Samstag, 29. September 2012

Panoramablick und nasse Sachen



Die letzte Tour hatten wir uns als Schmankerl aufgehoben. Etwas mehr Kondition und Zeit war angebracht, aber das alles hatten wir gut eingetaktet. Um 19.30 Uhr waren wir bei unseren Vermietern zum kleinen Umtrunk eingeladen und so kam es, dass ich es nicht mehr geschafft hatte einen Bericht zu schreiben. Dafür kommt dieser nun ausführlich 24 Stunden später.
Die Mädels fanden es auf alle Fälle gut, dass wieder eine, oder sagen wir besser, nur noch eine Tour mit dem Rad statt fand. Nun kamen sie an ihre Leistungsgrenzen des Urlaubs.
Mit dem Rad ging es in die Richtung des Lichtenhainer Wasserfalls. Vorab nutzten Katrin und Gitti noch mal die Fähre mit den Wochenkarten. Nette und ich jagten wieder über die Brücke zum Treffpunkt „Haltestelle Bad Schandau“ der Kirnitzschtalbahn. Hier konnten Nette und ich mal wieder warten, aber es dauerte nicht lange und die andere Hälfte trudelte ein. Nach Lagebesprechung fuhren wir dann hinter der abgefahrenen Bahn hinterher. Langsam aber sicher nahm ich mir vor die Bahn einzuholen. Die anderen blieben indes zurück. An der Ostrauer Mühle hatte ich sie dann in Sicht bekommen, ehe ich sie dann endlich am Forsthaus eingeholt hatte. Es war nun nicht mehr weit bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Wo die Mädels waren weiß ich nicht. Sie hatten mich auch fahren lassen.
Am Wasserfall wartete ich und machte mich erstmal frei. Mir war ordentlich warm geworden.
Nachdem ich dann 15 Minuten gewartet hatte, machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg durch die Talstraße hinauf in Richtung Lichtenhain und dann weiter über einen der vielen Panoramawege die es hier so gibt in Richtung „Hohe Straße“. Das waren dann auf gut 9 Kilometern so ca. 190 Höhenmeter die jetzt zu überwinden waren. Nicht ganz einfach zu bewältigen, aber die Mädels konnten stolz auf sich sein. Das fährt nicht jeder einfach mal so.
Auf der Hohen Straße gab es dann eine ganze kurze Pause. Nette bekam Hunger und wurde leicht aggressiv. Die nächste richtige Raststation kam bald, aber wir konnten nicht sagen ob diese besetzt war. Wie denn auch?
Jetzt begann der leichteste Teil der Tour. Immer eben weg rollten wir gemütlich durch den Wald bis zur schönsten Aussicht auf die Hintere Sächsische Schweiz. Hier machten wir endlich Mittag und Gitti trocknete ihre Kleider im Baum. Ja richtig, ihre Wäsche wurde in den Baum gehängt. Sah komisch aus, aber angeblich hat es geholfen. Gitti musste sich des öfteren trocken legen. Am Lenker trocknete auch ihre Wäsche aus. So sind wir früher als Kinder vom Baden gekommen. Am Lenker hing immer die Badehose.
Nach der langen Pause fuhren wir dann weiter zur nächsten tollen Aussicht. Den Weifberg konnte man schon sehen. Die Mädels dachten das wir sie verkohlen als sie die Entfernung sahen: „Da wollen wir noch hin?“, „so weit?“ – Äh, die Tage vorher nicht genug kriegen und nun kneifen?
Wir fuhren nun in den Wald der uns in Richtung Grenze führte. Einen kleinen Teil nach Tomasov hinauf mussten sie wieder schieben. Es ging aber trotzdem gut voran. Das Highlight in Tomasov selbst, die kleine Kapelle (aus anderen Touren der letzten Jahre bekannt), interessierte aber nicht. Im Gegenteil, sie wollten einfach nur weiter. Es ging durch das Dörfchen hindurch und wieder in den Wald hinein, dann bogen wir ab in Richtung Weifberg. Er ist wegen des Aussichtsturmes sehr beliebt und zieht Menschenmassen an.
Erst einmal ging es mit Schwung hinab in ein kleines Tal, um dann später hinauf zu müssen. Das hat die Natur so gewollt und wir müssen uns fügen. So teilten wir uns auch die Kräfte ein. Es ging super. Auf den Weifberg fuhr ich dann hinauf und ging wieder hinunter. Ich nahm dann Nettes Fahrrad entgegen und brachte es hoch, ging dann wieder runter und holte Gittis und Katrins. „Wenn du jetzt Gentleman wärst, würdest du uns die Räder abnehmen!“. Meinten die etwa ich komme nur zum gucken wieder runter? Ich wollte schon frech fragen wo sie denn endlich bleiben, da wir weiter wollen. Am Ende nahm ich die Räder und schob sie hoch, blieb dann aber plötzlich stehen. Das war dann doch zu viel knapp 45 Kilo hochzuschieben. Pause Pause Pause.
Dann kamen die besagten Menschenmassen aus Tschechien. Ich glaube es waren so um die 18 Leute und laut wie 30 Italienerinnen. Sie waren mit den Rädern teilweise gut bestückt. Ich glaube, dass ich 5 ohne Akku gezählt hatte. Der Rest war bestückt mit Lithium-Ionen. An nem Mountainbike einen Akku. Ich glaub es nicht. Dazu noch die neumodisch 650B Bereifung, welche dann 27,5 Zoll entspricht. Heftig. Da wollte jemand in die Trickkiste greifen, kommt aber den Berg hochgeschoben. Na ja.
Abfahrt – weiter gings.
Ich nahm eine neue Abfahrt über Stock und Stein und hinterließ eine Staubwolke im Wald. Die Mädels fuhren den üblichen Weg bis auf den Schotterweg nach Hinterhermsdorf. Hier trafen wir uns und machten uns auf dem gemeinsamen Weg in Richtung Heimat. Vorab wurde noch Kuchen besorgt den wir dann an einer SB Gaststätte mit Kaffee verspeisten. Wieder hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Weifberg und auf die Wälder die hinter uns lagen. Jetzt ging es mit Schwung hinab in das Kirnitzschtal. Gut 10 Minuten fuhren wir nur bergab. Das war doch wieder mal was.
Jetzt ging es immer weiter an der Kirnitzsch entlang und weiter nach Bad Schandau. Das waren noch knapp 9 Kilometer Luftlinie, aber durch etwas Gefälle macht es die Sache doch einfacher. Kurz vor 6 aßen wir dann im Kurpark deftig und sind dann gegen 7 schnell wieder auf die andere Seite nach Krippen gefahren. Jetzt war es schon dunkel geworden. Mein Licht schaltete schon auf Reserve und ging dann später ganz aus. Schade eigentlich. Jetzt wo man es braucht…
Es wurde sich schnell fertig gemacht und dann begann der Rest des Abends im Partykeller. Wir ließen den Tag noch mal schön ausklingen und zogen nach unseren 59 Kilometern ein Fazit. Geil wars.

Eure Sandsteinjäger

Donnerstag, 27. September 2012

Spätzündung


Heute früh war es soweit. Als wir aufgestanden waren regnete es bereits seit Stunden. Die Wetterkarte hatte also Recht gehabt. Erstmal wurde gefrühstückt. Dabei saß der Wetterfrust etwas tief. Nachdem die Mädels wieder mit dem Rad los wollten und sie es wirklich toll finden so unterwegs zu sein, ist es natürlich eine wahre Freude für uns. Und nun das. Mein Vorschlag war dann heute früh, dass wir den Regen abwarten und dann losmachen. Gegen 10.00 Uhr sollte der Spuk vorbei sein. Es wurde dann anders beschlossen.
Nette und Katrin hatten dann ihren Vorschlag gefunden nach Pirna zu fahren, Gitti wollte in der Bude bleiben und ich dachte mir wenn es aufklaren sollte, dann dreh ich vielleicht noch eine kleine Runde. Ich selbst bin dann etwas müde geworden. Aber was soll ich sagen - Punkt 10.04 Uhr schien die Sonne auf mein Bett und ich dachte: Schön, jetzt könnten wir eigentlich loslegen. Aber egal.
Irgendwann gegen halb zwei trudelten die zwei wieder ein und machten den Vorschlag noch mal eine kleine Runde zu drehen. Hmm, was ist hier an kleinen Runden zu fahren? Mir fiel dann der Zahnsgrund ein der dann in den Wenzelweg mündet. An einer Kreuzung (nahe der Wildwiese beginnt der Nasse Grund. Katrin und ich hatten am Dienstag diesen Weg schon mal gehabt, sind dann aber den Wenzelweg weitergefahren.
Die große Pause, die wir alle dringend nötig hatten, machten wir an der Wildwiese. Dort hatten sich die Förster und Jäger am „Vereinshaus“ versammelt und machten es sich bei Grillwurst und Bier gemütlich. Vorab hatten sie bereits Fährten gelegt, um heute Nacht wohl auf Jagd gehen zu können.
Hier wurde die Gitti mit Handtüchern getupft. Es war warm in der Sonne, man konnte aber im Schatten eine Jacke vertragen. Gut gelaunte 15-18° C hatten wir auf dem Weg hierher. Zudem geht der Weg bis zum Ende des Zahnsgrund nur bergauf, so dass man das Gefühl bekommt es sei wirklich wärmer. Das wir den Scheitelpunkt unserer Tour schon erreicht hatten wussten wir nicht. Mir war es nur bewusst geworden als ich den Forstweg dann mit guten 40 km/h hinunter rollte. Es wurde immer kälter. Kein Sonnenstrahl trifft hier jemals direkt den Boden. Das hier etwas wachsen kann scheint schon unheimlich. Das Thermometer zeigte plötzlich 8,7°C Grad. Ich hatte nur mein kurzes Shirt an. Der kalte Wind der durch das kalte Tal zieht, der Fahrtwind der einem die Haare aufstellen lässt und das Wasser das mit Dreck gemischt durch die Luft wirbelt, machen die Abfahrt keineswegs leicht. Man schreit zwar „oh toll“, aber man möchte zum anderen schnell unten sein. Als ich dann unten war bedauerte ich es sehr, dass es schon vorbei war. Irgendwie komisch.
Wir alle trafen uns unten am Parkplatz und entschieden dann zum Lichtenhainer Wasserfall zu fahren. Den mussten wir doch noch mal sehen. Vielleicht gibt es ihn bald nicht mehr. Man war das früher voll hier. Und nun? Kaum eine Menschseele. Hin und wieder kommen Wanderer des Weges, verweilen kurz (aber ganz kurz) und marschieren dann weiter. Wir indes meinten auch weiterzufahren, peilten Bad Schandau an und machten uns auf die 7 Kilometer Reise die uns noch bevor stand. Für Katrin und Gitti, die noch einen Tisch bestellen wollten, ging die Reise dann mit der Fähre nach Krippen. Nette und ich nutzten die Sporteinheit und fuhren über die Brücke und waren natürlich eher wieder zu Hause.
Trotz der verspäteten Nachmittagtour sind wir auf 25 Kilometer gekommen.
 
Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 26. September 2012

Zu Besuch beim Felsenorakel

Was es mit diesem „Felsenorakel“ auf sich hat erzähle ich etwas später. Vorab begann der Morgen mit Warten auf Brötchen, Kleckereien am Frühstückstisch und ein kleines Muffelgesicht. Es ging heute zur Bastei und da wir an den Zug gebunden waren, der uns nach Pirna bringen sollte, war viel Eile geboten. Um 9.11 Uhr fuhr der Zug ab Bad Schandau. In Pirna stiegen wir noch einmal um. Der nächste Zug brachte uns dann nach Lohmen. Wir waren also weit weg von zu Haus.
In Lohmen gestartet ging es den elendig langen Dorfberg an der Straße hinauf. Wie gestern schon ist dies auch so ein Hügel der nicht enden möchte. Glücklicherweise sind wenig Fußgänger unterwegs gewesen, so dass man getrost den Fußweg nutzen konnte. Die Straße ist nämlich so eine Todesfalle. Ich war endlich oben an der Friedenseiche angekommen. 5 Minuten später trudelte Nette ein, doch vom Rest war nichts zu sehen. Die zwei hatten einen Fleischer ausgemacht und sind dort gleich rein spaziert. Ich hatte so etwas wie „Fleisch“ auch wahr genommen, doch in dem Augenblick war es mir wohl völlig egal. Die beiden nutzten die Gelegenheit zum Naschen und zum Einkauf. Letzteres stellte sich aber erst später heraus. Die beiden sprachen immer wieder davon wie lecker es doch sei und wie toll der Laden war. Ich war drauf und dran diesen Weg wieder bergab zu fahren und mich dann wieder hinauf zu quälen. Wir wollten dann aber weiter und bogen in eine Straße die zu einer Gartenkolonie und dann in den Wald führte. Endlich weg vom Autolärm. Die Sonne begleitete uns bis zum Wald. Nun hatten wir aber Hunger.
Wir machten einen Rastplatz an einer Kreuzung aus. Hier konnten wir in Ruhe verweilen und die gekauften Naschereien aus dem Fleischerfachgeschäft verputzen. „Voam alloh feinstn“.
Der Waldweg führte uns wieder zur Straße, die uns dann weiter zur Hauptverkehrs-Touristen-Ader in Richtung Bastei führen sollte. Schnell noch ein Foto am Stein des Nationalparks und es konnte weitergehen. Zack, was war passiert? An der Straße gibt es ein Schild, welches zeigt das es dort bei der Bastei Parkplätze gibt (und das ordentlich Geld mitzubringen sei ;-) Dieses Schild hatte sich plötzlich verändert in ein Durchfahrtverbotszeichen. Damit ist dann gemeint, dass alle Autos unten am Auffangparkplatz stehen bleiben müssen und die Touris mal ihre Füße bewegen sollten um dort hinzukommen. Man könnte aber auch mit dem Bus fahren. Immerhin ist dies noch ein schönes Ende. Das Zeichen deutete jedenfalls, dass es oben voll sein musste.
Wir rollten allmählich in Richtung Ziel – unser heutiges Ziel das wir unbedingt erreichen wollten war in Sicht. Im Slalom ging es zur Touri-Schubse Nummer 1 hier in der Sächsischen Schweiz. Wir gingen vorbei an Souvenirläden, teuren Restaurants, einem Prägeautomaten und dem Felsenorakel. Was immer dies auch sein mag. Spricht die Bastei mit mir wenn ich 2 € reinschmeiße und wird bei 5 € der nächste Felssturz vorhergesagt? „Bitte werfen sie eine Münze ein!“ ertönte glücklicherweise nicht. Man sah nur eine billige LED Leuchtschrift wie sie auf den ersten elektronischen Robotron Taschenrechnern zu sehen war. "Ich bin ihr Felsenorakel" stand dort in blauen Lettern. Mich hätte gern interessiert was dort für 10 € passiert wäre und wer den Scheiß dorthin gestellt hat. Schade, ich weiß jetzt gar nichts von allem. Sollte das Orakel jedoch nicht fragliche Situationen beantworten können? Ein Teufelskreis.
Nach der üblichen Fotopause und den fragenden Blicken „wie man denn hier mit dem Rad hoch kommt“ oder besser war heute noch „würdest du hier mit dem Rad rauffahren“, ging es dann den Radweg in Richtung Wehlen hinunter. Eine Dauerabfahrt die heute sehr gut besucht war. Ich konnte also nicht mit dem üblichen Speed hier runter donnern. Hinter jeder Kurve könnte ein Unfallopfer lauern.
Leider waren wir viel zu früh in Wehlen. Auf dem Markt war es schön warm. Jetzt gab die Sonne ihr Bestes und zwang uns zum umziehen. Wir vertrieben uns die Zeit mit Eisverzehr und einem Besuch in der Bonbonfabrik. Er nennt sich Karamell Meister und ist im Internet zu finden. Auf alle Fälle ist er einen Besuch wert. Wir hatten heute das Vergnügen seinen ersten Weihnachtsbaumbonbon zu kosten. Wir waren in seiner Schauwerkstatt dabei als er ihn kreiert und hergestellt hat. Natürlich hatten wir auch gleich mehrere Tüten von verschiedenen Geschmacksklassen mitgenommen.
Mit der Fähre setzten wir dann auf die andere Seite über da der Weg ab Rathen nicht mehr für Fahrräder erlaubt ist. Man hört aber Verschiedenes bezüglich dieses Verbots.
Der Radweg nach Königstein mit all seinen Hügeln und Abfahrten gehörte jetzt uns. Wir nahmen Fahrt auf, um schnell zu Café Zimmermann zu kommen. Dort wartete der schönste Kuchen der Gegend auf uns. Nette klemmte sich immer wieder an meine Fersen. Sie ist einfach nicht abzuschütteln. Auch nicht mit dem Bock der ihr angedreht wurde. 28er Eisenschwein mit 7 Gängen wobei hin und wieder 2 oder 3 Gänge aussetzen bzw. gar nicht schalten. Sie meint aber das so geht. Gittis Rad funktioniert, aber sie schaltet wenig. Was hab ich bei der Zuteilung falsch gemacht?
Nach der Kalorienbombe bei Zimmermän (wie Klaus sagen würde) mussten wir wieder übersetzen, denn der Elberadweg geht auf der anderen Seite weiter. Vorab wurde natürlich noch ein Tisch für heute Abend in Bad Schandau bestellt. Man weiß ja nie. Die Stadt ist abends brechend voll und die Kneipen auch.
Die andere Seite des Radwegs ist dann der krönende Abschluss der Tour. 2 scharfe Hügel an denen man verzweifeln, aber auch seinen Schweinehund besiegen kann. Es kommt nur darauf an wie man die Hügel anfährt. Nette und ich hatten sie geschafft. Nette musste ich noch antreiben und es funktionierte. Nicht mehr lange waren wir unterwegs. Durchgeschwitzt und fertig, aber heil und glücklich waren wir nun zu Hause angekommen.

Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 25. September 2012

Solo zu zweit


Heute hatten wir die Mädels, auch auf eigenen Wunsch, nach Dresden geschickt, um sich dort einmal auszutoben. Katrin und ich derweilen wollten mal eine eigene Tour aufstellen. Gestern Abend wussten wir noch nicht so richtig wo es hingehen sollte, dennoch kam uns der Gedanke die eigentlich alljährliche Einsteigertour mal wieder stattfinden zu lassen. Es ging also hoch zur Ostrauer Scheibe, dann über den Wenzelweg an den Schrammsteinen vorbei in Richtung Felsenmühle. So lautete unser Programm.
Wir fuhren also über die Bad Schandauer Brücke und weiter nach Postelwitz bis hin zum Abzweig nach Ostrau hoch. Es begann schon mit Ampelverkehr an einer 18% Steigung und das noch im Kurvenbereich. Während ich also voraus fuhr kam Katrin etwas langsamer hinterher. Nach diesem kleinen Teilstück geht es stetig bergauf. Unsere Shirts verstauten wir wieder in den Rucksäcken. Unter der Jacke wurde es ganz schön warm, obwohl man diese auch immer wieder vertragen konnte. Immer weiter ging es hinauf. Endlich kam der Abzweig des Wenzelweges, der uns in das Schrammsteingebiet führt. Leider steigt auch dieser Weg stetig an und bringt einen zur Verzweiflung – „Warum nur“?
Ein Fahrradtausch half Katrin dann etwas weiter. Während ich mich hinauf plagte, fuhr Katrin seelenruhig davon. Endlich hatten wir die erste Kuppe erreicht. Von nun an sollte es ruhiger, mit ein paar kleinen Ausnahmen, weitergehen.

Die Sonne schien durch ersten entlaubten Baumwipfel und konnte so den Boden erreichen. Sie heizte teilweise richtig kräftig ein, denn der starke Wind war hier nicht mehr zu spüren. Langsam schien uns der Hunger zu erreichen. Der erste Rastplatz weit unterhalb des Carolafelsen war uns immer bekannt, doch leider standen hier keine Bänke mehr. Die Natur oder die Forst hatten hier ihr Bestes getan (oder auch nicht). Es hieß also weiterradeln bis zum Abzweig Kuhstall/Kleiner Winterberg. Dort fanden wir einen schönen Sonnenplatz und aßen alles auf. Wir hatten mächtigen Hunger. Es wurden Fotos gemacht und Angeber-Emails verschickt, die mich in Sommerkluft liegend in der Sonne zeigen. Welch eine Wohltat.
Viele Einheimische waren unterwegs, um die letzten Sonnenstrahlen und das gute Wetter des Septembers zu nutzen. Das schlechte Wetter des Sommers hatten sie ja an der Ostseeküste in ihrem Urlaub schon erlebt. Da freut es jetzt besonders, dass man im Herbst noch was unternehmen kann. Kurzum, in den Wäldern tummeln sich viele Wanderer. Es ist also ganz schön voll.
Es ging weiter mit unserer kleinen Tour. In den kleinen Tälern, die an den Wegesrändern Bachläufe führen und wo selbst am Tage nur 10 Minuten die Sonne scheint war es bitterkalt. Selbst unter meiner Jacke zog eine leichte Briese durch die Lüftungsöffnungen hindurch. 10°C Grad zeigte mein Navi an. Vorher hatten wir 20°. Wir fuhren schneller, um noch schneller unten am Felsenmüller zu sein. Oh, war das wieder schön als uns eine leichte warme Briese um die Ohren fegte.
Die Richtung stand fest. Es ging die Straße hinunter zum Lichtenhainer Wasserfall und weiter nach Hause. Wir waren gut im Tritt. Kurz bevor der Abzweig zum Kuhstall abgeht fragte Katrin: „Und, jetzt noch hoch zum Kuhstall?“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich überlegte kurz und fragte zurück ob sie denn noch in der Lage ist dort hoch zu kraxeln. Der Angeberei wegen sagte sie: „ja, ich will“. Es ist nämlich so schön dort oben mit dem Rad anzukommen während einige Wanderer keuchend den Gipfel erreichen und staunend auf uns schauen. Heute war ich 10 Minuten unterwegs. Katrin kam 4 Minuten nach mir an. Wir nahmen uns einen Sonnenplatz und ließen die schöne Aussicht auf uns wirken. Leider hatten wir keinen Proviant mehr. So verließen wir den Platz und fuhren dem Tal mit Höchstgeschwindigkeit entgegen. Die Strecke war schwer zu befahren, so dass ich behutsamer als sonst abfahren musste. Viel grober Schotter lag vereinzelt herum und störte in den Kurvenbereichen. Die Ideallinie zu finden war echt schwierig, aber mit den Jahren lernt man sie zu kennen. Wieder einmal waren wir im Tal angekommen. Es ging nun nach Bad Schandau zurück. Ich merkte, dass Katrin ein Lauf hatte. Sie wurde immer schneller, so dass man denken konnte als wäre sie hinter etwas her, als würde sie noch was wollen.
Das Eis im Memory hatte sie angezogen wie ein Magnet. Dort war es geschützt und die Sonne schien wieder mit voller Kraft. So hatte das Eis doppelt so gut geschmeckt und das hatten wir uns verdient. Nach 38 Kilometern waren wir dann auch wieder zu Hause und machten uns fertig zum Abendessen.


Eure Sandsteinjäger 

Montag, 24. September 2012

Mädchentour und Lust auf mehr

Heute begann die erste Radlertour mit unseren Neulingen. Es sollte uns in die Richtung des Liliensteins ziehen. Über Rathmannsdorf und Porschdorf ging es dann hinauf über die Wiesen zum Bockstein. Sonne pur und Rückenwind waren unsere Begleiter. Er half uns die schwierigen Passagen besser zu meistern. In den geschützten Ecken war es sehr warm. So ging es los mit „Jacke aus“, dann fingen die Mädels wieder an zu frieren an „Jacke an“. Ich kannte das Schauspiel weil es nicht das erste Mal ist. Das Schlimme daran war, dass sie nie ein Mittelmaß gefunden hatten. Egal, mir selbst war warm und das war auch gut so. Dabei sollte es auch bleiben.
Oberhalb Porschdorfs fanden wir uns wieder auf einer riesigen Fläche unterhalb des Brand´s mit einer der schönsten Aussichten. Den Lilienstein hatten wir nun schon fest im Blick, doch es war noch eine kleine Strecke zu fahren. Bis Waltersdorf war es nicht mehr weit. Schnell noch die Straße entlang. Aber halt. „Schnell“ wäre gut gewesen. An eine Durchfahrt war gar nicht zu denken. Der Schrumpelampfelbaum direkt an der Straße hatte es Nette angetan. Sie pflückte sich einen ganzen Beutel voll. Der Baum an sich sah nicht mehr so gesund aus. Es werden seine letzten Jahre werden, sofern er nicht vorher von einem Schneeräumfahrzeug weggeräumt oder vom anliegenden Grundstücksbesitzer abgesägt wird.
Wir hatten es geschafft dann weiter ohne nennenswerte Aufenthalte durch Waltersdorf durchzukommen und in Richtung Lilienstein zu fahren. An der nächsten Gartenkolonie nahm ich mir erstmal Zeit einen schmackhaften Apfel aus einem verlassenen Garten zu räubern. Hier konnte ich ohne schlechtes Gewissen und mit Bedacht an meine Gesundheit kraftvoll zu beißen. Bei dieser kleinen Pause bemerkten die Mädels (Nette und Gitti) das wir bereits die Hälfte der Strecke hinter uns. Die fanden das gar nicht gut. Es fehlte an Anspruch? Sie waren noch nicht geschafft? Upps. Wir wollten doch erstmal sehen wie sie sich anstellten. Hauptsächlich beim Fahrrad schieben scheint etwas Training abgebracht. Das mussten wir erstmal beobachten. Und wir müssen sagen, dass sich die Mädels tapfer geschlagen haben. Schön geschoben ist halb gefahren.
Unsere große Pause machten wir dann am Fuße des Liliensteins direkt am Nationalparkstein. Hier hatten wir lange verweilt. Es war wunderschön.
Dann kam die tolle Abfahrt bis runter an die Elbe. Ich sah die tollen Gesichter als sie hinunter kamen. Das hatte Spaß gemacht. Schon waren wir unten an der Elbe. Nun ging es den Radweg bis Halbestadt und dann weiter bis Bad Schandau.
Kurz vor Prossen kommen noch zwei schöne Kanten. Ich hätte nicht gedacht, dass alle diesen Hügel schaffen würden. Zwar mit Hilfe von „Schieben“, aber oben ist oben.
Als wir dann Rathmannsdorf durchfahren hatten und Schandau in Sicht kam, meinten Gitti und Nette das wir noch was anderes machen könnten. Katrin schlug dann vor: Hoch zur Ostrauer Scheibe weiter über den Wenzelweg, an der Wildwiese links ab und wieder runter ins Kirnitzschtal. „Tja, schaffen vielleicht – aber wie?“ meinte ich. Am Ende brechen uns die zwei noch durch und es war die letzte Tour. Zudem wollen sie morgen in die große Stadt zum shoppen. Die kommen nie wieder mit uns mit. Es wurde also vertagt. Stattdessen haben wir uns darauf geeinigt das wir eine Zusatztour mit dem Rad machen werden und eine Wandertour verwerfen. Wohin die gehen wird wissen wir schon.
Bevor wir heute jedoch noch nach Hause kamen, musste Nettchen noch einkaufen. Um Himmelswillen – und jetzt kein Auto dabei. Sie kam mit Beuteln und Tüten wieder raus als hätte uns zu morgen das gesamte Frühstück gefehlt. Marschverpflegung für eine Woche. Dabei wollte sie nur 1x Cola und 1x Schwarzbrot holen. Die Massen wurden dann schnell auf 3 Bikes verteilt (ich hab ja nix zum tragen) und rüber ging es nach Krippen.
Danach schlupften wir in unsere Ausgehsachen und gingen wieder in Schandau fett essen.
Toller Tag und tolle kurze Tour. 23 Kilometer.

Viele Grüße der sonnenverwöhnten Sandsteinjäger

Sonntag, 23. September 2012

Die 3 Eulen vom Eulenstein ...

... und einer macht das Foto. Nach unserem gemeinschaftlichen Frühstück an einem reich gedeckten Tisch ging es hinaus in den zunächst kühlen Morgen. Wir hatten noch eine Menge Zeit für den Weg zum Bahnhof. Zu aller erst machten wir uns lustig über die Hochwasserhosen von Gitti. Es hieß ja, dass es egal sei was man an hat, jedoch sprengte diese Schlubberhose den Rahmen. Nach 100 Metern wurde sie dann aufgefordert sich einer Kleiderordnung zu widmen, die auch annehmbar ist. Nach 10 Minuten kam sie dann ordentlich wieder in die Gruppe und konnte sich einfügen. Abmarsch Richtung Bahnhof.
Unser Zug brachte uns nach Königstein. Hier machten wir den beiden erstmal klar welche Entfernung wir vorerst zu bewältigen hatten und wo unser Aussichtspunkt liegt. Erstes stöhnen machte sich breit. Das konnten wir ja nun gar nicht gebrauchen. So bald es bergauf geht oder irgendwelche Entfernungen zu überwinden sind, geht schon ein kleines „ohh nöö“ durch die Reihe. Muffelgesichter hatten wir gestern auch schon gehabt. Das hatte sich dann zu heute aber gelegt.
Den Weg von Königstein nach Thürmsdorf und dann weiter zur Thielke-Aussicht hatten wir schon im Sommer mit dem Rad bezwungen. Für Katrin und mich kam der erste Teilabschnitt ziemlich lang vor, gerade weil wir kein Rad dabei hatten. Der Wunsch nach den zwei Rädern war also groß.

Der Berg kurz vor Thürmsdorf ist eine Straße die es in sich hat. Runter würde man sie nicht fahren wollen und hoch ist sie zu anstrengend. Also irgendwas dazwischen. Oder sogar beides? Es ging vorbei am Pehnafall und dann zum Schloss. Leider hatte die Schokoladenfabrik noch nicht geöffnet, sonst wären wir dort gern eingekehrt. Der Marsch ging somit weiter zum Mausoleum und dann zur Thielke-Aussicht. Es war wie immer schön und die Strapaze der Straße hatte sich gelohnt. Nette und Gitti fanden es toll. Hier fand dann auch unser Mittagsmahl statt. Glücklicherweise hatten wir mehr mitgenommen als geplant. Es wurde jetzt schon viel verspeist. Der Rucksack wurde leichter und der Schwung für den weiteren Weg enorm verbessert.
Der alte Malerweg den wir nun gingen, führt oberhalb der Steinbrüche entlang. Kurz vor den Eulensteinen bogen wir wieder auf den neuen Weg ein und machten Halt. Sonst hatten wir die Steine immer von weiten betrachten müssen, da diese auf einem Feld stehen. Im Sommer sind die Felder generell mit Getreide oder Mais bestellt. Jetzt hat die Ernte für den Mais schon teilweise begonnen, so dass wir ungehindert zu den Eulensteinen kamen.
Weiter ging es hinab in den Ort Weißig und hinüber zum Rauenstein. Schon im Ort standen überall Autos wild geparkt. Teilweise machte dies das Fest in Rathen aus, andererseits waren viele Familien die die letzten schönen Herbsttage nutzen wollten unterwegs. Kurzum, der Rauenstein war voll. Im Wald und auf dem Stein war es laut. Naturgenuss geht anders. Wir fanden eine kleinere ruhige Ecke und schauten uns die Wandersleute an. Viele waren nur zum Kurzbesuch des Rauensteins aufgebrochen und waren nicht so profimäßig ausgestattet wie andere Wanderer, die man sonst so sieht. Morgen wird es dann wieder ruhiger im Lande wenn alle arbeiten gehen und die Kinder zur Schule müssen.
Es ging wieder hinab. Der steile Abstieg ging wieder in die Knochen. In Rathen selbst wollten wir dann sehen welches Fest hier auf die Beine gestellt wurde. Überall war was los. Die Fähre war voll und die Leute drängelten durch die enge Straße. Im Café bekamen wir noch einen Platz. Fette Kohlenhydrate stopften wir uns in unsere hungrigen Leiber. Sahne und Eis und so. War schon fast zuviel.
Bald waren wir dann auch wieder zu Hause. Der Zug brachte uns wieder bis Krippen und eine Stunde später trafen wir uns schon wieder frisch gestriegelt zum Eierlikör in unserer Wohnung und machten dann noch mal die Stadt unsicher. Es war zwar nichts unsicher zu machen, aber man kann ja nie wissen. Auf alle Fälle ging es wieder in unser „Memory“. Wir schlugen uns die Bäuche voll und nahmen dann die vorletzte Fähre in Richtung Heimat.

Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 22. September 2012

Angekommen

Halb fünf Uhr in der Früh verließen wir heute unser geliebtes Doberan, um wieder einmal in die Ferne zu schweifen. Die Zeit auf der Autobahn verging wie im Fluge und bleibt ohne jeglichen nennenswerten Kommentar.
Angekommen und startklar ging es zu aller erst in die Stadt. Man braucht ja was für das Gemüt und für die Figur. Also rein zum „Anker“ und Essen bestellt. Es gab ein Riesenschnitzel, welches seinen Namen verdient, und Bauernfrühstück für knapp 6 €. Das war heftig und lecker. Es sollte auch gut sein das wir dieses Mahl zu uns nahmen, aber dazu später mehr. Nach der weiteren Stadtdurchquerung begaben wir uns zur Fähre, um dann den letzten Rest des Tages zu gestalten. Dazu gehörten die Räder ausprobieren und eine kleine Wanderung zum Kohlbornstein unternehmen.

Die Radtour an der Elbe war für uns ein leichtes Spiel. Nettchen fuhr mit Vollgas voraus und lies sich nicht bremsen. Ihr Bock, das Eisenschwein, wäre für mich oder Katrin die Hölle. Fahrrad wird es nur noch genannt weil es zwei Räder hat. Pflege hat es damals wahrscheinlich das letzte Mal von Katrin gesehen. Damals hatten wir unsere Räder richtig eingesaut und waren dann anschließend zur Tankstelle gefahren, um sie zu reinigen. Inklusive Ölung und Kontrolle aller Schrauben und Lager. Aber wann das war weiß ich nicht mehr. Vielleicht mieten die beiden sich doch noch so ein Elektro-Rad, um dann für die Touren richtig Spaß zu haben. Jedenfalls lief mein Rad wie Butter und bei Katrin hatte ich dann noch was gemacht. Das war also erledigt. Aber die anderen Räder muss ich mir noch mal ansehen. Vielleicht geht da noch was.
Ab umziehen! Es geht zum Kohlbornstein. Der Berg „um die Ecke“ ist eigentlich eine kleine Geschichte. Ich selbst war ja schon mit dem Fahrrad oben, fast oben. Es sollte also leicht werden. Doch ich hatte falsch gelegen. Gitti und Nette schwächelten schon am Fuße. Na das kann ja heiter werden. Schließlich sollte es von dort aus zur Liethenmühle gehen. Das Abendmahl sollte auch noch folgen und Hunger hatten wir schon wieder etwas.

Jedenfalls war der Wanderweg geplant und unausweichlich. Nun aber schnell – die Sonne wollte bald untergehen und näherte sich dem Horizont. Katrin und ich stürmten der Spitze entgegen. Als Erster erreichte ich den Gipfel und sah das schöne Schauspiel des Sonnenuntergangs. Die Sonne „spiegelte“ sich an der Schrammsteinkette. Es war ein tolles Bild. Jetzt trudelte der Rest ein und wir genossen den schönen Ausblick. Der so schwierige Aufstieg für unsere beiden Neulinge hatte sich nun doch gelohnt. 
In der Dämmerung ging es nun Abwärts zur Liethenmühle. Im Dunkeln betraten wir den Gastraum bzw. den vollen Gastraum. Die Hausgäste waren noch nicht so weit. Das man uns einen Tisch zum Warten im Nachbarraum anbot kam erst gar nicht. Stattdessen kam ein klares „Nein“ zur Frage ob wir noch einen Platz bekämen. Upps! Da fällt mir die Geschichte des Erbgerichts wieder ein: „Ham se Halbbongsion? – Füor Haousgesste iss resärwiert“ – Klar deutsch: Da wo sie reingekommen sind, können Sie auch wieder raus gehen. So kam mir das heute auch bei der Liethenmühle vor. Wer nicht will, der hat wohl schon. Und das bei meiner allgeliebten Lietenmühle. Ende einer Freundschaft? Freunde such ich mir aus.
In der Finsternis ging es dann in das Dorf zurück. Meine tolle Lampe leuchtete uns den Weg. Ich wollte noch in die Stadt Pizza essen gehen oder vielleicht doch noch in die „Eiche“. Wenigstens mal schauen… man weiß ja nie. Vielleicht hat sich das Essen gebessert. Die Mädels waren dagegen. Sie wollten was Schönes braten. Die Restschnitzel hatten sie sich Heutemittag einpacken lassen. Mit Ei obendrauf wäre es also was schönes geworden und so war es denn auch. Wir sind heute alle schön satt geworden und morgen soll es dann zum Rauenstein gehen. Mal sehen wie die Mädels das überstehen.

Eure Sandsteinjäger

Montag, 27. August 2012

Backofenrallye

Könnt ihr Euch noch erinnern? Vorletztes Wochenende war es doch so genial heiß und als Ablenkung vom Bau wollte ich mal eine Runde mit der MTB-Bande drehen. Den Tag konnte man eigentlich nicht vergessen, denn es war ja nun endlich Sommer. Ich hab es auch nicht vergessen. Bereits morgens am Treffpunkt waren schon 23°C. Was sollte das nur werden? Es begann ruhig auf der Tour, aber ich fand mich trotzdem am Ende der Truppe wieder. Also ich fuhr hinten mit. Irgendwann versagte dann mein Kreislauf und ich musste langsam weiterfahren. Das musste am morgentlichen Kaffee gelegen haben. Der Spaß war bei mir vorbei. Aber vorbildlich wie immer wurde an der Spitze gewartet. Allein gelassen wurde ich dann auch nicht, denn ich bekam Geleitschutz für die nächsten Meter. Innerlich kämpfte ich jetzt schon gegen den inneren Schweinhund und nahm mir vor irgendwo in Doberan wieder auszusteigen. Der Schweiß lief nur so herunter. Den Kopf kühlte ich mit Wasser aus der Extraflasche und hoffte dass meine zwei Liter auf dem Rücken reichen würden. Wieder und wieder quälte ich mich den Berg hinauf und freute mich auf die Abfahrten. Staubig waren die Anhaltemanöver für die Letzten in der Truppe. Jetzt war ich wieder Erster und mein Körper lief auf Hochtouren. Die Sonne knallte uns einen vor. Heute hatte der Helm doppelte Schutzfunktion. Und wieder gab es einen Spritzer Wasser für den Kopf. Die nächsten Hügel wurden schwieriger und schwieriger. Als wenn jemand ein Gummiband ans Bike gebunden hatte und dir einen Fön ins Gesicht hält. Nach dem Waldwechsel gab es für mich wieder eine Zwangspause. Ich pfiffte schon wieder mal auf dem letzten Loch, plötzlich ein Schub von hinten. Jemand schob mich an. Diese Einladung nutzte ich, schaltete zweimal hoch und trampelte mit ihm im Gleichschritt. An allen zogen wir vorbei und schnappten uns kurz vorm Ziel noch den Ersten der Truppe. Ein Siegesgefühl machte sich breit und jagte mich hoch. Puls 170! Danach fühlte ich die Übersäuerung meiner Beine. Ich konnte kaum stehen. Fix und fertig hockte ich mich hin. Der Rest kam nun den Berg hinauf. Ich war stolz auf mich, dass ich nun doch bis hier durchgehalten hatte. Weiter ging es durch den Kellerswald. Im Mittelfeld hielt ich jetzt mit und genoss die Trails. Es war wieder wie früher als ich noch im Training stand. 
Die lange Straße in Richtung Stülow war jedoch wieder ungenießbar. Die Truppe war schon wieder weg. Ich bekam aber wieder Gesellschaft und wir schnackten ein wenig. So verging die Zeit etwas schneller und man dachte nicht dauernd an die Kraftlosigkeit, die ein gerade überfällt. Endlich waren wir in Glashagen - der Trail im Quellental kam wie gerufen. Auf und ab, Brücke über Brücke - geil geil geil. Die Gaststätte Quellental und wartete auf uns. Flüssigkeitsaufnahme und Kalorienzählung. Die Hitze ließ uns etwas länger verweilen. Flaschen auffüllen und weiter ging es wieder zurück in den Hütter Wohld. 
Auf zum Buchenwegtrail - zwei Pfützen mussten hier doch noch sein, denn es war ja nicht ewig trocken die Woche über. Ich suchte und ich fand. Zwei weitere sollte folgen. Ihr dürft nun raten was passierte.
Am nächsten Treffpunkt wurde ich gefragt wo ich denn gewesen wäre. Alles lachte als ich meinte diese Modderlöcher mit 2 mal 2 Meter nicht gesehen zu haben. Ich sah aus... und das bei dieser Trockenheit. Ich hab dann mal wieder viele Spuren hinterlassen als ich aufgebrochen war. Es war heute meine Hoffnung und meine Sehnsucht auf dieses eine Gefühl. Es war ein weiter Weg. - M O D D E R  A M  B E I N

Ein irrer Sandsteinjäger in Erwartung auf den nächsten Urlaub
35°/44 Kilometer

Mittwoch, 18. Juli 2012

Traumfänger

Es geht bald wieder los - tja, kaum zu Hause und schon beginnen die Vorbereitungen für den Herbst. Mission Herbstlaub kann beginnen. Vorerst jedoch gestattet mir noch einen kleinen Rückblick zu unserer Sommertour.
Angefangen hatte es alles mit der Anmeldung zum Radrennen in Dresden. Dieser lag sehr günstig an einem Sonntag, also es war unsere erste Tour im Urlaub. Kein Warmfahren, kein Aufbau, nichts. Nur so viel Kraft wie wir das Jahr über uns antrainiert hatten und das war auch noch wenig. Trotzdem schlugen wir uns wacker und das Wetter hielt auch stand. Auch an den folgenden Tagen sollten wir kein Pech haben. Wir konnten unsere Touren genießen, na ja, was man so genießen nennen kann. Mir ging es, bis auf die Rauensteintour, ganz gut. Katrin hatte etwas mehr zu leiden, aber wir haben wieder mal viel gesehen und ne Menge Spaß gehabt. Trotz der wenigen Qualen haben wir unser Träume wieder eingefangen - hier im Land des Sandsteins.
Mit satten 340 Kilometern und 3150 Höhenmetern haben wir unser Sommerlager verlassen und planen nun unsere Tour "Herbstlaub" im September. Es steht jedoch fest, dass wir diesen Rekord nicht knacken werden und auch nicht möchten, auch nicht meinen Geschwindigkeitsrekord auf Schotter mit 59 km/h. Es wird ein gemeinsamer Urlaub.
Es war uns am Anfang gar nicht klar welchen eigenen Rekord wir aufgestellt hatten, aber mit diesen Touren ging es gar nicht anders. Hätte das Wetter besser mitgespielt und uns nicht so schwitzen lassen, wären Katrin und ich schneller wieder fit gewesen. Das wäre dann doch wohl etwas erholsamer gewesen. Ich denke da nur an unsere 1000 HM Tour. Es ging nur rauf und runter und es war unerbärmlich heiß. Deswegen kürzten wir unsere Strecke noch ein wenig ab, hatten aber dafür eine wundervolle Schotterabfahrt.
Zweimal wurden wir vom Regen überrascht. Einmal fanden wir Unterschlupf auf dem Brand, das andere Mal erwischte uns der Nieselregen. Gefroren hatten wir aber nie und so machten auch diese Fahrradrunden eine riesige Freude.
Ich hoffe ihr seit bei den nächsten folgenden Geschichten der Sandsteinjäger wieder mit von der Partie.
Bis zur nächsten Geschichte immer erreichbar unter www.sandsteinjaeger.de.
Eure Sandsteinjäger
Katrin und Christoph


Samstag, 7. Juli 2012

Ende gut - Alle gesund geblieben

Vor einer Stunde sind wir dann wieder zu Hause angekommen. Unsere letzte Tour ging einmal um den Lilienstein herum. Der Weg begann aus Schandau kommend hinüber nach Porschdorf. Steil aufwärts brachte uns der "Alte Schulweg" oberhalb von Porschdorf über die Wiesen und Felder nach Waltersdorf. Das erste Grummeln begann. Die Wetterdiagnose lautete das wenigstens das Gewitter vorbei zieht und der Regen uns dann vielleicht erwischen würde. Katrin hatte jetzt schon bammel. Der Horizont wurde immer dunkler. Der Nachteil war das wir bis weit hinaus schauen konnten. So machten wir das schlechte Wetter schnell aus und es sah so aus als wenn es auf uns zu kam. In Waltersdorf angekommen bogen wir links ab in Richtung Lilienstein. Viele Leute waren noch unterwegs und das obwohl es sich schon zusammenbraute. Ohne Pause ging es dann wieder hinunter zur Elbe. Ich sah es in Katrins Augen, dass sie schon etwas erleichtert war. Zum einen waren wir unten und zum anderen sah man nicht mehr so viel vom Wetter. Ganz leicht fing es an zu Nieseln an. Wir hatten Hunger. Der Essplatz an der Elbe gegenüber von Königstein war schon leicht besetzt. Wir gesellten uns dazu. Mit Würstchen und Käsestange aus dem Edeka. Wir hatten uns zwar Sachen vorbereitet, doch bemerkte ich in Porschdorf das mein Rucksack zu leicht war. Ich hatte unser Essen vergessen einzupacken. Daraufhin fuhren wir ein Stück zurück und kauften uns was und fuhren dann wieder weiter. Hatte auch was für sich, denn ich bekam doch noch mein "Boost". Ein Getränk ähnlich wie Red Bull kostet nur 39 Cent die Dose. Schmeckt auch irgendwie frischer und nicht so süß.
Der Regen nahm stark zu. Wie entschieden uns weiter zu fahren und nicht mit der Fähre überzusetzen. In Schandau angekommen kauften wir uns noch bei Penny ein Stückchen Kuchen. Der wurde dann zu Hause verspeist. Unsere Sachen trocknen nun und sofern der Regen aufgehört hat, werden wir unser Auto packen. Morgen soll es dann sehr früh losgehen. Wir wollen ja noch was vom Tag haben.
Hier werde ich heute noch für alle aus dem Haus ein wenig grillen. Ich hoffe das ich alle begeistern kann.
Katrin sammelt nun erstmal alle Belege zusammen und rechnet durch was wir ausgegben haben. Gefahren mit dem Rad sind wir gesamt 340 Kilometer. Ich fühle es ganz deutlich.

Mit Freude denke ich schon an den nächsten Urlaub im September. Nur noch ca. 60 Tage bis wir wieder hier sind. Wir haben viel getestet und sind zu einigen Entschlüssen gekommen. Aber dazu im Nachfolgebericht mehr.

Gruß an die Heimat
Eure Sandsteinjäger

Der letzte Tag


Der letzte Tag brach heute Nacht wieder mit Blitz und Donner an. Glücklicherweise war um 9.00 Uhr nichts mehr davon zu sehen. Die Sonne lachte wieder herab. Ich sah mir auf der Webseite noch mal die unzähligen Kommentare an, die von den Lesern gekommen waren. Am liebsten hätte ich sie alle beantwortet, doch leider fehlten mir dazu die passenden Worte.
Wir schreiben nicht nur für uns, nein auch für Euch. Laut Euren anfänglichen Kommentaren: „Klar werden wir euch verfolgen“ oder „wir melden uns“ kann ich leider nichts erkennen. Vielleicht wurde es in diesem Jahr auch zu schwer, da ich euch die Geschichten nicht mehr E-Mail ins Haus geschickt habe, sondern nur eine Vorinfo angeflattert kam. Ich weiß es nicht. Vielen Dank Stefan, Rico und Nette für euer Feedback.
Nachher gehen wir erstmal leere Flaschen wegbringen. Danach wird es wohl nur noch einen kurzen Ausritt geben. Nachher gehts also weiter mit unserem Bericht Teil 2.

Freitag, 6. Juli 2012

Grenzerfahrungen


Grenzerfahrungen kennt jeder von Euch. Heute hatten wir nicht nur eine Grenze überschritten, sondern gleich mehrere. Gestern Abend hatten wir uns eine neue Tour herausgesucht, bei der man im Notfall schnell abkürzen kann. In den letzten Jahren waren wir mit dem Zug nach Amtshainersdorf gefahren, um dann zum Weifberg zu kommen. Jetzt sollte es mal anders funktionieren. Es ging über die Elbbrücke und durch Schandau hindurch in Richtung Lichtenhainer Wasserfall. Es geht leicht und stetig bergauf. Katrin gab das Tempo an. Ich merkte ihr bis dato nicht an, dass sie am Ende ist. Die Grenze schien heute schon erreicht worden zu sein, bevor wir unser Ziel erreicht hatten. Wir machten uns Mut und wie schon beschrieben konnten wir abkürzen.
Vom Lichtenhainer Wasserfall geht eine Straße steil bergauf nach Lichtenhain. Den hatten wir schon mal erklommen und wussten daher worauf wir uns eingelassen hatten. Im Schatten der Bäume strampelten wir was das Zeug hielt. Ich schaltete schon auf das kleinste Kettenblatt, doch was war das? Irgendetwas hakte dort. Man sah es erst beim zweiten hinsehen. Es löste sich gerade eine Kettenblattschraube. Oh, und zwei andere fehlten bereits komplett. Schöner Mist. Ich wollte mir das Teil schon komplett abbauen, befestigte sie aber dann gut mit den letzten zwei Schrauben. Die letzten Tage gingen so und so auf das Material. Es hatte genauso wie wir sehr zu leiden.
Bei brütender Hitze erreichten wir dann endlich den Abzweig der uns am Nationalpark vorbei in Richtung Hohe Straße führen sollte. Hier standen nur noch vereinzelnd Bäume als Schattenspender. Viel Flüssigkeit ging hier verloren. Der Weg war nicht einfach, da der Regen die Wege ausgespült hatte und das Wasser noch im Boden steckte. Katrin quälte sich sehr mit ihren schlanken Reifen über die Trasse hinauf zum Panoramaweg. Schließlich erreichten wir wieder ein Stückchen Wald zur Erholung. Entspannend war es aber trotzdem nicht. Die Hitze zog nun auch in die Wälder hinein. Später machten wir dann Halt in einer Hütte und machten unser ersehntes Frühstückspäuschen. Es gab Bratwürstchen und Brötchen. Lecker.
Unser nächstes Ziel lag nur noch 1,5 Kilometer weit weg. Der Grenzübergang nach Tschechien. Gleich dahinter liegt der Ort Tomasov mit der kleinen Kapelle, nicht größer als eine Kleingarage. Vorab fand Katrin noch die ersten Bauteile eines Eichelhähers in guter Ausführung. Die bunten Federn steckte sie sich gleich ein. Na ja, außer den graubraunen Federn war ja eh nichts mehr da. Dann schoben wir in den Ort hinein. Hier war heute viel los. Das kleine Ferienlager war voll belegt. Die Gaststätte war voll. Jetzt hatte der Ort um das 20-fache an Einwohnern zugenommen. Auf dieser Strecke war allemal sehr viel los. Das kannten wir gar nicht. Wir nahmen es eigentlich als Geheimtipp.
Wir verließen die Straße, die nach Mikulasovice führt und bogen wieder in einen Waldweg ein. Dieser Weg führte uns in Richtung Weifberg. Vor ein paar Tagen waren wir hier schon einmal, jedoch kamen wir hier vom Tanzplan und bogen etwas früher zum Wachberg ab. Der Weg war wie jeder gut befestigte Waldweg, etwas matschig aber dennoch gut zu befahren. Katrin drückte ich noch ein paar Bar auf die Reifen drauf. Sie versackte teilweise komplett im feuchten Sand und tat sich sehr schwer. Ich schob sie dann beim Fahren immer wieder an. Wir tauschten dann auch die Räder. Hätte sie die Sitzhöhe einstellen können, wäre sie mir wohl davongefahren.
Der Weg zum Weifberg war sehr ausgespült worden. Der Regen der letzten Tage und Wochen hatte große Steine freigelegt und die seitlichen Gräben zugesetzt. Das Wasser lief also nun den Weg hinunter und nahm bei den Niederschlägen alles lose Geröll mit nach unten. Der Weg war sonst so schön. Jetzt mussten wir beide aufpassen. Ich war schon einige Meter voraus und hatte ein tolles Tempo drauf. Die Steine störten jetzt nicht mehr so, denn ich flog mehr drüber als ich fuhr. Ein Wanderpärchen am Rande sah oder hörte mich schon von weitem. Ein lautes „Hallo“ zeugte von meinem Gruß an die beiden. Katrin meinte später zu mir: „Na die haben vielleicht bescheuert geguckt“. Sie hatte die Zwei auch gegrüßt, es kam aber nichts zurück. Da waren die wieder mal nicht die Einzigen. Es kommt sehr oft vor. Ich meine Rennradfahrer grüße ich auch nicht, aber Wanderer die sowieso im Wald „Vorfahrt“ haben und MTBler mit Helm sind meines Erachtens zu grüßen.
Der spaßige Trail war zu Ende und der Weifberg war in Sicht. Katrin wollte nicht mehr rauf, also würdigten wir ihm nur ein kurzen und liebevollen Blick und fuhren wieder weiter nach Hinterhermsdorf mit kleiner Zwischenpause am Wegesrand. Wir mussten uns stärken, denn nach dem Ort ging es wieder mal steil nach oben. Es waren nur ein paar Hundert Meter zur Buchenparkkapelle. Sie kamen uns vor wie tausend Kilometer. Zur Belohnung holten wir uns einen Eiskaffee, der uns für die nächste tolle Abfahrt nach Hinterdittersbach helfen sollte. Schotterpiste bergab. Das hatten wir schon einmal. Der Weg war geil und lang. Ohne Pause einfach nur rollen lassen. Rollen ist kein Ausdruck – wir flogen in das Tal. Es kamen uns tatsächlich diesen Weg Leute mit dem Rad entgegen. Da müsste mir echt einer fehlen hier hoch zu kutschen. Die Abfahrt kann man doch nur so wie wir genießen.
Schade, schon angekommen im Tal der Kirnitzsch. Ab über die Grenze. Jetzt ging es wieder langsam aber stetig hoch. Es ging gerade noch so. Katrin half ich wieder beim schieben. Und dann, dann kam dieser ekelhafte Hügel vor dem jeder Respekt haben sollte. Schlechte Straße, linke Kurve mit Steigung von ca. 30°, dann wieder Linkskurve mit unterschiedlichen Steigungen, dann rechts links Kombination mit ca. 30° Steigung. Leider stehen dort keine Schilder bezüglich der Steigung, jedoch sind hier trotz meiner Anfeuerungsversuche an eine tschechische Profi-Gruppe nur zwei oben angekommen. Das soll was heißen. Ich selbst hatte es auch geschafft. Der Saft lief mir aus dem Helm und den Hintern runter. Das war wieder mal ne Probe. Jetzt fuhren wir links hoch bis zum Ende des Radweges. Dort befindet sich das Kleine Prebischtor. Das hatten wir ja noch nie gesehen. Schnell „Knips knips“ gemacht und dann ging es mit Volldampf hinab ins Tal. Kurz vor Mezná musste ich Katrin noch mal anschieben, aber dann fuhren wir endlich ohne zu treten nach Hrensko hinein. An der Elbe sah man schon, dass sich wieder ein Unwetter herannahte. Selbst Großflugzeuge machten sichtbar einen Umweg um die großen Gewitterwolken, die sich schon weit im Norden aufgetürmt hatten. Ein Schauspiel wie man es bei uns nicht so sieht. Wir hatten aber noch eines vor. Schnell in die Stadt zum Fahrradfritzen und neue Kettenblattschrauben holen. Jetzt aber in Gold. So sehe ich immer wann eine rausgefallen ist.
Die Fähre wartete nicht auf uns und so hatten wir wieder Eile sie zu bekommen. Mit Wind ging es nach Postelwitz – rauf auf die Fähre und rüber nach Krippen. Es ging sofort weiter zur Liethenmühle hoch. Nochmal 90 Höhenmeter auf die Oberschenkel drücken. Wir konnten nicht mehr. Ich gab für den letzten Rest Katrin mein Rad. Damit schaffte sie es auch nicht mehr. Es war also soweit. Der Kopf wollte noch, aber die Beine waren „zu“. Hatten wir lange nicht.
Mit Vorspeise und Hauptgang waren wir dann gut gefüllt. Das Unwetter zog hier vorbei. Es regnet jetzt ein wenig und ich sitze hier allein und schaue auf die hell erleuchtet Stadt. Heute haben wir tatsächlich 66 Kilometer und zum ersten mal 1000 Höhenmeter bewältigt. 

Eure Sandsteinjäger
(fix und fertig)

Donnerstag, 5. Juli 2012

Hitzekoller und schwere Beine

Der Wecker riss uns aus den tiefsten Träumen. Das Wetter konnte draußen kaum schöner sein. Die Vorhersage drückte aber unsere Stimmung ein wenig. Ab 11 Uhr sollte es Gewitter und Regen geben. Quellwolken gab es noch nicht und so rechneten wir uns gute Chancen aus den Tag trocken zu überstehen. Trotzdem mussten die Regensachen wieder mit auf Tour.
Die Schwüle machte uns das Leben nicht einfach. So änderten wir uns unsere Tour kurzerhand auf die linkselbische Seite, um von dort schnell mit der Bahn nach Hause kommen zu können. Also auf zu den Rauensteinen.
Bevor es dann endlich losging versorgte ich meinen lädierten Knöchel noch mit einem Tape. Super diese Dinger. Hab schon seit Tagen meine Schultern getapet, da ich nach den Touren immer Nacken- und Schulterprobleme bekomme.
Den Radweg ging es von zu Hause aus über Prossen nach Halbestadt. Dort setzten wir dann mit der Fähre über. Der Radweg geht auf der linken Seite weiter. Hinter Königstein bogen wir dann ab und machten rauf nach Thürmsdorf. Eine Straße die mit ihrer Steigung gefühlsmäßig nicht enden will. Manchmal ist schieben sogar schwieriger als fahren, sofern man denn die Schaltung untersetzen kann. Vom gestrigen schieben unserer beiden Räder habe ich mir wohl etwas die Bänder überdehnt.
Die Beine wurden jetzt schon schwerer und schwerer. Die Oberschenkel schrien nach Pause, doch der Verstand gehorchte dem Knöchel. Zudem quälte uns die noch immer scheinende Sonne. Von Unwetter nichts zu sehen, nur zu spüren das heute noch was kommen möge. Endlich im Zentrum von Thürmsdorf angelangt, schlichen wir über einen kleinen Wanderweg zur Thielke Aussicht an der Kante der alten Steinbrüche. Diese Aussicht ist wunderbar. Hier kann man verweilen. Wir aßen etwas und stärkten uns mit kalten Getränken. Die Hitze forderte uns heute alles ab. Es war nicht diese heiße trockene Luft die man so kennt, nein es war so feucht warm und nur knapp 24°C, aber kaum auszuhalten. Diese Pause tat ganz gut. Weiter ging es dann über das Feld hinab nach Weißig. Jetzt sah man, dass sich die Wolken auftürmten. In der Ferne fing es schon an zu poltern an. Es gab aber keinen Grund unruhig zu werden. Es wurden nur Warnungen ausgegeben, die aber trotzdem ernst zu nehmen waren.
So ging es nicht mehr auf den Rauenstein hinauf. Wir fuhren an der Plattform vorbei. Ich konnte eh nicht mehr, hätte also schieben müssen. Das kam also ganz recht. Der ruckelige Rücken des Rauensteins wurde schnell bewältigt. Das ging ganz gut. Am Steinrücken, der Abschluss der Rauensteins, musste ich aufpassen. Katrin war nicht mehr zu sehen und so konnte ich mich getrost auf diese steinige Abfahrt konzentrieren. Ich hatte arge Probleme. Im letzten Jahr hatte ich diesen Teil wunderbar gemeistert und heute? Ich muss zugegeben, dass es gerade so gut ging. Selbst hier hatte ich keine 100% mehr zu bieten. Stattdessen musste ich bemerken, dass Katrin hinterdrein schlich und mich beobachtete. Der Schluss endete dann mit Steintreppen. Hier war dann endgültig Schluss. Ein Fehler bei der Stufe und alles passierte ganz schnell. Der Bock ließ sich nicht mehr weiter bewegen und ich musste diesen schnell verlassen. Seitlich sprang ich ab und musste ihn fallen lassen. Ich hatte Glück.
Endlich waren wir dann in Pötzscha angekommen. Am Wasser nahmen wir dann die restliche Mahlzeit zu uns. Als Nachtisch nahm ich mein Power-Gel und einen tiefen Schluck aus der Blase. Diese Pause im Schatten war wieder angenehm, sehr sogar. Katrin stiftete dann zum weiterfahren an. Mein Gel wirkte schon nach kurzer Zeit. Der Akku war wieder voll, doch die Beine lahmten immer noch. Da kann man machen was man will. Die letzte Steigung vor Rathen brach mir dann das Genick. Feierabend, Aus, Schluss für heute. Während Katrin weiter zum Café wollte bog ich auf den Bahnsteig ein. Ich fahr jetzt mit dem Zug nach Schandau weiter. Eigentlich wollte ich sogar bis Krippen, aber wir mussten noch was besorgen und etwas naschen wollten wir auch noch. Also stiegen wir in Schandau aus. Das wir auf den Zug warteten war auch gut so, denn der nächste Zug wäre Schienenersatzverkehr gewesen und der hält nicht in Rathen. Der darauffolgende Zug käme 1,5 Stunden später. Ich glaube da hätte ich mich doch wieder in den Sattel geschwungen, anstatt auf mein Gewissen zu hören. Es war gut so.
Der Kurzbesuch in Schandau endete mit Eisbecher und Einkauf für die letzten Tage. Danach nahmen wir die Fähre nach Hause und dachten schon an den schönen Abend in der Liethenmühle. Na das war dann wohl nichts. Punkt 18 Uhr ging hier ein Unwetter los und zwar jenes, dass für 14 Uhr vorhergesagt wurde. Es kommt von Süden her und ist über die Wetterkarte gut zu beobachten. Wir hatten schon riesigen Hunger. Jetzt mit dem Auto zur Liethenmühle? Um Himmelswillen, das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. So entschieden wir uns mal das Erbgericht auszuprobieren. Jetzt goss es wie aus Kannen. Wie zwei im Sprint rüber zum Erbgericht. Nebenher schlugen die Blitze in die höheren Gebiete ein. Es knallte nur so. Endlich standen wir im Raum. Eine junge Kellnerin in dieser Rot-Schwarz-Haar-Frisur-Optik stand uns dann gegenüber und sprach: „Hobn Sie Halbbongsion?“, „Nein“, „Leido sinn alle Dische resowierd, veruchns doch innor Eische.“ – Wie bitte? Alle Tische in der Gaststätte waren für die eigenen Gäste bestimmt. Nicht mal einen Tisch für Gäste außer Haus. Wo gibt’s so was? Nachdem im letzten Jahr „Die Eiche“ mit vollem Schwung durchgefallen war, ist nun das Erbgericht dran. Ich konnte nicht mehr. Haben sie Halbpension??? Katrin machte noch ein freundliches Gesicht. Ich muss sie echt blöd angeschaut haben. Das hatte sie gemerkt. Ohne weitere Worte verließen wir das Lokal für Halbpensionisten.
Stattdessen gingen wir nach Hause, überdachten die ganze Sache noch mal und machten uns es dann in der ersten Reihe gemütlich. Katrin zauberte in der Küche ein tolles Menü aus dem Proviant der nächsten Tage. Mit Blick auf Blitz und Elbe lassen wir nun den Tag zu Ende gehen.

Eure Sandsteinjäger

 




Mittwoch, 4. Juli 2012

Ganz große Runde


Der Wetterbericht zeigte für heute bewölkten Himmel und maximal 20°C. Das klang gut für unsere Tour, denn heute ging es auf den Hohen Schneeberg. Katrin hatte heute eine neue Strecke für uns herausgesucht. Anfangs sollte die Route in Decin enden und dann an der Elbe bzw. Labe zurück gehen. Es kam alles anders.
Wir zogen nach Kleingießhübel. Der kleine Ort ist immer eine Art Station. Bis hier hat man schon einige Meter überwunden. Leicht aber fein schlängelt sich die Straße am Krippenbach entlang bevor wir mit dem Bach in den Wald einbiegen. Ab jetzt fahren wir die Forstautobahn bis zum Taubenteich. Diese kleine und kurze Strecke hat es in sich. Die meisten Kurven und Anstiege aus dem letzten Jahr hatten wir vergessen. Es war vielleicht auch besser so, denn sonst hätten wir es uns nach dem gestrigen Tag doch noch überlegt. Stetig ging es bergauf. Katrin schob öfters und ich fuhr neben ihr her. Sitzen war mir lieber als den Bock zu schieben. Es kam auch soweit das ich Katrins Rad den Berg hinauf fuhr und sie mein Bike hinauf schob. Danach war ich ganz schön platt. Der erneute Tausch zu meinem Rad war dann wieder eine Freude. Wie leicht meins doch war. Einfach herrlich. Dafür habe ich gern Geld ausgegeben. Katrin meint jetzt schon, dass sie so was auch haben will, jedoch mit Rücktritt. Na ja.
Der Taubenteich ist wohl „umgekippt“. Es sieht wohl so aus, als wenn dort nichts mehr drin leben möchte. Von zwei Jahren saßen hier noch Entlein drauf und ließen sich füttern. Dies war uns nur ein kurzes Foto wert. Der Fuchsteich, unsere eigentliche kleine Zwischenstation mit Fresspause, war nicht weit von hier entfernt. Wir mussten aber noch gewaltig strampeln, denn es ging mal wieder … , richtig bergauf. Aber wenn es auch mal hoch geht, so geht es auch wieder runter und das ist auch Sinn der Sache.
Mit etwas Müh und wenig Not erreichten wir unser Lager. Ein langer Stopp ließ uns hier verweilen. So konnten wir neue Energie tanken und uns auf den Tag freuen der noch folgen sollte. Unser Ziel war ja noch nicht erreicht - noch lange nicht.
Katrin machte nun von ihrem „Wochenbestimmer“ – Passus Gebrauch und änderte kurzerhand die Route. Anfänglich mit Zwischenstopp über Decin, sollte es nun vom Schneeberg nach Ostrov, dann weiter ins Bilatal, dann nach Rosenthal und über Cunnersdorf, Papstdorf und Kleinhennersdorf zur Liethenmühle zurück. Wir hätten dann gleich essen können und müssten nicht gleich wieder von zu Hause los. „Gute Idee“, meinte ich, während sie mit ihrem Finger über ihre neue Karte wischte und die Wege die für Räder erlaubt waren in ihrem Kopf einscannte. So sollte es dann auch sein. Vorerst fuhren wir dann erstmal auf den Schneeberg. Vom Ort aus waren es 3 Kilometer mit satten 230 Höhenmetern an Steigung. Mit Schieben und fahren machten wir uns an die Arbeit. Ich teilte mir mit Katrin einen Powerriegel, den sie für ekelhaft hielt. Ich fand meinen Fahrstil im Schritttempo und ließ sie dann aber auch stehen. Sie machte hier und da ein paar Fotos und kam ein paar Minuten später nach mir an. Das Plateau erreichten wir an der Dresdner Aussicht. Zwar konnte man heute nicht bis Dresden schauen, doch reichte es für die umliegenden großen Berge. Wir wurden für unsere Anstrengung mit Sonnenstrahlen und um die 25° C belohnt. Nach der letzten Stärkung für die letzte Etappe ging es dann auch weiter zur Schneeberg-Aussicht. Wie beim letzten Mal hatten wir auch hier tollen Blick nach Decin und Jelové. Da wir diesmal nicht die übliche Tour hinunter nahmen, ging es einen Wanderweg zur Südwestseite des Bergs entlang. Unglaublich diese Aussichten. Irgendwann endete der Wanderweg in einen steilen Pfad hinunter. Rechts ging ein Weg ins Nirgendwo. Nicht ausgeschildert. Nur ein matschiger kleiner Pfad der meines Erachtens auf die Hauptstraße führen musste. So war es denn auch. Angekommen waren wir wieder an der Dresdner Aussicht. Eine kleine Rundtour auf dem Schneeberg.
Jetzt ging es aber hinab zum Ort Sneznik, der am Fuß des Berges liegt und dann weiter in Richtung Ostrov. Hier führte nach Karte ein einfacher Radweg in den Ort. Da hatte sich die Katrin aber mächtig geschnitten. Anfangs super, später dann meiner Meinung ein guter Fahrradweg für mich. Action, Steine, Gefälle – alles was man so haben möchte. Dieser war halt nur etwas schlechter ausgebaut. Ich hatte meinen Spaß bis Ostrov hinunter.
Jetzt ging es weiter bis ins Bilatal über den alten Grenzübergang. Der Weg führte nun ins Tal. Wir entspannten uns im sitzen und surften auf dem Schotterweg. Unsere Hintern taten wieder weh.
Der Weg von Bilatal nach Rosenthal ging am Großvaterstuhl vorbei. Wieder erst schieben, dann Pause machen und dann wieder in den nächsten Ort hineinradeln. Endlich waren wir in Rosenthal. Unser Ziel war jetzt nur noch Liethenmühle. Alles andere interessierte jetzt nicht mehr. Zwar hatten wir zwischendurch noch tolle Blickpunkte in die Ferne gehabt, doch Entspannung war nun was anderes. Wer trägt schon gern sein Rad auf einen Berg um Fotos zu machen und dann auf der anderen Seite wieder runter zu fahren? Wir natürlich.
Nach der Rosenthal – Cunnersdorf Strecke waren wir dann endgültig bedient. Die Winterleitenstraße, anfangs gut geteert, war 1876 zum letzten Mal in der Laufbahn geändert und renoviert worden. Man sah und fühlte es. Glücklicherweise mussten wir nun nicht mehr treten. Es ging nur noch hinab über Stock und Stein. Die Füße surrten auf den Pedalen. Es fühlte sich an, als wenn sie langsam einschliefen. Katrin fuhr mittig über den Grünstreifen. Der bremste jedoch aus, so blieb ich immer schön in der Spur und verlangte dem Material alles ab.
Leider mussten wir von Cunnersdorf wieder mal hinauf nach Papstdorf. Der letzte schreckliche Berg vor Kleinhennersdorf und der Liethenmühle empfing uns mit etwas Gegenwind. Das hatten wir jetzt noch gebraucht. Tapfer kämpften wir uns an den Essentisch.

Eure Sandsteinjäger

P.S. Katrin hatte sehr oft ihren Spaß, denn ihr Rad wurde oft beäugt. Sie merkte, dass man bei ihrem Rad vergeblich den Motor suchte.

Heute waren es 57 Kilometer und 870 Höhenmeter.