Sonntag, 28. April 2013

Spaß mit Schmerzen auf dem Teufelstrail

Schon die Nacht zu heute war grausam. Anfangs dachte ich das ich mir eine Mittelohrentzündung zugezogen hatte. Ich enstschloss mich aber dazu, dass es doch nur mein Zahn sein sollte. Und dann die heutige Fahrradtour. Das kann ja heiter werden. Das musste ich durch.
Die Tour sollte von Quedlinburg aus über gute Wege nach Ballenstedt, Gernrode, Bad Suderode gehen, um dann als Höhepunkt die Teufelsmauer bei Weddersleben zu erkunden. Schon der Anfang erwies sich als schwierig. Überall werden die Radwege und Fernradwege angepriesen, aber keiner ist zu finden. Irgendwann hatten wir den Ortsausgang und den für unsere Richtung richtigen Weg gefunden, um endlich unsere Radtour zu genießen. Erstmal ging es aufwärts zu einer kleinen Hügelkette mit einem Wartturm. Von hier aus konnte man weit ins Land und über Täler hinweg schauen. Wo ein Tal war ging es also runter. Schöne Wiesenabfahrt mit Spaßfaktor für Katrin und mich. Selbst Katrin nahm den Fuß von der Bremse und zischte den Abhang hinunter. Angekommen im Ort der Burgruine fanden wir unseren richtigen Weg, der uns vorbei an Rapsfeldern die leider noch nicht blühten, an Schützenständen, Moto-Cross-Bahnen und eines Flugplatzes in das schöne Ballenstedt mit seiner Schlossanlage führen sollte. Nach einer kleinen Schinderei ging es endlich hinab, doch halt. Das Schloss lag auf einem Hügel mit einem riesigen toll angelegtem Garten mit Teichen und Springbrunnen.
Wir cruisten verbotener Weise durch die engen Wege hinauf zur Aussicht. Hier gab es endlich was zu essen. Schöne Grüße von ARAL. Da bei Subway heute früh noch gewischt wurde, war die Auslage bei ARAL schon längst wieder gefüllt. Hier bekamen was wir wollten. Einen tollen Mittagstisch. Katrin "mediteran" und ich "chinesisch". Die Schärfe brachte wieder Leben in meinen Zahn. Erst nach dem spülen mit Wasser und nach der Schmerztablette ging es allmählich wieder besser. Wir machten uns auf den Hügel zu verlassen und fuhren die gesplitteten Serpentinen wieder hinunter in den Garten.
Irgendwann fanden wir den Ausgang der uns in den nächsten Ort bringen sollte, bzw. den Weg der nach Gernrode führte. In Gernrode hatte der Bäcker mit frischem Kucken und Kaffee gelockt. Das war auch das Einzige was wir gefunden hatten. Keine Beschilderung zu unserem Weg zu finden. Wir irrten durch dieses Dorf und fuhren nach Sonne und Kompass. Irgendwie sollten wir doch hier raus kommen. Nach gut einer halben Stunde Testfahrt erreichten wir unser Ziel, nein Ziel war es noch nicht. Es war für uns ein Teilerfolg unseren Weg zu finden. Endlich machten wir Fortschritte und näherten uns mit großen Schritten und Reifenumdrehungen Neinstedt. Wieder kein Schild, keine Hinweise, nichts.

Erst links herum dann rechts herum und gleich nochmal von vorn. Wir entschieden uns dann doch für links und kamen auf unsere Straße zu, die wir gesucht hatten und die auch verzeichnet war. Es roch jetzt schon nach Weddersleben und seiner Teufelsmauer. Schmale Wege zeigten sich vor uns. Dahinter ein wahnsinniges Felsmassiv aus Sandstein. Ein Blick auf die Karte zeigte mir das nebenliegende befahren könnte. Die Teufelsmauer selbst war mit Stufen übersäet. Als Katrin von der kleinen Besichtigung wiederkam erzählte ich ihr meinen Plan. Erst etwas abgeneigt aber dennoch nicht "neinsagend" fuhren wir in Richtung Königstein, der etwa 300 Meter weiter liegt. Von hier blickten wir noch einmal in die Ferne und schauten uns das kleinere Massiv von dichten an. Perfekter Singletrail auf 300 Meter Länge und 30 cm breite. Hammer geil. Links das Massiv und rechts Abgrund. Wir warteten bis Fußgänger unten in Sicht kamen und starteten unsere Aktion.
Katrin erst vorweg fahrend ließ mich später vorbei und überquerte den Pass auf halber Höhe ein Etage tiefer. Ich konnte beobachten wie die Leute unten standen und uns beobachten konnten. Wahrscheinlich aus voller Neugier. Leider war dieses Highlight zu schnell vorbei und wir mussten wieder weiterziehen. Zurück in Richtung Heimat ging es über Wiesen und Felder.
Bei guten 12-9° schafften wir heute 40 Kilometer und unbekannten Terrain. Das war echte eine Erfahrung. Und morgen gehts zum Brocken hoch und mein Zahn schmerzt immer noch etwas. Mal schauen was das wird.


Eure Sandsteinjäger
(vielen Dank für Euren regen Besuche und fantastischen Kommentare)