... genauso könnte man die Tour heute nennen, aber auch "Schatz, heute mal ne kleine Tour - ich kann nicht mehr". Kurzum, ich habe dann auch Rücksicht genommen und etwas kleines mit Katrin besprochen. Mit dem Zug ging es heute früh bei schönstem Sommerwetter von Schandau nach Königstein. Nach kurzem Elberadweg ging es brutal hinauf nach Thürmsdorf. Es ist eine schreckliche Steigung, aber wenig befahren und gut geteert. Doch wie lang dieser Monsterweg ist weiß ich selbst nicht. In Thürmsdorf angekommen weiß man dann was man(n) und Frau getan haben. Danach geht es dann die Schlossstraße auch noch mal kurz hinauf. Von "hinauf" hat Katrin so allmählich die Schnauze voll. Ich sage immer: "Wer hinab will muss auch hinauf mögen". Ok, einige Berge haben es in sich und erst recht für Katrin. Ich hab ein Jahr lang trainiert und dass ist mein großer Vorteil.
Wir waren auf dem Panoramaweg der jetzt weit oberhalb der Elbe entlang führt. Nach unserem kurzem Abstecher zum Mausoleum fanden wir noch einen Weg der uns wiederum zur "Alexander Thielke Aussicht" bringen sollte. Dort waren wir noch nie und es hat sich wieder mal gelohnt einen Abstecher zu machen, welcher nicht geplant war. Vom Mausoleum aus führt auch der alte Panoramaweg nach Weißig, der nur noch von einheimischen MTBlern genutzt wird. Ein schöner Singletrail den ich leider nur kurz begangen habe. Katrin zu liebe folgte ich ihr auf dem neuen Weg. Irgendwann waren wir dann auch in Weißig, dem kleinen Nest unterhalb des Rauensteins. Bei Mittagssonne fuhren wir den Feldweg hinein in den Wald und waren glücklich Schatten gespendet zu bekommen. Mit leichtem Anstieg kamen wir bis zum Fuße des Wurzelweges. Diesen Weg noch rauf und wir waren auf dem höchsten Punkt des Rauensteins den man mit dem Rad erfahren kann.
Wurzelweg also rauf und lange dumme Gesichter auf der Plattform als ich dort mit dem Rad angekommen bin.
Dort hatten wir was gegessen. Es waren vielmehr die übriggelassenen Reste. Frühstück gab es ja schon anderswo. Mit Katrin besprach ich nun die Abfahrt. Videodreh war angesagt. Gute 800 Meter Trail über den abfallenden Rücken des Rauensteins. Über Wurzeln, Steine und durch ausgewaschene Rinnen führte der Weg. Alles was das Herz begehrt. Das musste nun endlich mal mit der Kamera festgehalten werden. Katrin also fuhr vorweg und wir beide zählten bis 100, dann fuhr ich los und schoss durch die Wildnis ohne zu wissen wo Katrin steht. Dann fuhr sie wieder vor und das ganze nochmal von vorn. Irgendwann kamen wir wieder an diese Schlüsselstelle mit den vielen Steinen. Letztes Jahr hatte ich hier schon mal Anlauf genommen und mich dabei schön gestoßen. Diesmal, bis auf eine kleine Stelle, ging es durch bis unten runter. Nebenbei trafen wir noch Einheimische die uns etwas erzählen wollten. "Mimm Fooradd..." hatte ich noch verstanden. Das wars. Ob es nun negativ gegen mich gemeint weiß ich nicht und fuhr dann weiter. In meinem Kopf sprach ich mehrere mal zu mir: "Bloß nicht löffeln, fahre langsam aber cool, gut gemacht, du bist ein toller.... ", und so weiter. Mit stolzer Brust bin ich dann auch in Pötzscha ohne Verletzungen angekommen.
Mit der Fähre wurden wir dann auf die andere Seite gebracht, wo uns ein Erdbeereisbecher erwartete. Lecker, lecker. Katrin hat bezahlt.
Nun wollte wir von hier nach Rathen. Katrin hatte meinen Rat gefragt und ich schlug dann auch vor. Ich hatte mich auch gerade warmgefahren, nahm aber trotzdem Rücksicht auf meine "Kleine". Also Radweg bis Rathen, dann den Weg am Gamrig vorbei und hoch nach Waltersdorf. Katrin ärgerte sich ein wenig über meinen Vorschlag und pustete die Berge hoch. Teilweise schob ich sie während der Fahrt. Das ging mir ganz schön in die Oberschenkel, aber ich hatte etwas gut zu machen. Am Lilienstein vorbei - endlich. Jetzt geht es gute 180 Meter runter. Schotterpiste pur mit kleinen Schanzen, die als Regenwasserableiter gebaut wurden und 40 cm hoch sind. Immer wieder bremsen und springen - 40 oder 50 mal? Dann geschafft. Die letzte Kurve in der ich auch 4 verschreckten Omis, die eine 20 Meter-Radius-Kurve für sich beanspruchten, den bösen Christoph zeigte. Böse, dreckig und gemein zog es mich in die Linkskurve. Ich ließ den Splitt nur so fliegen, als ich meine Bremsen betätigte. Katrin bekam wohl die Rache zu spüren. Die 4 wollten überhaupt kein Platz machen. Jetzt war sie wieder geladen, man man.
Es ging nun nur noch zum Bahnhof nach Königstein und mit dem Zug zurück.
24 Kilometer und trotzdem 410 Höhenmeter.
Die eisernen Sandsteinjäger
P.S. Morgen gehts früh los und unser Video stelle ich dann morgen rein.