Was es mit diesem „Felsenorakel“ auf sich hat erzähle ich
etwas später. Vorab begann der Morgen mit Warten auf Brötchen, Kleckereien am
Frühstückstisch und ein kleines Muffelgesicht. Es ging heute zur Bastei und da
wir an den Zug gebunden waren, der uns nach Pirna bringen sollte, war viel Eile
geboten. Um 9.11 Uhr fuhr der Zug ab Bad Schandau. In Pirna stiegen wir noch
einmal um. Der nächste Zug brachte uns dann nach Lohmen. Wir waren also weit
weg von zu Haus.
In Lohmen gestartet ging es den elendig langen Dorfberg an
der Straße hinauf. Wie gestern schon ist dies auch so ein Hügel der nicht enden
möchte. Glücklicherweise sind wenig Fußgänger unterwegs gewesen, so dass man
getrost den Fußweg nutzen konnte. Die Straße ist nämlich so eine Todesfalle.
Ich war endlich oben an der Friedenseiche angekommen. 5 Minuten später trudelte
Nette ein, doch vom Rest war nichts zu sehen. Die zwei hatten einen Fleischer
ausgemacht und sind dort gleich rein spaziert. Ich hatte so etwas wie „Fleisch“
auch wahr genommen, doch in dem Augenblick war es mir wohl völlig egal. Die
beiden nutzten die Gelegenheit zum Naschen und zum Einkauf. Letzteres stellte
sich aber erst später heraus. Die beiden sprachen immer wieder davon wie lecker
es doch sei und wie toll der Laden war. Ich war drauf und dran diesen Weg
wieder bergab zu fahren und mich dann wieder hinauf zu quälen. Wir wollten dann
aber weiter und bogen in eine Straße die zu einer Gartenkolonie und dann in den
Wald führte. Endlich weg vom Autolärm. Die Sonne begleitete uns bis zum Wald.
Nun hatten wir aber Hunger.
Wir machten einen Rastplatz an einer Kreuzung aus. Hier
konnten wir in Ruhe verweilen und die gekauften Naschereien aus dem
Fleischerfachgeschäft verputzen. „Voam alloh feinstn“.
Der Waldweg führte uns wieder zur Straße, die uns dann
weiter zur Hauptverkehrs-Touristen-Ader in Richtung Bastei führen sollte.
Schnell noch ein Foto am Stein des Nationalparks und es konnte weitergehen.
Zack, was war passiert? An der Straße gibt es ein Schild, welches zeigt das es
dort bei der Bastei Parkplätze gibt (und das ordentlich Geld mitzubringen sei
;-) Dieses Schild hatte sich plötzlich verändert in ein
Durchfahrtverbotszeichen. Damit ist dann gemeint, dass alle Autos unten am
Auffangparkplatz stehen bleiben müssen und die Touris mal ihre Füße bewegen
sollten um dort hinzukommen. Man könnte aber auch mit dem Bus fahren. Immerhin
ist dies noch ein schönes Ende. Das Zeichen deutete jedenfalls, dass es oben
voll sein musste.
Wir rollten allmählich in Richtung Ziel – unser heutiges
Ziel das wir unbedingt erreichen wollten war in Sicht. Im Slalom ging es zur
Touri-Schubse Nummer 1 hier in der Sächsischen Schweiz. Wir gingen vorbei an
Souvenirläden, teuren Restaurants, einem Prägeautomaten und dem Felsenorakel.
Was immer dies auch sein mag. Spricht die Bastei mit mir wenn ich 2 €
reinschmeiße und wird bei 5 € der nächste Felssturz vorhergesagt? „Bitte werfen
sie eine Münze ein!“ ertönte glücklicherweise nicht. Man sah nur eine billige
LED Leuchtschrift wie sie auf den ersten elektronischen Robotron
Taschenrechnern zu sehen war. "Ich bin ihr Felsenorakel" stand dort in blauen
Lettern. Mich hätte gern interessiert was dort für 10 € passiert wäre und wer den Scheiß dorthin gestellt hat. Schade, ich weiß jetzt gar nichts von allem. Sollte das Orakel jedoch nicht fragliche Situationen beantworten können? Ein Teufelskreis.
Nach der üblichen Fotopause und den fragenden Blicken „wie
man denn hier mit dem Rad hoch kommt“ oder besser war heute noch „würdest du
hier mit dem Rad rauffahren“, ging es dann den Radweg in Richtung Wehlen
hinunter. Eine Dauerabfahrt die heute sehr gut besucht war. Ich konnte also
nicht mit dem üblichen Speed hier runter donnern. Hinter jeder Kurve könnte ein
Unfallopfer lauern.
Leider waren wir viel zu früh in Wehlen. Auf dem Markt war
es schön warm. Jetzt gab die Sonne ihr Bestes und zwang uns zum umziehen. Wir
vertrieben uns die Zeit mit Eisverzehr und einem Besuch in der Bonbonfabrik. Er
nennt sich Karamell Meister und ist im Internet zu finden. Auf alle Fälle ist
er einen Besuch wert. Wir hatten heute das Vergnügen seinen ersten
Weihnachtsbaumbonbon zu kosten. Wir waren in seiner Schauwerkstatt dabei als er
ihn kreiert und hergestellt hat. Natürlich hatten wir auch gleich mehrere Tüten
von verschiedenen Geschmacksklassen mitgenommen.
Mit der Fähre setzten wir dann auf die andere Seite über da
der Weg ab Rathen nicht mehr für Fahrräder erlaubt ist. Man hört aber
Verschiedenes bezüglich dieses Verbots.
Der Radweg nach Königstein mit all seinen Hügeln und
Abfahrten gehörte jetzt uns. Wir nahmen Fahrt auf, um schnell zu Café
Zimmermann zu kommen. Dort wartete der schönste Kuchen der Gegend auf uns.
Nette klemmte sich immer wieder an meine Fersen. Sie ist einfach nicht
abzuschütteln. Auch nicht mit dem Bock der ihr angedreht wurde. 28er
Eisenschwein mit 7 Gängen wobei hin und wieder 2 oder 3 Gänge aussetzen bzw. gar
nicht schalten. Sie meint aber das so geht. Gittis Rad funktioniert, aber sie
schaltet wenig. Was hab ich bei der Zuteilung falsch gemacht?
Nach der Kalorienbombe bei Zimmermän (wie Klaus sagen würde)
mussten wir wieder übersetzen, denn der Elberadweg geht auf der anderen Seite
weiter. Vorab wurde natürlich noch ein Tisch für heute Abend in Bad Schandau
bestellt. Man weiß ja nie. Die Stadt ist abends brechend voll und die Kneipen
auch.
Die andere Seite des Radwegs ist dann der krönende Abschluss
der Tour. 2 scharfe Hügel an denen man verzweifeln, aber auch seinen
Schweinehund besiegen kann. Es kommt nur darauf an wie man die Hügel anfährt.
Nette und ich hatten sie geschafft. Nette musste ich noch antreiben und es
funktionierte. Nicht mehr lange waren wir unterwegs. Durchgeschwitzt und
fertig, aber heil und glücklich waren wir nun zu Hause angekommen.
Eure Sandsteinjäger