Wo einige noch einen dicken Kopf von der Wochenendlichen Maifeier haben und andere über ihrer Arbeit brüten, haben wir uns aufgerafft und uns Zeit genommen eine größere Runde zu drehen. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite in diesem Monat und sollte wohl gut ausgenutzt werden.
Unsere Rundtour sollte heute durch den alten Landkreis über Kröpelin, Airport Zweedorf, Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan gehen. Gesamt waren dies 50 km mit 240 Höhenmeter. Im großen und ganzen also "nischt dolles". Keine Pfade, keine Schlammschlachten - nur Asphalt und gut ausgebaute Wege. Im Schlepptau hatten wir heute wie immer die kleine Gitti. Dazu kamen noch "Dicker" und "Dicke" aus der Begegnungsgruppe "Sport Frei" des hiesigen Bad Doberaner SV.
Es beginnt wie immer: Raus aus dem Ort und Jacke an weil dem Jenigen zu kalt wurde. Ich find´s ja auch toll, denn sonst hätte ich ich nix zu beanstanden und der letzte Satz würde fehlen. Später wurden dann der Sattel verstellt und sogar ganze Räder getauscht. Also ich meine das die Fahrer ihren Drahtesel getauscht hatten. Irgendwann wurde es ja wieder wärmer und geschützter. Was folgt? Jacke aus....
Wir spulten so ganz aus der Hüfte unsere Kilometer ab. Margitta mit ihrem (oder nicht ihrem) Cross-Rad hatte einen Vorteil. Ihrer Meinung nach fuhr das Rad von allein, aber so was von allein das es wohl ein toller Tausch war. Das Absteigen war wohl etwas kompliziert, aber wer will schon absteigen? Jacke an ...
Unsere Strecke kannten wir noch nicht. Sie war daher um so beachtenswerter. Blühende Rapsfelder und kaum unbefahrene Straßen durchquerten wir. Orte denen man kaum Bedeutung schenkte waren um so schöner. Klein und knuffig, teilweise richtig schön gestaltet als wäre morgen der Tag "Schöner unsere Dörfer und Gemeinden". Dabei ist morgen nur "Kampftag".
Der heutige Kampftag gehörte uns. Vorbei am Airport und den Bio-Kieshügeln von Zweedorf zogen wir weiter nach Blengow. Blengow, der Ort der noch zum Landkreis Bad Doberan gehört und es wahrscheinlich auch immer bleiben wird.
Mit dem Ort Garzer Hof rückte Rerik immer näher. Ein paarmal noch in die Pedale gestiegen und wir waren da, doch die Nachhut wollte sich mit einer List von mir absetzen. Sie nahmen die Strecke über den Fußweg am Haff und wollten mich so umgehen. Ich nahm es der Truppe übel, den dort wird kein Fahrrad gefahren. Dies steht auf Schildern und ist nur von einigen Ausnahmetouris nicht zu lesen. Sind wahrscheinlich hochdeutsche Schilder.
Doch die Fahrt dorthin trieb mir die Angst auf die Stirn. Die Angst vor Überladung unseres Planeten mit Elektrofahrrädern war wieder gestiegen und der Fahrradsommer naht erst. Schon wieder hatten wir also solch einen Mixer im Nacken. Gerade dort wo wir uns alle raufgekämpft hatten meinte "Sie" uns mit ihrem Teil zu überholen. Aber die Rache sollte kommen. Mit einem guten Schnitt raste ich der "E.O.N. - Truppe" hinterher. Am Strand von Mechelsdorf hatte ich sie bekommen. Nur noch wenige Meter trennten mich von den Stromverbrauchern. Ich wartete dann aber lieber auf meine Truppe. Gemeinsam ging es dann weiter am Riedensee vorbei bis zum Strand nach Kühlungsborn. Und endlich war es geschehen, wir hatten sie bekommen. Akku heiß? Kernschmelze? Da standen die Figuren um ihre Teile herum. Es sah so aus als wenn nix mehr ging. Jacke an ...
Endlich war der Strand in Sicht, dass bedeutete Kaffee und Kuchen und reichlich Sonne tanken. Nach dieser langen langen Pause in den Dünen traten wir den Heimweg gestärkt an. Als aller erstes durchquerten wir KüBo-West und den Stadtwald, um dann in Ost zu landen und endlich die mit E-Bikes überflutete Stadt hinter uns zu lassen. Als Pack ging es mit Gitti voran am Strand entlang. Hey toll, das reimt sich. Der tolle Trail zwischen den Bäumen durchfuhren Wolfgang und ich mit Speed und leider ohne Pfützen, während die Mädels außenherum fuhren. Nun dackelten wir noch den Radweg in die Heimat lang und waren doch schon froh wieder zu Hause zu sein. Die Leistung von allen war top. Keiner war kaputt bzw. die Akkus waren noch gut gefüllt, um nicht gleich todmüde ins Bett zu fallen.
Aber nun ist Schluss, Jacke aus...
Aber nun ist Schluss, Jacke aus...
Viele Grüße an die Welt
Eure Sandsteinjäger