Donnerstag, 25. Juni 2015

Jäger und Sammler



Vom Wetter will ich keine Worte verlieren. Iris hatte Wettervorhersagen-Verbot bekommen. Wir mussten es so nehmen wie es kommt. Und? Strahlender Sonnenschein weckte uns. Ich hätte um 6 Uhr bereits aufstehen können, verfiel jedoch wieder in den alten Trott und legte mich wieder hin. Heute sollte es zum Dachstein gehen. Eine kleine Pause sollte uns gegönnt werden, nachdem wir ja bis auf den Shopping-Tag, immer und viel unterwegs waren. Jedoch gab es nicht nur die Umleitung zum Dachstein, es gab auch keine Mitnahme mehr. Es war voll und wir wurden an der Mautstraße knallhart abgewiesen. An der nächsten Info reservierten wir gleich für den nächsten Tag vor. Jetzt kam aber Plan-B ins Spiel, welcher eigentlich nur für schlechtes Wetter gedacht war. Jetzt am Ende des Tages dachte ich aber auch, dass dies nichts für schlechtes Wetter gewesen sein würde. Wie schon gesagt, wir hatten Top-Wetter und fuhren nach Schladming und nahmen die Seilbahn hinauf zur Planei. Die geistige und moralische Anwesenheit einiger Mitfahrer schlachte ich hierbei nicht weiter aus. Den Gipfel der Planei umschifften wir auf der Ostseite und hatten dann später gleich den Krahbergzinken im Blick. Welcher toller Rücken zeigte sich da. Der Anmarsch etwas schwieriger als die Tage zuvor war trotzdem ein Genuss. In mehreren Serpentinen zogen wir immer weiter auf die Spitze. Für die Ungeübteren war es schon etwas schwierig heute, doch ich glaube der Spaß und die Freude am Ziel überwiegte, auch wenn der Weg zurück ebenfalls hart war. Es ist halt nichts Alltägliches. 
An der letzten Bank vor dem Zinken war Pausentee befohlen worden bevor es weitergehen sollte. Katrin bemerkte sofort die schwierige Stelle zum Aufstieg. Über Steigeisen und einem Stahlseil ging es zur Spitze. Beides hatte schon bessere Tage erlebt. Micha und ich bezwangen die Spitze und trugen uns in das Gipfelbuch ein. Das Lenchen hatte versucht mitzukommen, kehrte jedoch dann wieder um, nachdem sie die tollen Abhänge in ihr Kleinhirn aufgenommen hatte. Nun mussten wir wieder diese schöne Stelle verlassen, da unsere Talbahn ab 17.00 nicht mehr fuhr. Das wäre ein langer Marsch für uns geworden. Ca. 2 Stunden bergab wollte dann keiner gehen. Also schnell aber gesittet wieder zurück zur Bahn und dann hinab in das Tal nach Schladming. Wir wollten zu dem noch grillen und angeln gehen. 
Sofort als wir zu Hause ankamen machte ich die Angeln fertig und wir gingen zum Teich. Mit einfachem Brot, einer Wurfrute und einer Stippe bewaffnet spielten wir Jäger und Sammler. Die Mädels schlichen hinterdrein und wollten nun auch zuschauen. Den ersten Biss hatte ich kurz nach dem ersten Setzen der Angel. Bei Micha wurde ebenfalls sofort Biss angezeigt. Und wie es kommen musste. Micha begann bereits mit seiner Forelle zu kämpfen, während ich bereits immer noch von mehreren Forellen geärgert wurde. Lena kam Micha mit dem Kescher zur Hilfe. In dieser Zeit konnte ich ebenfalls zuschlagen und meine Beute an Land bringen. Zack, da lagen sie vor uns. Zwei schicke Forellen, wobei meine etwas größer und kräftiger war. Es war alles in diesem Augenblick wie früher. Ich war froh und glücklich. Wir nahmen sie gleich aus und gingen nach Haus. Der Grill wurde angeheizt und wir hatten alle noch einen schönen Abend.
 
Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 24. Juni 2015

Dreharbeiten



Der Start war an diesem Tage war etwas kurios. Nachdem uns Iris fast 30 Grad versprochen hatte, bekamen wir etwas mehr als 6 Grad, vermischt mit Nieselregen. Also perfekt, was will man mehr. Es ging nach einer Änderung zum Stoderzinken. Micha fuhr uns mit der Ferkeltaxe bis zum Parkplatz hinauf. Hier waren wir genau in den Wolken. Es regnete Schnee. Der Wind wehte eiskalt vom Dachstein herüber. Wir brachen auf und suchten die Sonnenstrahlen. Von der Ferne erspähten wir einige Kraxler an der Südwand inklusive Helikopter-Bergung. In Wirklichkeit wurde mal wieder etwas gedreht für die Bergretter-Staffel. In dieser Nähe lag auch unser Ziel. Es ging vorerst jedoch für uns zum Friedenskirchl. Und dann kam wieder mal der Regen. Mit meiner neuen Jacke störte mich der Regen sehr wenig. Die Anderen zogen sich im Wind die blauen Säcke an. Das war der Spaß der Woche. Wind von hinten und Müllsack über den Kopf, der Sack füllte sich mit Luft – da war das Lustige schon vorprogrammiert. An der nächsten Spalte dann kam die dicke Überraschung. Und zwar auch so wie hier geschrieben. Die 4 Telletabbis im blauen Overall steuerten sicher als blaue Kugel, schnell auf eine kleine Spalte zu, die sie sicher durchsteigen wollten. In Wirklichkeit war der blaue Sack nur hinderlich. Als die vier dann auch auf mich zurollten, bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich nahm einen sicheren Abstand. Jedenfalls meinten sie dann doch diese Hinderlichkeit zu entfernen und so weiter zu marschieren. 
Wir erreichten das Kirchl mit seiner schönen Aussicht und machten Pause, läuteten für Kläusi einmal das Glöckchen und machten uns auf zum Gipfelkreuz. Dabei kamen wir dem Filmteam immer näher. In welcher Folge wir dann „mitspielen“, müssen wir dann sehen. Der Stunt und die reichlichen Aufnahmen mit dem Helikopter reichen, auch von unserer Seite her, auch für ein paar Filme. Dieses schauen und fotografieren hatte uns jedenfalls viel Zeit gekostet. Am Stoderzinken angekommen wünschten wir uns ein „Bergheil“, trugen uns in das Gipfelbuch ein und verschwanden dann wieder im Dickicht der kleinen Tannen. Wir mussten jetzt was essen. Auf der Rosemi-Alm bekamen wir etwas richtiges Deftiges. Dazu war die Kellnerin ein lustiges „Haus“ und hat uns vieles über die „Bergretter“ erzählt. Es war ein toller Tag wieder mit einem Zweitausender.
 
Eure Sandsteinjäger 

Dienstag, 23. Juni 2015

Des einen Zinken ist des anderen Leid

Anfangs jedoch mit großer Skepsis gesehen, spielte das Wetter ganz gut mit. Wir hatten von allem etwas abbekommen, nur keinen Regen. Das war gut so. Mit dem Auto fuhren wir zum Bottinghaus, um von dort die Tour zum Pleschnitzzinken zu starten. Ich reihte mich mit Lenchen gleich vorn ein und wir stiefelten den Weg hinauf. Später ging es durch den Wald über einen Pfad und dann später steil hinauf zu einem ersten Aussichtspunkt. Es war beeindruckend. Katrin lag auf Knien, aber nicht um zu danken, sondern um Pflanzen zu bestimmmen, die wir angeblich im Garten haben. An der ersten Hütte konnten wir unsere erste Pause machen. Der Blick in das Ennstal war einzigartig. Wir blickten hinauf zum Gipfelkreuz des Pleschnitzzinken. Es war mit 30 Minuten angegeben. Innerlich meinte ich zu mir das es machbar sei. Sprachlich stapelte ich tief und sagte 45 Minuten. Micha musste ja auch unbedingt die Kiste Bier mitnehmen, die er tagtäglich bei sich trägt. Damit wird es so nichts. Er wollte in einer Stunde oben sein. 
Lenchen brannte das Gesicht. Im Augenblick konnte man nicht ahnen ob dies vom Wind, von der Sonne oder doch mehr die Anstrengung war. Auf den letzten Metern pustete die Kleine so stark, dass man hätte meinen können der Wind stammt von ihr. Ich tippte also auf die Naturgewalten, am Ende war es doch die Sonne die sich ab und zu etwas spärlich zeigte, aber dann mit aller Gewalt. Hinab ging es den Ostweg entlang in Richtung Alm. Wir mussten ja auch noch was essen. Vorher versuchte ich jedoch über ein letztes Schneefeld mit einem Sitzkissen hinab zu rodeln. Etwas langsam, aber dennoch von Erfolg gekrönt verließ ich die Bahn. Auf der Alm nahmen wir unser genüßliches Essen ein. Lecker. Dazu gab es Frischmilch. 
Beim Essen starten wir auf unser erstes Murmeltier und versuchten ein vernünftiges Foto zu machen.
Micha führte uns dann mit seinem Kombi wieder hinab ins Dorf mit künstlerischen Fahrtechniken. Katrin indes hielt ihren Kotzteller waagerecht, um bei Bedarf nichts zu verschütten.
Zu Hause wurde sich frisch gemacht und dann doch noch der Ofen angeheizt. Wir mussten später lüften. Es wurde doch etwas zu warm. Der Ofen lief.
Es war ein gelungener Einsteigertag für alle, der jetzt (Dienstagfrüh) die ersten Schäden an Knochen und Muskeln an das Tageslicht führte. Ich fühlte mich jedoch gut. Es kann weiter gehen. Im Augenblick liegen wir jedoch in den Wolken und es regnet.

Gruß aus der Hütte, eure Sandsteinjäger 

Montag, 22. Juni 2015

Auswärtsspiel

Unsere Zwei-Tages-Tour in Richtung Steiermark hatten wir verbunden mit etwas Kultur. Die Rostocker hingegen zogen die Strecke komplett durch und waren dann gegen 15.15 auch bei uns angekommen. Es erwartete uns ein Misch-Masch-Wetter. Regen, Sonne, Wind und 11 Grad auf 1200 Metern. Teilweise ungemütlich, aber dennoch schön. Wir hätten uns gern besseres Wetter gewünscht, aber man kann nicht alles haben. Die erste große Wanderung unternahmen wir dann am Abend zur Pirklalm zur Nahrungsaufnahme. 5 Minuten entfernt. Wenn jedoch die Mädels weiter so essen, dann bekommen wir nie schönes Wetter. Micha versuchte noch alles zu retten und die Reste wegzuspachteln, konnte dann aber irgendwann auch nicht mehr weiter machen.
Jetzt ist Montag und ich konnte seit 6 Uhr nicht mehr schlafen und begann dann eine weitere Apokalypse in Sachen Kamin anheizen. Ich habe ja schon so einige Feuerchen gemacht, aber der Ofen will nicht so wie ich es will. Am Ende des Urlaubs werde ich es wohl schaffen. Heute machen wir eine Einsteigertour zu einer Aussicht. Nicht weit, aber wir wollen bis auf 2100 Meter hinauf. Wollen dann mal schauen was wir uns dann für die nächsten Tage zutrauen können und in wie weit der Muskelkater sich morgen bemerkbar macht. Fraglich ist auch bei wem.
Mit Fotos und weiteren Geschichten werden wir uns immer wieder mal melden.
Eure Sandsteinjäger und die Rostocker.

Montag, 25. Mai 2015

Wenn der Schwan sinkt ?

Unsere kleine Pfingsttour begann heute ziemlich spät. Am späten vormittag fuhren wir erst los. Was man sich anziehen sollte war bis dato nicht bekannt. Ich versuchte es mit kurzer Hose und einfacher Jacke, die mir dann irgendwann zu warm wurde. Leider war der Wind doch ziemlich frisch, die Sonne hingegen gab ihr Bestes. Wir fuhren diesmal über kleine Dörfer und Straßen und Feldwege. Fast verlassene Dörfer und Alpaka-Gehäge machten die Sache richtig spannend. Es lohnte sich wirklich, denn gegnerische Radfahrer brauchten wir hier nicht zu fürchten. Die erste große Pause machten wir dann in der Nähe der Crossbahn von Zweedorf. Mit Kartoffelsalat und Würstchen saßen wir in der Sonne und lauschten dem Motorengeräusch der Crossmaschinen, die uns an die alten Zeiten von Teterow erinnerten. Uns kam selbst später auf einem Pfad jemand entgegen, der sich auf seinem Bock freundlich bedankte nachdem wir Platz gemacht hatten. So geht´s auch miteinander. Am Salzhaff pausierten wir wieder und ich ging dann mal ins Wasser. Die 30 cm waren schon gut warm. Es reichte aber dennoch nicht für ein Vollbad. Nun waren wir kurz vor Rerik. Bis jetzt waren uns nur auf den Hauptverkehrswegen einige Radfahrer begegnet, um so schlimmer war das Erwachen in der Stadt selbst. Wo und wie die jetzt hier alle hergekommen waren wochten wir gar nicht wissen bzw. vorstellen. Der Hafen war rappelvoll. Kein freier Sitzplatz mehr. So fuhren wir dann nach einer kleinen Schleife direkt zum Bäcker Graf, der etwas oberhalb liegt. Was sag ich da, zwei Plätze nur für uns direkt im Windschatten und in der prallen Sonne. Jetzt erstmal wieder freimachen. Katrin holte Verpflegung und ich lauschte dem Minnesänger mit Vollakustik. Die Ein-Mann-Live-Show-Band gab alles und zauberte einen Knüller nach dem anderen aus dem Hut. "Wenn der Schwan singt" (oder sinkt) von Karat und Udo Lindenberg´s  "Ich mach mein Ding" waren nur einige Vertreter der Top 1000. Aber hier war wenigstens was los. Als der Interpret dann seine Künstlerpause antrat, traten wir von der Bühne und dann wieder in die Pedale. Querfeldein über Feldwege und Straßen fuhren wir in Richtung Kühlung, die uns den Weg etwas abschneiden sollte. Aber so langsam neigte sich die Sonne und es wurde frischer, so dass es in der Kühlung richtig kalt wurde. Kurz vor Doberan emfing uns der letzte Hügel dann mit offenen Armen. Den nahmen wir dann auch noch fast im Sprint, aber das war es auch für diesen Tag. Ich muss gestehen, dass es einen schöne, aber dennoch anstrengende Tour war. Zwar verließen uns noch nicht die Kräfte, aber der körperinterne Akku meinte schon an die Steckdose zu wollen. Der Hintern brannte etwas. Das könnte aber auch einem meinem Sattel liegen. Ich hätte da ja schon längst was unternehmen können, aber er sieht halt noch immer gut aus. Warum dann sich was Neues kaufen?
54 Kilometer bei artigem Wetter.

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Noch ein paar Wochen und die Extremreise geht los.
Wir freuen uns riesig und die Lena ganz besonders.
Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 23. Mai 2015

Wieder mal was Neues

Ich habe nach langer Zeit wieder mal unsere Homepage aufgeräumt und komplett verändert. Es tat auch Not. Nachdem Katrin mir gesagt hatte, dass es mal wieder Zeit wäre und das sich ja gar nichts auf der Webseite getan hätte, nahm ich meine restliche Zeit in die Hand und schrieb und baute was das Zeug hielt. Anfangs war es natürlich schlichtweg verrückt die vorhandene Seite komplett umzubauen, aber es musste sein. Das alte Layout ist nun auch schon 3 oder 4 Jahre alt. Für eine Webseite schon fast steinalt wenn man den Lauf der Technik sieht. Neue Programme und andere Programmiersprachen halten Einzug und fordern auf, die Webseite flüssiger und besser zu gestalten. Jetzt habt ihr vielmehr Bilder und kleinere Geschichten die sich natürlich auch auf den Blog beziehen. Heute nun kann ich sie online stellen. Im Laufe des Tages hatte ich den letzten Feinschliff gemacht und werde natürlich auch in den nächsten Wochen weiterarbeiten und neue Seite erstellen. Inklusive der Bilder macht sie richtig was her. Ich hoffe das ihr euch mal wieder auf der Homepage verlauft und Eure Meinung im Gästebuch hinterlasst. Ich weiß das unsere Fangemeinde sehr groß ist.
Eure Sandsteinjäger 

Sonntag, 19. April 2015

Nachwuchs der Sandsteinjäger

Ja. Es ist soweit und es wurde auch Zeit. Wir hatten lange gesucht. Am Ende war auch schon die Farbe egal. Der Alte hatte uns die letzten Wochen tierisch geärgert. Der Entschluss da etwas zu ändern, fiel also nicht schwer. Sollte es wieder ein Skoda sein? Die jetzige Qualität lässt leider auch bei Neuwagen zu Wünschen übrig. Frei nach dem Motto "back to the roots" legten wir uns auf einen gebrauchten Golf fest. Mit noch mehr Platz geht es nun für uns und unserem Rad- und Wandermaterial in ein neues Jahr. Ab jetzt können wir tonnenweise Kartenmaterial und Ausrüstung mitnehmen ohne einen schlechten Gedanken haben zu müssen. Die erste große Urlaubsfahrt geht dann gen Austria. Unsere Freunde werden uns die Kalksteine zeigen. Vielleicht zeigen wir denen auch mal die Sandsteine? Ich denke schon.

Eure Sandsteinjäger

Samstag, 29. November 2014

Alle Jahre wieder ...



Wie versprochen, jedoch nicht im Termin liegend, stelle ich hier unsere kleine Reise im Zusammenschnitt und in der Kurzfassung dar. Als Erstes liegt da natürlich mein Sturz an erster Stelle, obwohl ich mir gewünscht hätte das es erstens nicht passiert wäre, zweitens wenn schon dann etwas spektakulärer und drittens wenn denn so, dann nicht so schmerzhaft und bescheuert. Katrin zitterte mehr als ich in diesem Augenblick. Der nächste Tag in der Klinik war dann auch nur Zeitvertreib. Aber schlussendlich hat uns dieser Tag den Zeitplan so durcheinander gebracht, dass wir dieses überbesetzte Wochenende besser planen konnten und so doch noch einen tollen Abschluss hatten. Alles in allem hatten wir dann zu unseren 254 Kilometern auch noch 2400 Höhenmeter bewältigt und das ganz ohne Auto. Einige Plätze und Wege waren uns wieder mal völlig neu. Diese lassen sich prima mit anderen Touren kombinieren. Selbst Mikulasovice hatte bei uns eine neue Chance bekommen. Diesen Ort hatten wir vor einigen Jahren bereits einen Besuch erstattet und wir waren sehr enttäuscht. Nun aber fuhren wir einmal durch den kompletten Ort. Es war schon beeindruckend. Das böhmische Land zeigt noch mehr Naturbelassenheiten, da man hier in den kleinen Dörfern nichts von Tourismus hält und auch nicht zu schätzen weiß. Jedoch wurden nun in der letzten Zeit viele Wander- und Radwanderwege sehr gut beschildert. Das System ist um so einige Dinge besser, da hier die Radwanderwege Nummern haben. Auch wurden viele Dinge mit in deutscher Sprache beschriftet. Deutliches Plus.
Das Wetter spielte uns mal wieder in die Karten. Nachts so um die 10°C, ziemlich feucht, aber tagsüber um die 20°-25°. Die Wege waren zum Teil matschig, da es in den Tagen vorher schon arg geregnet hatte. Der Nebel nachts tat dazu nichts Besseres bei und so kam es also auch dazu, dass ich mich an der Wiese mit heruntergefahrenen Reifen geledert hatte. Wir fuhren durch Wälder, über Wiesen, Schotterpisten und Baustellen. Letztere ließen dann unsere Räder richtig gut aussehen. Ich spreche von gut, Katrin hatte unterwegs immer ihren Lappen dabei.
Jetzt planen wir wieder für 2015. Im September geht es wie immer in unsere Sächsische Schweiz. Dieser Trip sollte auf Grund der ersten Tour im Juni eigentlich ausfallen, aber irgendwie geht das nicht. Wir können nicht anders und müssen wenigstens für eine Woche wieder in das Elbsandsteingebirge. Der Haupttrip führt uns 2015 in die Alpen. Mit dem Rucksack wollen wir bis auf 2500 Meter rauf. Extra hierzu haben wir uns, bzw. werden wir noch mit neuen Wandersachen bestückt, auf die wir all die Jahre verzichtet haben. Jetzt wollen wir wieder mal zu Fuß durchstarten. Und dazu braucht man natürlich einen größeren Rucksack und natürlich ne Menge Bargeld.
Unser letzter Urlaubsfilm ist fertig, aber leider noch nicht als Download bestimmt. Über die Weihnachtstage findet sich bestimmt mal wieder Zeit dieses und jenes an der Homepage zu machen. Vielleicht sollte ich mal eine "Best of" DVD mit den ganzen Filmen herausbringen.
Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, schöne Adventstage und einen guten Rutsch in das Jahr 2015 und lasst Euch mal wieder auf der Homepage blicken.
 
Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 4. Oktober 2014

Abseits der Touristenfallen



Der letzte Tag war nun angebrochen. Im Nebel überfuhren wir die Elbe und mit dem Aufzug nach Ostrau hoch. Bereits hier hatten wir wieder den Wochenendansturm auf das Gebiet sehen und fühlen können. Nummernschilder von nah und fern machten sich bemerkbar. Das heißt auch heute waren die Hauptwanderwege deutlich überfüllt. Wir umgingen also diese Gebiete und zogen gen Hohe Liebe. Zwar war man auch nicht allein, aber es hielt sich in Grenzen. Hier auf den „unbekannten“ Wegen verliefen sich dann auch nur die Einheimischen und die jenigen, die sich hier auskannten. 
Wir kamen ins Gespräch mit jemandem der gerade von den Schrammsteinen kam. Er meinte, die Aussicht von dort glich einem Bahnhof. Da möchte ich nicht wissen wie voll der Bahnhof war. An den Gleisen zu den Zügen standen sie ja gestern auch schon an. Für die Gastronomie mag es sicherlich ein tolles Geschäft gewesen sein, doch uns erging es wie Warnemünde zur Hanse-Sail. Nichts wie weg. Es ging hinab über den Butterweg und Flößersteig bis zum Beuthenfall. Dort konnten wir die Straße queren und nahmen den erneuten Aufstieg in Richtung Mittelndorf in Angriff. Über die schönsten Wege und Plätze die wir so noch nicht gesehen hatten ging es auf eine riesige Wiese mit Heugeruch. Drei einsamen Hütten standen hier mit ca. 400 Meter Abstand. Der Name Hütte ist noch groß gewählt. Ein altes Ehepaar machte hier ihren Wochenendurlaub. Sie kamen aus Dresden und hatten es somit nicht weit. Gewaschen wurde mit Regenwasser, egal ob Geschirr oder Gesicht. Strom gab es in dieser Hütte nicht. Klo war ein kleines Hüttchen mit Herz. Das würde ich auch mal ausprobieren wollen für eins, zwei Nächte. Kacken muss man ja nicht immer. 
Die Aussicht auf die Affensteine und Schrammsteine entschädigt für den Luxus, den man sich sonst so gönnt. Wir lagen derweilen im Gras und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Verspeisten unsere letzten Nahrungsreserven und wanderten dann wieder weiter. Mittelndorf ließen wir hinter uns und gingen über den Panoramaweg in Richtung Altendorf, immer mit Blick zu den Felsen. Mein Schwesterchen würde diesen Weg mögen (Gruß nach Tessin). Vielleicht sieht sie ihn ja auch noch mal. Tolle Wanderung. Die Sonne zeigte uns den Weg. In Altendorf lockten uns noch eine Eierschecke und ein Milchkaffee an. Dann ging es weiter in Richtung Bad Schandau. Es ging so zurück, wie wir die Wanderung am ersten Tag begangen hatten. In Schandau war es wieder bitterböse voll. Die Raddampfer legten an und ab und die Fähre zum Bahnhof glich einer Flüchtlingsfähre im Mittelmeer. 
Wir schleckten unser Eis und schauten uns dieses Schauspiel wieder an. Die vorletzte Fährfahrt traten wir dann nach Hause an.


Eure Sandsteinjäger 

Freitag, 3. Oktober 2014

Zwergenhöhle und Klebstofftal




Wie schon die anderen Tage auch, starteten wir schon wieder vom Busbahnhof Königstein. Die Fahrt ging mit vielen anderen Insassen in Richtung Rosenthal. Wegen des Feiertags waren heute so viele Menschen unterwegs, man könnte meinen es sei der einzige Feiertag im ganzen Jahr. Wir wussten, dass zu diesem Wochenende viele Besucher hinzu kommen würden, aber soviel? Es war auf den Straßen echt grenzwärtig. Autos aus den umliegenden Kreisen, zugeparkte Parkplätze, volle Bahnen und Busse. So, als müsse man das Elbsandsteingebirge noch schnell vor dem herannahenden Weltuntergang noch einmal erblicken.
Die Endstation des Busses verließen wir zwei mit dem Rad in Richtung Bahratal. Als erstes hatten wir eine Sperrung auf unserem Weg, wegen Baumfällarbeiten. Diese sind Werktags, aber nicht am Wochenende. Also machten wir uns auf und durchbrachen die Absperrung und sausten den Waldweg hinab. Es kamen uns nun schon Wanderer entgegen und eine zweite Absperrung folgte, an der ich mich fast aufgehängt hätte. Die nächste Kreuzung war voller Wanderer. Jetzt wussten wir, dass es möglich sei hier gefahrenlos zu fahren, oder haben die Anderen auch die Absperrung einfach ignoriert? Ich denke schon, denn im hinteren Teil des Waldes fuhren noch ein paar Maschinen durch den Wald und machten ordentlich Krach. Wir schnurrten unseren Teil des Weges gnadenlos ab und fuhren wieder mal immer nur bergab bis nach Rosenthal hinein, doch wer nur bergab fährt muss irgendwann auch wieder rauf. Das machte sich dann auf den Weg nach Raum, ja so heißt der Ort, schon zum ersten Mal bemerkbar. Eigentlich war dies noch in Ordnung. Kurz vor einem Waldstück, auf dem wir einbogen, konnten wir dann beobachten wie Jäger bei der Maisernte Jagd auf die Schwarzkittel machten. Leider konnten wir nichts Grandioses sehen oder hören. Es ging hoch in einen Wald und die Landschaft wurde immer schöner und man konnte so richtig toll ins Land schauen. 
Wir bestiegen die Panoramahöhe und hatten hier einen tollen Rundumblick. Eigentlich wollten wir hier essen, was uns aber dennoch davon abgebracht hatte wissen wir nicht. Wir wollten wohl noch einen besseren Platz haben, der sollte jedoch auf sich warten lassen. Hinab ging es jetzt seicht in den Ort Langenhennersdorf, so lang so öde (meine Meinung). Hier war nichts. Haben wir etwas übersehen, die Zwergenhöhle vielleicht? 
Ja richtig, Katrin wollte immer mal den Wasserfall sehen, der hier so plätschert. Daneben soll die Zwergenhöhle liegen, die muss echt so klein gewesen sein, dass wir im Rausch dran vorbeigerast sind. Selbst am Wasserfall stand nichts dran, hätte auch eine Toilettenspülung sein können (na ja, etwas übertrieben). Es ging nun aber weiter in das Tal der Presswerke und Klebstofffabriken, sowie den Düngemittelwerken. Zweidrittel waren sicherlich nicht mehr brauchbar, andere Häuser abgebrannt oder verwahrlost. Das hier war der böse Teil der Tour, den wir uns wirklich hätten sparen können. Da ärgerte mich auch die Straßensperrung auch nicht mehr, die wir erreichten und ein Stück zurückfahren mussten. Aber wer nicht wagt... Jetzt wissen wir wie blöd der Weg ist. Zur Panoramahöhe gerne wieder jedoch nicht so. Irgendwie kamen wir dann nach Struppen und über Feld, Wald und Wiesen. Katrin wollte sich das Schloss anschauen. Das Schloss trägt auch nur noch seinen Namen: „Schloss“. Schnell weg und runter zur Elbe über Nauendorf und weiter nach Wehlen. Hier gab es dann für uns Kaffee und Kuchen. Über das überfüllte Rathen trieb es uns der Radweg nach Königstein. Mit der Fähre setzten wir über und fuhren nun im Schlussspurt nach Schandau. Katrin nahm sämtliche Hügel in einem Satz. Was hier heute auf den Wegen los war, ist einfach nicht zu beschreiben. Voll, voll, voll.
Der Arsch brennt nun nach 50 Kilometern und ich bin gespannt wie viele Höhenmeter das wohl waren. Die Auflösung der Touren wird es dann am Ende geben.


Eure Sandsteinjäger mit Völlegefühl

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Katrin bitte Folgen


Eine tolle kurze Tour hatte Katrin da ausgewählt, die man evtl. auch so zu Fuß gestalten kann. Zu aller erst ging es den Täppigsteig hinauf nach Kleinhennersdorf und dann weiter in Richtung Papststein (Schwesterchen kennt die Strecke) und dann weiter in Richtung Gohrisch. Die Waldwege waren sehr gut befahrbar und machen natürlich riesigen Spaß. Ein paar Wurzeln, softig, trailig und schön geschmeidig. Meine Hüfte machte da gut mit. Das Auf- und Absteigen war etwas Problembehaftet. Den Gohrisch ließen wir kurzer Hand liegen und fuhren weiter zu „Onkel Pauls Ruhe“, einer genialen Aussicht zum Lilienstein. Es ging dann über schmale Pfade in den Ort Gohrisch. Kurzfristig hatten wir beschlossen über „Die Folgen“ zu fahren, einer großen weiten Fläche mit viel Überblick und vielen Aussichtspunkten. Katrin bitte Folgen, ich bin der Letzte. Katrin fuhr voraus und wir umrundeten diesen Teil bei Gohrisch einmal. Es ging hier ebenfalls über schmale enge Pfade die richtig Spaß gemacht hatten. An einer Sitzgruppe machten wir dann Halt. Die große Mittagspause stand an und wir vertilgten unsere Mitbringsel. Nebel und Sonne wechselten sich ab. Die Sonne konnte sich aber nicht richtig durchsetzten und so blieb es etwas trüb, aber trotzdem warm. Als wir wieder fahren wollten merkte Katrin, dass dem Reifen etwas Luft fehlte. Sollte sie trotz der guten Reifen über einen Dorn gefahren sein, bzw. sollte er jetzt doch plattbar sein? Auch das noch und dann noch hinten. Bei der Nexus 7 macht es besonders viel Spaß den Reifen zu wechseln, gerade dann wenn man nicht mehr weiß wie man die Schaltung von der Achse löst. Wenn man das geschafft hat, bekommt man diese nicht mehr drauf. Das hatte ich schon mal.
Was haben wir beide da draußen nun in der Wildnis getüftelt und probiert. Zu erst fanden wir das Loch nicht, da haben wir einfach einen neuen Schlauch genommen und die alte Decke nach einem Dorn untersucht. Nichts. Das hatten wir dann schon mal. Doch diese Schaltung… Am liebsten hätte ich den Scheiß hingeschmissen. Immer wieder derselbe Mist. Nur weil Frau Rücktritt fahren möchte. Nach einer Stunde kam mir dann die Gewissheit, erst so, dann so, dann so, zack fertig und falsch rum. Noch mal raus und jetzt aber richtig. Zack fertig. Ich sah trotz der Handschuhe aus wie ein Schwein. Darauf hatten wir uns aber was verdient. Rann zum Bäcker in Gohrisch und erstmal Kuchen und Kaffee. Da war dann die verlorene Stunde wieder Sch… egal. Dann ging es wieder weiter in Richtung Königstein zur Schönen Aussicht, welchen ihren Namen nun leider schon verloren hat. Vor lauter Bäumen zog es uns weiter und kamen bald zur nächsten Aussicht, die zwar nicht verzeichnet ist, aber dennoch ihren Namen verdient hätte. Einen Super Blick hatten wir hier auf Lilienstein und Festung Königstein.
Jetzt kam noch mal etwas für den Kick so zwischendurch. 10 und 15% Gefälle erst auf einer Wiese und dann auf blankem Asphalt. Katrin hatte schon bammel, aber ich war mir da schon etwas sicherer. Ich hatte mir nämlich nen neuen Reifen aufgezogen und die Bar-Zahl etwas verringert. Das war super gut und super geil.
In Königstein leistete ich mir noch was Schönes zwischendurch und weiter ging die Fahrt zurück nach Bad Schandau an der Elbe entlang. Wir fuhren den alten Weg linkselbisch, da dieser jedoch ausgebaut wird, hatten wir arg zu kämpfen. Ich war mit dem Schlamm eigentlich schon gut bestückt. Jetzt das. Schlammlöcher und Matsch wohin das Auge reicht. Das war doch was. Katrin musste und mich störte es herzlich wenig. Immer wieder musste ich die Heckkamera vom Dreck befreien. Ich fuhr vor und Katrin folgte mir in einen etwas weiteren Abstand. Teilweise war es eklig. Gefühlte 2 Kilo Dreck schleppte ich mit mir herum. Die Leute gucken und reden schon. Wie schön, endlich mal.
Die Räder mussten wir dann zu Hause erstmal mit Wasser reinigen, weil wir morgen mit dem Fahrradbus fahren werden und es mit einem etwas gereinigten Rad versuchen möchten. Katrin meinte: „Morgen ist Feiertag“. Na gut.

Eure Sandsteinjäger