Endlich war es wieder einmal soweit. Eine Tour für die ganze Familienbande. Ich hatte mir schon seit Tagen einen Kopf gemacht für welche Route ich mich entscheiden sollte. Sollte es etwa eine ausgewogene Tour werden, die fahrbar ist und trotzdem schwierig bleibt (für extreme Stadtfahrer), oder sollte es eine Mädchentour werden? Na ja, ihr wisst sicherlich was es dann geworden ist. Eine lockere Tour nach meinem Geschmack.
Nach der vorgestrigen FC Hansa-Aufstiegsfeier fiel das Aufstehen dennoch am Ostersonntag leicht. Wir aßen unser Frühstück und zuppelten nach der Ostereiersuche los. Die Startzeit war so gegen 12.00 Uhr und die Sonne stand schon hoch am Himmel. Es war schon sehr warm, jedoch durchfuhr uns immer wieder ein kalter Schauer. Der Wind kam aus Nord und brachte kalte Ostseeluft in das Landesinnere. Um so dichter wir also in Richtung Ostsee kamen desto kühler wurde es. Schade eigentlich, denn teilweise war es schon richtig ungemütlich und das bei so schönem Wetter.
Als aller erstes führte ich die Mädels dann in den dunklen Kellerswald auf eine Mountainbikeroute. Ich nenne es mal Pfad für erfahrene Fahrer. Die erste schimpfte schon wie ein Rohrspatz und schob ihren Drahtesel durchs Dickicht. Ich machte mir also einen Spaß daraus die Mädels vor der eigentlichen Tour schon mal zu ärgern. Sie machten immer wieder mit "Herumstehen und Erzählen" auf sich aufmerksam. Hinzukam "Blase leeren" und "Sachen an- oder ausziehen". Zwischendurch fuhren wir dann auch.
Über Brodhagen, Reddelich und Hundehagen ging es zur Einfahrt in die "Kühlung". Schnell nochmal was angezogen und gepinkelt, und weiter ging es mit der ersten schnellen Abfahrt über Schotter. Katrin und mir trieb die Abfahrt mal wieder Tränen in die Augen. Einfach toll mit 40 km/h runterzubrettern und abwarten was passiert. Nettchen steigerte sich erst bei den Auffahrten und zeigte dann im Wiegetritt ihre Leistung. Das Pausenbrot war von allen dann auch reglich verdient.
Vorbei am Klothstein, welcher Wünsche erfüllen soll, ging es dann wieder mit langer Abfahrt hinab. Wie es halt so in der Kühlung ist. Ein Auf-und-Ab im Dauerlauf. Viele wechselnde Passagen selbst auf der Forstautobahn sind zu erleben. Natürlich gibt es auch hier Abseits der Wege einige super Pfade die nur für mich geschnitten sind und wahrscheinlich auch gebaut wurden ;-)
Nach gefühlten 100 Auf- und Abfahrten kamen wir an unser zweites Tagesziel: Die Aussicht über Kühlungsborn.
Weiter ging es dann über Kühlungsborn und Wittenbeck in Richtung Ostsee. Parallel zum Strand verläuft hier die A20 für Radler und Fußgänger. Ich dachte ich wäre an einem Freitagabend auf der A7. Brubbelnde Fußgängergruppen und zu schnelle E-Bikes wohin das Auge reicht. Selbst wenn man sich hinter einer Fußkolonne bemerkbar macht und dann überholt, wird man noch angemotzt das man sich bemerkbar gemacht hat. Wenn man dann auch schnell überholt (wegen des Gegenverkehrs), dann ist alles zu spät. Von querstehenden Bollerwagen und wildumherspringenden Muttis ganz zu schweigen. Der Weg war heute echt die Hölle. Die meisten Radler bogen dann später Richtung Parkplatz ab. Wir fuhren dann weiter zum Kinderstrand direkt durch den Wald. Wir hatten somit die Autobahn verlassen. Glücklicher Weise ohne Schaden.
Ab Heiligendamm befuhren wir dann nach einer letzten Pause den Radweg bis nach Doberan. Nettchen und ich fuhren mit einem 30er Schnitt der Heimat entgegen. Die anderen beiden tuckelten irgendwie hinterher.
Zu guter letzt hatte ich mir für den Tag noch etwas vorgenommen. Die Treppen bei der Polizei wollte ich zum ersten mal befahren. Ich rollte langsam auf den Ort hinzu und hörte von hinten plötzlich: "Vorsicht, da sind Treppen" - Tja alter Mann, deswegen bin ich ja hier. Zu Fuß kann das ja jeder vollziehen. Und eins, zwei, drei polterte ich die Stufen runter. Er wusste wohl nicht das ich von hier war und staunte Bauklötzer. 2 Minuten später waren wir dann auch zu Hause und machten es uns schon im Strandkorb gemütlich. Die Sonne schien und der kalte Wind war hier nicht mehr zu spüren.
33 km - 150 HM
Gruß aus DBR, eure Sandsteinjäger
