Wir hatten es heute gewagt. Mit dem Zug und dem
anschließenden Schienenersatzverkehr wollten wir bis Dolni Poustevna fahren.
Wir hätten in Sebnitz zwar nochmal umsteigen müssen, aber wenn alles klappen
sollte war uns die dieser Weg egal. Es sollte wie schon gesagt nach Dolni
Poustevna gehen. Dieses ach so bunte Örtchen, dass die Touristen nur mit seinem
Charme und den vielen tollen Häusern und deren Einwohner lockt – Stopp. Nur so
steht es in einem Reiseführer, aber die Wirklichkeit sah da anders aus.
Der SEV
brauchte eine gefühlte Ewigkeit von Schandau nach Sebnitz, so dass unsere
Weiterfahrt mal gleich wieder verhindert war. Anfangs dachten wir an einen Scherz als uns der kleine Schaffner, der gewisse Ähnlichkeiten aus einem Märchen aufwies, die nächste Abfahrtszeit nannte. Man hatte uns einfach am Bahnhof abgestellt. Punkt aus. Der letzte Zug war seit einer halben
Stunde fort und da wir keine 90 Minuten warten wollten, machten wir uns zu Fuß auf
den Weg durch beide Ortschaften. Gleich hinter dem Grenzübergang von Sebnitz
aus standen noch die letzten Rückstände des Zollfreien Einkaufs, sowie der
Zigaretten- und Raubkopienverkäufer aus den 90er Jahren. Wir wollten den Weg
der Kreuze gehen bis zum Poustevnik (Spitzberg) der mit seinen 454 Metern
deutlich hinausragt und oben freie Sicht bietet. Hier gibt es sogar ein
Gipfelbuch.
Die asphaltierte Straße sicherte uns ein schnelles Vorankommen, war
aber ebenso unattraktiv. Endlich kamen wir an die Kreuzung die uns zur Aussicht
bringen sollte. Eine Teerstraße für die Landwirtschaft. Toll. Dann kamen
endlich der Wald und der Aufstieg. Hier hatte man fürsorglich für einen tollen
Blick gesorgt, aber dass dieser Blick auch mal wieder zuwächst, wenn man nur
Bäume fällt und so die Büsche freien Wuchs haben, daran hat wohl keiner
gedacht. Langsam aber sicher wird dieser Weg wohl wieder in Vergessenheit
geraten. Hier oben machten wir eine lange ausgedehnte Pause und Katrin trug uns
in das Gipfelbuch ein. Zurück ging es zum Bahnhof Horni Poustevna, denn ich
hatte keine Lust mehr durch die beiden öden Orte zu schlendern. Wir warteten
eine ¾ Stunde auf unseren Zug auf einem Bahnhof, äh Bahnsteig, äh Haltepunkt –
nein, am Häuschen mit Gleisanschluss. Wir saßen auf der Erde da es hier keine
Möglichkeit zum sitzen gab. Katrin versuchte es an der Streusandkiste, aber die
knackte gleich und wäre wohl sofort bei Komplettbelastung zerbrochen. Wir
stiegen in Sebnitz aus, gingen jetzt zum Busbahnhof und fuhren dann nach
Lichtenhain, um von dort hinunter in das Kirnitzschtal zu wandern. Wir hatten
irgendwie noch nicht genug und da fiel Katrin der Panoramaweg ein. Ein Weg der
hinunter zum Beuthenfall führt. Wieder war dies ein toller neuer Weg mit einem Blick
zu den Affensteinen hinüber. Der erste Teil der Wanderung war 8 Kilometer lang
und der zweite Teil dann schon wieder 4 Kilometer, so dass wir mit der
Busfahrtpause auf 12 Wander-Kilometer gekommen sind.
Eure Sandsteinjäger
