Samstag, 27. April 2013

Zu Besuch im kalten Thale

Eigentlich war es heute überall kalt. Als wir losgezogen sind wehte ein starker Nordwestwind mit Sprühregen uns auf die Sachen. Die Sachen hielten es zwar gut aus, aber erst als wir im warmen Bus nach Thale saßen, ging es uns beiden wieder etwas besser. Wir frusteten etwas da wir nicht wie geplant mit dem Rad los konnten. Also auf die harte Tour und Wandern gehen. Thale liegt nur 11 Kilometer weit weg und dort sollte heute der Walpurgis-Markt beginnen. Die Feiern gehen wohl dementsprechend über das Wochenende und enden dann in der Nacht zum 1. Mai. Wir versprachen uns sehr viel und studierten nach unserer Ankunft erstmal die Abfahrtspläne von Zug und Bus, um schnell in der Not diesen Ort verlassen zu können. Erstmal also Richtung Seilbahn "Hexentanzplatz". Katrin stotterte schon: "Nein ich will nicht..." und so weiter. Ihr kennt das bestimmt, wenn sich Frauen etwas in den Kopf setzen siehts nicht immer gut aus. Na ja, irgendwann ging es dann trotzdem zum Kartenschalter und wir kauften gleich für Hin- und Rückfahrt. Mutig mutig.
Die Hinfahrt war für meine Hand ein Graus. Abgedrückt durch Katrins Kraftreserven drückt sie mir das Blut aus den Adern direkt wieder in die Herzkammer zurück. Ich versuchte diesen Schmerz zu unterdrücken und hielt Katrin bei Laune. Sie hörte und sah nichts. Augen zu und durch. 
Wir streiften dann durch die Wälder bei einer Sicht von 50 Metern hoch zum Hexentanzplatz. Hier war schon alles vorbereitet für die großen Feiern. Glühweinstand, Mutzen und vieles andere warmes Zeug. Am Tiergehäge froren die Krähen am Gatter und baten um eine warme Spende. Die Bronzehexe und ihr Teufel bekamen Risse im Material und die Blüten der ersten Waldblümchen versanken wieder im Winterschlaf. 3° Celsius und nassige Naßkälte trieb uns wieder zur Abfahrt. Vielleicht war es unten besser.
Ein paar Downhiller fuhren den Roßtrappendownhill, aber großartig viele Touris waren nicht zu sehen. Die Therme dampfte vor sich hin und war wahrscheinlich überfüllt. Hier wärmten sich wohl einige auf. Katrin hatte schon richtig Lust auf Therme. So muss man erstmal frieren um Bock auf Warmwasserplanschen zu haben.
Wir bewegten uns eilig zum Fest und zur Fressmeile in mitten der Stadt. Erstmal eine schöne Bratwurst naschen. Als wir uns diese dann genehmigten gingen wir durch die von Händlern überzogene Gasse. Kinderkarussell, Pilzpfanne, Glücksanhänger, Jalosienverkäufer, T-Shirt-Verkäufer, Handyverträge u.v.m.   
Geil, das ist doch mal was. Solch Markt hab ich mir schon öfters gewünscht, wo ich gefragt werde ob ich ein Handy hab oder Hausbesitzer bin.
Schnell auf die Uhr geschaut und 17 nach ging unser Zug. Verlassen hatten wir nun Thale ein bisschen aus Unmut über die Veranstaltung, aber auch wegen des Wetters. Vielleicht hätten wir auch von hier aus ein schöne Wanderung starten können. Dafür hatten wir nun mehr Zeit zum Planen der nächsten zwei Routen, wenn wir denn nicht Pech mit dem Wetter haben werden. Drückt uns die Daumen.
Schöne Grüße aus nun trockenen Sachen senden Euch 
Eure Sandsteinjäger 

Was fürn Hunger

Nun hats uns in die 7 Häuser-Gaststätte verschlagen, bei der man für ein Foto eine Weitwinkellinse bräuchte. Während Katrin an ihrem Saale-Unstrut schlabbert, schreibe ich Euch was wir so machen. Katrin hat sich schon eine Mütze voll Schlaf gegönnt. Laut und deutlich. Wir lassen nun den Tag langsam ausklingen. Also bis nachher zum Tagesbericht. Es ist immer noch so kalt.
Von Sandsteinjäger Mobil gesendet

Kalt kalt kalt

Schöne Grüße vom gefühlten Weihnachtsmarkt einer Kleinstadt im Harz. Waren soeben auf dem Hexentanzplatz mit Sicht von guten 50 Metern. Das war auch, bis auf die tolle Bratwurst, ein echtes Highlight. Sitzen nun im Zug und wollen einfach nur zurück. Quedlinburg wir kommen. Uns ist kalt. 3 Grad waren es auf dem Hexentanzplatz. Schneefall wäre kein Wunder gewesen. Die Seilbahn auf und ab forderte Katrins ganzen Mut. Die Informationstante machte uns auch noch einen Strich durch unsere Fahrradtour. Na dann.
Von Sandsteinjäger Mobil gesendet

Freitag, 26. April 2013

Planungsrunde

Hallo liebe Fangemeinde,
heute schicken wir den ersten digitalen Gruß aus dem schönen Harz. Bei guten Temperaturen um die 20° näherten wir uns dem Mittelgebirge. Es war schon fast zu warm für uns Nordlichter. Die Fahrt ging völlig in Ordnung, nur das sich die gute Frau im Navi (nicht meins) 4 mal(!) geirrt hatte und mich aus dem Konzept brachte. Kreuzungen und Kreisverkehr erkennt sie nicht. Der Nachteil dabei: "Bitte folgen sie der Streckenführung", und das vor einem Kreisel ...
Ich hätte gern ein Update gehabt welches uns versprochen wurde. Egal, wir sind gut angekommen und haben die Einbahnstraßen von Quedlinburg kennengelernt. Hat man auch nicht immer.
Unsere kleine Einführungstour hatten wir auf Grund der androhenden Wetterlage leider abbrechen müssen und sind dann nur durch die Stadt gefahren. Wir sind durch die Fußgängerzonen und über Fußwege gecruist wie zwei Teenager. Seit 17.00 Uhr regnet es leider etwas und nass werden wollten wir auch nicht. 
Unsere Tour für morgen haben wir schon geplant. Es soll nach Thale und zur Talsperre gehen. Dazu haben wir eine Extra-MTB Karte gekauft die Katrin nicht gerade erfreut, aber irgendwie hat sie Blut über die Strecke zum Brocken gelegt. Ich denke mal sie ist gut drauf. Mental ebenso wie physisch. Sie zeigts nur nicht. Jetzt also noch ne Planungsrunde für die nächsten Tage und dann gehts ab die Koje. Also dann bis morgen.

Eure Sandsteinjäger auf fremden Terrain

Montag, 8. April 2013

Spätlingsanfang


Dieses tolle Wort für den verspäteten Frühlingsbeginn hörte ich heute morgen im Radio. Mit diesem Spätling geht es sofort in den Sommer über, der dann wohl in den nächsten Wochen folgen wird. Schön wär´s.
Heute wollten Roy und ich noch eine Runde drehen. Eigentlich war der gestrige Tag der bessere gewesen. Sonne pur – und heute? Langsam schoben sich Wolken über den Himmel und machten es ein wenig ungemütlich. Dazu kam der Wind aus Südost mit kräftigen Böen. Ich entschied mich also durch die Wälder in Richtung Süden und dann die öffentlichen Wege wieder nach Norden zu fahren. Roy war gezwungener Maßen einverstanden. Ihm blieb auch keine andere Wahl. Nächstes Mal fahren wir wieder Straße.
Die Waldwege waren wirklich schwer zu fahren. Der Schnee war oben angetaut und unten fest, und dazu festgetreten. Entweder kein Grip oder kein Halt. Roy hatte auch öfters keinen Stand mehr und kippte 3 Mal aus den Pedalen. Leider hatte ich den ersten Fall nicht mitbekommen und so ließ ich ihn an den gefährlichen Passagen auch vorfahren.
Es ging also am Bahnhof vorbei und hinein in das Gehölz. Wir fuhren unsere Lieblingsstrecke diesmal entgegengesetzt. Da man diese Strecke nicht oft so fährt wie heute, konnten wir unsere Kräfte nicht richtig einteilen. Ein Auf und Ab und dazu dieser Schnee. Immer dann wenn es mal wieder voran ging bremste uns etwas aus. Schnaubend erreichten wir jeden Hügel. Wie gut das ich mir zu Hause noch ein paar Kohlenhydrate in den Kopf geschmissen hatte, denn diese hatte ich jetzt bitter nötig. Roy nahm es auch ziemlich ernst und hatte sich in der Früh schon zum Frühschoppen einladen lassen. Auch eine Möglichkeit zum Aufbau.
Wir fuhren bzw. stürzten in Richtung Quellental und fuhren dann die Wiese nach Glashagen hinauf, um dann wieder durch das Quellental zurück nach Hohenfelde zu fahren. Welch Anstrengung uns noch bevorstehen würde ahnten wir nicht. Bevor wir in das Tal fuhren machte sich ein Schild bemerkbar. Anscheinend sollten Bauarbeiten stattfinden und das Betreten wäre dann auf eigene Gefahr… Die Brücken hat es vorletztes Jahr schon erwischt. Notdürftig habe ich dann zwei Brücken repariert und dies hält immer noch. Sonst ist hier nichts passiert. Welch´ unnötige Geldverschwendung. Jedenfalls passierten wir die Brücken und quälten uns durch das Quellental. Ein Pärchen kam uns entgegen und meinten dann zu Roy: „So möchte ich auch mal fahren können“. Wenn die wüssten wie oft der heute schon im Schnee gelegen hatte. Ich machte jedenfalls auch davon Gebrauch zu zeigen wie man einen Eisberg herunterfährt, in der Hoffnung sich nicht zu löffeln. Den beiden hat es Spaß gemacht uns zu zuschauen. Glaub ich jedenfalls. Nein, ich weiß es.
Es gab auch andere Begegnungen, z.B. die "Alten" am Bahnhof. Eine kleine Rentnertruppe besetzte die Straße mit ihren Rädern. Klar ist es schön durch eine Stadt zu fahren und sich von nichts stören zu lassen und sicherlich hätte ich nicht versuchen sollen zwischen hindurch zu fahren, aber Richtungswechsel sollte man anzeigen und auch einen Schulterblick durchführen gehört dazu. Ich wartete nur auf einen Zuruf, aber es kam nichts. Auf dem Film ist die Situation dann auch zu sehen.
Endlich waren wir dann auch wieder zu Hause. Nach einer Tasse Kaffee stellte ich mein Rad auch so wieder in den Stall. Am Wochenende muss ich erstmal wieder putzen.

Gruß aus dem Trainingslager
Ein Sandsteinjäger

(Der Film ist nun online - leider in einer schlechteren Qualität)

Dienstag, 5. März 2013

Christoph und der 40ste Roybär

Was die Sonne alles so bewirken kann?!
Schon am Samstag kam der Hauch des Frühlings in unsere Breitengrade, der sich aber auch schnell wieder verzog. So war eine Bike-Runde die bessere Lösung am Sonntag angebrachter als alles Andere. Den Startpunkt verlegten wir auf die Mittagszeit und hofften somit auf eine höchst angenehme Erwärmung der Atmosphäre. Um die 6° Celsius sollten es werden. Zeit für die kurze Hose? Na ja, ich ließ es lieber sein. So radelten der „Roybär“ und ich in Richtung Hütter Wohld. Die Straßentour vom letzten Mal wäre fatal wegen des Windes geworden. So wollte ich lieber in den geschützten und trotzdem sonnenreichen Wald. Hier war heute alles an Bodenzuständen zu haben. Von harten und noch gut gefrorenen, bis nur leicht mit Schnee bedeckten und zum Teil auch kräftig matschigen Verhältnissen war alles zu haben. Die kleinen Rinnsale mutierten zu Bachläufen. Überall plätscherte es und zeugte so vom Frühling. Die Vögel taten ihr übriges. Herrlich, es ist Frühling. Noch ein paar Wochen und es wird die Uhr verstellt, dann haben wir abends wieder eine Stunde mehr, um draußen zu sein.
Es ging gleich munter los. Locker und mit tüchtigem Wind im Nacken kam der Wald immer näher. Das war einfach, doch die kleinen Hügel im Wald jagte ich Roy dann hoch. Ich dachte schon mir würde die Puste ausgehen, aber ich fühlte mich wieder gut. Der Spaß kam auch nicht zu kurz. Dank meiner Kamera filmte ich fleißig mit und war schon mit meinen Gedanken zu Hause am PC, um den Film zu scheiden. Man muss ja vorausschauend filmen.
Da ich ja nun die Strecke sehr gut kenne, kann ich mir die Kraft auch so einteilen wie ich sie brauche. Zudem fehlte meinem Partner noch etwas an fahrerischer Technik. Das kostet dann nämlich Kraft und daher fragte er schon später „da geht’s doch nach Ivendorf“ und „geht’s in diese Richtung nach Althof?“. Er befürchtete wohl schlimmeres und wollte mich etwas bremsen. Das tat ich auch, ich brauchte ja auch noch Filmmaterial. Schlimm war nur das plötzlich meine Kamera ausfiel. Mist. Und das bei einer geilen Nahaufnahme. Was nun? Versuch macht klug. Die Kamera hat einen „Reset“ Knopf. Was man alles resetet, wusste ich nicht. Egal, ich brauchte ja Material. Klack und sie lief wieder. Ob ich irgendwelche Einstellungen damit veränderte hatte oder ob sie zurück in die Werkseinstellung springt war mir unbewusst, aber sie lief. Das Ergebnis würde ich später am PC sehen.
Weiter ging es auf und ab, durch Pfützen und enge Pfade. Selbst Bäche konnten uns nicht aufhalten. Die Kamera hielt alles fest. Im Nacken hörte ich schnauben und pusten. Ich befürchtete das Schlimmste. Hält er noch durch? Die kleinen Pausen zwischendurch hielten ihn am Leben, so dass ich am liebsten noch eine Runde gedreht hätte. Zum einen für mehr Filmmaterial und zum anderen für mehr nasse Sachen.
Nach vielen Metern und auf und ab war dann endlich Althof in Sicht. Der Tag war noch nicht vorbei, denn jetzt begann die heimatliche Hochdruckwäsche.

Die Roybär-Version gibts auch als Film.

Schlammige Grüße aus dem Wald
Roy + Christoph

Sonntag, 13. Januar 2013

Heiter teils wolkig

Schon seit gestern Abend fiel der Schnee, so wie es sich für Januar gehört. Dazu kam heute Nachmittag ein Hochdruckgebiet aus Nord-Ost. Das muss schönes Wetter geben. Schnee und Sonnenschein. Was Besseres gibt es doch nicht in dieser tristen Jahreszeit. Ein Telefonanruf und schnell wurde ein Termin zum heutigen Nachmittag klargemacht.
Erst gegen halb drei rollten wir leider vom Hof. Vor uns lagen 20 Kilometer auf Schnee bedeckten und leicht vereisten Wegen. Wir verließen Doberan und zogen durch den Wald in Richtung Heiligendamm. Der so beliebte Weg war matschig und leicht mit Schnee überdeckt. Schlammlöcher übersahen wir schnell und irgendwann war es völlig egal wie wir den Wald verlassen würden. Hauptsache es würde Spaß machen. Schnell vergingen die 6 Kilometer. Heiligendamm war geschafft. Nun noch schnell zur Seebrücke. Unsere Fahrräder mussten gezeigt werden. Hinterbau und Antrieb waren komplett in Erdbraun gehalten. Bei mir fällt es ja nicht so auf, aber an einem blauen Rad mit weißen Details achtet man schnell auf die Modderflecken. Der Rahmen war übersät mit schwarzen Punkten. Unsere Sachen sahen schlimm aus. Gäste, Touristen und Einheimische staunten da nicht schlecht was die beiden kranken Typen da auf der Seebrücke fotografierten. Warum fotografiert man eigentlich sein dreckiges Rad? Ich weiß es selbst nicht. Das bekommt dann jedenfalls Charakter.
Zudem wurde ich wegen meiner Helmkamera dauernd beäugt. Was da wohl an seinem Helm hängt, dachten wohl so einige. Es sieht ja auch aus wie ein Zielfernrohr. 
Nachdem wir dann auch Touri-Wünsche bezüglich Fotos erledigt hatten, zogen wir dann Richtung Heimat. Eigentlich wollten wir auf dem Damm bis zur Schleuse fahren, der war jedoch zu gut „gestreut“. Wir versanken im feuchten Sand. Also ging es wieder auf die Straße, die teilweise ganz gut vereist war. Jetzt wo die Sonne ihrem Tiefpunkt langsam entgegen kam, merkten wir schon die kalten Temperaturen in den Knochen. Mit einem guten 20er Schnitt ging es dem Wind und unserer Heimat nun entgegen. Wir fuhren nochmal durch den verschneiten Bachgarten und beendeten dann diesen kleinen Nachmittag.  

Ein Sandsteinjäger + Gaststar

P.S. Schaut auch bitte in unserem Bereich "Kurzfilme". 


Sonntag, 6. Januar 2013

Fieser Niesel und Wind aus Nord-West

Was mich heute geritten hatte lässt sich nur schwer in Worte fassen. Das Wetter war ja außerordentlich schön und gegen 2 Uhr wurde es auch schon wieder dunkel. Dazu der Nieselregen und Windstärke 4 aus Nordwest. Das sind doch ideale Bedingungen um noch mal eine ausgiebige Neujahrstour zu unternehmen. Vorab kam ich noch meinen MTB-Kollegen bei der Abschlusstour ins Gespräch. Ich hätte doch am Winterpokal teilnehmen können. Ein paar Punkte hätte ich doch wohl schon zusammen bekommen. So meldete ich mich an und hatte dann auch gleich meine Fahrzeiten eingetragen. Zwischendurch kamen noch hier und da ein paar Einheiten zusammen. 
So kam es also dass ich mich heute entschieden hatte noch etwas für mich und mein untenstehendes Punktekonto zu tun. Kurz vor 11 stieg ich also auf mein Rad. Vorher noch eine Ladung Öl aus der Dose auf alle beweglichen Teile und los ging es. Noch zeigte die Temperatur 17°C. Das wär doch schön, oder? Ich hatte es aber gerade angebaut und ich konnte zusehen wie es in den Keller ging. Bei 6°C pegelt es sich schließlich ein. Ich war schon am Münster und durchfuhr die schlammigen Wege in Richtung Kammerhof. Es war für mich der kleine spaßige Zubringer zum Radweg nach Rethwisch. Den Spaß konnte ich gut vertragen, denn ich wusste ja nicht was noch kommen sollte. Erstmal musste ich meinen Tritt finden. Die Musik im Ohr half mir den Gegenwind zu vergessen. Langsam fing es an zu nieseln an. An meiner Brille sammelten sich die Tropfen, vom Helm lief das Wasser am Schirm herunter, mein Gesicht war nass und kalt, die Jacke und die Hose hielten ab was sie versprachen – Wasser. Auf was hab ich mich hier eingelassen? Ich hoffte nur, dass kein starker Regen kam. Am Horizont machte sich etwas Helligkeit bemerkbar und ließ Hoffnung versprühen. Ich radelte immer weiter in Richtung Ostsee.
Ich war nun in Rethwisch angekommen und bog nach links in Richtung Börgerende. Jetzt hatte ich den Wind direkt von vorn. Der Sprühregen wurde etwas heftiger. Manchmal kam es mir vor, als sei es die Gischt von der Ostsee die gegen den Damm schlägt. Es war noch ein Stückchen bis zum „Heiligen Damm“ zu fahren und salzig war das Wasser auch nicht. Schweiß musste ich bei der Kälte auch ausschließen, also war es doch Wasser von oben. 
Endlich Börgerende. Eine Joggerin und ein paar Rennradler kamen mir entgegen. Dazu noch Gassi-Geher. Mehr trauten sich nicht vor die Tür. Der Strand in Sicht. Nun noch die Strandstraße in Richtung Heiligendamm und die Hälfte wäre geschafft. Hinter dem Damm war es angenehm geschützt und der Regen ließ nun auch etwas nach. Trotz des lausigen Wetters waren jedoch viele Strandwanderer unterwegs, was mich ganz schön gewundert hatte. Na ja, im Sommer kannste hier nich loffen, weil hier allet belecht iss (O-Ton eines Urlaubers). Daher nutzen nun die Einheimischen ihren Strand solange sie wollen. 
Ich machte unter Beobachtung noch ein paar Fotos und verließ die Schleuse in Richtung Heiligendamm. Hier war dann richtig Belegung, jedenfalls die Parkplätze waren voll. Ich steuerte weiter zum Radweg der mich nach Doberan zurück führen sollte. Ich machte mir jedoch noch Gedanken ob ich nicht lieber den Waldweg fahren sollte, den komplette Radweg oder vielleicht doch noch über Vorder Bollhagen und dann durch den Kellerswald? Ich entschied mich dafür noch einmal gegen den Wind zu fahren. Dazu kam noch bergauf – ich fuhr also nach Vorder Bollhagen und dann weiter zum Kellerswald. Es ging noch mal durch das „Alte Doberan“ und dann durch die Wiesen nach Hause. Ich war froh wieder zu Hause zu sein, aber überrascht über die Zeit die so schnell verging. Die Klamotten waren auch schon fast wieder trocken und mein Rad bekam noch eine Kurzwäsche mit der Gießkanne.

Euer Sandsteinjäger Christoph


Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresabschluss 2012

Das Jahr ist nun zu Ende. Wir schreiben den 30. Dezember und es liegt mal kein Schnee. Im Gegenteil 6° C, Matschwetter und absolut kein Fahrradwetter mehr. Für Euch nicht! Unsere Truppe hingegen hatte aber die alljährliche Abschlussfahrt anstehen. So sattelte ich meinen frisch geölten und abgefetteten Bock und fuhr zum Startpunkt. 10.00 Uhr - alle da und ab ging die Post. Leider konnten wir die Wälder nicht so nutzen wie wir eigentlich dachten. Vor ein paar Tagen gab es ja nochmal etwas Frost und dieser schlich sich etwas in den Boden. In der letzten Nacht regnete es aus Kannen und machte so unsere Trails einfach unbefahrbar. Zudem wollten wir noch nach der Tour essen gehen. Aber mit Schweineklamotten wäre das wohl nicht möglich gewesen, obwohl es Schwein geben sollte. Kurzum beradelten wir die Straßen der Doberaner Umgebung. Es ging über die Forstautobahn durch den Wohld und weiter nach Fulgenkoppel, Glashagen, Reddelich, Brodhagen, Doberan, Rethwisch, Admannshagen, Bargeshagen, Lambrechtshagen und Parkentin. Ein absolut große Runde für all die Jenigen die sich in diesem Jahr nicht all zu doll bewegt haben, also so wie ich. Mit 700 Kilometern konnte ich dieses Jahr keine großen Sprünge machen. Andere hatten da 6000 oder 7000 Kilometer auf´m Tacho. Weit weg von dem was ich mir so vorgestellt hatte. Die Baustelle ging halt vor. 
Nach meinen 40 Kilometern fingen meine Oberschenkel an zu brennen an. An den anfänglichen Fahrstil hatte ich mich gewöhnt und war auch gut reingekommen. Ich konnte meine 100 % bringen. Doch kurz vor Schluss ließen die Kräfte nach. Zwei Begleiter holten mich immer wieder in den Windschatten. Ich konnte nicht mehr, wollte aber und musste auch. Das Spanferkel würde sonst kalt und das mag ich dann nicht, oder mögt ihr kaltes Spanferkel? Jetzt noch mal alles mobilisieren. Ich könnte ja mein Kohlenhydrat-Gel essen, aber der eiserne Willen zählte in diesem Augenblick mehr. 
Wir waren mit 4 Minuten Verspätung nach unserer Spitzentruppe angekommen. 35 Kilometer in knapp 2 Stunden für die Runde. Jetzt konnten wir unsere Sau genießen. Endlich.
Eine weiter Aufgabe kam danach noch auf mich zu. Den Karpfen vom Fischer holen. Frisch auf den Tisch. Vor zehn Minuten noch lebig, jetzt schon tot in der Tüte. Zack, bumm, Schädel auf. Der armen Sau, äh dem Karpfen wollte ich noch mal den Wald zeigen, denn den kannte er noch nicht. Langsam schlich ich von dannen und begann eine Spur über den schlammigen Boden zu ziehen. Mein Bike sah schon toll aus. Alles knirschte und nun gab ich ihm den Rest. Das einzige Bauteil welches noch sauber erschien, war meine neue Kamera. Ich hatte die Abschlusstour und den Rest der Fahrt ordentlich gefilmt. Meistens leider nur von hinten. Ich war ja fast immer letzter. Leider hatte ich heute keine schnellen Abfahrtsvideos im Kasten, da mich Schlamm, Sand und Wasser am Schluss der Tour immer wieder gebremst hatten. Zudem hatte ich ja noch einen Besucher mit an Board der seine 3 Kilo hatte. Da half es auch nicht das ich meine Trinkblase fast leer gemacht hatte. Das Schlimmste kommt noch. Saubermachen!
Egal was kommt und welches Wetter. Wenigstens den groben Dreck von den Teilen entfernen. Es gelang alles ganz gut. Zum Schluss noch ordentlich Öl auf die beweglich Teile und es kann erstmal nichts passieren. Im nächsten Jahr gehts wieder zum Check und dann beginnen auch gleich wieder die Touren.
Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und nicht nur mit dem Rad. Ich hatte noch was gutes für mich und meinen Geist getan: 49,58 Kilometer. Heute brennt der Arsch - mir egal.


Eure Sandsteinjäger 

www.sandsteinjaeger.de  

Montag, 24. Dezember 2012

Testvideo Nummer 1

Ich hatte ja vor einiger Zeit Geburtstag und bekam so einige Zuwendungen von Freunden und Familie. Dies hatte mich dazu verführt im Internet nachzuschauen, ob nicht meine gesuchte Helmkamera günstig zu finden wäre. Eigentlich wollte Katrin mir eine schenken, aber es gab da so viele im Angebot und da sehe sie nicht durch. Ich hatte mich schon lange auf eine Contour Roam fixiert, jedoch wurde es dann zum Schluss die bessere Contour Roam 2. Was hab ich mich gefreut als die Postfrau vor der Tür stand, nicht der Frau wegen sondern wegen des kleinen Paketes was sie in ihrer Hand hielt. Auspacken, aufladen, mit der japanischen Startanleitung nicht zurecht kommen, anbauen, losfahren. 
Während der Fahrt kann ich leider nicht sehen was die Kamera alles so aufnimmt. Von daher war der erste Streich voll die Luftnummer, bzw. Radnummer, denn ich sah mehr mein Rad als die Umgebung. Nach tausenden von Einstellungen der Helmhalterung hatte ich sie endlich dort wo sie hingehört. Das hieß also in der Kälte nochmal raus und wieder eine kleine Runde drehen. Der Film war also im Kasten. Jetzt noch schnell das Videoformat umwandeln, damit ich dieses dann nutzen kann für den Windows Movie Maker. Da was passendes zu finden ist ja die Hölle. Vielleicht sollte ich nach einem anderen Video Maker suchen, der mp4 Formate verarbeitet und leicht zu bedienen ist. Jedenfalls wandelt mein Programm während ich diese Zeilen schreibe gerade um, es konvertiert sozusagen.
Nun können wir unsere Erlebnisse mit Fotos und Videos bestücken. Die Videos werden aber sicherlich nicht täglich zu den Erlebnissen kommen. Wie lange soll ich dann daran sitzen. Das ist ja Stress. Es wird eine Kategorie Videos geben, in der ich so einiges dann "zusammenschneiden" (auch ein schönes Wort) und präsentieren werde.

Eure Sandsteinjäger 

 

Wir wünschen Euch ein Frohes Weihnachtsfest und einen tollen Start in das neue Jahr. 
 


Samstag, 29. September 2012

Panoramablick und nasse Sachen



Die letzte Tour hatten wir uns als Schmankerl aufgehoben. Etwas mehr Kondition und Zeit war angebracht, aber das alles hatten wir gut eingetaktet. Um 19.30 Uhr waren wir bei unseren Vermietern zum kleinen Umtrunk eingeladen und so kam es, dass ich es nicht mehr geschafft hatte einen Bericht zu schreiben. Dafür kommt dieser nun ausführlich 24 Stunden später.
Die Mädels fanden es auf alle Fälle gut, dass wieder eine, oder sagen wir besser, nur noch eine Tour mit dem Rad statt fand. Nun kamen sie an ihre Leistungsgrenzen des Urlaubs.
Mit dem Rad ging es in die Richtung des Lichtenhainer Wasserfalls. Vorab nutzten Katrin und Gitti noch mal die Fähre mit den Wochenkarten. Nette und ich jagten wieder über die Brücke zum Treffpunkt „Haltestelle Bad Schandau“ der Kirnitzschtalbahn. Hier konnten Nette und ich mal wieder warten, aber es dauerte nicht lange und die andere Hälfte trudelte ein. Nach Lagebesprechung fuhren wir dann hinter der abgefahrenen Bahn hinterher. Langsam aber sicher nahm ich mir vor die Bahn einzuholen. Die anderen blieben indes zurück. An der Ostrauer Mühle hatte ich sie dann in Sicht bekommen, ehe ich sie dann endlich am Forsthaus eingeholt hatte. Es war nun nicht mehr weit bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Wo die Mädels waren weiß ich nicht. Sie hatten mich auch fahren lassen.
Am Wasserfall wartete ich und machte mich erstmal frei. Mir war ordentlich warm geworden.
Nachdem ich dann 15 Minuten gewartet hatte, machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg durch die Talstraße hinauf in Richtung Lichtenhain und dann weiter über einen der vielen Panoramawege die es hier so gibt in Richtung „Hohe Straße“. Das waren dann auf gut 9 Kilometern so ca. 190 Höhenmeter die jetzt zu überwinden waren. Nicht ganz einfach zu bewältigen, aber die Mädels konnten stolz auf sich sein. Das fährt nicht jeder einfach mal so.
Auf der Hohen Straße gab es dann eine ganze kurze Pause. Nette bekam Hunger und wurde leicht aggressiv. Die nächste richtige Raststation kam bald, aber wir konnten nicht sagen ob diese besetzt war. Wie denn auch?
Jetzt begann der leichteste Teil der Tour. Immer eben weg rollten wir gemütlich durch den Wald bis zur schönsten Aussicht auf die Hintere Sächsische Schweiz. Hier machten wir endlich Mittag und Gitti trocknete ihre Kleider im Baum. Ja richtig, ihre Wäsche wurde in den Baum gehängt. Sah komisch aus, aber angeblich hat es geholfen. Gitti musste sich des öfteren trocken legen. Am Lenker trocknete auch ihre Wäsche aus. So sind wir früher als Kinder vom Baden gekommen. Am Lenker hing immer die Badehose.
Nach der langen Pause fuhren wir dann weiter zur nächsten tollen Aussicht. Den Weifberg konnte man schon sehen. Die Mädels dachten das wir sie verkohlen als sie die Entfernung sahen: „Da wollen wir noch hin?“, „so weit?“ – Äh, die Tage vorher nicht genug kriegen und nun kneifen?
Wir fuhren nun in den Wald der uns in Richtung Grenze führte. Einen kleinen Teil nach Tomasov hinauf mussten sie wieder schieben. Es ging aber trotzdem gut voran. Das Highlight in Tomasov selbst, die kleine Kapelle (aus anderen Touren der letzten Jahre bekannt), interessierte aber nicht. Im Gegenteil, sie wollten einfach nur weiter. Es ging durch das Dörfchen hindurch und wieder in den Wald hinein, dann bogen wir ab in Richtung Weifberg. Er ist wegen des Aussichtsturmes sehr beliebt und zieht Menschenmassen an.
Erst einmal ging es mit Schwung hinab in ein kleines Tal, um dann später hinauf zu müssen. Das hat die Natur so gewollt und wir müssen uns fügen. So teilten wir uns auch die Kräfte ein. Es ging super. Auf den Weifberg fuhr ich dann hinauf und ging wieder hinunter. Ich nahm dann Nettes Fahrrad entgegen und brachte es hoch, ging dann wieder runter und holte Gittis und Katrins. „Wenn du jetzt Gentleman wärst, würdest du uns die Räder abnehmen!“. Meinten die etwa ich komme nur zum gucken wieder runter? Ich wollte schon frech fragen wo sie denn endlich bleiben, da wir weiter wollen. Am Ende nahm ich die Räder und schob sie hoch, blieb dann aber plötzlich stehen. Das war dann doch zu viel knapp 45 Kilo hochzuschieben. Pause Pause Pause.
Dann kamen die besagten Menschenmassen aus Tschechien. Ich glaube es waren so um die 18 Leute und laut wie 30 Italienerinnen. Sie waren mit den Rädern teilweise gut bestückt. Ich glaube, dass ich 5 ohne Akku gezählt hatte. Der Rest war bestückt mit Lithium-Ionen. An nem Mountainbike einen Akku. Ich glaub es nicht. Dazu noch die neumodisch 650B Bereifung, welche dann 27,5 Zoll entspricht. Heftig. Da wollte jemand in die Trickkiste greifen, kommt aber den Berg hochgeschoben. Na ja.
Abfahrt – weiter gings.
Ich nahm eine neue Abfahrt über Stock und Stein und hinterließ eine Staubwolke im Wald. Die Mädels fuhren den üblichen Weg bis auf den Schotterweg nach Hinterhermsdorf. Hier trafen wir uns und machten uns auf dem gemeinsamen Weg in Richtung Heimat. Vorab wurde noch Kuchen besorgt den wir dann an einer SB Gaststätte mit Kaffee verspeisten. Wieder hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Weifberg und auf die Wälder die hinter uns lagen. Jetzt ging es mit Schwung hinab in das Kirnitzschtal. Gut 10 Minuten fuhren wir nur bergab. Das war doch wieder mal was.
Jetzt ging es immer weiter an der Kirnitzsch entlang und weiter nach Bad Schandau. Das waren noch knapp 9 Kilometer Luftlinie, aber durch etwas Gefälle macht es die Sache doch einfacher. Kurz vor 6 aßen wir dann im Kurpark deftig und sind dann gegen 7 schnell wieder auf die andere Seite nach Krippen gefahren. Jetzt war es schon dunkel geworden. Mein Licht schaltete schon auf Reserve und ging dann später ganz aus. Schade eigentlich. Jetzt wo man es braucht…
Es wurde sich schnell fertig gemacht und dann begann der Rest des Abends im Partykeller. Wir ließen den Tag noch mal schön ausklingen und zogen nach unseren 59 Kilometern ein Fazit. Geil wars.

Eure Sandsteinjäger

Donnerstag, 27. September 2012

Spätzündung


Heute früh war es soweit. Als wir aufgestanden waren regnete es bereits seit Stunden. Die Wetterkarte hatte also Recht gehabt. Erstmal wurde gefrühstückt. Dabei saß der Wetterfrust etwas tief. Nachdem die Mädels wieder mit dem Rad los wollten und sie es wirklich toll finden so unterwegs zu sein, ist es natürlich eine wahre Freude für uns. Und nun das. Mein Vorschlag war dann heute früh, dass wir den Regen abwarten und dann losmachen. Gegen 10.00 Uhr sollte der Spuk vorbei sein. Es wurde dann anders beschlossen.
Nette und Katrin hatten dann ihren Vorschlag gefunden nach Pirna zu fahren, Gitti wollte in der Bude bleiben und ich dachte mir wenn es aufklaren sollte, dann dreh ich vielleicht noch eine kleine Runde. Ich selbst bin dann etwas müde geworden. Aber was soll ich sagen - Punkt 10.04 Uhr schien die Sonne auf mein Bett und ich dachte: Schön, jetzt könnten wir eigentlich loslegen. Aber egal.
Irgendwann gegen halb zwei trudelten die zwei wieder ein und machten den Vorschlag noch mal eine kleine Runde zu drehen. Hmm, was ist hier an kleinen Runden zu fahren? Mir fiel dann der Zahnsgrund ein der dann in den Wenzelweg mündet. An einer Kreuzung (nahe der Wildwiese beginnt der Nasse Grund. Katrin und ich hatten am Dienstag diesen Weg schon mal gehabt, sind dann aber den Wenzelweg weitergefahren.
Die große Pause, die wir alle dringend nötig hatten, machten wir an der Wildwiese. Dort hatten sich die Förster und Jäger am „Vereinshaus“ versammelt und machten es sich bei Grillwurst und Bier gemütlich. Vorab hatten sie bereits Fährten gelegt, um heute Nacht wohl auf Jagd gehen zu können.
Hier wurde die Gitti mit Handtüchern getupft. Es war warm in der Sonne, man konnte aber im Schatten eine Jacke vertragen. Gut gelaunte 15-18° C hatten wir auf dem Weg hierher. Zudem geht der Weg bis zum Ende des Zahnsgrund nur bergauf, so dass man das Gefühl bekommt es sei wirklich wärmer. Das wir den Scheitelpunkt unserer Tour schon erreicht hatten wussten wir nicht. Mir war es nur bewusst geworden als ich den Forstweg dann mit guten 40 km/h hinunter rollte. Es wurde immer kälter. Kein Sonnenstrahl trifft hier jemals direkt den Boden. Das hier etwas wachsen kann scheint schon unheimlich. Das Thermometer zeigte plötzlich 8,7°C Grad. Ich hatte nur mein kurzes Shirt an. Der kalte Wind der durch das kalte Tal zieht, der Fahrtwind der einem die Haare aufstellen lässt und das Wasser das mit Dreck gemischt durch die Luft wirbelt, machen die Abfahrt keineswegs leicht. Man schreit zwar „oh toll“, aber man möchte zum anderen schnell unten sein. Als ich dann unten war bedauerte ich es sehr, dass es schon vorbei war. Irgendwie komisch.
Wir alle trafen uns unten am Parkplatz und entschieden dann zum Lichtenhainer Wasserfall zu fahren. Den mussten wir doch noch mal sehen. Vielleicht gibt es ihn bald nicht mehr. Man war das früher voll hier. Und nun? Kaum eine Menschseele. Hin und wieder kommen Wanderer des Weges, verweilen kurz (aber ganz kurz) und marschieren dann weiter. Wir indes meinten auch weiterzufahren, peilten Bad Schandau an und machten uns auf die 7 Kilometer Reise die uns noch bevor stand. Für Katrin und Gitti, die noch einen Tisch bestellen wollten, ging die Reise dann mit der Fähre nach Krippen. Nette und ich nutzten die Sporteinheit und fuhren über die Brücke und waren natürlich eher wieder zu Hause.
Trotz der verspäteten Nachmittagtour sind wir auf 25 Kilometer gekommen.
 
Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 26. September 2012

Zu Besuch beim Felsenorakel

Was es mit diesem „Felsenorakel“ auf sich hat erzähle ich etwas später. Vorab begann der Morgen mit Warten auf Brötchen, Kleckereien am Frühstückstisch und ein kleines Muffelgesicht. Es ging heute zur Bastei und da wir an den Zug gebunden waren, der uns nach Pirna bringen sollte, war viel Eile geboten. Um 9.11 Uhr fuhr der Zug ab Bad Schandau. In Pirna stiegen wir noch einmal um. Der nächste Zug brachte uns dann nach Lohmen. Wir waren also weit weg von zu Haus.
In Lohmen gestartet ging es den elendig langen Dorfberg an der Straße hinauf. Wie gestern schon ist dies auch so ein Hügel der nicht enden möchte. Glücklicherweise sind wenig Fußgänger unterwegs gewesen, so dass man getrost den Fußweg nutzen konnte. Die Straße ist nämlich so eine Todesfalle. Ich war endlich oben an der Friedenseiche angekommen. 5 Minuten später trudelte Nette ein, doch vom Rest war nichts zu sehen. Die zwei hatten einen Fleischer ausgemacht und sind dort gleich rein spaziert. Ich hatte so etwas wie „Fleisch“ auch wahr genommen, doch in dem Augenblick war es mir wohl völlig egal. Die beiden nutzten die Gelegenheit zum Naschen und zum Einkauf. Letzteres stellte sich aber erst später heraus. Die beiden sprachen immer wieder davon wie lecker es doch sei und wie toll der Laden war. Ich war drauf und dran diesen Weg wieder bergab zu fahren und mich dann wieder hinauf zu quälen. Wir wollten dann aber weiter und bogen in eine Straße die zu einer Gartenkolonie und dann in den Wald führte. Endlich weg vom Autolärm. Die Sonne begleitete uns bis zum Wald. Nun hatten wir aber Hunger.
Wir machten einen Rastplatz an einer Kreuzung aus. Hier konnten wir in Ruhe verweilen und die gekauften Naschereien aus dem Fleischerfachgeschäft verputzen. „Voam alloh feinstn“.
Der Waldweg führte uns wieder zur Straße, die uns dann weiter zur Hauptverkehrs-Touristen-Ader in Richtung Bastei führen sollte. Schnell noch ein Foto am Stein des Nationalparks und es konnte weitergehen. Zack, was war passiert? An der Straße gibt es ein Schild, welches zeigt das es dort bei der Bastei Parkplätze gibt (und das ordentlich Geld mitzubringen sei ;-) Dieses Schild hatte sich plötzlich verändert in ein Durchfahrtverbotszeichen. Damit ist dann gemeint, dass alle Autos unten am Auffangparkplatz stehen bleiben müssen und die Touris mal ihre Füße bewegen sollten um dort hinzukommen. Man könnte aber auch mit dem Bus fahren. Immerhin ist dies noch ein schönes Ende. Das Zeichen deutete jedenfalls, dass es oben voll sein musste.
Wir rollten allmählich in Richtung Ziel – unser heutiges Ziel das wir unbedingt erreichen wollten war in Sicht. Im Slalom ging es zur Touri-Schubse Nummer 1 hier in der Sächsischen Schweiz. Wir gingen vorbei an Souvenirläden, teuren Restaurants, einem Prägeautomaten und dem Felsenorakel. Was immer dies auch sein mag. Spricht die Bastei mit mir wenn ich 2 € reinschmeiße und wird bei 5 € der nächste Felssturz vorhergesagt? „Bitte werfen sie eine Münze ein!“ ertönte glücklicherweise nicht. Man sah nur eine billige LED Leuchtschrift wie sie auf den ersten elektronischen Robotron Taschenrechnern zu sehen war. "Ich bin ihr Felsenorakel" stand dort in blauen Lettern. Mich hätte gern interessiert was dort für 10 € passiert wäre und wer den Scheiß dorthin gestellt hat. Schade, ich weiß jetzt gar nichts von allem. Sollte das Orakel jedoch nicht fragliche Situationen beantworten können? Ein Teufelskreis.
Nach der üblichen Fotopause und den fragenden Blicken „wie man denn hier mit dem Rad hoch kommt“ oder besser war heute noch „würdest du hier mit dem Rad rauffahren“, ging es dann den Radweg in Richtung Wehlen hinunter. Eine Dauerabfahrt die heute sehr gut besucht war. Ich konnte also nicht mit dem üblichen Speed hier runter donnern. Hinter jeder Kurve könnte ein Unfallopfer lauern.
Leider waren wir viel zu früh in Wehlen. Auf dem Markt war es schön warm. Jetzt gab die Sonne ihr Bestes und zwang uns zum umziehen. Wir vertrieben uns die Zeit mit Eisverzehr und einem Besuch in der Bonbonfabrik. Er nennt sich Karamell Meister und ist im Internet zu finden. Auf alle Fälle ist er einen Besuch wert. Wir hatten heute das Vergnügen seinen ersten Weihnachtsbaumbonbon zu kosten. Wir waren in seiner Schauwerkstatt dabei als er ihn kreiert und hergestellt hat. Natürlich hatten wir auch gleich mehrere Tüten von verschiedenen Geschmacksklassen mitgenommen.
Mit der Fähre setzten wir dann auf die andere Seite über da der Weg ab Rathen nicht mehr für Fahrräder erlaubt ist. Man hört aber Verschiedenes bezüglich dieses Verbots.
Der Radweg nach Königstein mit all seinen Hügeln und Abfahrten gehörte jetzt uns. Wir nahmen Fahrt auf, um schnell zu Café Zimmermann zu kommen. Dort wartete der schönste Kuchen der Gegend auf uns. Nette klemmte sich immer wieder an meine Fersen. Sie ist einfach nicht abzuschütteln. Auch nicht mit dem Bock der ihr angedreht wurde. 28er Eisenschwein mit 7 Gängen wobei hin und wieder 2 oder 3 Gänge aussetzen bzw. gar nicht schalten. Sie meint aber das so geht. Gittis Rad funktioniert, aber sie schaltet wenig. Was hab ich bei der Zuteilung falsch gemacht?
Nach der Kalorienbombe bei Zimmermän (wie Klaus sagen würde) mussten wir wieder übersetzen, denn der Elberadweg geht auf der anderen Seite weiter. Vorab wurde natürlich noch ein Tisch für heute Abend in Bad Schandau bestellt. Man weiß ja nie. Die Stadt ist abends brechend voll und die Kneipen auch.
Die andere Seite des Radwegs ist dann der krönende Abschluss der Tour. 2 scharfe Hügel an denen man verzweifeln, aber auch seinen Schweinehund besiegen kann. Es kommt nur darauf an wie man die Hügel anfährt. Nette und ich hatten sie geschafft. Nette musste ich noch antreiben und es funktionierte. Nicht mehr lange waren wir unterwegs. Durchgeschwitzt und fertig, aber heil und glücklich waren wir nun zu Hause angekommen.

Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 25. September 2012

Solo zu zweit


Heute hatten wir die Mädels, auch auf eigenen Wunsch, nach Dresden geschickt, um sich dort einmal auszutoben. Katrin und ich derweilen wollten mal eine eigene Tour aufstellen. Gestern Abend wussten wir noch nicht so richtig wo es hingehen sollte, dennoch kam uns der Gedanke die eigentlich alljährliche Einsteigertour mal wieder stattfinden zu lassen. Es ging also hoch zur Ostrauer Scheibe, dann über den Wenzelweg an den Schrammsteinen vorbei in Richtung Felsenmühle. So lautete unser Programm.
Wir fuhren also über die Bad Schandauer Brücke und weiter nach Postelwitz bis hin zum Abzweig nach Ostrau hoch. Es begann schon mit Ampelverkehr an einer 18% Steigung und das noch im Kurvenbereich. Während ich also voraus fuhr kam Katrin etwas langsamer hinterher. Nach diesem kleinen Teilstück geht es stetig bergauf. Unsere Shirts verstauten wir wieder in den Rucksäcken. Unter der Jacke wurde es ganz schön warm, obwohl man diese auch immer wieder vertragen konnte. Immer weiter ging es hinauf. Endlich kam der Abzweig des Wenzelweges, der uns in das Schrammsteingebiet führt. Leider steigt auch dieser Weg stetig an und bringt einen zur Verzweiflung – „Warum nur“?
Ein Fahrradtausch half Katrin dann etwas weiter. Während ich mich hinauf plagte, fuhr Katrin seelenruhig davon. Endlich hatten wir die erste Kuppe erreicht. Von nun an sollte es ruhiger, mit ein paar kleinen Ausnahmen, weitergehen.

Die Sonne schien durch ersten entlaubten Baumwipfel und konnte so den Boden erreichen. Sie heizte teilweise richtig kräftig ein, denn der starke Wind war hier nicht mehr zu spüren. Langsam schien uns der Hunger zu erreichen. Der erste Rastplatz weit unterhalb des Carolafelsen war uns immer bekannt, doch leider standen hier keine Bänke mehr. Die Natur oder die Forst hatten hier ihr Bestes getan (oder auch nicht). Es hieß also weiterradeln bis zum Abzweig Kuhstall/Kleiner Winterberg. Dort fanden wir einen schönen Sonnenplatz und aßen alles auf. Wir hatten mächtigen Hunger. Es wurden Fotos gemacht und Angeber-Emails verschickt, die mich in Sommerkluft liegend in der Sonne zeigen. Welch eine Wohltat.
Viele Einheimische waren unterwegs, um die letzten Sonnenstrahlen und das gute Wetter des Septembers zu nutzen. Das schlechte Wetter des Sommers hatten sie ja an der Ostseeküste in ihrem Urlaub schon erlebt. Da freut es jetzt besonders, dass man im Herbst noch was unternehmen kann. Kurzum, in den Wäldern tummeln sich viele Wanderer. Es ist also ganz schön voll.
Es ging weiter mit unserer kleinen Tour. In den kleinen Tälern, die an den Wegesrändern Bachläufe führen und wo selbst am Tage nur 10 Minuten die Sonne scheint war es bitterkalt. Selbst unter meiner Jacke zog eine leichte Briese durch die Lüftungsöffnungen hindurch. 10°C Grad zeigte mein Navi an. Vorher hatten wir 20°. Wir fuhren schneller, um noch schneller unten am Felsenmüller zu sein. Oh, war das wieder schön als uns eine leichte warme Briese um die Ohren fegte.
Die Richtung stand fest. Es ging die Straße hinunter zum Lichtenhainer Wasserfall und weiter nach Hause. Wir waren gut im Tritt. Kurz bevor der Abzweig zum Kuhstall abgeht fragte Katrin: „Und, jetzt noch hoch zum Kuhstall?“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich überlegte kurz und fragte zurück ob sie denn noch in der Lage ist dort hoch zu kraxeln. Der Angeberei wegen sagte sie: „ja, ich will“. Es ist nämlich so schön dort oben mit dem Rad anzukommen während einige Wanderer keuchend den Gipfel erreichen und staunend auf uns schauen. Heute war ich 10 Minuten unterwegs. Katrin kam 4 Minuten nach mir an. Wir nahmen uns einen Sonnenplatz und ließen die schöne Aussicht auf uns wirken. Leider hatten wir keinen Proviant mehr. So verließen wir den Platz und fuhren dem Tal mit Höchstgeschwindigkeit entgegen. Die Strecke war schwer zu befahren, so dass ich behutsamer als sonst abfahren musste. Viel grober Schotter lag vereinzelt herum und störte in den Kurvenbereichen. Die Ideallinie zu finden war echt schwierig, aber mit den Jahren lernt man sie zu kennen. Wieder einmal waren wir im Tal angekommen. Es ging nun nach Bad Schandau zurück. Ich merkte, dass Katrin ein Lauf hatte. Sie wurde immer schneller, so dass man denken konnte als wäre sie hinter etwas her, als würde sie noch was wollen.
Das Eis im Memory hatte sie angezogen wie ein Magnet. Dort war es geschützt und die Sonne schien wieder mit voller Kraft. So hatte das Eis doppelt so gut geschmeckt und das hatten wir uns verdient. Nach 38 Kilometern waren wir dann auch wieder zu Hause und machten uns fertig zum Abendessen.


Eure Sandsteinjäger