Freitag, 4. Juli 2014

Ausgetanzt

Nun ja, die Nacht hatten wir trotz des Gruselkabinetts in der hinteren Reihe des gestrigen Tages sauber überstanden, jedoch klingelte der Wecker meines Erachtens heute zu früh. Das Fenster war die ganze Nacht offen und die Bettdecke fühlte sich demnach eisig an. Wir mussten, ob wir wollten oder nicht, den Zug um 9.20 ab Schandau in Richtung Sebnitz nehmen. Das heißt also früh aufstehen. Sebnitz die verlorene Stadt, so nenne ich sie. Es sieht teilweise richtig verlassen aus, obwohl es vielleicht auch Ecken geben mag an denen es schön sein kann. Wir haben sie aber nicht gesehen. Vom Bahnhof aus fuhren wir dann in Richtung Urzeitpark, um dann in Richtung Tanzplan zu starten. Prompt hatten wir uns auch verfahren. Und da die Katrin ihre Anschlusskarte nicht dabei hatte (welch Fahrlässigkeit), musste in Sebnitz mein Navi weiterhelfen. Irgendwie war sie heute durcheinander, so wie jetzt auch bei der Planung für den nächsten Tag. Jedenfalls machte Katrin heute bei dem Wetter schnell schlapp und ich schob dann die beiden Räder die Hügel hinauf. Vom Tanzplan hat man vom Turm aus eine tolle Sicht über das ganze Areal. Zum Aufgang des Tanzplan stand jedoch in Schönschrift geschrieben, dass die Gaststätte seit 2013 geschlossen sei, aber der Turm für jedermann offen stünde. Die erste Bemerkung ignorierte ich einfach und wollte einfach nur hinauf. Katrin trübte ihre Blicke immer weiter, bis ich auch endlich diese nicht ausgesprochenen Worte verstand. Es ging also um den Tanzplan herum und wir kamen direkt in Tomasov auf einem Hinterhof an. Nun aber schnell die Abfahrt zurück in Richtung Grenze. Tja, Abfahrt, das verstand die Katrin und sie lächelte wieder und ich hatte ebenso meinen Spaß. Auch wenn die zweite Kamera mal wieder ihren Hacker hatte, bekam ich sehr viel Filmmaterial zusammen. Dieser Schotterweg fehlt aber leider und muss mal nachgefügt werden. Es müsste eigentlich für einen Spielfilm reichen. 
Auf dem Panoramaweg endlich die erste große Pause. Wie zwei junge Raupen stürzten wir uns auf den Salat. Das große Buffet war eröffnet, danach legten wir uns in die Sonne. Die Temperaturen waren heute wirklich hoch, es war stickig und nur der Fahrtwind brachte Kühlung. Da kam diese lange Pause ganz recht, besonders der Raupe „Nimmersatt“. Die kann ja futtern. Jedenfalls machten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub und bretterten über den Panoramaweg. Die Jahre zuvor fuhren wir diese Strecke immer entgegen gesetzt. Heute erkannten wir, dass es besser sei die Tour anders herum zu fahren bzw. neu zu gestalten und in Verbindung mit anderen Strecken ab zu radeln. Für solch Experimente braucht es nun 5 Jahre Zeit, um das heraus zu finden. Wahnsinn. Da sieht man, dass auch wir die perfekten Routen noch nicht gefunden haben und das auch wir noch nicht alles kennen.
Jetzt ging es über die Hohe Straße, welche wir uns ein paar mal hinauf gequält haben, schnell bergab und in knapp 15 Minuten waren wir am Lichtenhainer Wasserfall. Im Kirnitzschtal führte Katrin unsere 2er Gruppe und gab das Tempo an. Da musste ich mich auch fragen, woher die Kraft auf einmal kommt. Natürlich, sie hat ja hoch geschoben. Ich macht es mir im Windschatten gemütlich und troddelte im letzten Gang hinterher. Zur Belohnung für diesen Tag gab es noch ein Eis und dann ging es nach Hause. Auf alle Fälle musste ich mich noch mal hinlegen. Die Fitness lässt nun doch allmählich nach. Morgen und übermorgen werden wir wohl Wandertage einlegen müssen, da für Montag die Riesentour von Rumburk über Seifenhennersdorf und dem Frenzelsberg durch die Böhmische Schweiz führen wird. Mit knapp 60 Kilometern wird es eine neue Herausforderung werden.

In diesem Sinne,
"Kommt Zeit, kommt Rad"

Eure Sandsteinjäger

P.S. Es kann möglich sein, dass ein Video der Ringerin von Bahnsteig 1 im dazugehörigen Blog zu finden ist. Ich hoffe es kommt gut rüber :-)

Donnerstag, 3. Juli 2014

Symphonie des Grauens in Reihe 13

Nachdem es ja nun heute (ich schreibe im „Jetzt“ obwohl es schon „gestern“ war) etwas für das Gemüt werden sollte, hatten wir vor dem Theater eine Wanderung geplant. Wir wollten von Walthersdorf, da hatten wir dann auch unser Auto stehen lassen, zur Kleinen Bastei und dann zum Lilienstein wandern. 15 Kilometer in 4,5 h, dazu 600 Höhenmeter schien für uns auch machbar. Es war zwar warm, aber immer noch angenehm. Es ging vorbei an der Pferdewiese. Hier standen die Pferde für das abendliche Kulturprogramm der Felsenbühne und warteten auf Ihren Einsatz. Wir wanderten also zur Kleinen Bastei und dann hinunter nach Rathen. Von hier aus mussten wir den ganzen Weg zurück über den Kotteweg und später durch den Lottersteig hinauf zum Fuße des Lilienstein. Der Lottersteig trägt seinen Namen in aller Ehre. Unsere Frühstückspause nahmen wir dann mit Blick auf den Brandrücken. Jetzt begann der harte Teil, der Aufstieg über die Nordseite auf den Lilienstein. Katrin hatte da aber mächtig zu tun, nicht mit der Luft, sondern mit der Höhe. Das ist schon sehr eigenartig, denn beim letzten Male lief sie hier noch umher. An der Baude nahmen wir dann jeder eine Eisschokolade zu einem wahnwitzigen Preis. Egal, die Abkühlung tat dann etwas gut und wir begannen nach der kleinen Rundumwanderung auf dem Stein den Abgang über die Südseite und wanderten dann wieder in Richtung Walthersdorf. Hier wurde sich am Auto noch mal frisch gemacht und umgezogen. Es ging dann nach Rathen hinein. Hier durften wir dann wieder zu Abendbrot essen. Katrin wurde mit ihrem Wildgulasch nicht satt und knallte sich dann auch noch einen überbackenen Camembert auf die Rippen. Vorweg der halbe Liter. Satt war sie immer noch nicht, aber es geht so. Eine Wurst würde sie vielleicht noch vertragen können. Es war aber auch wirklich etwas wenig, wenn man die Portionen betrachtet. Wir machten uns auf zur Freilichtbühne. Es lief das Musical Dracula und ist wirklich empfehlenswert. Vielleicht sollte man aber etwas Vorwissen über die gesamte Geschichte mitbringen, oder sich das übliche Programmheft kaufen. Spät am Abend, es war schon dunkel, zogen wir dann in Richtung Parkplatz Walthersdorf zurück. Wir waren da nicht die Einzigen, die so nach Rathen gekommen waren. Der Rest fuhr aber mit der Fähre, also die allabendliche Prozedur – Fähre, drängeln, S-Bahn oder Auto, dann vom Parkplatz herunter kommen etc.
Das Stück war sehr gut, aber wenn die Schulklassen mit wirklich halb verblödeten Kindern auftaucht, die wirklich nicht wissen wie ein C aussieht und sie meinen sie sitzen in Block F oder Sätze benutzen wie: „der hat voll die scheiße Gesischt, mit so seine Pickel über der Auge“, oder „guck macht der jetzt voll die Prozess“. Dürfte man die Note 7 vergeben, er hätte sie sicherlich bekommen. Da hülft och keen Nachhilfeassi. Die Pfeifen waren aber zum Ende des Stückes ziemlich unruhig, wahrscheinlich mussten sie ins Bett oder die Windeln sollten gewechselt werden. Am Besten war die Szene hinter uns in Reihe 13 als einer meinte er könne die Multiplikation der 9 auswendig. Hammer, und fing auch an 9, 18, 27 … usw. (das war noch vor dem Stück) und stellte dabei originelle Dinge fest. Der  Clown M. fragt dann: „wass isch dass, eh was willst du“, der gut wesentlich bessere T. erklärte ihm die Situation, da sprach ein anderer Schüler S.: „eh 9 mal 17“, sein Nachbar M. rechnete nun auch und als die anderen Deppen die Frage wieder vergessen hatten, rechnete, nein, zählte M. immer noch. Böse kam eine Antwort von ihm als man ihn störte: „was störst du allder, bin schon bei 133, lass misch“. Soll ich euch was sagen, ich dachte er schafft es bis zum Ende der Vorstellung, aber mittlerweile hatte er es auch schon wieder geistig verdrängt und war dabei sich an einer Tüte Pistazien zu verschlucken.

In dem Sinne, esst langsam und lasst die 17 gerade sein.
Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 2. Juli 2014

Damenwahl

Katrin hatte heute wieder mal eine grandiose Idee. Ihre beliebte Steilstrecke von Königstein nach Thürmsdorf hinauf. Vorab mussten wir jedoch an der Elbe bis nach Halbestadt fahren. Wir setzten dann über und Katrin begann später ihre Leidenstour bei einer 12% Steigung. Ist schon heftig wenn man ihren Bock schieben muss. Oben in Thürmsdorf angekommen fuhren wir diesmal nicht in Richtung Weißig und Rauenstein, sondern gleich zu den Bärensteinen. Irgendwie wollten wir uns da durchschlängeln. Es war jedoch nicht sicher ob es Stufen geben würde. Und was kommt? Richtig, Stufen. So änderten wir schnell die Richtung und schlugen den nächsten Pfad ein. Dieser wiederum machte auf Grund seines älteren Daseins einen gepflasterten Eindruck. Sandsteinbrocken vor ca. 200 Jahren als Straße oder Weg gedacht und somit gut befahrbar. Später ging es quer über Wiesen am Waldesrand vorbei. So umfuhren wir die Bärensteine und konnten beide zusammen erstmals in dieser Pracht so sehen. Weiter ging es in das nächste Örtchen Nauendorf. Jetzt hatten wir die Wahl. Den ersten Weg waren wir schon mal in entgegen gesetzter Richtung gegangen. Der sollte es nicht sein. Katrin meinte darauf hin wir nehmen den zweiten, obwohl da noch die Straße wäre. Da wir noch genug Asphalt heute bekämen, schlug ich den Damengrund vor. Hört sich nach frisch gewischten und gefliesten Waldboden mit Handlauf an. Wenn möglich auch beleuchtet. Nix da, die ersten Hundert Meter waren geschlagene Sandsteinblöcke die dann schnell in Stufen endeten. Einige Stufen fehlten gänzlich, der Weg war ausgewaschen. Grandioses Domizil für waghalsige Biker. Ich war mit dem ersten Schwung schon sehr weit gekommen und wartete auf Katrin. Die wiederum fühlte sich nicht wohl auf ihrem ausgesuchten Weg. Es ist nicht verboten hier mal lang zu „radeln“ und sofern ich selbst immer noch Rücksicht auf Wanderer nehme ist doch alles in Ordnung. Es kamen uns wirklich welche entgegen und da machten wir fein Platz.
Die Strecke endete dann in Pötzscha, wo wir nach Rathen übersetzten, uns ein Eis gönnten und dann durch den Uttewalder Grund zur Bastei hinauf fuhren. Warum wir immer wieder zur Bastei fahren, ist uns eigentlich unverständlich. Dauernd nörgeln wir über diese Touri-Burg, aber selber fahren wir mit den Bikes bis zum Aussichtspunkt. Aus Angeberei vielleicht? Mag sein, aber der Zug sollte spätestens in diesem Jahr abgefahren sein, da so einige mit den Rädern oben waren. Die Meisten jedoch mit der Energie aus gut gefüllten Akkus.
Wir zogen auch schnell wieder weiter und nutzten die Bastei nur zur schnellen Einkehr bzw. Durchreise. Weiter ging es über das Feld bis nach Rathewalde, um dann in die Ziegenrückenstraße mit ihren tollen Abfahrten einzubiegen. Die Kameras liefen wieder mit und zeigten spektakuläre Asphaltraserei von zwei Sandsteinjägern, die ihrem Namen alle Ehre machten. Leider nahm diese Tour in Waltersdorf ein schnelles Ende, wir mussten rechts abbiegen und nahmen einen kleinen Wanderweg der uns nach Prossen führte. Hatten wir so noch nie gemacht und sollte nicht in Vergessenheit geraten. So waren wir dann auch schnell wieder nach ein paar Pedalumdrehungen in der Heimat und konnten den Tag wieder mal als gelungene Aktion im Blog vermerken. Fazit ist auch, dass Katrin öfters mal Radwege suchen solle, dann hab ich mehr Spaß. Es ist ja nicht das erste Mal mit Damenwahl.

In dem Sinne,
Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 1. Juli 2014

Die Ringerin von Bahnsteig 1

Die große Radtour ging heute früh mit dem Zug in das „Böhmische“ hinein. Ich war fasziniert was Katrin sich da ausgedacht hatte, bzw. welch tollen Tipp sie aus der Informationsbroschüre erhascht hatte. Wir mussten nach Decin und von dort aus weiter nach Ceska Kamenice. Habt ihr schon mal auf einen Anschlusszzug in Tschechien gewartet? Es geht nicht um die Zuverlässigkeit, nein es geht darum, von welchem Bahnsteig der Zug wohl fahren wird. Das ist kein Scherz. Kein Zug ist mit Ankunftsbahnsteig und mit Abfahrtsbahnsteig auf den Tafeln deklariert. Schaut man sich dann aber in der Bahnhofshalle um, so sieht man eine riesige Tafel mit den nächsten Zügen, welche dann auf die Bahnsteige gelost werden. Dazu noch der Bahnhof hat 4 Bahnsteige, aber 8 Gleise. Bis wir das kapiert haben, dass die Zahl hinter dem Bahnsteig das Gleis bedeutet, hat schon etwas gedauert. Wir hatten es aber dann verstanden. Als wir im frisch gesäuberten Zug dann eingestiegen waren, entwickelte sich ein kleines Gespräch zwischen dem Lokführer und uns. Er erklärte uns die Sache mit dem Bahnsteig und mit den Gleisen noch mal und wir waren zufrieden. Plötzlich sprang der Schaffner in den Zug und meinte uns zu belehren. Was er genau meinte wissen wir nicht. Unsere Fahrräder standen angeblich falsch, denn diese muss man hier an die Wand des Zuges hängen. Das hatten wir nicht getan, ich stellte mich stattdessen davor und hielt sie während der Fahrt fest. Er sah jetzt wieder zufrieden aus, besonders dann wenn wieder Mädels mit großer Oberweite den Zug bestiegen. Er ging voll auf in seinem Beruf. Er stieg auch jedes Mal auf den Bahnsteig, hob seine Pappkelle und blies in seine Pfeife. Dabei stand auf jedem der Bahnhöfe (mehr oder weniger Bahnsteig mit Haus) eine Frau mit roter Mütze, weißer Bluse und blauem Rock und zeigte, während der Zug im Bahnhof stand, ihre Präsenz. Kein Gruß, kein Winken. Wenn jemand weiß wie diese Damen heißen, melde er sich bitte. Sie verkaufen auch angeblich Souvenirs und Fahrkarten. Und genau um die Eine geht es jetzt: Wir stiegen in Kamenice aus, dabei wollte der Schaffner Katrin beim Tragen helfen, denn der Bahnsteig lag mal wieder 50 cm tiefer und war 1 Meter breit. Er wusste aber nicht wo er hätten anfassen sollen. Sie tat es dann allein. Wir standen nun auf dem Bahnsteig und mussten aufpassen, dass wir nicht auf das andere Gleis fielen. Na ja, fielen ist übertrieben, ein Schritt und der Nachbarzug würde die nur über die Füße fahren. Da fuhr aber nichts und wird die nächsten Jahre auch nicht fahren. Die Bahnhofsvorsteherin hatte alles im Blick. Alles in Ordnung, sie war für die Sicherheit da. Dort wo andere Security brauchen, da stand sie. Kräftige Statue einer Russischen Ringerin. Auf Bahnsteig 1 stand sie da. Vorbau wie Rubens es wollte, nein sie war etwas mehr als das was Rubens je verewigt hatte. Dazu die Uniform – Schulmädchenreport 3.0. Ich hatte Angst, jedoch so lange der Zug den Bahnhof nicht verlassen hatte, stand sie immer noch auf ihrem Posten und starrte auf die Gleise. Schnell weg.
Jetzt begann unsere Reise durch ein trostloses Land, vorbei an alten Ruinen einer Textilfabrik. Bunkern und alten Zäunen. Das war mal verbotenes Land und jetzt sieht es scheiße aus. Verlassen und der Natur zurückgegeben. Die hatte es aber in den letzten 25 Jahren noch nicht geschafft etwas zu bewegen. Der nächste Ort war nicht weit. Ebenso trostlos und verkommen. Das Einzige was hier wohl noch läuft sind „Restaurace“, also Restaurants, Kneipen, Gaststätten und Hotels. Ich glaube aber das diese Zeiten der Restaurants wohl dem Ende entgegen geht. Ein Dorf hatte geschätzt 20 Gaststätten. Da waren wohl die meisten Besitzer auch die besten Gäste. Hin und wieder standen auch Autos vor der Tür, aber die meisten waren doch Tschechen.

Nach unserer trostlosen Straßenrallye auf nicht befahrenen Straßen bogen wir zum ersten Highlight ab. Es ging zur Grundmühle. Diese war bis ca. 1930 noch Hotel und Mühle, sah aber so aus als wären die Gebäude im Mittelalter verlassen worden. Hochwasser und Natur schaffen ihr bestes. Trotzdem war es sehr schön. Eigentlich wollten wir nun den Weg zurück und dann weiter die Straße bis zur nächsten Mühle fahren. Jetzt wird abgekürzt, ich wollte keine Mühle mehr sehen. Ich fahre doch für 3 Mühlen keine 47 Kilometer. Katrin nahm die Karte und suchte den nächsten Radweg hier im Nationalpark heraus, der führte dann auch nach Jelove und nannte sich wirklich Fahrradweg. Wieder mal hatte Katrin einen Radweg gefunden, der zwar den Namen nicht verdient, aber dennoch Abenteuer verspüren lässt. Es ging mit dem Spaß nun richtig los, bis wir irgendwann auf eine Straße kamen, die uns dann auch wieder in ein trostloses Dorf brachte. Es wurde schon besser und die Stimmung stieg an, denn die Straße ging jetzt nur noch bergab und das auf eine Länge von guten 4-5 Kilometern. Einmal konnte ich einen Blick auf das Tacho werfen. 57 km/h zeigte es an. Der Vorteil an dieser Straße war, dass sie lang und gerade war. Ein paar kleine Kurven und wieder begann ich den Schwung aufzunehmen, den ich gerade verloren hatte. Endlich kamen wir in Hrensko an und fuhren dann bis Schmika und setzten dann mit der Fähre über dann schnell nach Hause zu fahren. Ich musste mich auf Grund meiner Kopfschmerzen hinlegen und es hatte auch geholfen. Morgen wird’s dann mit einer bekannten Tour etwas besser.

Tierische Grüße,
Eure Sandsteinjäger


Die Ringerin von Bahnsteig 1 im Video

Montag, 30. Juni 2014

Raubrittertour

Unsere große Tour am heutigen Tag sollten wir auf Schusters Rappen unternehmen. Die eigene kleine Raubrittertour startete mit dem Bus. Früh mussten wir wieder mal aufstehen. Das Wetter zeigte sich noch von der guten Seite, obwohl keine Sonne schien, die Temperatur aber noch im guten Niveau lag. Der Bus sollte uns bis einer dieser Mühlen bringen. Dauernd hatten wir auf die Karte geschaut und gewusst wo wir aussteigen wollten. Am Ende stiegen wir bewusst falsch aus. Dies merkten wir erst als wir das erste Mal auf die Karte schauten. Wir stiegen daher durch die Spitzsteinschlucht immer weiter hinauf. Es war eine Art Abkürzung zum Hinteren Raubschloß. Hier hausten die bösen Ritter und hatten die Umwelt unter Kontrolle. Leise stiegen wir durch die Schlucht. Nur ein paar Vögelchen und unsere Schritte konnte man hören. Es war genial. Wir wurden wahrscheinlich heimlich von Ritter Runkel beobachtet. Zwischen all den Bäumen haben wir ihn jedoch abschütteln können, zumal wir auch dauernd unsere Sachen gewechselt hatten. Das kam dadurch das jeder seine Regenjacke hatte und auch noch ein blaues Regencap. Dann standen wir vor seiner Behausung, dem Winterstein auch als Hinteres Raubschloß bekannt. Bevor der nächste Regen einsetzte wollte ich eigentlich oben sein. Katrin machte es sich unten am Fuße der Felsenburg bequem. Ich indes begann die heutige Erstbegehung schnell und wie gewohnt außerordentlich präzise. Hier sollte man wissen wie man auf die Spitze kommt. Endlich oben und ich konnte die Aussicht genießen. So langsam wachsen die Birken in die Höhe und verdecken schon die Sichten. Vor Jahren konnte man noch einmal herumschauen. Nur eine sichere Eiche verdeckte die Sicht hier oben. Unsere nächsten Ziele konnte ich ebenfalls entdecken. Ich ließ die GoPro laufen, machte noch ein paar Fotos und ging dann wieder hinab zu Katrin. 
Wir verließen des Ritters Kinderstube und stiegen hinab in das Tal, um in Richtung Zeughaus zu gehen. Hier hatten wir einen der schönsten Blicke auf den Teichstein. Mit dieser kleinen Pause auf der Wiese am Zeughaus tankten wir noch mal Kraft für den nächsten Aufstieg. Der hat es etwas in sich. Über den langen Rücken steigt man bis zur Spitze hinauf. Hier wollten wir eigentlich unser Frühstück einnehmen, doch was da auf unsere Aussicht zukam war die schlechten Gedanken von Petrus, denn der schickte uns eine blaue Wand direkt auf uns zu. Wir packten mal wieder unsere Regensachen aus schauten noch ein paar Mal zu Ritter Runkel rüber und begannen den Abstieg. Es sollte nun zum Großen Pohlshorn gehen. Abstieg und Aufstieg waren erschwerlich und da wir noch nicht so richtig gegessen hatten, wurde Katrin auch schon etwas maulig. Das war auch zu verstehen, denn es war nun schon halb drei. Nach dem langen Aufstieg auf das Gr. Pohlshorn konnten wir endlich unsere Mahlzeit nehmen, obwohl schon wieder eine blaue Welle auf uns zu rollte. Wir ließen uns das Essen schmecken, doch als die ersten Tropfen wieder von oben kamen, mussten wir uns wieder verkleiden und unseren Ort verlassen. Nur so umgingen wir wieder mal die nassen Sachen. Wir verschwanden im Unterholz und damit auch vom Stein. Es ging gestärkt hinab. Eigentlich wäre nun noch das Kleine Pohlshorn oder der Kleinstein mit Kleinsteinhöhle angesagt. Aber wir beide hatten keine Lust mehr. Es ging zur Bushaltestelle, hier hätten wir aber noch lange warten können und somit marschierten wir weiter bis zur Haltestelle Neumannmühle. Den Bus nutzten wir nur bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Hier stiegen wir um in die Rucke-Straßenbahn. Wir hatten noch ewig Zeit und in unserem Urlaub gibt es keine Eile, also tuckerten wir langsam mit der Kirnitzschtalbahn langsam nach Schandau rein. Jetzt hatten wir auch wieder Hunger und besuchten gleich eine neue Gaststätte. Katrin bekam ihre Müllerin Art inkl. Forelle und ich nahm das Schwein des Zigeuners. Wunderlecker. 
Eure Sandsteinjäger 

Sonntag, 29. Juni 2014

Wenn Regentropfen auf die Jacke klopfen

Sicherlich habt ihr nun schon lange auf eine Nachricht von uns gewartet. Heute ist es soweit. Als wir Samstag angekommen waren und unsere kleine Kammer vorübergehend beziehen konnten, waren wir voller Tatendrang. Morgens bei Café Zimmermann schön gefrühstückt und dann bei Sonnenschein in Krippen eingetroffen. Schnell die Sachen hoch gebuckelt und halbwegs ausgepackt. Wozu richtig auspacken, wenn wir morgen unsere richtige Wohnung beziehen können. Also ging es auf die Räder und ohne Plan fuhren wir durch die Gegend und schauten mal hier und da, und auch mal dort. Wir gelangten an den Ortsausgang von Schandau und plötzlich kam mir der Gedanke nach Ostrau hoch zu fahren. Katrin wollte erst nicht so recht, aber es ging dann schon. Mit Schaffenskraft ging es nun den steilen Berg hinauf, den wir beide noch nie gefahren aber schon mal gegangen waren. Katrin schob beachtlich ihren weißen Koloss den Berg hinauf. Ich hatte bös mit mir zu tun. Teilweise konnte ich Katrin schieben, aber irgendwann schob sie wieder allein und hielt sich am Rad fest. Es war schon schön warm geworden, das hob die Stimmung. Während ich schon fast wieder mit den Gedanken bei der Abfahrt war, kam Katrin der Gedanke die Emma-Bank vom Vorjahr zu besuchen. Damals waren wir dorthin gewandert und fanden diesen Weg ganz passabel für unsere Räder. Das wir aber dies Jahr schon mal dorthin fahren würden und das als Einsteigertour, damit haben auch wir nicht gerechnet. Auf einem richtig geilen Trail ging es diesen Weg entlang, teilweise sogar dicht am Abgrund, so dass Katrin meinte sie könne nicht nach links schauen weil das da so steil bergab geht. Man schaut ja auch nach vorne, oder? Richtig ausgewiesen ist dieser Weg natürlich nicht für Radler. Wer kann der kann und Rücksicht geht vor, da halten wir uns auch dran. Staunend kamen uns so einige Wandersleute entgegen. Nur das Pärchen an der Emma-Bank muffelte vor sich hin als wir gegrüßt hatten. Den passte es nicht das wir hier mit dem Rad waren. Uns doch egal, aber es fühlt sich total bescheuert an wenn man solch Unfreundlichkeit begegnet. Die geben einem das Gefühl von nicht „Erwünschtsein“. 
Wir haben den Tag und die Tour genossen, abends Fußball geguckt und dann in der Eiche zum Essen gewesen. Wir beide hatten nur was Kleines genommen, da wir am Tag immer wieder gut geschlemmert hatten und eigentlich auch satt waren vom vielen Trinken.
Die Nacht hatten wir beide so gut geschlafen, dass ich am Morgen gar nicht wusste wo ich war. Die Coutch knacken hart, so wie ein stoffbezogener Eichentisch. Es gab Frühstück bei den Vermietern, da unsere Butze keinen Tisch hatte, nur Coutch und Anbauwand und ein Tür nach draußen. Nach diesem tollen Start in den Tag machten wir uns fertig für die eigentliche Einsteigertour unserer diesjährigen Unternehmung. In Porschdorf nutzen wir den steilen Anstieg des Alten Schulweg, der uns später auch zur alten Schule führt und dann weiter in Richtung Bockstein bringt. Mit Blick auf den Brandt überquerten wir die Anhöhe. Während Katrin sich laufend mit der Kamera beschäftigt, um sich da etwas einzuüben für die wichtigen und neuen Touren, zog ich über den Berg und übte fahrkünstlerische Einzelaktionen. Nur selten war ich dabei auf den Filmen von Katrin zu sehen. Aber es wird schon werden. Zwar ist der Akku ziemlich ausgelutscht, aber ich habe noch ein Akkuladegerät für unterwegs dabei, so dass dann etwas mehr Zeit bleibt für Filmaufnahmen. In Waltersdorf ging es dann runter zum Lilienstein und so langsam fing es an zu nieseln an. Für die Regenjacke reichte es noch nicht, aber der Gebrauch schien schon greifbar Nahe zu sein. Es ging hinab über die alt bekannte Schotterpiste bis nach Halbestadt. Jetzt wurde es schon heftiger und fühlte sich nicht mehr wie Niesel an. In Halbestadt an der Fähre machten wir unsere Pause an einen überbesetzten und fast gefüllten Unterstand. Der hat mit seiner Größe schon ein Maß von ca. 5 mal 5 Metern, doch zwei Schwaben besetzten zusammen mit ihren Rädern das komplette Areal wie die Russen damals Berlin. Wir fanden dann noch ein Plätzchen für uns. Die Räder lehnten wir indes an die Außenstützen des Rondells und hatten damit gezeigt, dass es auch anders geht. Die schwäbischen Kutschböcke lehnten an unsere Sitzgelegenheit. Ohne Anzeichen des freiwilligen Räumens blieben die beiden sitzen und schoben schlechte Mienen. Die zwei waren dann auch bald verschwunden und wie konnten endlich unseren Salat genießen. Es regnete nun schon sehr stark. Als das Essen endete und der Regen etwas nachgelassen hatte zogen wir in unseren Wetterklamotten weiter. Meine tollen Regenjacken halfen uns da weiter. Nur die Hosen zeigten erste Nässeschwächen. Wir waren auch sichtlich froh wieder in Schandau zu sein. Nass bis auf die Haut, so stand sie da … Nein, nicht bis auf die Haut. Es hielt sich wirklich in Grenzen, war aber schon ungemütlich. Wir fuhren noch mal zum Bäcker, um unser Nachmittagspaket zu holen und dann ging es wieder über die Brücke nach Hause. Schön warm duschen, unsere eigentliche Wohnung beziehen und einen Mittagsschlaf ohne Mittag machen. Das tat gut. Der Regen zeigte dann später alles was er drauf hatte. Wie gut das die Häuser innen hohl sind. In dem Sinne.

Eure Sandsteinjäger

Donnerstag, 26. Juni 2014

Nur noch ein ....

.... paar Stunden und es geht wieder los. Die Räder waren schon vor kurzer Zeit gereinigt worden. Katrin war so frei und hatte einen Kraftreiniger aus der Werbung benutzt, um den Dreck der letzten Monate abzuwaschen. Dieser Reiniger löste auch die Fette und Öle - wirklich Topsauber. Da musste ich erst wieder mit der Fettspritze und der Ölkanne alles versuchen, um die beweglichen Teile am Leben zu halten. An meinem Bock ging ich erst grob mit dem Lappen drüber, um später doch noch alles mit Wasser und Seife alles zu säubern.
Sicherlich sind wir zwei auch wieder aufgeregt. Frühstück gibt es in Königstein bei Cafe Zimmermann. Katrin hat schon einen Tisch bestellt ;-) Da wir nun einen Tag früher anreisen können, sind wir zwei um so aufgeregter. Das Tasche packen artet schon in Stress aus.
Wir können in diesem Jahr nur hoffen, dass wir wieder solch schönes Wetter haben wie im letzten Jahr. Der Sommer 2013 wird nicht vergessen werden. Selbst am Abend hatten wir noch 28°. Das geht dann zum Ende hin an die Kraft und so hatten wir damals beschlossen Wandertage einzulegen. Das tat dann auch ganz gut. In diesem Jahr wird es wahrscheinlich nicht solch ein Topsommer, aber das soll uns ja egal sein. Hauptsache wir können viel Videomaterial sammeln.
Katrin bekommt leihweise von der "Korsika-Fraktion" eine GoPro an das Bike geschmiedet. Die Halterung die ich nun gebaut habe, sieht sehr fest aus und wird auch die Zwecke erfüllen, jedoch kommt meine bestellte Halterung aus Aluminium direkt aus China. Ich hoffe das Schiff kommt pünktlich im Seehafen an und ich muss es nicht vom Zoll abholen. Schauen wir mal was passiert.
Ihr werdet von uns lesen.

Gruß,
Eure Sandsteinjäger 

Sonntag, 8. Juni 2014

Nassgemacht und Plauer See

Hallo User, nach der letzten Ausfahrt in Richtung Rerik wollte ich eigentlich nicht viel schreiben. Da ich unsere Webseite auch ein wenig modifiziert hatte blieb mir auch kaum Zeit dazu. Den Reisebericht vom Plauer See am Herrentag habe ich kurz hinten angefügt. Doch zu unserem letzten Reisebericht vom Pfingstsonntag gibt es als kleinen Film und nennt sich "Rerikrunde". Für die unerfahrenen Biker - es sind so um die 54 Kilometer und das bei schönstem Wetter. Seht selbst unter "Kurzfilme".

Eure Sandsteinjäger





Um den Plauer See:
Erwartet hattet wir eigentlich einen sonnigen Tag mit allem drum und dran. Der Start in Rostock begann schon so kurios, dass Micha immer noch an seinem Rad montierte und später sogar an zu basteln anfing. Er baute seine Felge auf DV-Ventil um und ich fing an zu frieren an. 8°C waren nicht gerade schönes Wetter, dazu auch noch bewölkt und es war auch nicht daran zu denken das wir heute noch mal die Sonne sehen würden. Vielleicht war es in Plau ja etwas anders. Ich stand da in kurzen Hosen und ging dann doch lieber in die warme Stube, wärmte mich ein wenig und schaute durch die Scheibe zu wann er dann fertig werden würde.
Wir schnallten die Räder auf und fuhren mit dem Wagen bis Quetzin. Als wir den Wagen verließen zog ich mir gleich die winddichte Jacke an. Uns sollte die Sonne heute jedenfalls nicht begleiten. Wir fanden schnell unseren Weg. Einen Teil war Micha schon mal gefahren, so dass ich mir da keine Sorgen machen brauchte. Ich machte mir nur Gedanken ob er die verheimlichten Kilometer auch schaffen würde. Laut Navigation wären es 61,8 Kilometer gewesen, wenn wir die Asphaltbahn ab Stuer nehmen würden. Die Länge dieser Tour verriet ich ihm später. Statt entsetzen empfing ich eher ungläubige Blicke ob die Strecke wirklich so lang sei, oder ob ich ihn veralbern wollte. Ab Plau ging es dann in südliche Richtung vorbei an Bootsstegen und Campingplätzen und direkt durch die Wälder. Es dauerte auch nicht wirklich lang und wir waren schon in Stuer. Unterwegs fiel uns ein etwas älterer Herr und gut beleibt auf seinem Damenrad auf. Irgendwie war ihm das Rad auch zu klein, aber er zog gut weg. Mit dem Tempo das wir hatten fuhren wir gut an ihm vorbei und blieben auch vorn. Nach einer Weile hatten wir ihn wieder von vorn. Entweder hatte er einen Bruder oder er nahm auf dieser Geraden eine Abkürzung. Wir machten eine Minute Rast an einem Steg und da sauste er vorbei. Als wir dann gegen 11 in Stuer waren und unser Frühstück vertilgten, fuhr er wieder vorbei. Bei dem Tempo was wir am Schluss vorgelegt hatten war das fast unmöglich. Er fuhr einfach weiter.
Die trailigen Wege so dicht am Wasser hatten richtigen Spaß gemacht. Wir nahmen auch gefährliche Wege die ein Ende hatten. Das heißt irgendwann ist Schluss und der Weg führte 20 Meter oberhalb unseres Weges weiter. Da mussten wir erst mal die Bikes hochbuckeln. Mein Rad war ja etwas leichter, aber Michas Rad ist da schon ein anderer Kaliber (mit Seitentasche die immer abfällt). Vorab wurde wir zwar noch von Omis gewarnt, aber ich nahm das nicht für ernst, denn ich fuhr ja auch die Treppe vor dem Ort Lenz hinunter und die Leute meinten es geht hier nicht runter. Wem soll man da noch Glauben schenken. Als wir wieder fahren konnten trafen wir noch 4 Profis, die zwar gut unterwegs waren, aber dennoch einen Flicken in der Heide suchten. Da kamen wir gerade recht und halfen aus. So etwas hatten wir natürlich dabei. Als wir dann geholfen hatten kam die Sonne raus, als würde der Stern uns sagen wollen: "Toll gemacht", sie versteckte sich dann auch gleich wieder und es blieb kalt.
Hinter Lenz wurden die Wege breiter und das war gut so, denn die ersten "Herrentagsfeierkinder" trugen die Fahne im Gesicht, so dass man es vorab schon riechen konnte ob ein großer Seitenabstand gewahrt sein müsste oder ein einfaches schnelles vorbeifahren reichen könnte.
Eine Abschlussrunde um den Werder bei Alt-Schwerin musste noch sein, um die Kilometer hoch zu treiben. Viel gesehen haben wir dabei nicht. Auf Grund unserer Schnelligkeit am heutigen Tage wären wir auch viel zu schnell zu Hause gewesen und daher quälten wir uns noch etwas.
Kurz vor dem Ziel besuchten wir noch eine Raststätte an der Bundesstraße. Dem Micha störte der Lärm gar nicht, viel mehr brannte ihm sein Hinterteil gerade weg und er setzte sich sofort auf eines der Polsterstühle. So langsam ging es bei mir auch los, denn dieser Ritt über die Wurzeln beanspruchen doch sehr das Material am Hintern. Nach dem Kaffee und dem  obligatorischem Teampinkeln kamen wir unserem Wagen immer näher. Es war schön wieder auf einem weichen Sitz zu sitzen. Der Abend verging dann, wie es dann immer ist, in der prallen Sonne in Rostock. Es wurde noch mal warm.

Eure Sandsteinjäger (mit Lehrlingen)

Donnerstag, 22. Mai 2014

Rückblick Trainingslager

Heute können wir zurückblicken auf 3 tolle Radlertage und 104 Kilometer Gesamtstrecke. Alle Touren waren sehr schön, wobei mir persönlich die Zweite am Besten gefiel. Eine Anfangstour am Ankunftstag zu finden war ziemlich schwer. Einmal um den Tiefwarensee zu fahren schien uns zu kurz. Diese Strecke wird mit 8 Kilometern angeben. Wir wären glatt unterfordert gewesen. So ging es zur Einstimmung an der Müritz entlang und da wir ja verlängerten, wäre die Müritzrunde eventuell eine Option für den letzten Tag gewesen und so testeten wir den Anfang dieser Strecke, welche wir dann zu einer größeren Runde individuell ausbauen konnten. Dank der sehr gut ausgeschilderten Wege rollten wir immer tiefer in die Wälder an der Müritz. Tja, leider immer weiter in die Wälder. Nach der Schnakenburg, einem Aussichtspunkt, war dann die Müritz nicht mehr zu sehen. Wir holperten weiter in östlichen Wälder. Eigentlich war es schön warm, doch sofern sich der Wald etwas lichtete und sich keine Schutzmöglichkeit mehr bot, kam der Wind aus allen Richtungen. Wir hätten auch umdrehen können und der Wind käme wieder von vorn. Wir mussten also immer weiter. Katrin lechste schon nach Kaffee und Kuchen. Laut meiner Bikemap-Karte sollte im Ort Boeck ein Bäcker sein. Der hätte dann zur Not auch genügt, doch irgendwie wollte Katrin nicht mal mehr diesen Ort sehen, ich auch nicht. Das holpern über die Wurzeln ging mir so derbe auf die Ketten, dass ich mich nach einem Radweg sehnte. Ich und Radweg? Das passt zusammen wie Katrin und Downhill. Plötzlich kamen wir tatsächlich in den Ort Schwarzenhof. 5 Häuser, ein Restaurant, eine Wetterstation und einem Rasthof für Radler. Bingo. Erstmal Kaffee und Kuchen. Herrlich war es hier. Kein Wind und ein Platz an der Sonne. Nach der kurzen Rast fuhren wir die Landstraße weiter, wieder zurück in Richtung Federow. Vorbei an ländlichen Idyllen ließen wir uns richtig Zeit beim fahren. Am Feisnecksee machten wir noch einmal Pause und konnten einem Hecht im kristallklarem Wasser bei der Jagd zuschauen.

Der zweite Tag fiel unter dem Motto: Der Schatz im Fleesensee und begann kurios. Nachdem wir zwei durch die Stadt fuhren und den richtigen Weg suchten wurde ich plötzlich von einem älteren Mitbürger angemault: "Rechts fahren Mann". Das ich jedoch mehr halten würde als fahren täte und Rücksicht auf ihn nahm, weil ich nicht wusste was er jetzt macht, erkannte er nicht und bekam von mir einen Konter: "Bleib ruhig alter Sack" und zeigte ihm den 'Flüsterfuchs'. Alle an der Kreuzung Anwesenden wussten was jetzt Sache war und er selbst würde Nachts davon träumen und nächsten Tag einen Bericht in der Zeitung schreiben lassen wie Rücksichtslos doch die Touristen sind. Vielleicht war er ja selbst einer.
Über Kamerun und Eldenholz ging es nun in Richtung Kölpinsee. Da unser Radweg sehr hoch lag, konnten wir immer wieder auf den See hinab blicken. Heute war es für den Zeitraum April sehr warm. 23 Grad zeigte das Thermometer und im Augenblick wehte ein leichter Wind aus Nord-Ost, wir fuhren also mit leichtem Rückenwind bis Malchow. Vorerst wollte Katrin noch Wisente sehen. Ich hatte mich gewundert warum Katrin plötzlich solch Tempo vorlegt. Sie wusste genau wann Fütterungszeit war, jedoch waren wir 5 Minuten zu spät in Damerow angelangt. Wir hätten noch ein paar Minuten laufen müssen und hätten dann alles verpasst gehabt. Also nahmen wir uns dies für den Abfahrtstag vor. Wir drehten um und radelten um den See herum. Hinter Jabel begann eine schöne lange Strecke direkt durch den Wald. Wir trafen zwei Radler. Die beiden hatte ich schon weit Weitem beobachtet als Katrin mal wieder eine von ihren P.-Pausen machte. Die zwei wühlten auf ihrer Radkarte als gebe es kein Morgen mehr. Da hilft auch kein drehen und wenden. 100%ig hatten die zwei sich völlig verfahren. In Malchow machten wirt dann eine größere Pause. Die Eine nutzte ich zum Anbaden und die Andere zum Eisschleckern im Zentrum von Malchow. Der Strand, den ich für meinen kurzzeitigen Nacktausflug ins kühle Nass nutzte war leer und war vorher von der Stadt als richtiger Strand ausgewiesen - mit Baywatch-Turm und so. Meine Retterin hatte mich im Auge. Genauso wie die Scherbe die mir während dessen still und heimlich die Luft aus meinem Hinterrad ließ. Pannenhelferin Katrin stand mir zur Seite und beruhigte mich. Immerhin hatte ich mir die Scherbe am Strand eingefahren. Das Eis im Zentrum entschädigte dann alles.
Zwischen Malchow und der Heimat befuhren wir nur noch Straßen und Radwege. Diese wurde durchkreuzt von Mini-Strom-Rädern, mein Gott wie hässlich. Den Hersteller erspare ich mir. Zwei Neureiche machten sich auf uns beide zu überholen. Wir beide waren gut im Tritt, dennoch strampelte oder rollte (weiß ich wie man das nennt) an mir vorbei. Ich gab Katrin einen Wink. Kurz vor einer Anhöhe nahm ich ich richtig Anlauf und zog an ihm vorbei, im guten Glauben und der Hoffnung das sein Akku bereits dem Ende entgegen ging. Ich überholte und fuhr immer weiter, weiter weiter und weiter. Ich gab ihm keine Chance. Katrin behielt ihr Lachen zurück, da seine Strombegleitung mit dem Rad wohl nicht zurecht kam und immer wieder am Gasdrehgriff versuchte ihr Gefährt in Schwung zu bringen. Katrin machte es dann ebenfalls ganz easy und ließ der Dame ebenfalls nicht den Hauch der Hoffnung einen Überholvorgang starten zu können. Im Ort konnten wir sie später noch mal sehen. Sie machten Pause um die Akkus zu kühlen und sprangen in ein Sportgeschäft. Nasse Hemden haben die beiden nur vom Angstschweiß bekommen.

Der letzte Tag sollte uns dann um den Tiefwarensee führen, den wir dann auch immer weiter verlängerten und später noch hinter Waren wieder raus kamen. Wir fuhren noch durch Wälder und an Seen vorbei. Dank meinem Navi wussten wir schnell wo wir waren und konnten sehr spontan entscheiden wie es denn weitergehen würde. Wir nutzten den Tag komplett aus.

Die letzten Tage startete ich meine eigenen kleinen Runden, um wieder ordentlich fit zu sein. Am Herrentag soll es um den Plauer See gehen. Es sind so um die 56 Kilometer, aber ein bisschen antrainieren wollte ich schon. Nach diesen verdammten Regentagen und der jetzigen Hitzewelle fährt es sich ideal durch die Wälder. Ich hoffe, dass es die nächsten Tage noch so bleibt.
Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 30. April 2014

Erfolgreiche Tage

Natürlich gibt es noch einen kompletten Reisebericht über unsere Touren und all das was wir hier erlebt haben. Von der ersten Kurztour bis zum Badetag. Wir haben alles in unserem Repertoire. Wir können aber schon berichten, dass es 104 Kilometer waren und Katrin einen Sonnenbrand hat. Das Essen war gut und wir haben dicke Bäuche. Wir werden von Platten, Badestrand, beißenden Schwänen, u.v.m. berichten. Also bis zum nächsten Report. 

Von Sandsteinjäger Mobile gesendet
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Sonntag, 27. April 2014

War´n wir mal in Waren

Auf in´s Trainingslager lautet unser Kurztrip an die Müritz. Mutig habe ich jetzt noch Katrins Worte im Ohr einmal die Müritz zu umrunden. Sicherlich ist es ein "Muss" und die Königsdisziplin einmal die Müritz an einem Tag zu schaffen. Mit den wenigen Steigungen wahrscheinlich auch machbar, doch wer vorher gar nichts getan hat, sollte dann lieber kleinere Runden drehen. Schließlich wollen wir ja auch noch die Gegend kennenlernen und nicht nur so herumrasen. Also entscheiden wir uns nun kurzum wohl für eine kleinere Runde, aber die hat auch 56 Kilometer. Sollte eventuell noch ein Tag Verlängerung möglich sein, so werden wir uns vielleicht doch noch auf die Müritz einlassen. So lasst Euch überraschen wie es uns in den nächsten Tagen ergehen wird, bzw. wir wir uns geschlagen haben (inkl. Film versteht sich).

Mit besten Grüßen aus dem Kurzurlaub:
Eure Sandsteinjäger 

www.sandsteinjaeger.de

Sonntag, 30. März 2014

Weiter gehts - 15 Jahre Sandsteinjagd

Nachdem ich persönlich am Ende des Jahres 2013 noch einen Tiefschlag hinnehmen musste, konnte ich trotz Motivation auch im neuen Jahr keine beachtlichen Erfolg erbringen. Kurz bevor das Jahr dann endete bekam ich einen schönen Speichenbruch, der mir dann natürlich zwei neue Laufräder bescherte. Und das vor Weihnachten. Die hatte ich mir dann zwar selbst geschenkt, aber kaufen bleibt kaufen. War nicht übertrieben teuer, aber sie erfüllen dennoch ihren Zweck. Dann hatten wir die große Abschlusstour der MTB Truppe mit anschließendem Spanferkelessen, die mich richtig gefordert hatte. Den Film dazu gibt es dann im Anschluss. 
Ich freute mich jedenfalls auf den Winter, der keiner werden sollte und auf die warmen Tage im Winter. Die kalten Tage die keine waren, luden trotzdem nicht ein und zum anderen waren die Hausarbeiten dringender zu erledigen. Das war mein größtes Problem. Also gab es bis auf ein paar kleinere Touren (3x um den Kirchturm) nichts besonderes zu berichten. Doch heute endlich war es wieder soweit. Katrin und ich nutzen die Zeitumstellung und die Sonnenparade bei knapp 16°C und zogen ostwärts. Schlugen später den Weg von Bargeshagen nach Rethwisch ein und fuhren dann weiter nach Nienhagen. Wir schnupperten Ostseeluft - kühle Ostseeluft. Weiter ging es nach Heiligendamm mit einer kleinen Pause am Strand. Schönster Sonnenschein. Ab Heiligendamm ging es dann durch den Wald. Wir setzten über auf die andere Seite und fuhren durch den Kellerswald. Hier gings dann noch mal über Stock und Stein. 27 lockere Kilometer.
Eure Sandsteinjäger

P.S. Als Zusatzoption geht es dieses Jahr zweimal nach Krippen, da wir einerseits unseren Urlaub verlegen mussten und andererseits nächstes Jahr nach Österreich wollen. Let´s do it.



Abschluss 2013 von Obotrit - mehr Mountainbike-Videos

Sonntag, 17. November 2013

Dem Ende entgegen

Es wird langsam Winter. Letzte Woche hatte ich beschlossen mich mal wieder auf den Bock zu schwingen und eine große Runde zu drehen. Seit dem Urlaub lief ja kaum etwas. Die Baustelle machte immer wieder einen Strich durch die Rechnung, doch jetzt wo es kalt wird sollte ich wohl etwas mehr Zeit haben bzw. bekommen. Die Sonne schien prächtig vom Himmel, genauso wie vor ein paar Wochen. An jenem Sonntag wollte ich mit Katrin ebenfalls eine Runde drehen, doch ich staunte nicht schlecht als ich sehen musste, dass mein Vorderrad eine derartige Acht hatte. Nach der Sichtprüfung war ich schlauer: Speichenbruch. Also ging es zurück nach Hause und ich musste mir tatsächlich einen neuen Laufradsatz bestellen, da erstens bei drei Speichen die Köpfe weggebrochen waren und eine Reparatur unmöglich wurde und zweitens der neue Radsatz nur in schwarzen Speichen vorhanden war, ich aber silber hatte. Was soll man da machen? In den langen Bastelabenden kümmerte ich mich um mein Bike und nahm auch gleich eine Komplettreinigung der Schaltgruppe vor. Was sich alles so im Jahr ansammelt kann man gar nicht so beschreiben. Ein Liter alte Cola half mir bei der Generalüberholung. Dazu kam gleich ein neuer Schlauch, die Winterbereifung vorn und eine Menge Fett.
Letzte Woche war es also soweit. Ich unternahm eine kleine Proberunde bei 6°, Sonnenschein und etwas Wind von hinten. Die Sonne schien mir auf die nackten Waden. Ich war froh keine lange Hose angezogen zu haben. Gegen Mittag erreichte ich die Ostsee - tolle Sicht und klare Luft. Ich war allein am Strand. Hätte ich es jetzt nicht so eilig gehabt, wäre ich noch gern sitzen geblieben. Der Wind trieb mich dann in Richtung Heiligendamm. Hier war doch noch etwas mehr los. Die dick eingepackten Strandbesucher schauten auf meine kurzen Hosen, so als wenn sie sagen wollten: "Was zieht der im Sommer an". Ich fuhr den Radweg nach Hause, da ich dem nassen Wald ausweichen wollte. Schade, denn wahrscheinlich hätte es riesigen Spaß gemacht, doch ich hatte schon Warnungen von Frauchen erhalten. Als ich dann in Doberan am Münster wieder angelangt war fehlte mir etwas. Ich holte in einer kleinen Münsterrunde nach, was ich über mehrere Kilometer verpasst hatte. 
Ich hoffe nun das es für dieses Jahr nicht die einzige Runde war, denn am 29.12. gibt es wieder eine Abschlussfahrt. Da muss ich wieder fit sein.
 
Gruß
Christoph

Samstag, 27. Juli 2013

Hitze, Schweiß und Muskelschmerz

Wir hatten uns zusammen mit Holger, Maria und den Kindern um 10.00 Uhr am Bahnhof verabredet. Es sollte heute zum Pfaffenstein gehen. Das war wohl Annikas Wunsch dorthin zu wandern. Erst einmal mussten wir mit den Autos bis Pfaffendorf fahren, um von dort die Wanderung zu beginnen. Es war noch nicht einmal halb elf und die Sonne gab wirklich ihr Bestes. 30° C zur Vormittagszeit war schon echt der Hammer. Wir liefen noch über freies Feld und waren froh den Fuß des Pfaffensteins erreicht zu haben. Hier begann eine schattenreiche Wanderung über das Nadelöhr hinauf zum Gipfel. In den kleinen Schluchten wurde es auch mal etwas frischer. Trotz der Hitze machte es trotzdem riesigen Spaß. Das Nadelöhr wurde spielend „durchflogen“. Der Aufstieg war bewältigt. Wir besuchten „Die Schildkröte“ und den „Opferkessel“. Für so manchen war die Überwindung am „Opferkessel“ sehr groß hier stehen zu bleiben und in die Ferne zu schauen. Es ging dann zur Gaststätte, welche im Preis sehr berauschend war, aber bei einigen Gerichten nicht den Hauch der Preisvorstellung hatte. Dafür wurde anderen Gästen gezeigt wie man unsicher die Teller balanciert und dabei die komplette Soße vom Teller verschwinden lässt. Hätten wir nichts gesagt, dann wäre auch keine Soße mehr gekommen. Marias Nudeln waren ein echter Berg, Katrins Schweinebraten hat geschmeckt und reichlich Soße kam ja auch noch, mein Schnitzel waren dann zwei mit Kartoffeln ohne Soße und Holgers Semmelnknödeln mit Schickimicki obendrauf war wohl das Geld nicht wert. Die Kinder hatten wohl das einzige Gericht, dass gut aussah, aber so recht hat es ihnen nicht geschmeckt. Dafür gingen die Teller später reih um und jeder naschte die Reste mal vom anderen Teller. Das ging dann auch. Die bestellten Himbeerbrausen waren kühl, aber die Apfelschorle war warm wie die gefühlte Schattentemperatur. Da hatten wir von der Baude auf dem Papststein schon besseres gesehen.
Als wir dann fertig waren zeigte ich den Kindern vom Turm noch Dresden, Pirna und die Steine, die wir an unserem ersten Wandertag besucht hatten. Tja, der Turm: Kinder 0,50 € und Erwachsene 1,00 €. Ich bezahlte dann den ermäßigten Sandsteinjägerpreis mit Pfaffensteinführungsrabbat in die Kasse des Vertrauens: 0,10 €. Immerhin, denn andere hatten nichts bezahlt. Den Turm hatten andere erbaut. Die Landschaft steht schon seit Jahrhunderten so rum und Pflege hat der Turm auch schon lange nicht gesehen. Annika und Christian stürmten die Treppen hinauf. Sie wollten die Stufen zählen. Ich nahm immerhin zwei Stufen auf einmal und verzichtete auf das Zählen. Es war mir egal. Nur nicht aus den Augen lassen. Die beiden waren schon weit voraus. Ich hörte nur immer tap tap tap und die Zählerei von weitem. Ich wurde langsamer. Nach 119 Stufen endlich das Ende. Gefühlte 20  Sekunden und 300 Stufen steckten in den Beinen. Die Kinder standen sportlich am Ausgang zum Balkon. Wir gingen zweimal herum und dann waren die Kinder schon wieder zum Abmarsch bereit. Das Thermometer auf der Nordseite des Turms verriet mir die 38,5 °C. Los runter! Immer inneren war es angenehm und so ließ ich mir Zeit.
Wir zogen dann zur Barbarine und zur schönsten Aussicht auf der Südseite des Pfaffensteins. Maria lief durch die enge Spalte als alle hindurch waren. Holger rieb den Sandstein glatt und die Kinder fanden es toll. Katrin hatte bis jetzt nur am Opferkessel etwas schiss, aber sonst hatten wir keine Komplikationen. Nach der kompletten Übersicht tobten die Kinder hinab und die Erwachsenen gingen hinunter. Jetzt an der Kreuzung trennten sich die Wege. Wir gingen wieder Richtung Parkplatz und die Tessiner gingen weiter zur Festung Königstein. Wie man später hörte waren sie erst wieder 19.00 Uhr zu Hause. Und das bei der Hitze.
Wir schafften es indes in den kühlen Einkaufsmarkt, um unseren alljährlichen Fleischeinkauf zu tätigen. Alles war getätigt und wir zogen mit den Rädern noch einmal los und fuhren zur Buschmühle. Immer wieder machten wir Halt. Wir schauten uns die Händler an und hatten uns teilweise etwas mehr vorgestellt. Beim Buschmüller angekommen sahen wir die kalte Wurst und eilten dann langsam zurück. Jedoch hatten die anderen Stände jetzt dichtgemacht. Nichts mehr los. Gar nichts. Sollte ich nicht mehr zu meiner Bratwurst kommen? Tatsächlich, Bratwurst gibt’s dann nur wieder zu Hause. Es gab Pizza und einen Long Drink bei Mario. Lange haben wir dort gesessen und den Urlaub noch einmal passieren lassen.
Schön war´s. Bis zum nächsten Jahr. Ciao.


Eure Sandsteinjäger 

Freitag, 26. Juli 2013

Falkenstein 38°


Der Wecker klingelte. Zum Aufstehen noch zu früh, viel zu früh. Ich drehte mich einfach um. Ich spürte meine Beine. So langsam war es doch zu viel. Wir hätten viel früher einen Wandertag einlegen sollen, um unsere Beine besser belasten zu können. Jetzt haben wir die Bescherung. Katrin scheuchte mich um viertel zehn aus der Koje. Nach langem hin und her konnten wir uns dann doch auf eine Wanderung einigen. Eigentlich wollten wir ja noch mit dem Rad los, aber so rechte Lust hatte ich gar nicht. Stattdessen verschoben wir unsere Pläne auf das nächste Jahr und planten eine Kurzwanderung für heute.
Es ging durch das Kirnitzschtal in Richtung Ostrauer Mühle. Hier führte uns der Weg in Richtung Wenzelweg. Wir liefen an der Ostrauer Scheibe vorbei und kreuzten den Fahrradweg, den wir immer als Einsteigertour nutzten. Wir kamen dem Falkenstein immer näher. Man spürte schon seine Macht die er von weitem zeigt. Vor Jahrtausenden war fest mit Schrammstein massiv verbunden. Welch Kraft muss er besitzen, sich von einem solch Massiv nur durch Wind und Wasser trennen zu lassen. Wir nahmen einen Bergsteigerpfad, welcher einmal rundherum um das Massiv führt. Viele Kletterer konnte man beobachten. Einige Rückkehrer berichteten von einer unerträglichen Hitze auf dem Falkenstein. Im Schatten hatten wir an verschiedenen Punkten bis zu 37°. Selbst im Wald hatte der Schatten keine Kühlung verabreichen können. Im Gegenteil, die Schwüle teilte ordentlich aus.
Wir aßen unser Brot und marschierten dann in Richtung Schrammtor. Von hier ging es dann den „Obrigen Steig“ zur Aussicht auf die Elbe und dann weiter hinab. Wir querten die Straße und gingen hoch in Richtung Schrammsteinbaude und weiter wieder hinauf. Wir wollten heute zur Emmabank und den Blick auf den Winterberg zum ersten Male sehen. Welch toller Ausblick, welch ruhige Ecke. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir weiter nach Ostrau. Wir besuchten das Bergcafé mit seinem schönen Ausblick, der noch schöner hätte sein können wenn ein paar Bäume weniger den Hang säumen würden. Das Café selbst hatte nach dem Aussehen her seine besten Tage in den 50ern gehabt. Die Bedienung jedoch und das Essen waren eine Topangelegenheit. Die Sonne drückte weiter, obwohl es schon längst Nachmittag war. Wir verdrückten uns wieder in den Wald und schlenderten die Pfade hinab bis zur Kirnitzsch. Im Kurpark endete so unsere kleine Wanderung die sage und schreibe wieder mal 16 Kilometer in sich hatte. Nicht weit aber ein ewiges auf und ab, sowie die schweren Beine waren heute das, was uns begleitete und uns zu schaffen machte. Heute jedoch taten uns nur die Füße weh. Die Erholung ist gekommen.
 
Eure Sandsteinjäger 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Familienbande hoch hinaus


Heute war ein besonderer Tag. Mit Annika, Christian, Holger und Maria unternahmen wir eine Wanderung. Abgeschätzt waren ca. 16 Kilometer die heute zu bewältigen waren. Heute Nacht hatte es zum ersten male nach langer Zeit geregnet. Es regnete bis in den frühen Morgen hinein, so dass wir schon fast Angst bekamen diese Tour streichen zu müssen. Gegen 9 Uhr nieselte es noch ein wenig, doch zur Abfahrtszeit war alles wieder gut. Mit der Fähre ging es zum Bahnhof und von dort zurück zum Täpigsteig und dann hoch nach Kleinhennersdorf. Im Wald herrschte eine leichte Tropenwärme, so dass wir alle gut „erwärmt“ auf der Anhöhe ankamen. Im Blick hatten wir die Steine die wir heute erklimmen wollten. Die meisten versteckten sich noch etwas hinter den Wolken, aber man merkte, dass die Sonne sie vertreiben wollte. Das erste Ziel war der Kleinhennersdorfer Stein mit seinen Höhlen. Annika und Christian liefen immer voraus. Sie mussten wohl ordentlich Energie getankt haben. Jeder Felsen war eines ihrer Ziele. Egal wie hoch und wie schwierig, sie bestiegen jeden und hüpften von Fels zu Fels. Die erste Höhle wurde inspiziert. Marias Angstschweiß schien sich zu legen. Nun tobten Annika, Christian und ich durch die Felsenlandschaft. Ich hatte jetzt auch die Erlaubnis bekommen. Auf der Suche nach der nächsten Höhle folgten wir dem Instinkt des Jägers und Sammlers. Gesucht und gefunden. Wie die Mäuse in einem Käse streiften wir durch die Höhle und kletterten am Ausgang wieder heraus. Alle machten nun den Spaß mit und so verließen wir den Stein in Richtung Gohrisch. Wir wanderten unterhalb des Pappsteins (eigentlich Papststein, ein Wanderer hatte sich verlesen) entlang mit freiem Blick auf das Örtchen Pappdorf (sprich Papstdorf). Dieser Weg war noch leicht, aber was alle noch erwartete war nicht von Pappe, sondern die Falkenschlucht die zum Gohrisch führte. Da hatten wir echt nicht zu viel versprochen. Im Gegenteil, für die Kinder hätte es noch länger dauern dürfen und für Maria gar nicht anfangen sollen. Diese kleine enge Schlucht mit den Treppen und Stufen, die teilweise auch ganz schön duster ist, kann einem schon das Wasser in die Augen treiben. Aber dann sieht man noch weniger. Ich schnappte mir die Kinder und ließ Katrin für sich allein, Holger passte indes auf Maria auf, damit sie keinen Blödsinn macht. Oben angekommen stand ich mit den Kindern da und wartete auf den Rest. Maria stieg als erstes aus der Schlucht und warf mir einen Blick zu, der irgendwas bedeutete zwischen: „das zahl ich Dir heim“ und „schau her ich habs geschafft“. Sie konnte wieder lachen. Weiter ging es zur Aussicht. Ich sollte nun vorgehen und die Kleinen hinterher. Ich natürlich gleich auf den erstbesten Gipfel und die Kleinen hinterher. Uhiii, nun musste ich zur Strafe wieder hinten gehen und hätte fast von Maria die Ohren lang gezogen bekommen.
Auf der Plattform hatten wir durch das tolle Wetter einen guten Blick in das Landesinnere. Bis hier kletterten wir noch ein wenig, denn die alten Stufen wurden alle beseitigt. Jetzt musste ich wieder als erstes hoch, um zu sehen wie man dort hochkommt. Ich erzählte von einem Waldbrand den ich sehen könnte und von einem Hubschrauber. Die Kinder waren aus dem Häuschen und stellten sich auf einen kleinen Stein. Zwei beherzte Frauen griffen instinktiv zu und hielten die Kinder. Holger und ich sahen dem Treiben zu, wie Maria und Katrin die Kinder immer wieder an sich rissen. Immer wieder wollten sich die Zwei lösen, aber es half nichts. Sie wurden gebändigt. Eigentlich müssen Annika und Christian morgen blaue Flecke haben. Später sind sie dann zur Aussichtsplattform gekommen und haben dann alles sehen können. Ganz genau, jedenfalls wurden sie dabei nicht so durchgeschüttelt. Jetzt versteh ich auch Annika, als sie sagte: „Zieh nicht so, ich kann nichts sehen.“
An der Überdachung auf der Ostseite konnten wir eine Frau begeistern, die für uns mehrere Aufnahmen auf 3 Kameras machen wollte. Das tat sie gern und besserte sich von Schnappschuss zu Schnappschuss. Wir zeigten allen noch mal den Weg den wir zum nächsten Stein gehen werden und es ging hinab zum Fuße des Gohrisch und gleich wieder hinauf zum Pappstein, äh Papststein. Viele viele Stufen, zur Freude aller Beteiligten, begleiteten uns auf den Gipfel. Hier machten wir eine ergiebige Pause und genossen den Ausblick bei schönstem Sonnenschein. Als alle etwas gestärkt waren, machten wir uns auf den Weg hinunter in Richtung Papstdorf. Die Kinder hielt jetzt nichts mehr. Sie liefen vor und versteckten sich, liefen vorbei und huschten in den Wald, liefen vor usw. Hier war wohl reichlich Energie vorhanden, dabei hatte ich auf mein Navi geschaut und mit erschrecken festgestellt, dass wir bis jetzt schon weit mit den Kilometern drüber waren als geplant. Von Papstdorf aus ging es hinab zur Liethenmühle. An der Liethenmühle tauchten Christian und ich im Krippenbach die eigene Rübe mal ins eiskalte Wasser einer zugeführten Quelle. Da zog sich sie Schläfe zusammen, aber man hatte wieder alle beisammen. Das tat gut, aber leider nur für den Kopf. Die Füße taten schon so leicht weh. Da wir zu früh an der Mühle waren und noch keinen Hunger verspürten, ließen wir diese einmalige Gaststätte links liegen und wanderten hinab nach Krippen, setzten dann mit der Fähre über und fuhren als Abschluss mit dem Aufzug hinauf und wanderten dann in den Kurpark. Hier sollte noch mal gekneippt werden. Beim Kneippen an der Kirnitzsch im Kurpark von Bad Schandau hielt ich es leider nicht lange aus. Holger, sowie die Kinder standen im Wasser und ließen sich die Füße verkühlen. Das tat schon beim zusehen weh. Katrin patschte etwas länger als ich in einer Pfütze und Maria schaute zu. Da Seeluft hungrig macht gingen wir gleich danach bei „Mario“ essen und füllten uns die Leiber rund. Toller Tag und tolles Wetter. Tolle Gemeinschaft auf 22 Kilometern über drei Steine.


Eure Sandsteinjäger