Donnerstag, 7. Juli 2016

Ausgesetzt in Sebnitz



Wir hatten es heute gewagt. Mit dem Zug und dem anschließenden Schienenersatzverkehr wollten wir bis Dolni Poustevna fahren. Wir hätten in Sebnitz zwar nochmal umsteigen müssen, aber wenn alles klappen sollte war uns die dieser Weg egal. Es sollte wie schon gesagt nach Dolni Poustevna gehen. Dieses ach so bunte Örtchen, dass die Touristen nur mit seinem Charme und den vielen tollen Häusern und deren Einwohner lockt – Stopp. Nur so steht es in einem Reiseführer, aber die Wirklichkeit sah da anders aus. 
Der SEV brauchte eine gefühlte Ewigkeit von Schandau nach Sebnitz, so dass unsere Weiterfahrt mal gleich wieder verhindert war. Anfangs dachten wir an einen Scherz als uns der kleine Schaffner, der gewisse Ähnlichkeiten aus einem Märchen aufwies, die nächste Abfahrtszeit nannte. Man hatte uns einfach am Bahnhof abgestellt. Punkt aus. Der letzte Zug war seit einer halben Stunde fort und da wir keine 90 Minuten warten wollten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg durch beide Ortschaften. Gleich hinter dem Grenzübergang von Sebnitz aus standen noch die letzten Rückstände des Zollfreien Einkaufs, sowie der Zigaretten- und Raubkopienverkäufer aus den 90er Jahren. Wir wollten den Weg der Kreuze gehen bis zum Poustevnik (Spitzberg) der mit seinen 454 Metern deutlich hinausragt und oben freie Sicht bietet. Hier gibt es sogar ein Gipfelbuch. 
Die asphaltierte Straße sicherte uns ein schnelles Vorankommen, war aber ebenso unattraktiv. Endlich kamen wir an die Kreuzung die uns zur Aussicht bringen sollte. Eine Teerstraße für die Landwirtschaft. Toll. Dann kamen endlich der Wald und der Aufstieg. Hier hatte man fürsorglich für einen tollen Blick gesorgt, aber dass dieser Blick auch mal wieder zuwächst, wenn man nur Bäume fällt und so die Büsche freien Wuchs haben, daran hat wohl keiner gedacht. Langsam aber sicher wird dieser Weg wohl wieder in Vergessenheit geraten. Hier oben machten wir eine lange ausgedehnte Pause und Katrin trug uns in das Gipfelbuch ein. Zurück ging es zum Bahnhof Horni Poustevna, denn ich hatte keine Lust mehr durch die beiden öden Orte zu schlendern. Wir warteten eine ¾ Stunde auf unseren Zug auf einem Bahnhof, äh Bahnsteig, äh Haltepunkt – nein, am Häuschen mit Gleisanschluss. Wir saßen auf der Erde da es hier keine Möglichkeit zum sitzen gab. Katrin versuchte es an der Streusandkiste, aber die knackte gleich und wäre wohl sofort bei Komplettbelastung zerbrochen. Wir stiegen in Sebnitz aus, gingen jetzt zum Busbahnhof und fuhren dann nach Lichtenhain, um von dort hinunter in das Kirnitzschtal zu wandern. Wir hatten irgendwie noch nicht genug und da fiel Katrin der Panoramaweg ein. Ein Weg der hinunter zum Beuthenfall führt. Wieder war dies ein toller neuer Weg mit einem Blick zu den Affensteinen hinüber. Der erste Teil der Wanderung war 8 Kilometer lang und der zweite Teil dann schon wieder 4 Kilometer, so dass wir mit der Busfahrtpause auf 12 Wander-Kilometer gekommen sind.


Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Unverhofft kommt oft



Der Morgen begann stürmisch. So hatten wir das Wetter nicht bestellt. Dazu war es noch lausig kalt. Der Bus brachte uns wiedermal zu unserer Ausgangsposition. Wir wollten zum Kleinen und zum Großen Pohlshorn. Die Steigung war echt hart, aber gegen das was heute noch folgen sollte, war dies eine seichte Landstraße. 
Das kleine Pohlshorn kam nun immer näher. Die Aussicht war nicht großräumig, etwas eingeschränkt, aber dennoch imposant. Wir wollten jedoch weiter und verließen ihn Richtung Großes Pohlshorn. Oben an der Aussicht angekommen wurde der Wind zu einem Sturm, dazu kam noch der Regen, der mehr von vorn kam als von oben. Wir wickelten uns in die Folie und machten uns vom Acker. Hier oben war es im Augenblick zu gefährlich. Zudem wussten wir nicht wie stark der Regen noch werden würde und ob da noch ein Gewitterchen starten könnte. Also Abstieg. Eigentlich wäre damit unsere heutige Tour beendet. Es war aber erst 11.34 Uhr! Bisschen früh für uns beide. Nein es ging weiter und zwar zum Zeughaus zur ersten richtigen Rast und zum Wäschetrocknen. Trotz der Kühle verweilten wir hier eine ganze Weile. Wir tankten Kraft für den schweren Aufstieg zur Goldsteinaussicht. Katrin meinte immer, dass sie hier schon mal gegangen sei, aber ich konnte mich wahrlich nicht daran erinnern. Es ging immer weiter bergauf, auf einem Knüppeldamm der sich echt gewaschen hatte, gerade weil er so ausgewaschen war. Und irgendwann kam die Belobigung für diesen schlechten Weg – die Goldsteinaussicht. Man hatte eine tolle Aussicht auf die Thorwalder Wände und die Schlucht die zu den Weberschlüchten führte. Wahnsinn. 
Jetzt hieß es nur noch auf nach Schmilka mit mehreren Umwegen. Unter anderem waren da die Marienhöhle und der Kleine Kuhstall die wir über einen Bergpfad erreichten, der schwer zu finden ist. Der grüne Bergpfadpfeil ist nicht gerade vorteilhaft angebracht. Doch Kenner wissen diesen zu finden und auch zu nutzen. Weil wir noch nicht hier waren kam die Satellitentechnik zum Vorzug und half uns wieder mal sehr. Der Weg weiter nach Schmilka führte uns über den Großen Winterberg. Wir hätten auch um ihn herumlaufen können, doch die Zeit wurde knapp. Dennoch mussten wir die Gaststätte aufsuchen, aber alles war leer. Von weitem sah es aus als hätte man 2014 hier die letzte große Saison gehabt. Nichts einladendes, alles verschlossen, der Rasen (ich meine das Meterhohe Gras) wurde in diesem Jahr noch nicht geschnitten. Braucht auch nicht mehr, denn das Jahr ist ja bald um. Wir standen auf der riesigen Terrasse mit hunderten von Stühlen und Tischen. Keine Servicekraft – kein gar nichts. Ein Schild mit der Aufschrift vor der zweiten Terrasse warnte: „Bitte besuchen sie unsere große Terrasse oder unseren Gastraum.“ Da wären wir wohl die Einzigen gewesen. Wir mussten ja unbedingt hier lang, um uns diesen traurigen Anblick zu holen. Das kann ja keiner wissen. Wir suchten doch nur was zum sitzen und zum Kaffee schlürfen. 
Nun sollte es endlich wieder bzw. weiter hinab gehen. Wir gingen den Bergsteig in Richtung Schmilka. Anfangs noch mit Stufen versehen ging dieser Weg uns ganz schön auf die Knie. Später wurden dann aus den Stufen, Wurzeln und Steine und zum Schluss Sandsteinblöcke als Pflasterung mit einer Neigung von 30°. Eine ¾ Stunde lang gingen wir diesen "netten" Weg. Glücklicherweise hatten wir unsere Stöcker dabei. Der Weg hätte uns sonst etwas länger aufgehalten und wir hätten unseren Bus verpasst. Dabei sollte Katrin ja noch ihren Gutschein einlösen können. Ich verpasste ihr kurz vor 18 Uhr einen 32 Liter Damen Rucksack. Das ist nun gut für meine Füße und schlecht für die Brieftasche. Richtig tolles Ding und sie ist richtig stolz drauf. Ach so, bevor ich es vergesse, heute waren es ungewollte 14 Kilometer mit 682 Höhenmetern.
 
Eure Sandsteinjäger 

Dienstag, 5. Juli 2016

Raue Steine und Ehrenmitglied



Keiner hatte heute früh irgendwie Lust aufzustehen. Halb Acht hatte es noch geregnet und Katrin blieb daher noch liegen. Ich habe von diesem Terz gar nichts mitbekommen. Gegen halb 10 waren wir dann in die Gänge gekommen. War es unser Besuch der uns so geschafft hatte? Wir wollten denen was bieten und das Ergebnis sind bei uns nun schwache Füße und Müdigkeit. 
Der Plan heute war der Rauenstein. Mit knappen 6 Kilometern war dies heute auch die kürzeste Tour des Urlaubs. Angefangen hatte der Tag wieder mal am Bahnhof. Der Zug brachte uns nach Wehlen. Der knackige kurze Weg führte uns schnell hinauf. Heute war wenig los. Von weitem konnte man auch schon das schlechte Wetter sehen. Regenwolken kamen immer näher. Diese überraschten zwar nicht mit dem Zustand, jedoch mit der Größe und Kälte der Tropfen. In Sekunden wurden wir nass. Zwar hatten wir schnell unsere Regensachen ausgepackt, doch half dies nichts, da der Regen schneller vorbei war als wir fertig waren. Demnach versuchte das Wasser unter unserer Folie nun zu entweichen. Es begann Schwüle nicht nur auf der Haut, sondern auch in der Luft. Langsam konnte man sehen wie sich die Gewitterwolken auftürmten. In der Ferne war leichtes Grollen zu vernehmen. Die umliegenden Orte wurden weiter mit Starkregen versorgt, während wir wieder in der Sonne saßen. Auf der Rauensteinaussicht bekamen wir unseren Kaffee, aber leider keinen Kuchen mehr (und das zur Kaffeezeit)! Wir machten uns wieder auf in Richtung Rathen, gingen zum Zug und fuhren dann nach Schandau. 
Wir besuchten noch ein paar Geschäfte und gingen dann zum Essen. Am Abend stiegen wir noch einmal kurz zum Carolafelsen hinauf nachdem ich zum ersten Mal einen Zug für einen Trainspotter fotografieren musste. Diese Lok fährt mit der Werbung zu Schloß Wackerbart seit 3 Monaten hier und wird wohl bald wieder der Vergangenheit angehören. Da musste ich mich anstrengen. Das Foto ist aber leider nicht so doll geworden. Auf dem Carolafelsen stießen wir auf Gitti an, die wir heute zum Ehrenmitglied der Sandsteinjäger in ihrer Abwesenheit ernennen konnten. Herzlichen Glückwunsch.


Eure Sandsteinjäger 

Montag, 4. Juli 2016

Schöne Aussicht



Heute am Tag der Besucherabreise waren wir nun wieder auf uns allein gestellt. Keiner besetzte mehr das Klo, keiner wäscht das morgentliche Geschirr ab, keiner swiffert durch die Wohnung. Schon komisch. Heute sollte es in das böhmische Gebiet gehen. Belveder hieß das Ziel, doch vorher mussten wir mal wieder Zug, Fähre und Bus in Anspruch nehmen. Der tschechische Busfahrer ließ all meine Künste der slawischen Sprache in Anspruch nehmen. Wir wollten nämlich nach Bynovec. Ganz einfach zu sprechen und zu verstehen. Dann meinte er zu uns, dass er diese Station nicht anfährt, da diese Station in seinem Automaten nicht zu finden sei. Also lösten wir das Ticket für 2 Personen für 2 € eine Station weiter bis Ruzova. Wie wir da dann weiter wollten wussten wir noch nicht. Nach Fahrplan sollte der Bus jedoch nach Bynovec fahren, aber da legt man sich nicht mit jemanden an der uns eh nicht verstehen würde. Plötzlich während der Fahrt meinte der Fahrer das sein Fahrkartenautomat ihm gesagt hätte (!) er fährt doch dorthin. Na schön für sein Bus. Also stiegen wir doch wie gewollt in Bynovec aus. Der lange Fußmarsch hatte in der herrlichen Morgensonne etwas beruhigendes. Trotz des unbekannten Weges verging die Zeit rasend schnell. 
Auf Belveder machten wir eine lange gemütliche Rast. Vielleicht hatten wir uns nicht allzu lang mit der Route beschäftigt und da auch noch nicht alle Wege und Pfade auf der Karte verzeichnet waren, sowie das GPS hier in diesem Gebiet nicht richtig arbeitete und dazu noch die Grundlagenkarte nicht die beste war, war der Rückmarsch auf einem fast nicht endenden Waldpfad in Richtung Hrensko von Nöten. Schön war es allemal, doch fehlte es an Aussichtspunkten. Wir sind also bis in den Ort gekommen und machten trotz unserer brennenden Füße noch einen Rundgang. Zuerst ging es noch in ein Sportgeschäft. Mal schauen was es hier so gab. Die Tschechische Krone stand ganz gut zum Euro. Von daher hatte ich dann auch mit der Karte bezahlt und am Ende des Tages im Vergleich zum Internet auch noch 10€ gespart. Über den Wahnsinnssammelmarkt der Raubkopien mussten wir auch noch gehen. Es ist jedesmal immer das gleiche, aber dennoch kitschig interessant. Was da alles verkauft wird. Wir liefen zur Fähre, setzten über und fuhren dann mit der Bahn wieder bis nach Krippen. In 4,5 Stunden hatten wir unsere 11 Kilometer (+ ca. 2 Km) wieder unter den Füßen. Morgen soll es etwas ruhiger werden. Wirklich.


Eure verbliebenen Sandsteinjäger 

Sonntag, 3. Juli 2016

Lilienstein - das Wahrzeichen



Wie ich mir ja geschworen hatte, wollte ich die Gitti richtig schaffen. Dabei war sie heute früh schon sehr müde gewesen, obwohl gestern ja nur der Shopping- und Ausruhtag war. Und nun heute. Da war nicht mehr der jugendlich Leichtsinn von gestern. Zwar konnte sie noch lachen, aber man konnte ihr anmerken das sie leicht schwächelte. Margitta hatte nach der vorgestrigen Pause und der gestrigen kleinen Radtour wieder Kraft getankt. So hatten wir für heute eine Busfahrt mit anschließender Bergbesichtigung geplant. Eine kleine Rundtour, die es am Ende doch noch in sich hatte. 
Wir fuhren also mit dem Bus bis Waltersdorf und liefen dort an einer Bienenwiese vorbei wie ich sie so noch nicht gesehen hatte. Es roch nach Kamille, Salbei, Dill und viel mehr. Den Lilienstein bestiegen wir wieder klassisch von Norden, um dann oben auf dem Plateau eine Rundwanderung zu drehen und dort unsere große Pause zu machen. Und da ja heute Sonntag ist, war wieder eine Menge los dort oben. Da waren mal wieder Touris unterwegs, die wohl meinten dass der Lilienstein eine Freizeitanlage ist, die mit einer Treppe zu bewältigen ist. Flip-Flop, kurze Leo-Hose, Tank-Top und Flasche Bier in der Hand. Tja, das war der Härteste der uns heute begegnete. Seine Rote Rübe wollte gleich platzen. Da half auch nicht die alkoholische Flüssigkeitsaufnahme beim Verlust des Hydro-Haushalts. Er war ja kurz vor seinem Ziel, der Getränkebude auf dem Lilienstein. Da konnte er sicherlich nochmal nachtanken, um dann die Heimreise antreten zu können. Wir indes hatten alles gesehen. Auch den Typen in Radlerhosen. Ist ja nichts Schlimmes wenn man mit dem Rad kommt und es unten am Fuße des Steins anschließt, um dann noch einen Aufstieg zu machen. Seine Knitte war ebenfalls mit bei, aber noch lang nicht so sportlich gekleidet. Sie hatte nur Turnschuhe an. Telefonisch meinte er zu seinem Kumpel: „Also Königstein können wir nen Haken machen, jetzt sind wir auf´m Lilienstein – Haken machen, und dann noch Winnetou heute abend. Haken machen. Dann haben wir die Sächsische Schweiz durch.“ Wenn das so einfach wäre. Wir fahren schon seit 1999 hier her und haben in diesem Jahr 4 neue Touren (bis jetzt) erlebt. 
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, mit Wolfgang bin ich dann noch bis zur Spitze gegangen, er fand es sehr beeindruckend. Da das Wetter mitspielte, hatte man sehr gute Sicht in das Land. Der Abstieg ging dann über die Südseite, wo uns zu diesem späten Zeitpunkt noch Leute entgegen kamen. Vielleicht wollte sie ja alle noch zu Winnetou zur Felsenbühne? Wir liefen dann nach Prossen zurück und weiter nach Bad Schandau. Mit der Fähre ging es nach Hause und wir konnten wieder mal einen tollen Tag verbuchen. Selbst Margitta hat diesen Tag mit den 11 Kilometern und 400 Höhenmetern super gemeistert. Für die nächsten Touren sind wir wieder allein und werden weiter berichten.
 
Eure Sandsteinjäger 
(ich bin hundemüde und wahrlich geschafft - Mein Plan ging wohl doch nicht auf) 

Samstag, 2. Juli 2016

Heute Ruhetag

Hallo User, heute war Ruhetag.
  
Eure Sandsteinjäger