts. Haben wir etwas übersehen, die Zwergenhöhle vielleicht? 
Ja richtig, Katrin wollte immer mal den Wasserfall sehen, der hier so plätschert. Daneben soll die Zwergenhöhle liegen, die muss echt so klein gewesen sein, dass wir im Rausch dran vorbeigerast sind. Selbst am Wasserfall stand nichts dran, hätte auch eine Toilettenspülung sein können (na ja, etwas übertrieben). Es ging nun aber weiter in das Tal der Presswerke und Klebstofffabriken, sowie den Düngemittelwerken. Zweidrittel waren sicherlich nicht mehr brauchbar, andere Häuser abgebrannt oder verwahrlost. Das hier war der böse Teil der Tour, den wir uns wirklich hätten sparen können. Da ärgerte mich auch die Straßensperrung auch nicht mehr, die wir erreichten und ein Stück zurückfahren mussten. Aber wer nicht wagt... Jetzt wissen wir wie blöd der Weg ist. Zur Panoramahöhe gerne wieder jedoch nicht so. Irgendwie kamen wir dann nach Struppen und über Feld, Wald und Wiesen. Katrin wollte sich das Schloss anschauen. Das Schloss trägt auch nur noch seinen Namen: „Schloss“. Schnell weg und runter zur Elbe über Nauendorf und weiter nach Wehlen. Hier gab es dann für uns Kaffee und Kuchen. Über das überfüllte Rathen trieb es uns der Radweg nach Königstein. Mit der Fähre setzten wir über und fuhren nun im Schlussspurt nach Schandau. Katrin nahm sämtliche Hügel in einem Satz. Was hier heute auf den Wegen los war, ist einfach nicht zu beschreiben. Voll, voll, voll.
Der Arsch brennt nun nach 50 Kilometern und ich bin gespannt wie viele Höhenmeter das wohl waren. Die Auflösung der Touren wird es dann am Ende geben.


Eure Sandsteinjäger mit Völlegefühl