Montag, 25. April 2011

Tour de Ostern

Endlich war es wieder einmal soweit. Eine Tour für die ganze Familienbande. Ich hatte mir schon seit Tagen einen Kopf gemacht für welche Route ich mich entscheiden sollte. Sollte es etwa eine ausgewogene Tour werden, die fahrbar ist und trotzdem schwierig bleibt (für extreme Stadtfahrer), oder sollte es eine Mädchentour werden? Na ja, ihr wisst sicherlich was es dann geworden ist. Eine lockere Tour nach meinem Geschmack.
Nach der vorgestrigen FC Hansa-Aufstiegsfeier fiel das Aufstehen dennoch am Ostersonntag leicht. Wir aßen unser Frühstück und zuppelten nach der Ostereiersuche los. Die Startzeit war so gegen 12.00 Uhr und die Sonne stand schon hoch am Himmel. Es war schon sehr warm, jedoch durchfuhr uns immer wieder ein kalter Schauer. Der Wind kam aus Nord und brachte kalte Ostseeluft in das Landesinnere. Um so dichter wir also in Richtung Ostsee kamen desto kühler wurde es. Schade eigentlich, denn teilweise war es schon richtig ungemütlich und das bei so schönem Wetter.
Als aller erstes führte ich die Mädels dann in den dunklen Kellerswald auf eine Mountainbikeroute. Ich nenne es mal Pfad für erfahrene Fahrer. Die erste schimpfte schon wie ein Rohrspatz und schob ihren Drahtesel durchs Dickicht. Ich machte mir also einen Spaß daraus die Mädels vor der eigentlichen Tour schon mal zu ärgern. Sie machten immer wieder mit "Herumstehen und Erzählen" auf sich aufmerksam. Hinzukam "Blase leeren" und "Sachen an- oder ausziehen". Zwischendurch fuhren wir dann auch.
Über Brodhagen, Reddelich und Hundehagen ging es zur Einfahrt in die "Kühlung". Schnell nochmal was angezogen und gepinkelt, und weiter ging es mit der ersten schnellen Abfahrt über Schotter. Katrin und mir trieb die Abfahrt mal wieder Tränen in die Augen. Einfach toll mit 40 km/h runterzubrettern und abwarten was passiert. Nettchen steigerte sich erst bei den Auffahrten und zeigte dann im Wiegetritt ihre Leistung. Das Pausenbrot war von allen dann auch reglich verdient.
Vorbei am Klothstein, welcher Wünsche erfüllen soll, ging es dann wieder mit langer Abfahrt hinab. Wie es halt so in der Kühlung ist. Ein Auf-und-Ab im Dauerlauf. Viele wechselnde Passagen selbst auf der Forstautobahn sind zu erleben. Natürlich gibt es auch hier Abseits der Wege einige super Pfade die nur für mich geschnitten sind und wahrscheinlich auch gebaut wurden ;-)
Nach gefühlten 100 Auf- und Abfahrten kamen wir an unser zweites Tagesziel: Die Aussicht über Kühlungsborn.
Weiter ging es dann über Kühlungsborn und Wittenbeck in Richtung Ostsee. Parallel zum Strand verläuft hier die A20 für Radler und Fußgänger. Ich dachte ich wäre an einem Freitagabend auf der A7. Brubbelnde Fußgängergruppen und zu schnelle E-Bikes wohin das Auge reicht. Selbst wenn man sich hinter einer Fußkolonne bemerkbar macht und dann überholt, wird man noch angemotzt das man sich bemerkbar gemacht hat. Wenn man dann auch schnell überholt (wegen des Gegenverkehrs), dann ist alles zu spät. Von querstehenden Bollerwagen und wildumherspringenden Muttis ganz zu schweigen. Der Weg war heute echt die Hölle. Die meisten Radler bogen dann später Richtung Parkplatz ab. Wir fuhren dann weiter zum Kinderstrand direkt durch den Wald. Wir hatten somit die Autobahn verlassen. Glücklicher Weise ohne Schaden.
Ab Heiligendamm befuhren wir dann nach einer letzten Pause den Radweg bis nach Doberan. Nettchen und ich fuhren mit einem 30er Schnitt der Heimat entgegen. Die anderen beiden tuckelten irgendwie hinterher.
Zu guter letzt hatte ich mir für den Tag noch etwas vorgenommen. Die Treppen bei der Polizei wollte ich zum ersten mal befahren. Ich rollte langsam auf den Ort hinzu und hörte von hinten plötzlich: "Vorsicht, da sind Treppen" - Tja alter Mann, deswegen bin ich ja hier. Zu Fuß kann das ja jeder vollziehen. Und eins, zwei, drei polterte ich die Stufen runter. Er wusste wohl nicht das ich von hier war und staunte Bauklötzer. 2 Minuten später waren wir dann auch zu Hause und machten es uns schon im Strandkorb gemütlich. Die Sonne schien und der kalte Wind war hier nicht mehr zu spüren.
33 km - 150 HM

Gruß aus DBR, eure Sandsteinjäger


Radroute 928576 - powered by Bikemap 

Sonntag, 20. März 2011

Kontakt an Erde

Was für ein frostiges Wetter heut´morgen. 3° Celsius standen auf dem Thermometer. Hurra schreien kann man da wirklich nicht. Die 6°C Marke wurde erst gegen meiner Abfahrt erreicht. Weit und breit keine Sonne zu sehen. Ich machte mir trotzdem noch viele Hoffungen am heutigen Tage.
Treffpunkt war wie immer beim Fischer ausgemacht. Geistig war ich voll da, aber wie siehts mit der Physis aus? Hatte ich mich wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt? Insgesamt waren wir doch wieder ein paar Leute mehr als sonst. Mit 7 anderen Fahrern ging es also durch den Wohld. Leider wurden auf der ganzen Tour meine Hoffnung auf viel Dreck Stück für Stück genommen. Das was jetzt immer noch am Rad klebt ..., ja weiß ich nicht wo das her gekommen ist... 
In einem angenehmen Tempo tourten wir hier entlang und das Schönste war das die Sonne seit ca. 11.00 Uhr schien. Und sie schien kräftig. Sie zeigte mit ihrem Schatten den Weg und trocknete leider die Wege etwas aus. Kein Wasser auf den Wegen. Kein Matsch. Nix. Hin und wieder etwas feuchte Erde, welche ich dann mit Bravur durchfuhr. Dann die Ackerabfahrt kurz vor Althof. Hier flog schon etwas Dreck. Am Ende des Weges flog sogar ein Sattel durch die Luft, bzw. das was übrig geblieben war. Beide Streben waren während der Abfahrt eines Mitfahrers gleichzeitig gebrochen. Jetzt stand er da, genau, er stand da und konnte nicht mehr sitzen. Bei Beginn der Fahrt prahlte er mit seinem Sattel: "Selbst bauen lassen, Carbon und so..." Na ja, das wars ja wohl. Dann gings zu mir nach Hause, während die anderen schon den nächsten Wald durchpflügten. Ich hatte da noch ein Relikt aus früheren Zeiten zu liegen. Ich war ganz angetan von dem Teil, konnte es aber verschmerzen mich davon zu trennen. Wieder etwas weniger in der Garage. Zudem brauche ich es gar nicht mehr. Dann trafen wir uns wieder beim Krankenhaus und weiter ging es. Erst durch das Quellholz und dann weiter zum Kellerswald. Einige Neulinge wollten den Wald kennenlernen weil irgendwann hier wieder ein Rennen stattfinden soll. Das schau ich mir an. Dabei sein werde ich auf alle Fälle nicht, aber man soll ja nie "Nie" sagen. Vielleicht nächstes Jahr...
Schon ziemlich geschafft sollte es nun in Richtung Quelltal gehen. Hier wollten wir den üblichen Senjorenteller essen. Der Weg dorthin ist die total verkackte Straße, die stetig bergauf geht. Dazu gabs noch etwas Gegenwind der mich ganz schön störte. Ich fuhr meinen Stil, meine Geschwindigkeit und der Abstand zur Spitzengruppe vergrößerte sich stark, fast tendenziel zunehmend. 100 Meter, 200 Meter 300 Meter - weg. Sie warteten schon im Quellental auf mich.
Nach der leckeren Mahlzeit ging es zurück nach Hütten. Über Stock und Stein, Wurzeln und Bäumchen führte ich nun die Truppe an und hielt brav die Geschwindigkeit. Ich kann die Raserei nicht leiden...
An einer blöden Passage passte ich nicht richtig auf, fuhr etwas zu langsam, kam nicht aus der Kuhle heraus, versuchte dann aus dem Stand weiterzufahren und bekam dann einen Krampf der sich gewaschen hatte. Plumps, fiel ich nach rechts weg und alle Nachfolgenden zogen wieder an mir vorbei. Mal wieder schönen Bodenkontakt gehabt. Ich fiel auch sehr weich in ein schönes grünes Moosbett. Liegenbleiben konnte ich nicht. Weiter ging es und ich hatte noch einige Kilometer vor mir, aber dies sollten dann die schwersten werden. Die Beine wurden schwer und der Wind wieder kam mal wieder von vorn. Ich trank meinen Vorrat aus, um nicht das Gewicht auf dem Rücken zu haben, sondern mehr im Bauch.
Insgesamt 42,2 Kilometer und 280 Höhenmeter.


Gruß, ein schwacher Sandsteinjäger 

Montag, 14. März 2011

Saisonbeginn?

Für mich beginnt jede Saison am 01. Januar, also Radsaisonbeginn ist nicht gemeint. Was ich meine ist der Beginn der Saison für kurze Hosen. Die Krokusse blühen, der Frost hat sich verzogen, das Eis der Seen ist fast geschmolzen und die Sonne zeigt sich von der besten Seite. Heute (13.03.) war also wieder einmal der Tag gekommen, um meinem Bike die Sporen zu geben. Bei 10°C entschied ich mich jedoch noch für die längere Beinvariante. Einerseits um die kühleren Ecken in den Wäldern etwas geschützt zu durchfahren, andererseits den direkten Dreck von den Beinen fernzuhalten. 
Nach den ersten Steigungen wurde mir ganz schön warm, aber so richtig schwitzig warm. Am liebsten hätte ich meine dicke Jacke ausgezogen und wäre dann weitergeradelt. Ich war jedoch sinnig und behielt alles an.
Der Boden war durch die letzten Tage mit Regen gut durchgeweicht, also für mich fast perfekt. Jedoch war mein Vorderreifen mit den Dreckmassen ordentlich überfordert. Die Stollen sind schon weit abgefahren, so dass sich dieser nur noch als Notreifen einsetzen lässt.
Es ging über meinen Lieblingstrail durch einen Buchenwald und dann durch einen dunklen Hänsel-und-Gretel-Mystik-Nadelwald. Vorbei an Mosen und klarer kühler Waldluft. Der Weg brachte mich direkt in das Zentrum das Waldes. Hier sah ich mal wieder den Raubbau an der Natur. Es sah aus als wenn demnächst hier eine Autobahn gebaut wird. Lauter Buchenstämme von ca. 80 cm Durchmesser lagen hier an den Wegen. Der Wald ist einfach nicht mehr wieder zu erkennen. Ich bin froh wenn ich den geschützten Bereich einfahren werde. Sichtbar neben den Wegen standen "Heinzi", "Jockel" und "Onkel Bertram" an ihrem dicken Wagen. Sie hatten sich aufgemacht heute Holz zu machen. "Heinzi" gab den Takt mit der teuren Kettensäge an und die beiden Kollegen tanzten durch die Buscherei. Alles Kleinholz was Heinzis-Motor-Ketten-Ungetüm übrig ließ, fingerten sie eilig in ihren Anhänger. "Tante Grete" tanzte statt dessen durch den Busch und suchte nach Reisig. Das war das einzig Lustige was ich heute gesehen hatte. Ich konzentrierte mich weiter auf meine Tour, die jetzt richtig beginnen sollte.
Als ich dann die Forstautobahn verließ und wieder in den tiefen dunklen Wald einfuhr machte ich mir schon Gedanken über den heutigen Titel meiner Geschichte. Mir fiel absolut nichts gutes ein. Egal, ich musste ersteinmal auf den beschwerlichen Weg schauen, der mit seinen Wurzeln nicht immer einfach ist. Herrlich dieser Wald. Ich mag ihn sehr. Man trifft staubige Strecken und kurze Zeit später tiefe schlammige Löcher, welche es gilt mit aller Macht zu durchqueren. Leider bekam ich diesen Dreck nicht aus den Reifen. Es klebte wie Scheiße am Schuh. Eine unlösbare Aufgabe. Erst auf der Straße sollten sich die Teilchen größtenteils entfernen, doch diese war noch weit. Also sammelte ich weiter Dreck, Kilometer und Höhenmeter. Ich verbrannte dabei ziemlich viel Kohlenhydrate auf diesen 18 Kilometern. 
Als ich in Althof angelangt war gab es eine angenehme Selbstreinigung. Ich spürte es im Gesicht und im Nacken. Aus sicherer Entfernung muss es schon eigenartig ausgesehen haben wie sich der Dreck der Reifen in hohem Bogen über mich verteilte. 
Dann ging es weiter durch die Wälder unserer Stadt. Hier war der Boden etwas trockener und ließ es möglich machen etwas schneller und risikoreicher zu den Wald zu düsen. Nach gut 1h50Min war ich dann wieder zu Hause und hatte mächtigen Hunger. In der Freude auf die nächste Tour freue ich mich schon riesig, denn es regnet ja schon seit Stunden und ich hoffe das es bis Donnerstag so bleibt.


In der Hoffnung auf Schlamm und Modder
grüße ich Euch ganz lieb, Christoph

Freitag, 25. Februar 2011

Nichts dolles...

Heute war wieder einmal ein wunderschöner Tag. Endlich Freitag und tagsüber viel Sonne. Ich habe mir sehr viel ausgemalt am heutigen letzten Tag der Arbeitswoche. Schon um drei machte ich mich auf den Weg nach Hause. Ab auf den Bock und rein in den Wald. Eine kleine Tour ohne schlimme Vorstellungen der Route. Irgendwo wird die Reise schon hingehen. Erst einmal in Richtung Osten - in Richtung Hütter Wohld. Diesmal zog ich die Strecke etwas von hinten auf und suchte mir einen neuen Weg. Mein Navi half mir da ein wenig. Hier im Wald gibt es so viele Wege, dass man sich da schon mal verirren könnte. Das geschah mir heute nicht. 
Anfangs hatte ich ein wenig zu tun. Kräftemäßig gesehen ging es ganz gut, jedoch der Wind ärgerte mich ganz schön. Die milde Luft verbesserte diese Situation aber ein wenig. Als ich im Wald war ging es dann richtig ab. Ich stürmte durch den Wald als gäbe es keinen Morgen mehr. Es machte riesigen Spaß. Zum einen war der Boden zwar knochenhart, aber zum anderen staubte es sehr. Das Fahrgefühl war hierbei nicht so besonders. Meine Gabel war schwer beschäftigt. Da traf ich jemanden der ebenfalls schwer beschäftigt war. Ein Biker mit Cross-Reifen stand an einer engen Passage und ließ mich stoppen und nach seinem Befinden fragen. Ihm ginge es nach seiner Aussage recht gut, seinem Reifen jedoch weniger. Hilfe brauchte er weiter nicht. Er wolle erst mal das Loch finden und dann reparieren. Während meiner Weiterfahrt dachte ich mir: "Wiso um Himmelswillen fährt der Typ mit nem Cross-Reifen durch den Wald?" Im Augenblick liegt hier soviel Zeug herum. Da lohnen sich schon die "fetten" Reifen mit den tollen Stollen. Im Wald direkt habe ich mir noch keinen Plattfuß geholt. Nur davor oder dahinter ...
Als ich diesen ersten Part durch den Wohld hinter mir hatte, ging es dann in das Quellholz (dem Doberaner Stadtwald). Jetzt musste ich noch mal alle Reserven rausholen. Da gibt es so einige Hügel die man sonst geschickt umfährt, bzw. irgendwelche Umleitungen nutzt. Da heute bei mir noch ordentlich Luft vorhanden war, musste ich diesen bösen Berg hinaufklettern. Diesmal schaffte ich ihn sogar mit ordentlicher Geschwindigkeit. Der kleine Kanten hat es richtig in sich, sofern man ihn mit dem Rad erklimmen möchte. Etwas leichter Schotter mit wenig Grip, dazu alle drei Meter ein liegender Querbalken der den Schotter halten soll. Wenn´ne hier stehst dann stehst ´de.
Es war heute mal ne kleine tolle Runde nach einer langen Arbeitswoche. Die Tage werden jetzt auch wieder länger und das Wetter wird besser. Hoffentlich.
Anbei liegt noch die Route und ich hoffe das ihr mal wieder die Homepage besucht - Sandsteinjäger

Wochenendgrüße aus dem Wald
Christoph



Radroute 833529 - powered by Bikemap 

Sonntag, 20. Februar 2011

Frostige Waldtour

Die heutige Strecke hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Verabredet mit ein paar Forum-Freunden wollten wir ganz neue Wege gehen. Das ist nicht immer einfach, denn auf den Wegen die man kennt teilt man sich die Kraft so ein wie man sie braucht und später auch abrufen kann. Heute dagegen kam alles anders. Zuerst habe ich 20 Minuten auf die anderen gewartet. Nicht schön bei -3,5°C (gefühlt -7°C). Dazu keinen Sonnenschein - also typisches Winterwetter. Auf eines freute ich mich jedoch schon: Mein Navi fürs Bike. Der zeigt alle wichtigen Daten an und man kann sie später auf eine Internetplattform einstellen. Wenn es dann auch noch möglich ist, lädt man sich die gefahrene Tour auf die eigene Homepage. So wie ihr sie unten seht. Das Ding hat einen riesigen Vorteil: man kann nicht schummeln. Jedoch ohne Gedanken an mein Navi zu verschwenden suchte ich die Kraft, die ich heute noch richtig brauchen würde. Schon anfangs merkte ich, dass dies heute kein Zuckerschlecken wird. Schon die ersten Kilometer gingen für mich gegen den eisigen Nord-Ost-Wind. Der machte schon zu schaffen. Im Wald war es da schon "angenehmer".
Bei den Abfahrten war Vorsicht geboten. Kleine armdicke Äste unter dem Laub brachte den einen oder anderen schon in arge Bedrängnis. Dazu der harte Boden. Es verlief also nicht immer optimal, aber der Spaß war trotzdem da. Desöfteren waren wir gezwungen die Wege von kleinen Bäume zu befreien. Es war so eine Art Waldarbeit. Da ich sehr oft heute hinten fuhr, räumten die Vorderen schon am Weg herum und schafften Platz während ich mich den Gefahrenstellen erst näherte. Einen Teil der Äste legen viele Fußgänger dorthin, weil sie sich von den Radlern gestört fühlen. Den anderen Teil legen sich die Reiter hin, um mit den Gäulern ihre tollen Hindernisse zu überspringen, der andere Teil nennt sich Waldsterben.
Für uns ging es heute auf und ab. Einer Abfahrt folgte sofort eine neue Auffahrt. Langsam bekam ich Probleme mit meiner Wade und hinkte etwas hinterher. Ich wurde dann in die Mitte genommen und konnte dann etwas besser mithalten. Ich freute mich schon auf den Seniorenteller im Quellental, doch der war noch weit weg. Ungreifbar Nahe, also weit weg, sehr weit weg.
Endlich angekommen im Tal der Quelle, zeigte sich die Sonne etwas. Wir wollten schon draußen essen, aber das war wohl etwas riskant. Da wird das Essen ja ganz kalt, so wie das Powergetränk eines Fahrers. Dies war nämlich auf der Fahrt gefroren. Mein heißer Tee hingegen wärmte mir immer schön den Rücken und würde nicht so schnell einfrieren.
Es hieß also Einkehr mit einer etwas längeren Pause. Mein Navi nahm natürlich diese Zeit mit auf und verfälschte die Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie verringerte sich von aktuell 15 km/h auf satte 6,5 km/h. Pech gehabt, aber interessiert nur mich persönlich.
Danach ging es wieder in die Kälte. Komisch war es. So klammig und kalt. Alles noch eisiger als vorher. Die Beine waren noch schwerer geworden, aber irgendwie wollte man weiter, denn die schönsten Stellen kommen ja noch.
Erster Tophalt war das Krankenhaus in Doberan - nein, nichts passiert. Es ging zum Hubschrauberlandeplatz der auf einer schönen Anhöhe am KKH liegt. Hier führt eine schöne Treppenpassage hinauf, nur nicht für uns. Wir wollten diese jedoch nur runter. Wie am Faden gezogen fuhren wir die Treppe hinunter - noch mal raufgetragen und wieder runter, und so weiter. Vom KKH hat man gute Einsicht zum Platz. Es wurde bestimmt schon gewettet, wer gleich zum Haupteingang hinein kommt und Hilfe braucht.
Als langsamster übernahm ich nun die Führung der Truppe, musste jedoch an den nächsten Kuppen erfahren wo im Augenblick die Schmerzgrenze liegt. Hinab ging ja noch, aber rauf ....
Irgendwann ging dann hinab auch nicht mehr. Durch das Aufstellen auf die Pedale bekam ich immer wieder einen Krampf. So verabschiedete ich mich in Althof von der Truppe, um mich selbst nach Hause zu bringen. Aber eines musste ich noch tun. Ich fuhr noch mal zu Klaus, das heißt noch mal durch die Stadt und bergauf. Da das Tempo nun aber überhaupt nicht mehr so hoch war, ging alles glatt. Ich kam dann auch zu Hause heil an und legte mich gleich hin.



Radroute 828280 - powered by Bikemap 


So sieht die Grafik dann aus, wenn ihr Java-Script aktiviert habt. Das ist also meine heutige Tour gewesen.

Gruß mit Wadenkrampf
Christoph

Samstag, 12. Februar 2011

Anbaden

Die Sonne weckte mich heute sanft.... Quatsch, Katrin weckte mich heute wieder mit aller Härte. Irgendwann jedoch konnte ich durch einen Spalt der Nachtverdunkelung hindurch in den Himmel schauen. Was sah ich da? Nichts, nur blauer Himmel. Das weckte wieder den Radler in mir und ich wollte nach dem Frühstück gleich los. Anfangs jedoch besuchte ich mit Katrin jedoch noch unseren Klaus. Da ich schon auf der Ecke war, fuhr ich durch den Kellerswald in Richtung Brodhagen. Hier im Wald war es sehr kalt und der Boden war ordentlich gefroren. Später auf der Dorfstraße, kurz vor Brodhagen, kam extrem kalter Wind dazu. Die Sonne half da wenig weiter. Da musste ich mal wieder umrüsten. Gesichtschutz wieder rausgekramt und einen guten Schluck heißen Tee genommen. Weiter ging es mit Ziel "unbekannt". So recht konnte ich mich nicht entscheiden wohin mich der Wind heute treiben sollte. Was mich jedoch neugierig machte, war schon die Ostsee. Die wollte ich heute bei Sonnenschein und Wind schon sehen.
Erstmal wollte ich Kilometer machen. Das heißt Umwege waren heute kein Problem und Zeit hatte ich auch. Ob meine letzte Erkältung mich entkräftet hatte, würde ich spätestens in einer Stunde merken. 
Ich fuhr also viel Straßen- und Radwegkilometer. Von Vorder Bollhagen ging es den neuen Radweg nach Hinter Bollhagen und dann über den "Millionenhügel" weiter nach Wittenbeck. Hier stieß ich auf den Weg der von der "Nassen Ecke" zur Ostsee führt. Begegnungen der anderen Art hatte ich diesmal mit Rennradfahren. Kein Gruß, nur ein Blick der Strafung traf mich. Wiso? Rasiere ich mir etwa die Beine? Fahre ich mit bunten und hautengen Anzügen durch die Gegend und kaufe mir mein Essen in der Apotheke? Hab ich Angst vor Dreck oder die? Ich hätte denen am liebsten nen schönen Witz erzählt, kannte wieder mal keinen so auf die Schnelle.
So langsam näherte ich mich der Ostsee und dem Punkt in der Nähe Wittenbecks, wo ich meiner Frau mal den Heiratsantrag gemacht habe. Jetzt begann die Zeit der Fußgänger"jagd". Da waren wieder die "Alten" unterwegs, die meinten das der Radweg ihnen ganz allein gehört. Trotz mich bemerkbarmachens kam wieder mal Gebrubbel hinterher. Die junge Gesellschaft machte Platz und erwiederte meine Bedankung mit positiven Bemerkungen. Warum diese Unzufriedenheit der Rentner? Weiß nich.... und da sag bitte noch einer, die Jugend sei ungezogen.
Nach meiner Fotosession im Wald vor Heiligendamm (also einer kleinen Pause) setzte ich meine Reise fort. Es wartete der Strand von Heiligendamm auf mich. Mit einem Spurt raste ich über den Strand. Nass und tief präsentierte er sich mir. Eine tolle Perspektive hatte ich hier in Richtung Ostsee und ich stellte mein Rad in Position. Tolles Foto.
Nun fuhr ich durch den Großen Wohld in Richtung Doberan zurück. Hier schien die Sonne in den Wald und taute den Boden richtig auf. Das was ich an anderen Orten so vermisste, hatte ich nun in doppelter Menge. Wasser und Modder in rauhen Mengen - geil. Jetzt ließ ich nochmal den Puls in die Höhe schnellen. Bei tollem Wetter hatte ich am Ende 31 Kilometer auf der Uhr. Alles in allem ein toller Trainingstag und nun ich warte auf den nächsten Schnee und auf meine Bestellung bei "rose.de". Das wird auch wieder Freude bereiten.
Gruß vom Alleintrainierer Christoph

Samstag, 29. Januar 2011

Comeback in 2011

Endlich ist es wieder soweit. Die erste Tour im Jahre 2011 nach langem hin und her. Eine Zeit des Wartens ist vorbei. Immer wieder hatte ich mir vorgenommen meine Runden mit den neuen Bauteilen am Bike zu drehen, doch das Wetter machte meinem Gemüt zu schaffen. 
Trotz der heute winterlichen Temperaturen um die -2° fühlte es sich an als sei es Frühjahr. Überall machte sich buntes Treiben breit, besonders bei den Bewohnern im Wald. Zwitschern und Tirilieren überall. Überall im Wald schaute die Sonne durch die Baumwipfel hindurch und verbreitete eine mystische bis freundliche Atmosphäre. Wenn der Boden nicht so durchgefroren wäre, käme einem schon der Gedanke das es März sei, doch dem ist leider nicht so. Auf diese Tage müssen wir noch ein paar Wochen warten.
Mein Tee im Rücken wärmte mich sehr und mit flotter Geschwindigkeit zog ich meine Bahn so gut es ging. Es sollte für mich eine kleine Einführungstour werden und eine Vorbereitung auf neue Touren sein, denn für den Sommer haben wir große Routen geplant. Zum anderen wollte ich meine neuen Teile testen. Zum Geburtsttag hatte ich mir Geld gewünscht und dies sinnvoll am Rad verbaut. Ich hoffe man kann die schwarze XT-Kurbelgarnitur, die Yumeya-Kette und die 9-fach Kassette gut erkennen. Diese Teile sind einfach top und hiermit bedanke ich mich nochmals bei allen Spendern.
Jedenfalls machte es von Anfang an Spaß mit dem neuen Gerät zu "arbeiten". Die Leichtigkeit der Kurbel bestätigte sich sofort. Schaltung präzise mit eingebautem Spaßfaktor.
Leider war heute nicht viel mit Staub oder Modder. Hart gefrorener Boden mit den Hinterlassenschaften aller Tiere war heute angesagt. Ein Schlammloch hätte mich fast zum Sturz gebracht. Es ist ein Schlammloch welches selbst im Sommer kaum austrocknet. Das Eis dieser Pfütze schon seit Tagen zerborsten und in ihr Wasser bis zum Anschlag. Leider war ich zum anhalten zu schnell und so entschied ich mich für einen "Bunny-Hopp". Ohne Schanze das Rad durch die Luft wirbeln und einfach drüber fliegen. Das klingt so, als wenn man sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann. Und ich sag Euch: "Das funktioniert wirklich". Doch ich hätte heute vielleicht noch etwas üben sollen, denn so ganz hat es dann doch nicht geklappt. Leider war ich beim Sprung etwas zu langsam, so dass ich mit dem Hinterrad den Rest der "Eislandschaft" zerstörte. Wasser und Eisplitter flogen durch die Luft, ich war auf der anderen Seite und es war glücklicher Weise nichts passiert.
Irgendwann hab ich noch den letzten Schnee gesehen (sofern er denn der letzte Schnee sein wird). Dann war endlich die Zeit für die Heimreise gekommen. Schnell ging es vorran, denn auf mich wartete eine heiße Dusche.

Ein Sandsteinjäger in Bestform

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Fischers Fritze oder des Karpfens Schleudertrauma

Wie jedes Jahr war nun wieder die Zeit gekommen den alljährlichen Festtagskarpfen vom Fischer zu holen. Das Versprechen meiner Katrin blieb diesmal jedoch aus. Wir zwei wollten jedes Jahr den Karpfen mit dem Rad holen. In diesem Jahr hatte sie wohl Bedenken gegenüber der zugeschneiten Wege und wie Recht sie hatte. Ich zog also am Vormittag (gegen 12.00 !!!) los, um unsere Festtagsnahrung zu jagen oder besser nur zu sammeln. Jagen werden andere vor Ort. Ersteinmal musste ich auf der Straße fahren. Hier war es zwar etwas unsicher aber man konnte hier besser fahren als auf den ungeräumten Bürgersteigen. Ich kam dann ganz gut bis zum "Rad- und Wanderweg", welcher mich nach Hütten führen sollte. Normalerweise führt dieser Weg schnurgerade an der Wohnbebauung vorbei. Der begehbare Teil dieses 2,50 Meter breiten Radweges verlief in einer prächtigen Schlangenlinie und war nur noch 30 bis 50 cm breit. Mit großer Mühe kämpfte ich mich diese Huckelpiste entlang und hoffte auf ein schnelles Ende. Doch es kam schlimmer: Der Weg war zu Ende. Nur ein paar Fußspuren zeugten von den Versuchen hier hindurch zu kommen. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Plötzlich sah ich über diese Schneewehen jemanden mit seinen Langlaufski. Sagen wir mal es war mehr ein Versuch dort zu fahren. Also entschloss ich mich kurzum den Acker zu benutzen. Hier fuhr ich auf jeden Fall besser. Der Schnee lag hier zwar auch sehr hoch, jedoch gab es hier keine Verwehungen. Ich musste natürlich auch hier in einem von Menschenfuß geschaffenen Pfad entlang schleichen. Ich hatte es aber irgendwann geschafft auf den Hauptweg zum Bauerngehöfft zu kommen. Dieser tolle Bauer hatte hier eine Winterstraße geschaffen wie man sie sich als Autofahrer wünscht. Kein Salz, kein Matsch aber dennoch breit und super zum fahren. Hier konnte ich dann auch endlich loslegen. Jetzt wurde mir richtig warm. Angekommen beim Fischer im Hütter Wohld steckte ich mein Bike in den Schnee (Fahrradständer gabs ja nicht mehr) und suchte mir einen Todeskandidaten aus. Bepackt mit 1,5 Kilo Frischfleisch juckelte ich nun noch mal durch den Wald, denn jetzt einfach nur nach Hause wollte ich noch nicht. Also zeigte ich dem toten Genossen noch einmal die schöne kalte Welt. Ja kalt war es wirklich. Als ich losfuhr standen -11°C an der Anzeigetafel, aber ich empfand es nicht so schlimm. Gut eingepackt machte ich mich ans Werk und durchkämmte den Hütter Wohld. Fast angekommen an der Lieblingsrodelbahn so mancher Kinder aus der Gegend hörte ich sie schon kreischen (die Kinder). So kehrte ich noch mal kurz um und fuhr ungesehen zum Startplatz der Schreihälse. Die zwei machten ein Gesicht als hätten sie noch nie ein Fahrrad gesehen. In Ruhe stellte ich meinen Sattel tiefer und ließ meinen Gegner losfahren. Hinab ging es dann mit Volldampf dem Schlittenkind hinterher. Ich muss ehrlich gestehen, so schnell war der Schlitten dann doch nicht. Dem Karpfen war wohl auch ordentlich übel geworden, es gab noch mal ein kleines zucken von ihm und dann war Ruhe. 
Leider war es nicht die tolle Radtour geworden. Immer wieder musste ich absteigen oder wurde abgestiegen. Sobald der kleine Trampelpfad von mir verlassen wurde ging es in den Tiefschnee und von dort ging es meistens nicht weiter. Eigentlich wollte ich wieder die Wiese runterfahren. Doch hier war der Schnee so tief, dass es mir nicht mal gelang normal auf das Rad zu steigen und ein Stück zu fahren. Nach den Versuchen schaute in die Ferne und die Sonne schickte ihre Strahlen zur Erde, nur nicht zu dem Punkt wo ich gerade stand. Also ein Stück zurück und den Pilgerweg hinauf. So kam ich auch nach Althof. Dort oben endlich angekommen machte ich ein paar schöne Fotos, verschickte MMS und machte ein kleines Päuschen. So langsam wurden jedoch die Fußspitzen kalt. Ich nahm meinen Kumpel wieder auf die Schulter und dann ging es schnell hinab mit tiefem Sattel in Richtung Althof. Der Weg war hier nicht so schlecht wie eigentlich gedacht, jedoch kam ich nicht so recht in Schwung. Ich folgte dem Weg der ebenfalls nur schulterbreit war hinab ins Tal. Kurz vor dem Schafbauern verließ ich in unaufmerksamer Weise den Weg um ein paar Zentimeter und fuhr in ein paar Fußstapfen hinein. Bei dieser Geschwindigkeit kann das böse enden. Tja, das dachte ich noch und dann hob sich das Hinterrad langsam an. Trotz blitzartiger Gewichtsverlagerung und einer Vollbremsung ließ sich jetzt nicht mehr viel machen. Das Vorderrad steckte tief im Schnee. Jetzt drückte ich mich selbst zur Seite weg, um nicht direkt über den Lenker zu gehen. Zack. Der Karpfen und ich rutschten noch zwei Meter durch den Schnee. Das blöken der Schafe hatte ich dabei völlig überhört, nein ich hatte es ignoriert. Ich schaute mich um. Keiner hatte es gesehen. Apputzen, aufsitzen ohne nach dem Karpfen zu schauen. Der sollte jetzt wirklich tot sein. Zumindest hatte er sich noch eine Gehirnerschütterung geholt. Ohne weitere Umwege zog es mich gen Heimat und ich war froh endlich wieder in der Wohnung zu sein. 

Ich wünsche Euch allen (Katrin natürlich auch) einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gruß Christoph

Montag, 6. Dezember 2010

Eiszeit

Endlich hat der Tag begonnen an dem ich wieder mit dem Team fahren werde. Dazu Schnee und frostige Temperaturen die mich heute erwarten werden (Heute = 03.Dezember). Der Weg zum Treffpunkt war katastrophal. Eine Mischung von Amateur-Loipe, Schlittenreitern und Hundefreunden machten mir die Fahrt mehr als schwer. Doch um so näher ich dem Startpunkt kam, desto besser wurde der Weg. Ich spürte den eisigen frostigen Wind im Gesicht. Meine Maske tat ihren Dienst genauso wie der warme Tee auf dem Rücken. Mir ging es also sehr gut und ich freute mich auf den Rest des Teams, doch ich wurde enttäuscht. Am Treffpunkt wartend machte ich einige Wintersportler aus, die in den Hütter Wohld fuhren, doch der Ärger kam. 2 Mann des letzten Restes hatten abgesagt. Angst vor Schnee? Ich machte mich also allein auf den Weg und änderte kurzum meine Route. Ich wollte schnelle Abfahrten, doch dies erforderte lange Anfahrtswege über verschneite Wege. Die nahm ich heute in Kauf, musste mich aber ins Zeug legen da Katrin zu Hause mit einem leckerem Rippenbraten wartete. Also ging es mit schnellen Pedalumdrehungen zu den ersten Hügeln. Ab dort begann das Schieben. Ich stapfte durch den Schnee. Fahren war hier abseits der Hauptwege so gut wie unmöglich. Oben angekommen dachte ich über die erste Abfahrt nach wie sie sein wird. Wird es Komplikationen geben? Mit Spaß, Schwung und Vorsicht stürzte ich mich hinunter. Dieser kleine Trail hat es im Sommer wegen seiner Wurzelpassagen in sich und ist mit Vorsicht zu genießen. Doch heute hatte ich keine Schwierigkeiten. Etwas abseits konnte ich neben der gedachten Wegeslinie abfahren. Der Schnee staubte, flog durch die Luft und mir ins Gesicht. Mit einem Lächeln und einem lauten "Huuuuiiiiii" kam ich unten an. Verdutzt schauten mich zwei Parkbänkler an als hätten sie noch nie ein Bike im Schnee gesehen. Schön blöd. Weiter ging es in Richtung Althof mit seiner tollen Wiese. Doch vorher bekam ich immer wieder die Langläufer in meinen Blick und dann waren sie wieder verschwunden. Sie waren in der Phase, in der ich schieben musste, einfach zu schnell für mich. 

Die zwei waren jetzt mein Ziel. Ich wollte sie noch vor der Wiese einholen. Immer wieder hatte ich mit den Spuren im Schnee zu kämpfen, fuhr in Schneewehen und verlor wieder an Zeit. Die Hügel lief ich dann hinauf, denn ich bekam auch kalte Füße. Irgendwann hatte ich sie endlich während meiner Fahrt überholen können. Kurz kamen wir ins Gespräch. Die beiden älteren Erdenbürger mit ihrer Randsportart freuten sich das der Radsport selbst im Winter nicht ausstirbt und machten mir Mut für die weitere Strecke. Jetzt kam die Sonne raus und zeigte ihr breites Lächeln. Es war kein Lachen mehr, es war schon ein tiefes Grinsen. Ich hatte nun die Wiese erreicht und schoss noch ein paar Fotos. Nun ging es neben einer tiefen Loipe hinab ins "Tal". Der Spaßfaktor war wieder gestiegen und ich hatte mir gewünscht das mich hier jemand sehen könnte. Auf der Straße nach Hohenfelde kam ich wieder in Fahrt. Auf der frisch geräumten Straße zog ich zum Radweg nach Hohenfelde. Selbst der Radweg war befreit vom hohen Schnee, wurde aber langsam von Schnee und Wind wieder in die Natur integriert. Es sah aus als wenn der Schnee sich in den Weg hinein frisst. Mit schönen Abfahrten ging es dann in Richtung Bademühle. Dort fuhr ich wieder nach Stülow und von dort auf die Höhen Glashagen. Hier erwartete mich die lange Wiese, die sehr gern als Rodelberg genutzt wird, jedoch diesmal nicht so wie ich gedacht. Im Tiefschnee kam ich auf der originalen und alten Strecke nicht so recht in Fahrt. Die Schlittenspuren zeigten mir während der Fahrt die wahre Startlinie der Rodler. In der Mitte der eigentlichen Abfahrt geht es links steil bergauf bzw. bergab. Je nach Art des Betrachters. Sollte ich da hoch? Nur zum Spass? Einfach mal runterdonnern? Und ob. Ich schob im tiefen Schnee zwischen all den Schlittenspuren mein Bike hinauf. Bei Puls 150 war ich angelangt. Erstmal eine kleine Pause obwohl die Zehen wieder mal kalt wurden. Dann wurde der Sattel richtig tief gestellt, um das Gewicht nach hinten zu verlagern. Wie auf einem Downhillbike ging es hinab. Ohne treten einfach durch den Tiefschnee donnern. Ich fand es toll und wollte gleich nochmal, doch ich musste nun weiter. Die nächsten Hügel warteten auf mich. Sei es zum Schieben oder zum hinabfahren. 
Heute stand der Spaß und ein paar Fotos im Vordergrund. Solch Mischung von Sonne und Schnee erleben wir ja ganz selten und das zum Wochenende an dem man nach Lust und Laune wieder Kind sein kann.

Viele liebe Grüße
Christoph im Schnee

Samstag, 27. November 2010

Winterland

Heute morgen erwachte ich mit einem Wunsch: Hatte es über Nacht geschneit? Kann ich heute meine erste Winterlandtour im Schnee vollbringen? Mein Wunsch wurde war. Bei Minusgraden knapp unter Null fielen weiße Sterne vom Himmel und legten sich in die Natur. Alles war weiß und wunderschön. Die Sonne erhellte den Himmel und spiegelte sich im Schnee wieder. Auf meiner kurzen Tour kam der Spaß nicht zu kurz. Ich fuhr durch die "Wiesen" in Richtung Quellholz und durchquerte diesen kleinen Wald. Hier machte mir das gefrorene Laub unter dem Schnee etwas zu schaffen, denn die Erdschicht unter dem knisterndem Laub war sehr matschig. Der Grip an den Reifen reichte aber dennoch aus, um quer durch den Wald zu fahren und keine Angst haben zu müssen. In der MTS-Siedlung bekam ich aber dann das worauf ich keine Lust heute hatte. Ich versackte in einer Bagger-Spur an der Baustelle und beschmierte mein Rad mit einem Gemisch aus Erde und Lehm. Wirklich lecker. Es ging dann weiter in Richtung "Bademühle" und dann die Straße nach Stülow entlang. Hier traf ich zwei Gestalten von denen man meinen könnte, dass sie nicht mehr ganz allein sind. Aber um diese Zeit? Sie gingen die Straße entlang und konnten sich nicht entscheiden ob die linke oder rechte Seite des Plattenwegs glatter ist. Ich wechselte darauf hin immer wieder meine Spur, um an den zweien vorbei zu kommen. Und dann wechselten sie wieder die Spur. Als ich dann auf 20 Meter herangekommen war, waren beide Spuren besetzt und ich entschied mich für die goldene "weiße" Mitte. Hier knirschte und knisterte der Schnee. Sie bemerkten mich endlich und ließen mich mit den Worten "ganz schön glatt hier" passieren. Ganz schön glatt? Nach meiner Bremsprobe konnte ich dies nicht jedoch bestätigen. Es zog mich weiter durch Stülow in Richtung Glashagen. Von dort wollte ich dann endlich mal im Schnee den Berg hinab ins Quellental fahren. Wild zog ich meine Spur über den Abhang, um meine Anwesenheit im Schnee zu hinterlassen. Es war eine tolle "staubige" Abfahrt. Der Schnee hing sich an alle möglichen Teile fest. Ich ließ es richtig krachen, obwohl ich nicht die hohe Geschwindigkeit erreichen konnte. Der Schnee und die Wiese bremsten ein wenig ab. Aber es hat gereicht. Eine kleine Fotopause legte ich an der Quelle ein. Mein warmer Tee den ich in der Getränkeflasche hatte war nun schon kühl. Nicht mal mehr warme Gedanken konnte man sich machen. Weiterfahren und warm bleiben.
Von hier ging es dann den Teufelsberg hinauf, wo ich schon im Sommer meine Schwierigkeiten habe. Von daher hab ich mich gar nicht angestrengt, um mich hier hinauf zu quälen. Ich schob also den Hügel hinauf. Nach einer kurzen Rundumsicht bei Sonnenschein lockten mich die nächsten Abfahrten um so mehr. Doch was kam mir da entgegen? Die beiden Typen von vorhin schlichen durch den Schnee und waren ganz mit sich selbst und der glatten Umgebung beschäftigt. Haben die sich auch noch verlaufen? Als ich dann an den beiden vorbei fuhr enstand einer kleiner Dialog: "Immer noch ganz schön glatt hier", Ich: "Iss klar, glatt ...."  Das Winterland hat sie wohl doch überrascht als sie mit ein paar Promille von der Feier kamen. 
Jetzt ging es wieder an der "Bademühle" vorbei zum Quellholz. In der MTS-Siedlung wollte ich nochmal den Rodelberg fahren. Ich tat es mit Eifer und es machte riesigen Spaß mit 30 km/h durch den Schnee zu krachen. Es war nur leises Knacken des Schnee zu hören und hin und wieder mal des Krachen einer zerberstenden gefrorenen Pfütze. Durch die Gartenanlage ging es weiter zum Bahnhof, dann wieder durch die Wiesen nach Hause.
So kann der Winter bleiben.


Gruß aus dem verschneiten Winterland in Doberan
von einem Sandsteinjäger

Montag, 8. November 2010

Jagd nach Laub

Heute (30.10.2010) zog ich gegen zehn Uhr wieder mir den Kumpels vom MTB Team los, um Spaß in den nassen Wäldern zu suchen. Es ging wie immer los an unserem Treffpunkt in Parkentin. Leider waren wir nur 5 Leute. Von daher trennt sich gleich die Spreu vom Weizen, d.h. schnell von langsam. Wenn mehrere Leute dabei sind gibt es einen Vorteil - man ist am Truppende nicht allein. Doch Anfangs ging  heute alles gut. Wir zogen durch unseren Wald der teilweise 5 cm Laubschicht hatte. Was darunter war lies sich immer schwer erraten. Man spürte es nur. Die Woche vorher hatte es ja sehr stark geregnet und der schwere Waldboden tat sein übriges dazu. Auf Tannennadeln mit Stollenreifen zu fahren ist ein graus. Wer es nicht kennt der sollte es mal probieren. Diese Art von Blättern ist kraftraubend. Dauernd schaut man nach ob man nicht einen Plattfuß hat.
Um so länger wir fuhren, um so größer wurde desöfteren der Abstand zur Fahrerspitzengruppe, doch diesen konnte ich dann vor meterlangen Schlammlöchern wieder wettmachen, da einige steckenblieben oder vorbeischieben mussten. Ich hatte meine Reifenwahl fürs Gelände heute gut gewählt. Vorn Fat Albert und hinten Nobby Nic. Der Breite Nobby bietet immer guten Vortrieb und der Fat Albert hält in allen Belangen immer treu seine Spur und gräbt sich auch mal in schlammige Löcher ein, um das Bike treu in der Spur zu halten. Nach den Schlammlöchern reinigt er sich selbst - dafür werde ich dreckig. Die Fahrer mit den Race-Reifen hatten da ihre Probleme. Ich sah aber auch schon nach den ersten Kilometern gut aus. Das war mir jedoch egal. Heute war Spaß angesagt. 
Die Tour ging dann weiter durch die Kühlung in Richtung Bastorf. Die Temperatur war heute ideal. Der Kampf gegen den Waldboden stieg stetig an. So langsam schlängelten wir uns über neue enge Pfade und dem Ziel Bastorfer Leuchturm immer näher kommend. Geschafft - als sehr dreckige Biker, kurz Schweine, traten wir in das Café. Vorher putzten wir uns natürlich ab und nahmen dann, unter Aufsicht der anderen Gäste, unsere Plätze ein. Wir bestellten Kuchen und Getränke die sehr viel Kohlenhydrate enthielten. Unser Bio-Student half bei den wichtigsten Entscheidungen in Sachen Biomasse und Verbrennung. Nach der Nahrungsaufnahme und der Entscheidung in welche Richtung gefahren wird, packten wir unsere Sachen und verließen das Lokal. Natürlich wurde hinter uns gleich gefegt und gewischt. Wir hinterließen aber dennoch einen "sauberen" Eindruck. Nun ging es in Richtung Kühlungsborn und dann in Richtung Heiligendamm. Jetzt sollte ich vorfahren da ich immer wieder zurückgefallen war und das Tempo nicht halten konnte. Zu langsam wollte ich auch nicht fahren und richtete mich auf ca. 20 km/h ein. 66 Kurbelumdrehungen brauchte ich für eine angenehme Kraftübersetzung. Das sollte erstmal reichen. Doch nach dem Pfützenspringen kurz vor Heiligendamm verließen mich meine Kräfte entgültig. Die Wadenkrämpfe hatte zwar nachgelassen, aber Krämpfe in den Oberschenkeln machten sich bemerkbar. Die Beine wurden schwer, schwerer, noch schwerer. Irgendwann funktionierte ich nur noch. Das Gel was mir noch angeboten wurden lehnte ich dennoch ab. Ich musste es so schaffen. Irgendwann kam dann Doberan in Sicht und die letzten, aber auch wirklich allerletzten Kraftreserven wurden mobilisiert. Nach 62 Kilometern und 600 Höhenmetern schleppte ich mich mit meinem treuen Gefährten und knappen 50 Kilo Dreck auf den Hof. Ich war fix und fertig. Jetzt noch schnell mein Bike waschen und dann ab auf die Couch.

Gute Nacht,
Euer Sandsteinjäger

Dienstag, 26. Oktober 2010

Als Leader durch den Wald


An den letzten Wochenenden trafen sich die MTB Gemeinde bei schönstem Wetter zu einer kleinen Tour durch den Hütter Wohld. Eine kleine Tour mit 36 Kilometern Waldpiste wohlgemerkt! Die "Neuen" waren noch etwas langsamer. Daher hatten wir desöfteren längere Pausen für uns. Die Zeit nutzten wir für Fotos und langen Gesprächen. Für alle Beteiligten war es eine klasse Tour. Ich hatte den Jungs so einiges gezeigt was wir hier im Wald doch an Trails haben. Nächsten Tag jedoch ging es am späten Nachmittag für die Sandsteinjäger nochmal los. Eine kleine Sonntagspätnachmittagerholungsrunde über die Dörfer mit kleinem Endspurt durch den Wohld. Selbst hier hatten Katrin und Gitti mit ihren Citykraxlern riesigen Spaß. Und das in einem Wald, der an einigen Stellen mystisch aussieht und viel zu bieten hat. Jetzt wo die Blätter den Erdboden bedecken und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch die Bäume huschen, wird es auch wieder ein wenig heller. Kühle Athmosphäre im Wald, doch in uns lachte das Bikerherz. Katrin und Gitti tourten mir brav hinterher. Doch die Zeit ist nun vorbei. In 4 kleinen Waldtouren tourte ich als Waldführer mit der MTB Gemeinde durch unsere Wälder. Doch nun schleicht sich doch langsam die kalte, dunkle und feuchte Jahreszeit ein und es fehlt teilweise die Lust. Die Lust? Die Sonne wärmt nicht mehr richtig und bei der Kälte zieht man sich etwas dicker an und dies ist störend: 1. Zudem müssen mehr Sachen gewaschen werden, 2. Die Klamotten sind etwas hinderlicher an den Beinen. Zwar geh ich nicht zum Tanz oder zur Aerobic-Stunde, aber dennoch sollte man auf dem Rad etwas beweglicher bleiben. Es gibt Fahrten bei denen ich mich ziemlich bekloppt anziehe. Lange Radhose und dann einen weite kurze drüber, welche die Oberschenkel etwas wärmt. Es muss aber echt bescheuert aussehen. Davon habe ich komischer Weise kein Foto für meine (unsere) lieben Leser.  Hoffentlich kommt bald der erste Schnee, dann kann ich wieder die Rodelbahn runter düsen und kleine Kinder erschrecken. Doch jetzt am Wochenende steht hier in Bad Doberan ein MTB Rennen an. Ich stehe jetzt zwischen Baum und Borke ob ich hier mitmache. Da sollt ich mich aber bis Donnerstag entscheiden. Da treten zwischen den Hobbyfahrern auch Lizenzfahrer an und ob das meine Liga ist, dass weiß ich nicht so genau. Obwohl mitmachen ja die Hauptsache ist. Soll ich mich trotzdem so verbraten lassen? Nein verheizen ist wohl das bessere Wort, aber einfach mitmachen....? Ja das wärs. Mal sehen was sich in den nächsten zwei Tagen so ergibt.

Euer Sandsteinjäger Christoph


Freitag, 8. Oktober 2010

Wo ist der Sommer?

Ja, wo ist dieser denn geblieben. Verkrochen hat er sich. Statt das die Sonne lacht, hat Petrus das Wasser wieder laufen lassen. Und das über mehrere Tage hinweg. Ach was Rede ich: Wochen. So sahen ich und mein treuer Gefährte dann auch manchmal aus. Es war mir von Anfang an auch egal wie der Wald von innen aussieht. Hauptsache die Konsistenz des Waldbodens stimmt und der Grip ist super.
Neue Routen konnte ich mir zusammenstellen, nachdem ich eine Woche zuvor schon mit ein paar anderen Leuten wieder durch den Wald geradelt war. Der Regen von den vorhergehenden Tagen tat natürlich sein Bestes. Wurzeln wurden so rutschig, dass ich Bekanntschaft mit dem Erdboden machen musste. Schön ging es über den Lenker. Fast wie in Zeitlupe lösten sich meine Klicks an den Schuhen aus den Pedalen während ich schon mit den Gedanken an meine unsanfte Landung war. Nichts passiert und weiter ging es. Es war eine Tour von 30 km bergauf und bergab, Pfützen, Modder und Schlamm. Herrlich. Nun war der Boden nicht mehr so hart wie im Sommer, der eh keiner war.
Natürlich war Katrin nicht so begeistert das ich Touren mit dem MTB Team MV mache. Die versprochene Rerikfahrt wollte sie unbedingt einhalten und so kam es auch das wir beide eine Tagestour nach einer regnerischen Woche unternahmen. Es ging wie immer durch die Kühlung. Da ich wusste das ich mich nicht in eine Gaststätte setzen werde, fuhr ich etwas "rücksichtsvoller" durch den Wald. Und der war lang, sehr lang sogar. Los gehts ja hinter Reddelich. Hier beginnt der Wald gleich mit ner tollen Abfahrt. Hier tobten wir an ein paar Pilzsuchern vorbei. Der Windsog zog denen die Pilze aus dem Korb und den Wegedreck auf meine Sachen. Die Abfahrt hinter dem Klonstein trieb mir den Angstschweiß in die Hose. Es ging Abwärts mit knapp 45 km/h. Leichte Spurrinnen links und rechts die sich immer verschnitten hatten. Ich fuhr links. Die Spur wurde immer ruppiger. Plötzlich wurde diese tiefer und eine zweite Spur führte in diese hinein. Ich dachte an Bremsen und tat dies achtern. Durch den welligen Boden stand jedoch mein Hinterrad immer wieder kurz in der Luft und neigte beim bremsen schnell zum blockieren. Ich hatte Angst hier durch die Luft zu gehen. Nun hielt ich das Rad noch starr fest, stellte mich etwas auf die Pedale um Druck nach hinten zu bringen und spannte den Körper so an, dass das Rad und ich nur noch "eins" waren. Ja, wir waren eins. Eng verschmolzen mit dem Aluminium zeigte ich meinem Bike nur durch leichtes Wippen des Oberkörpers die Richtung. Es fuhr mit mir immer weiter bergab. Ich hatte es im Griff. Zuerst ein wildes Pferd und nun gezähmt. Wir fuhren auf etwas zu. Es hatte die Größe eines Gartenteiches mit 8 Metern Durchmesser. Mein Pferd wollte doch jetzt nicht etwa springen? Einen Bunny-Hopp kann ich, aber keine 8 Meter weit. Tief ging es in den Sattel und ich zog nun endlich die Reisleine. Dann gings rechts vorbei mit kleiner Schikane. Geschafft, doch von Katrin nichts zu sehen. Sollte sie es etwas geschafft haben sich in der Fahrrinne zu legen? Nach einer Weile kam sie dann, begutachtete mich und meinte das ich teilweise schon etwas komisch gefahren bin. Weiter ging es dann in Richtung Bützower Keller. Hier hätten wir gleich rechts abfahren sollen und fuhren erstmal geradeaus, um später den tollen Trail zurück zu kommen und dann abzubiegen. Hier konnte ich dann zeigen warum ich Stollen drauf habe und lange Fahrtraining hatte. In Perfektion meisterte ich einige Schwierige Passagen. Mein Rad hingegen wurde schwerer und schwerer. Überall machten sich Modderteile breit. Ich fand das es toll aussah. Katrin indes nahm bei Abfahrten die andere Spur oder fuhr sehr weit hinter mir, denn die Stücken lösten sich schnell von den Reifen. Selbstreinigung nennt sich das. Der Spaß hörte jedoch vor Rerik wieder auf. Lange Pause, lange nichts - Zeit zum erholen. Zurück ging es dann über Kühlungsborn und Heiligendamm. Hier lagen in den Wäldern noch sehr stark vertreten die Überreste von Petrus seinen Machenschaften. Mit Geschick und Übung durchfuhr ich die Meisten. Ich wollte Spaß.
3 Wochen später startete ich jedoch die Tour in ähnlicher Form mit einem Mitstreiter der MTB Bewegung. Wir erkundeteten neue Wege in unserem Wald, von dem wir meinen ihn schon zu kennen. Jetzt langsam kann man sich ein genaues Bild machen. Am Abend hatten wir nach 4,5 Stunden Fahrzeit 64 Km auf der Uhr. Meine Beine schmerzten sehr und mir wurde auf der Tour des öfteren gesagt, dass dies mein Alter sei und nicht das Rad, das Wetter oder sonstiges. Zugegeben es war so. Morgen steig ich wieder ein. Eine Tour von knapp 25 Km steht bevor bei ca. 15°C und Sonnenschein.


Ein Sandsteinjäger

Montag, 16. August 2010

Nachbericht Sommer 2010

Wie versprochen möchte ich Euch einen kleinen Nachbericht liefern, der unsere kleine Unternehmung in der Sächsischen Schweiz betrifft. Leider ging dieser wundervolle Urlaubseinsatz viel zu schnell zu Ende. Die Verletzung von Katrin hatte uns zwar psychisch und physisch kurz nach hinten geworfen, wussten aber damit umzugehen. Trotz des Umstandes haben wir trotzdem viele Kilometer geschafft und auch die Höhenmeter hatten so einiges zu bieten. Sicherlich war es teilweise sehr warm zu der Zeit, was uns aber nicht daran halten sollte unsere eigenen Prüfungen zu bestehen. Wir hatten einen Auftrag.
Wieder einmal hatten wir mit dem Wetter sehr viel Glück. Zwar warfen uns die Temperaturen der Tage von über 30°C für einen Tag nach hinten, konnten dies aber nach dem Ruhetag wieder ausmerzen. Viele neue Wege und alt bekanntes haben wir erreicht und aufgeklärt, so dass wir am Ende auf 361 Kilometer gekommen sind. Hinzu kamen auch noch etliche Höhenmeter die ich jetzt ausrechnen werde.

Und jetzt hat uns seit Wochen der normale Rhythmus des Alltags wieder. Nun kann ich wieder weiterhin mit Wald-Kilometern dienen und muss diese aber fast immer allein bewältigen. Zudem regnet es seit Wochen. Die Sonne haben wir schon lange nicht mehr den ganzen Tag gesehen. Hin und wieder wage ich mich dann mal in den Wald, um die Konsistenz der Waldböden zu testen. So langsam sammeln sich in einigen Bereichen schlammige Löcher und ich kann nur sagen: "sehr empfehlenswert". Der Boden ist nun mit Himmelsflüssigkeit so getränkt, dass es sich in einigen Bereichen anfühlt als habe man einen Platten. Es gibt einfach keinen Vortrieb am Rad. Abwärts sei dann immer vorsicht geboten, denn böse Schlammlöcher stellen sich mir öfters in Weg und lassen mich nicht vorbei. So bin ich gezwungen hindurchzufahren. Von Aquaplaning kann ich nicht mehr reden, ich nenne es Dirtplaning (sprich: "Dörtplänning", Übersetzt: Schmutzglätte). Selbst ein leichtes Querstellen des Lenkers um aus der Gefahrenzone zu schlittern, bringt gar nichts. Schon mal längs in einer Pfütze gelegen? Bis jetzt hatte ich so ziemliches Glück und die Waschmaschine die Arbeit ;-)

Aber nebenbei fanden Katrin und ich auch Zeit für eine lange Cruiserrunde durch die entfernte Gegend um Doberan. Selbst hier gibts Bereiche wo wir noch nie waren. Jedoch werden solch Abendrunden immer weniger werden. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Helligkeit am Abend zwischen den Bäumen ist dementsprechend gut. So werden sich die Touren auf die Wochenenden beschränken und die werden dann durch schlechtes Wetter und Wanderer mit Kind, Kegel und Hund im Hütter Wohld gestört werden. Da muss ich wieder höllisch aufpassen und mich anpöbeln lassen.

Zwei große Einsätze stehen den Sandsteinjägern in diesem Jahr noch bevor. Einer davon soll nach Rerik gehen. Zu dieser Tour werden die Teilnehmer streng getestet und unter die Lupe genommen ob sie für weitere Einsätze geeignet sind. Die erreichten Dienstgrade im Jahre 2006 von Annett und Gitti (Sanitätsoffizier bzw. Feldwebel) müssen unter Beweis gestellt werden.
Die zweite Tour der Aufklärer wird über die Insel Poel gehen.

Gruß
Euer Sandsteinjäger im Traningslager

Dienstag, 13. Juli 2010

Kläusis-Gedächtnis-Tour

Unsere heutige und letzte Tour für das Jahr 2010 begann mit bedecktem Himmel und schwüler Luft. Die Sonne wollte irgendwie - konnte aber nicht. Das sollte uns jedoch nicht hindern eine kurze Tour in Richtung "Neuer Wildenstein", also zum Kuhstall zu unternehmen.
Wir begannen in Bad Schandau und fuhren wieder einmal die Zauke nach Rathmannsdorf hinauf. Statt dann jedoch zur Kohlmühle hinunter zu fahren, bogen wir rechts ab und zogen nach Altendorf. Den Adamsberg ließen wir links liegen, um etwas Kraft zu sparen. Gestern hatten wir diese gewaltig "vergeudet". Man konnte es in den Gelenken oder sogar im Arsch spüren welch Anstrengungen wir in den letzten Tagen hier gehabt haben.
So sei es. Weiter ging es die Straße hinab nach Mittelndorf und dann wieder hinauf nach Lichtenhain. 
In Lichtenhain selbst gab es eine längere Rast mit Blick auf die Affensteine und den anderen Bergen. Jetzt sollte der Spaß wieder beginnen. Wir bogen in die Straße ein, die uns zum Kirnitzschtal bringen sollte. Mit viel Schwung und weniger als in 3 Minuten huschten wir am Bach entlang, der das Becken des Anscheißer-Wasserfalls füllt. Lichtenhainer Wasserfall nennt man diese Spektakel, dass sich viertelstündlich für ein paar Sekunden in die Tiefe schmeißt. Diese künstliche Ding ist nur für Touris die für 10 Minuten aus dem Bus steigen dürfen.
Weiter ging es für uns in Richtung Radweg Kuhstall. Für mich selbst ist es eine Art Bewältigungsprobe. Es sind gute 3 Kilometer mit ungleichmäßigen Anstiegen zwischen 9 und 12 %. Ich hatte diesen Weg schon einmal geschafft. Ich hatte aber auf der Hälfte der Strecke dann auf Katrin gewartet und so also Pause gehabt. Heute aber sollte es geschehen. Ich wollte diesen Weg auf leichtem Schotter bis oben schaffen. Sollte es wirklich gelingen?
Dieser Weg besitzt in den Kurven immer wieder eine Art Steigungsänderung, so dass man hier gewillt war nicht doch noch vom Rad zu springen. Ich wollte mich aber heute nicht selbst besch.... 
Mit klugen Sprüchen zu mir selbst hielt ich die komplette Strecke durch. Das Wasser lief mir sonst wo herunter, aber ich fühlte mich wohl. Von Wadenkrampf war nichts Spüren. Nur der Hintern tat mir ordentlich weh. Die Anstrengung ging in die Oberschenkel unterhalb des Hinternansatzes. Da schon mal nen Krampf bekommen? Zum Glück blieb auch der erspart. In guten 15 Minuten und 42 Sekunden hatte ich die 300 Höhenmeter überwunden bzw. bewältigt. Um Katrin machte ich mir keine Sorgen. Als ich oben gewartet hatte rechnete ich zurück, denn laut Hinweisschild müsste sie 10 Minuten nach mir ankommen. Dort stand nämlich geschrieben "25 Minuten Fußweg" bis zum Kuhstall. So war es dann auch. Ich hätte nun drunterschreiben können: "15 Minuten mit dem Rad". 
Nach der benötigten Ruhepause und Lockerungsübungen der Muskulatur ging es nun wieder hinab. Knapp 3 Minuten auf Schotterpiste sind ziemlich wagemutig, aber dennoch machbar. Hinauf und hinab geht da bestimmt noch etwas. Vielleicht im nächsten Jahr. 
Vom Kuhstall selbst haben wir für Klaus noch etwas mitgebracht. Da er so gern am Kuhstall und am Lichtenhainer Wasserfall war, musste es etwas aus dieser Region sein. Ein Stein, ein Sandstein den Katrin vorab schon ausgemacht hatte, steckte ich mir in den Rucksack. Anfangs erzählte sie mir von dem Stein den sie schon gesehen hatte als wir hinauf fuhren bzw. gingen. Diesen Stein sollte ich also mitnehmen? Gute 4 Kilo wiegt das Teil. Zu dem hatte sie noch zwei andere dabei. Alles schön sortiert und bereitgelegt. Na dann man los. Der Beutel mit den Steinen lag zwar gut im Rucksack, dennoch wünschte ich mir bald zu Hause zu sein. Schon lange hatte ich solch schweren Rucksack nicht mehr auf dem Rücken. Ich dachte an einen Stein, Katrin meinte einen Fels. Egal, der sollte es sein und so fuhr ich mit dem Geröll los, hinab ins Tal von Bad Schandau zum Eis essen und kurz nochmal bummeln gehen. Nebenbei kurze Pause am Kneipp-Becken. Hier konnte ich mich befreien und mich mal wieder gerade machen. Als wir zu Hause waren sah ich die Striemen und ich war froh endlich wieder in der Unterkunft zu sein.
Am Abend fuhren wir zum Abschluss noch einmal zur Liethenmühle und aßen unser Lieblingsessen.
Auch wenn unsere Tour heute nicht so lang sein sollte, bis zum Abend waren es doch wieder 39 Kilometer.

Eure wieder heimkehrenden Sandsteinjäger

P.S. Nachbericht über Kilometer und Höhenmeter folgt und interessiert uns ebenfalls brennend was wir da so hingelegt haben.









Montag, 12. Juli 2010

Höhenrausch und Staub im Nacken

Leider haben wir zu gestern doch keine Videos mehr einstellen können. Diese haben einen leichten Defekt in der Belichtung. Heute haben wir jedoch wieder alles richtig gemacht. Das Timing und Katrins Auswahl der Tour waren perfekt.
Heute war wieder mal eine Zugfahrt angesagt - klimatisiert natürlich. Die Fahrt ging bis zu unserem Ort Amtshainersdorf. Ich glaube hier sind wir schon öfters ausgestiegen. Die Station liegt mitten im Wald und es bedarf schon einer kleinen Reise, um in den eigentlichen Ort zu kommen. Zum Ort selbst wollten wir aber nicht. Es zog uns nur durch eine Eigenheimsiedlung hinauf zu den Hügeln oberhalb des Dorfes Hainersdorf (kurz vor Sebnitz). Hier im Wald beginnt ein auf und ab mit dem Panoramaweg in Richtung Süd-Ost, also der Sonne entgegen. Die Bäume der Wälder halfen uns jedoch die morgentliche Hitze gut zu überstehen. Immer wieder machten wir kurze Stopps. An einer Wiese mit tollem Blick zur Endlerkuppe machten wir unsere Frühstückspause und trockneten die Hemden. Es sollte weitergehen in Richtung Waldhäusl (so heißt hier fast jedes Hotel) und dann weiter über die Grenze nach Tomásov.
In Tomásov angekommen trauten wir unseren Augen nicht. Das was uns das Satellitenbild gezeigt hatte sollte doch Wirklichkeit sein. 4 Häuser und eine Kapelle - nein Kapellchen. Nicht mal größer als eine Garage, mit dem Gestühl von 4 Bänken zu je 2 Sitzplätzen und einem Bild der "Heiligen Maria".  Äußerlich immerhin wie eine Kirche wirkend. Man könnte denken, dass das Haus um das Bild gebaut wurde. Einfach putzig. Irgendwie hatte die Kapelle aber was. So etwas uriges, wie aus nem bösem Film. Ihr wisst was ich meine? Schaut euch das Foto genau an.
Weiter ging es nun durch den tschechischen Wald, den wir nicht so genau kannten. Auf der Karte schlängelte sich ein Weg mit Namen Diebstraße als Abkürzung durch den Wald. In der Karte als Pfad gekennzeichnet nahmen wir diesen in Anspruch. Es war einfach herrlich hier umher zu fahren. Wie gewollt kamen wir auch an unserer Kreuzung wieder raus und dieser Weg brachte uns wieder in Richtung Grenze. 
Jetzt war der Weifberg bereits an den Tafeln ausgeschrieben. Nur noch 10 Minuten Fußweg und unser Ziel sollten wir im dritten Anlauf endlich erreichen. Alle Jahre zuvor waren vergebens. Immer wieder hatten wir es versucht, jedoch hatte uns das Wetter jedesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Noch ein paar Höhenmeter mit dem Rad und wir waren da. Angekommen auf 478 Metern war es neben dem Unger mit 537 Metern der zweithöchste Berg den wir bis jetzt mit den Rädern erreicht haben. Selbst die Bastei muss sich da hinten anstellen. 
Es fehlte nun noch der 36 Meter hohe Aussichtsturm der zu erklimmen war, um einen noch schöneren Ausblick zu haben. Die 173 Stufen meisterte ich trotz der vorhergehenden Strapazen. Es war wunderschön. Von hier aus kann man selbst bei guter Sicht die Ausläufer des Riesengebirges sehen. Luftlinie knappe 100 Kilometer. Nach unserer Mittagspause unterhalb des Turmes fuhren über das Schäferräummicht zur Emmabank, einer weiteren Erhöhung mit schönem Rundumblick und 416 Metern. Jetzt ging es hinab nach Hinterhermsdorf über Wald und Flur. Wir hinterließen nur eine Staubfahne bis wir im Wald dicht bei den "Oberen Schleusen" von Hinterhermsdorf waren. Es ging nun wirklich hinab. Knapp 200 Höhenmeter bis hinab in die Lindigtgründe, auf gleiche Ebene mit der Kirnitzsch. Mit knapp 40 km/h zogen wir ab und es flog der Schotter an den Rädern vorbei. 
Der Kirnitzsch nun folgend fuhren wir immer weiter durch den Nationalpark. An einer Stelle, an der "Unteren Schleuse", konnten wir uns ordentlich erfrischen. Hier sprangen wir in die Fluten, kühlten uns ab und holten uns ein paar Bremsenstiche. Immer weiter ging es an dem Bach entlang. Es ging nur hinunter. Kaum noch Anstrengungen im Tretbereich. Immer hinab ins Tal bis Bad Schandau endlich erreicht war. Wieder war eine Abkühlung fällig. Erst im Tretbecken von Dr. Kneipp und dann in der Mokkabar von Dr. Langnese.
Am Abend war dann wie immer der Besuch der Liethenmühle fällig. Damit standen dann auf dem Tacho 49,1 Kilometer.
Der Tag hat trotz des nicht so hohen Schwierigkeitsgrades doch sehr geschlaucht und sich in die Knochen gesetzt. Wir werden wohl erst morgen entscheiden welche Tour anstehen wird. Jedenfalls soll es wieder ein unvergessliche Tour werden, wie die des heutigen Tages.

Was ich jetzt mache? Es ist jetzt 22.14 und ich sitze auf dem Balkon im dunkeln und schaue verdutzt auf meine Tastatur. Innerlich denke ich aber an die Massenmail die ich mit dem Link der Webseite verschickt habe und bedanke mich bei den jenigen die unsere Touren verfolgen und sich auch mal gemeldet haben. Danke nochmal für die kleine Unterstützung. So macht es Spaß Texte zu verfassen.

Morgen ist leider der letzte Tag für uns hier in Krippen und es war wunderschön. Das Wetter hat mitgespielt und wir hatten super Laune und haben trotz der Hitze immer etwas daraus gemacht und ich geh jetzt ins Bett.

Der noch nicht schlafende Sandsteinjäger.