Freitag, 1. Juli 2016

Traum(a)haft



Ihr denkt nichts Böses und werdet irgendwie nach einem anstrengenden Tag geweckt, wie auch immer. Jemand trägt das Frühstück durch das Schlafzimmer, bzw. durch DEIN Schlafzimmer auf den Balkon (ist ja auch eigentlich nicht verwunderlich). Später schlage ich die Augen auf und meine Schwiegermutter swiffert die komplette Ferienwohnung und unter anderem auch dein, bzw. in dem Augenblick mein Zimmer. Ich möchte doch bitte mal dies und jenes beiseite nehmen, denn sie kommt da nicht ran. Aha, denke ich, da konnte wohl jemand nicht mehr schlafen. So war es auch, aber ich hätte jetzt noch ein wenig die Augen zugehabt. Laut werden kann man nicht. Rausschmeißen? Auch nicht. Sie wischt ja die Bude. Man lebt damit und überlegt sich einen Plan. Die Marschroute heute sollte in die Schrammsteine gehen. Leider nur zur Viert, denn einen Ausfall haben wir schon. Nein nicht ich! Mein gepostetes Bild mit Tape hat wahre Wunder gewirkt. Kein Schmerz über Nacht und heute würde der Stresstest sein. Unsere Tour stand schon gestern fest, aber ich habe gemerkt, dass Katrin bei den Wanderungen sehr flexibel geworden ist. Dank GPS+Karte ist es sehr leicht Ersatzrouten bzw. andere Wege zu finden. So auch heute. Mit dem 70 Meter Aufzug hatten wir die nächste Etage erklommen. Von Ostrau aus gingen wir Vier in Richtung Wildwiese. 
Und hier kam schon die erste Änderung. Es ging durch das Schwarze Loch hinauf in die Schrammsteine. Es ist ein wenig frequentierter Pfad der eine kleine lustige Steintreppe besitzt. Eine Stufe hatte wohl das Maß von 40 cm Höhe und 10 cm Tiefe. Es ist nicht Jedermannssache hier hinauf zu rutschen. Perfekt für Gitti die von Wolfgang teils gezogen und von mir geschoben wurde. Euer Kopfkino möchte ich jetzt dargestellt bekommen. Katrin schaute gar nicht mehr hin und hielt sich die Ohren zu. Katrin bekam dann ebenfalls Hilfe und wurde ebenso wie Gitti von mir und Wolfgang gesichert. Dann stand ich mit meinem Gepäck und drei paar Wanderstöcken unten und der Trupp ging weiter. Die hatten mich nicht mal vermisst oder mich gefragt ob ich Hilfe bräuchte. Es geht schon allein – mir braucht keiner helfen – ich schaff das schon. Während Wolfgang und ich uns dann am restlichen Aufstieg wieder um Gitti kümmerten, die mehr hinaufkroch als ging, legte Katrin ein olympisches Tempo an den Tag vor. Ich hätte ihr meinen Rucksack geben sollen. Das hätte sie dann etwas abgehalten. Sie wollte einfach nur aus der lustigen Schlucht heraus. Über den Zurückesteig ging es weiter zum Kleinen Prebischtor, frei nach dem Motto: „Nimm meine Hand, ich helf Dir nicht“. Die ausgestreckte Hand von Wolfgang lehnte Gitti mit einem coolen Spruch ab, griff aber dennoch im gleichen Atemzug zu dieser und wunderte sich warum da keine Hand mehr war. „Was du nicht haben willst geb ich dir auch nicht.“ meinte Wolfgang, und schwub lag die Gitti fast auf den Steinen. Da half auch kein Winken und Rufen. Hinab ging es dann von dort oben über die Heilige Stiege. Katrin ging 50 Meter voraus und summte „Hänschen klein ….“, Gitti stützte oder klammerte sich an den Rucksack von Wolfgang und ich war mal wieder letzter mit all dem Gepäck und musste warten bis Gitti an der ersten Kehre war. Diese lange Stahltreppe mit seinen rund 300 Stufen und freier Sicht ist nicht für Jeden gedacht. Weiter ging es den elendig langen Weg nach Schmilka. Jetzt noch mal frische Sachen an, ab in den Bus, dann zum Kneipen und dann zum Essen. Zur Belobigung wurden Gitti und Wolfgang mit dem Malerwegorden ausgezeichnet (für besondere Verdienste bei den Sandsteinjägern). Morgen ist mal Pause, Einkaufen, bisschen shoppen und ausruhen für den Endspurt.


Eure Sandsteinjäger 

Donnerstag, 30. Juni 2016

5-facher Wolfsberger



Wiedereinmal regnete es morgens pünktlich zum Abmarsch. Wir standen vor der Tür der „Jungspunde“. Verdutzt wurden wir in unserer Regenmontur angeschaut. Wenn Abmarsch ist, dann geht es auch los. Nach der kurzen Zugfahrt stellten wir uns nochmal unter, um nicht komplett durchnässt zu werden und dann gingen wir die gefühlten „tausend“ durchgeweichten Stufen hinauf nach Reinhardtsdorf. Wir matschten den Feldweg entlang. Der Horizont war in Wolken und Nebel getaucht. Es war ein tolles Schauspiel als wir die Kaiserkrone erreicht hatten. So langsam machte sich dann auch die Sonne breit. Wir machten eine lange Pause. Das tat meinem Knie auch sehr gut. Die Bandage hielt leider nicht was sie versprach. Die Probleme hatte ich bei allen Stufen. Die Rentnercombo ließ mich mit deren Gebrechen jedoch ziemlich alt aussehen. Ich fühlte mich wie 90. Die Wanderstöcke hätte ich getrost als Krücken nutzen können. Glücklicherweise hatten wir diesen Tag für unsere Neulinge als Testtag deklariert und sind nicht gleich in die Vollen gegangen. Ich kämpfte mich also durch. 
Über Reinhardtsdorf ging es weiter zum Wolfsberg. Wieder hieß es Pause machen. Da schon Kaffeezeit war, konnte ich endlich den Kuchen auspacken. Mit dem restlichen Körnerbrot fütterten wir die dicken Karpfen an einem Teich. Die Puller- und Rastpausen zusammen kamen mir sehr gut, verlängerte jedoch unsere restliche Tageszeit. Irgendwann wollte man ja nochmal einkaufen und in die Stadt mal bummeln, oder ganz einfach früher zu Hause sein. Eine kleine Ameise erhörte mich wohl als ich wieder bemerkte, dass jemand wieder in die Büsche musste. Nach der wehrhaften Attacke des kleinen Wiesenbewohners sah Katrin aus als hätte sie sich einen Wolf gelaufen. Nach einer Stunde kamen wir wieder an eine kleine Hütte. Dort kehrten wir ein, denn erstens hatten alle Kaffeedurst und zweitens sollte ein Regenschauer bald aufkreuzen. 
Wir entschieden uns für diese Pause. Wolfgang badete seine Füße in einem zweier Goldfischbecken. Dem einen Goldfisch ging es soweit gut und der andere verlor die Farbe. Ob und wiso, das sei mal dahingestellt. Nach Eis, Kaffee und anderen Kalorien mussten wir im Nieselregen weiter. Meine Sachen hatte ich alle dabei und konnte aus dem Vollen schöpfen. Für jede Situation das passende „Kleid“. Wir gingen über den Krippenberg und Püschelweg nach Krippen zurück und hatten am Ende wieder mal 12 Kilometer auf der Uhr. Für die Einführung war das für unsere Neuankömmlinge gar nicht so schlecht. Alle waren tapfer.


Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 29. Juni 2016

Kettenrasseln am Teichstein



Sieben Uhr und es regnete in Strömen. Da war es besser liegen zu bleiben. Eigentlich wollten wir heute früh einen Bus nehmen, der uns zum Startpunkt bringen sollte, aber so? Das Wetter sollte uns doch noch einen Strich durch die Rechnung machen? Katrin machte einen guten Vorschlag und zwar den von gestern den ich nicht so toll fand, da er zwar erholend sei, aber etwas langweilig. Die Füße hätten es vertragen können, doch Gitti lechzte nach Action und Abenteuer. Bitte schön. Wir schauten nochmal auf die Karte und da die Wetterlage schon besser war, wurde unsere Findungsphase auch immer besser. Somit fuhren wir wieder einmal mit der Kirnitzschtalbahn in das dunkle Tal der Funkverbindungen. Vom Beuthenfall aus ging es über den langen Dietrichsgrund bis zum Zeughaus. Die Sonne stand am Himmel und zeigte gute Laune. Nach dem langen Marsch war am Zeughaus unsere erste große Pause. Vor uns baute sich der Teichstein groß auf. Er stand heute auf unserer Liste. Natürlich musste uns ein Regenschauer mal wieder hier überraschen. Es ist jedesmal das Gleiche. Beim letzten Mal wurden Katrin und ich ordentlich nass gemacht. Der Anstieg ab dem  Zeughaus war schon schwieriger als die Fortsautobahn. Ich merkte nun auch mein Knie. Ich musste es wohl gestern in der Spalte etwas verdreht haben. Hut ab vor Gitti. Die machte alles mit. Kurz vor dem Aussichtspunkt begannen die Stufen mit den Ketten. Gitti ging etwas die Muffe, aber auf uns warten oder kneifen das war nicht. Sie zog es durch. Der Adrenalinschub war schon etwas größer. 
Angekommen an der Aussicht konnte sie sich gar nicht konzentrieren. Zwar war alles schön, doch sie machte sich fertig mit der Rückreise, also mit dem Rückweg der in gleicher Weise erfolgen sollte. Ketten, Stufen, Abhang usw.. Sie dachte wohl was Katrin schafft, dass schaffe sie auch. Kurz bevor die Notdurft der Angst in die Wanderhose ging, versteckte sie sich lieber mal kurz 2 Meter vor einem Abhang und verrichtete das, was jetzt wohl besser wäre. Dann läuft es auch besser mit der Treppe. So war es dann auch. Mit viel Krampf und Mut schaffte sie den Weg zurück. Jetzt mussten wir noch zur Buschmühle, um dort in den Bus zu steigen. 13 Kilometer mit 500 Höhenmetern waren unser heutiger Erfolg. Und morgen geht’s mit unserem Besuch aus Doberan zur nächsten Tour. Lasst Euch überraschen.

Eure Sandsteinjäger 


Dienstag, 28. Juni 2016

Da lass doch ma die Muddi voa



So in diesem Wortlaut erklomm die Gitti die Riegelhofstiege. Aber zuerst zum Anfang. Mit dem Zug ging es nach Wehlen und von dort suchten wir unseren Weg in Richtung Riegelhofstiege. Dieser Weg ist nicht mehr ausgeschildert und somit eigentlich nur noch mit GPS zu finden, wenn man die Daten dafür hat. Natürlich gingen wir trotz dieser Hilfe an unserem Pfad der zur Stiege führt auch mal vorbei. Es hieß dann Beine runterkrempeln und diesen kleinen Trampelpfad entlang und mit Hilfe des Handys den Weg weiter gehen und immer sicher sein, dass dies auch der Richtige ist. Viel kleines Gestrüpp lag uns im Weg, aber urig war er schon. Da ich den Mädels immer gezeigt hatte das wir richtig sind, waren sie auch gar nicht besorgt. Sehr untypisch. Wir hätten auch umdrehen können. Hätten wohl gemerkt. Und da plötzlich war die Bergungsbox zu sehen. Wir waren also richtig. Die Box war unser Hinweis. Und dann standen wir auch schon vor dem Einstieg. Erstmal große Augen bei den Mädels und mir, kurze Besprechung und ich begann den Vorstieg durch die enge Spalte. Für mich passend gemacht. Dann kam unser Gepäck und ich immer hin und her. Nun baute ich eine kleine Hilfskonstruktion um den Trupp nachzuholen. Endlich waren wir nun alle in dieser engen Nische und es sollte weiter hoch gehen. Wieder ging ich vor und schleppte alle Utensilien an einen sicheren Ort. Katrin sollte dann die Nächste sein und gab vorerst auf. Dann sollte die Muddi vor. Sie schaffte mit viel Kraft es zur nächsten Etage. Während dessen schaute ich mir den weiteren Weg an und war mir sehr unsicher ob wir das alle schaffen würden. Es hatte einfach zu oft in der letzten Zeit geregnet und die Steine waren sehr nass. Gitti schaute sich das vorliegende Problem ebenfalls an und schüttelte den Kopf. Ein Glück Katrin stand immer noch unten. Wir redeten ihr das aus und begannen den Rückzug. Runter war es nun für die Muddi schwieriger. Eigentlich rutscht man hinunter, aber sicher nicht auf Felsblöcken. Eigens hierfür hatte sie sich auch neue Sachen angezogen. Ich fragte mich nur für was. Der Rückzug war also etwas schwieriger, doch als wir das dann geschafft hatten mussten wir lachen und hatten ordentlich Spaß. Nach einer Pause gingen wir wieder mal nach GPS und fanden einen kleinen Pfad auf den Großen Bärenstein. Hier oben verweilten wir einen Augenblick und trockneten wieder mal unsere Sachen. Jetzt zog es uns in Richtung Thürmsdorf hinab zur Schokoladenfabrik und dort hauten wir uns die verlorenen Kalorien wieder rein. Wir hatten noch einen weiten Weg. Dieser führte uns nach Königstein zum Zug, der uns wieder nach Hause bringen sollte.
Kurzum war dies eine tolle Tour mit Spaß, dreckigen Sachen, Schürfwunden und aufgerissenen Shirts mit ordentlichen 17 Kilometern und 590 Höhenmetern.
 
Eure Sandsteinjäger 

Montag, 27. Juni 2016

Pavillon



Die große Überraschung zum Tage begann bereits am Bahnhof. Zug fällt aus. Dabei sollte es mit dem letzten Sonderzug nach Krasna Lipa gehen, um von dort über einen tollen Wanderweg nach Hinterhermsdorf zu gelangen – 14 leichte Kilometer zum Abschluß des deutschen Wandertages. Wir versuchten uns einzureden, dass evtl. noch der SEV in Frage kam. Tja, aber nur für alle anderen Züge nach Sebnitz. Unser Zug wurde gänzlich gestrichen, kein Bus, gar nichts. Nach diesem Auf und Nieder schlugen wir uns selbst was vor. Plan B trat in Kraft. Eine Route die wir eigentlich für diesen Tag geplant hatten und doch umgeschwenkt sind. Am meisten ärgerte mich jedoch das frühe Aufstehen und das dabei nichts herumgekommen ist.
Vorab mit der Fähre vom Bahnhof nach Schandau und dann mit der Kirnitzschtalbahn fuhren wir zum Lichtenhainer Wasserfall. Rauf zum Kuhstall in 20 Minuten mit anschließender kleiner Stärkung und dann weiter zum Kleinen Winterberg. Hier trockneten wir wieder unsere Sachen und hatten unsere zweite Rast. Dann kam unser Highlight. Der Bergpfad hinauf zum Pavillon. Seit langem gibt es diesen Pfad, war aber jedoch schwer zu finden. Vor kurzem hatte man diesem Pavillon von der anderen Seite wieder begehbar gemacht und so hatten wir nach unserem erfolgreichen Aufstieg auch einen „Ausgang“ gefunden. Endlich haben wir es nach wiederholtem Anlauf geschafft. Es ging dann weiter in Richtung Lehnsteig, den Gitti heute als erste herunterrutschen durfte. Es war einfach herrlich. Die vielen Auf und Ab, sowie die beiden Pfade verlangten Gitti alles ab. Es waren aber auch gute 10 Kilometer mit 600 Hm. Und das am Anfang. Morgen müssen wir eine leichtere Tour finden. Wahrscheinlich wird es die Riegelhofstiege am Bärenstein.
 
Eure Sandsteinjäger