Donnerstag, 5. Juli 2012

Hitzekoller und schwere Beine

Der Wecker riss uns aus den tiefsten Träumen. Das Wetter konnte draußen kaum schöner sein. Die Vorhersage drückte aber unsere Stimmung ein wenig. Ab 11 Uhr sollte es Gewitter und Regen geben. Quellwolken gab es noch nicht und so rechneten wir uns gute Chancen aus den Tag trocken zu überstehen. Trotzdem mussten die Regensachen wieder mit auf Tour.
Die Schwüle machte uns das Leben nicht einfach. So änderten wir uns unsere Tour kurzerhand auf die linkselbische Seite, um von dort schnell mit der Bahn nach Hause kommen zu können. Also auf zu den Rauensteinen.
Bevor es dann endlich losging versorgte ich meinen lädierten Knöchel noch mit einem Tape. Super diese Dinger. Hab schon seit Tagen meine Schultern getapet, da ich nach den Touren immer Nacken- und Schulterprobleme bekomme.
Den Radweg ging es von zu Hause aus über Prossen nach Halbestadt. Dort setzten wir dann mit der Fähre über. Der Radweg geht auf der linken Seite weiter. Hinter Königstein bogen wir dann ab und machten rauf nach Thürmsdorf. Eine Straße die mit ihrer Steigung gefühlsmäßig nicht enden will. Manchmal ist schieben sogar schwieriger als fahren, sofern man denn die Schaltung untersetzen kann. Vom gestrigen schieben unserer beiden Räder habe ich mir wohl etwas die Bänder überdehnt.
Die Beine wurden jetzt schon schwerer und schwerer. Die Oberschenkel schrien nach Pause, doch der Verstand gehorchte dem Knöchel. Zudem quälte uns die noch immer scheinende Sonne. Von Unwetter nichts zu sehen, nur zu spüren das heute noch was kommen möge. Endlich im Zentrum von Thürmsdorf angelangt, schlichen wir über einen kleinen Wanderweg zur Thielke Aussicht an der Kante der alten Steinbrüche. Diese Aussicht ist wunderbar. Hier kann man verweilen. Wir aßen etwas und stärkten uns mit kalten Getränken. Die Hitze forderte uns heute alles ab. Es war nicht diese heiße trockene Luft die man so kennt, nein es war so feucht warm und nur knapp 24°C, aber kaum auszuhalten. Diese Pause tat ganz gut. Weiter ging es dann über das Feld hinab nach Weißig. Jetzt sah man, dass sich die Wolken auftürmten. In der Ferne fing es schon an zu poltern an. Es gab aber keinen Grund unruhig zu werden. Es wurden nur Warnungen ausgegeben, die aber trotzdem ernst zu nehmen waren.
So ging es nicht mehr auf den Rauenstein hinauf. Wir fuhren an der Plattform vorbei. Ich konnte eh nicht mehr, hätte also schieben müssen. Das kam also ganz recht. Der ruckelige Rücken des Rauensteins wurde schnell bewältigt. Das ging ganz gut. Am Steinrücken, der Abschluss der Rauensteins, musste ich aufpassen. Katrin war nicht mehr zu sehen und so konnte ich mich getrost auf diese steinige Abfahrt konzentrieren. Ich hatte arge Probleme. Im letzten Jahr hatte ich diesen Teil wunderbar gemeistert und heute? Ich muss zugegeben, dass es gerade so gut ging. Selbst hier hatte ich keine 100% mehr zu bieten. Stattdessen musste ich bemerken, dass Katrin hinterdrein schlich und mich beobachtete. Der Schluss endete dann mit Steintreppen. Hier war dann endgültig Schluss. Ein Fehler bei der Stufe und alles passierte ganz schnell. Der Bock ließ sich nicht mehr weiter bewegen und ich musste diesen schnell verlassen. Seitlich sprang ich ab und musste ihn fallen lassen. Ich hatte Glück.
Endlich waren wir dann in Pötzscha angekommen. Am Wasser nahmen wir dann die restliche Mahlzeit zu uns. Als Nachtisch nahm ich mein Power-Gel und einen tiefen Schluck aus der Blase. Diese Pause im Schatten war wieder angenehm, sehr sogar. Katrin stiftete dann zum weiterfahren an. Mein Gel wirkte schon nach kurzer Zeit. Der Akku war wieder voll, doch die Beine lahmten immer noch. Da kann man machen was man will. Die letzte Steigung vor Rathen brach mir dann das Genick. Feierabend, Aus, Schluss für heute. Während Katrin weiter zum Café wollte bog ich auf den Bahnsteig ein. Ich fahr jetzt mit dem Zug nach Schandau weiter. Eigentlich wollte ich sogar bis Krippen, aber wir mussten noch was besorgen und etwas naschen wollten wir auch noch. Also stiegen wir in Schandau aus. Das wir auf den Zug warteten war auch gut so, denn der nächste Zug wäre Schienenersatzverkehr gewesen und der hält nicht in Rathen. Der darauffolgende Zug käme 1,5 Stunden später. Ich glaube da hätte ich mich doch wieder in den Sattel geschwungen, anstatt auf mein Gewissen zu hören. Es war gut so.
Der Kurzbesuch in Schandau endete mit Eisbecher und Einkauf für die letzten Tage. Danach nahmen wir die Fähre nach Hause und dachten schon an den schönen Abend in der Liethenmühle. Na das war dann wohl nichts. Punkt 18 Uhr ging hier ein Unwetter los und zwar jenes, dass für 14 Uhr vorhergesagt wurde. Es kommt von Süden her und ist über die Wetterkarte gut zu beobachten. Wir hatten schon riesigen Hunger. Jetzt mit dem Auto zur Liethenmühle? Um Himmelswillen, das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. So entschieden wir uns mal das Erbgericht auszuprobieren. Jetzt goss es wie aus Kannen. Wie zwei im Sprint rüber zum Erbgericht. Nebenher schlugen die Blitze in die höheren Gebiete ein. Es knallte nur so. Endlich standen wir im Raum. Eine junge Kellnerin in dieser Rot-Schwarz-Haar-Frisur-Optik stand uns dann gegenüber und sprach: „Hobn Sie Halbbongsion?“, „Nein“, „Leido sinn alle Dische resowierd, veruchns doch innor Eische.“ – Wie bitte? Alle Tische in der Gaststätte waren für die eigenen Gäste bestimmt. Nicht mal einen Tisch für Gäste außer Haus. Wo gibt’s so was? Nachdem im letzten Jahr „Die Eiche“ mit vollem Schwung durchgefallen war, ist nun das Erbgericht dran. Ich konnte nicht mehr. Haben sie Halbpension??? Katrin machte noch ein freundliches Gesicht. Ich muss sie echt blöd angeschaut haben. Das hatte sie gemerkt. Ohne weitere Worte verließen wir das Lokal für Halbpensionisten.
Stattdessen gingen wir nach Hause, überdachten die ganze Sache noch mal und machten uns es dann in der ersten Reihe gemütlich. Katrin zauberte in der Küche ein tolles Menü aus dem Proviant der nächsten Tage. Mit Blick auf Blitz und Elbe lassen wir nun den Tag zu Ende gehen.

Eure Sandsteinjäger

 




Mittwoch, 4. Juli 2012

Ganz große Runde


Der Wetterbericht zeigte für heute bewölkten Himmel und maximal 20°C. Das klang gut für unsere Tour, denn heute ging es auf den Hohen Schneeberg. Katrin hatte heute eine neue Strecke für uns herausgesucht. Anfangs sollte die Route in Decin enden und dann an der Elbe bzw. Labe zurück gehen. Es kam alles anders.
Wir zogen nach Kleingießhübel. Der kleine Ort ist immer eine Art Station. Bis hier hat man schon einige Meter überwunden. Leicht aber fein schlängelt sich die Straße am Krippenbach entlang bevor wir mit dem Bach in den Wald einbiegen. Ab jetzt fahren wir die Forstautobahn bis zum Taubenteich. Diese kleine und kurze Strecke hat es in sich. Die meisten Kurven und Anstiege aus dem letzten Jahr hatten wir vergessen. Es war vielleicht auch besser so, denn sonst hätten wir es uns nach dem gestrigen Tag doch noch überlegt. Stetig ging es bergauf. Katrin schob öfters und ich fuhr neben ihr her. Sitzen war mir lieber als den Bock zu schieben. Es kam auch soweit das ich Katrins Rad den Berg hinauf fuhr und sie mein Bike hinauf schob. Danach war ich ganz schön platt. Der erneute Tausch zu meinem Rad war dann wieder eine Freude. Wie leicht meins doch war. Einfach herrlich. Dafür habe ich gern Geld ausgegeben. Katrin meint jetzt schon, dass sie so was auch haben will, jedoch mit Rücktritt. Na ja.
Der Taubenteich ist wohl „umgekippt“. Es sieht wohl so aus, als wenn dort nichts mehr drin leben möchte. Von zwei Jahren saßen hier noch Entlein drauf und ließen sich füttern. Dies war uns nur ein kurzes Foto wert. Der Fuchsteich, unsere eigentliche kleine Zwischenstation mit Fresspause, war nicht weit von hier entfernt. Wir mussten aber noch gewaltig strampeln, denn es ging mal wieder … , richtig bergauf. Aber wenn es auch mal hoch geht, so geht es auch wieder runter und das ist auch Sinn der Sache.
Mit etwas Müh und wenig Not erreichten wir unser Lager. Ein langer Stopp ließ uns hier verweilen. So konnten wir neue Energie tanken und uns auf den Tag freuen der noch folgen sollte. Unser Ziel war ja noch nicht erreicht - noch lange nicht.
Katrin machte nun von ihrem „Wochenbestimmer“ – Passus Gebrauch und änderte kurzerhand die Route. Anfänglich mit Zwischenstopp über Decin, sollte es nun vom Schneeberg nach Ostrov, dann weiter ins Bilatal, dann nach Rosenthal und über Cunnersdorf, Papstdorf und Kleinhennersdorf zur Liethenmühle zurück. Wir hätten dann gleich essen können und müssten nicht gleich wieder von zu Hause los. „Gute Idee“, meinte ich, während sie mit ihrem Finger über ihre neue Karte wischte und die Wege die für Räder erlaubt waren in ihrem Kopf einscannte. So sollte es dann auch sein. Vorerst fuhren wir dann erstmal auf den Schneeberg. Vom Ort aus waren es 3 Kilometer mit satten 230 Höhenmetern an Steigung. Mit Schieben und fahren machten wir uns an die Arbeit. Ich teilte mir mit Katrin einen Powerriegel, den sie für ekelhaft hielt. Ich fand meinen Fahrstil im Schritttempo und ließ sie dann aber auch stehen. Sie machte hier und da ein paar Fotos und kam ein paar Minuten später nach mir an. Das Plateau erreichten wir an der Dresdner Aussicht. Zwar konnte man heute nicht bis Dresden schauen, doch reichte es für die umliegenden großen Berge. Wir wurden für unsere Anstrengung mit Sonnenstrahlen und um die 25° C belohnt. Nach der letzten Stärkung für die letzte Etappe ging es dann auch weiter zur Schneeberg-Aussicht. Wie beim letzten Mal hatten wir auch hier tollen Blick nach Decin und Jelové. Da wir diesmal nicht die übliche Tour hinunter nahmen, ging es einen Wanderweg zur Südwestseite des Bergs entlang. Unglaublich diese Aussichten. Irgendwann endete der Wanderweg in einen steilen Pfad hinunter. Rechts ging ein Weg ins Nirgendwo. Nicht ausgeschildert. Nur ein matschiger kleiner Pfad der meines Erachtens auf die Hauptstraße führen musste. So war es denn auch. Angekommen waren wir wieder an der Dresdner Aussicht. Eine kleine Rundtour auf dem Schneeberg.
Jetzt ging es aber hinab zum Ort Sneznik, der am Fuß des Berges liegt und dann weiter in Richtung Ostrov. Hier führte nach Karte ein einfacher Radweg in den Ort. Da hatte sich die Katrin aber mächtig geschnitten. Anfangs super, später dann meiner Meinung ein guter Fahrradweg für mich. Action, Steine, Gefälle – alles was man so haben möchte. Dieser war halt nur etwas schlechter ausgebaut. Ich hatte meinen Spaß bis Ostrov hinunter.
Jetzt ging es weiter bis ins Bilatal über den alten Grenzübergang. Der Weg führte nun ins Tal. Wir entspannten uns im sitzen und surften auf dem Schotterweg. Unsere Hintern taten wieder weh.
Der Weg von Bilatal nach Rosenthal ging am Großvaterstuhl vorbei. Wieder erst schieben, dann Pause machen und dann wieder in den nächsten Ort hineinradeln. Endlich waren wir in Rosenthal. Unser Ziel war jetzt nur noch Liethenmühle. Alles andere interessierte jetzt nicht mehr. Zwar hatten wir zwischendurch noch tolle Blickpunkte in die Ferne gehabt, doch Entspannung war nun was anderes. Wer trägt schon gern sein Rad auf einen Berg um Fotos zu machen und dann auf der anderen Seite wieder runter zu fahren? Wir natürlich.
Nach der Rosenthal – Cunnersdorf Strecke waren wir dann endgültig bedient. Die Winterleitenstraße, anfangs gut geteert, war 1876 zum letzten Mal in der Laufbahn geändert und renoviert worden. Man sah und fühlte es. Glücklicherweise mussten wir nun nicht mehr treten. Es ging nur noch hinab über Stock und Stein. Die Füße surrten auf den Pedalen. Es fühlte sich an, als wenn sie langsam einschliefen. Katrin fuhr mittig über den Grünstreifen. Der bremste jedoch aus, so blieb ich immer schön in der Spur und verlangte dem Material alles ab.
Leider mussten wir von Cunnersdorf wieder mal hinauf nach Papstdorf. Der letzte schreckliche Berg vor Kleinhennersdorf und der Liethenmühle empfing uns mit etwas Gegenwind. Das hatten wir jetzt noch gebraucht. Tapfer kämpften wir uns an den Essentisch.

Eure Sandsteinjäger

P.S. Katrin hatte sehr oft ihren Spaß, denn ihr Rad wurde oft beäugt. Sie merkte, dass man bei ihrem Rad vergeblich den Motor suchte.

Heute waren es 57 Kilometer und 870 Höhenmeter.




Dienstag, 3. Juli 2012

Entspannung auf der Brandaussicht

Die Nacht war laut und feucht. Davon hatte ich glücklicherweise nichts mitbekommen und dementsprechend auch gut ausgeschlafen. Gestern Abend hatte sich das Unwetter bereits angekündigt. Es hatte geregnet wie aus Kübeln. Teilweise fielen auf einen Quadratmeter 70 Liter Regen. Heute früh waren nur noch die Spuren des Wettergottes zu sehen. 
Unsere Tour sollte heute erstmalig von Sebnitz aus zum Unger gehen. Da die meisten Wege zum Unger steil und lang sind, hatten wir hier nichts zu verlieren und testeten die neue Strecke aus. Sie führte durch die Randwälder von Sebnitz und waren ruhig gelegen, jedoch waren auch diese nicht zum Ausruhen gedacht. Immer nur bergauf. Wir beide merkten es in den Beinen. Sie sind seit gestern schwerer geworden. Eigentlich bräuchten wir einen Tag Pause, aber wir würden sonst etwas verpassen. Es fühlte sich an als wenn jemand mit unsichtbarer Hand unser Rad festhält. Alles war jedoch in Ordnung. Kein Platten oder sonstige Defekte. Wir waren nur zu schwach. Dazu heute noch mein Rucksack mit zwei Regenjacken drin. Der war heute richtig schwer.
Wir verließen also das wilde und laute Sebnitz, in das wir mit dem Zug gekommen waren, so schnell wie möglich. Spät war es auch schon, fast Mittagszeit. Also schnell zum Unger als Zwischenpunkt und etwas essen. Nach langem kurbeln hatten wir es geschafft. Hier oben war heute wegen Ruhetag nichts los. Zwei Rentner stiegen aus ihrem Wagen, machten ein Foto von den Wegweisern und vom Turm, stiegen wieder ein und verschwanden. Wir indes verspeisten alles was wir hatten.
Unsere Abfahrt in Richtung Ehrenberg sollte wieder ein Schmaus werden. Ich nahm von Unger den Kammweg (ein kleiner Trail) und Katrin fuhr die Straße bis zum gemeinsamen Kreuzungspunkt. Weiter ging es dann gemeinsam den gesplitteten Waldweg entlang wieder zum Fuße des Ungers, in den Ort Krumhermsdorf. Steile Abfahrt mit 12% Gefälle durch den Ort selbst ließ uns mal wieder das Adrenalin in den Kopf steigen. Man bekommt einfach nicht genug. Vorletztes Jahr fuhr ich hier mit einer defekten Bremse entlang, jetzt erleichterte mir ein Paar Scheibenbremsen das Verzögern erheblich.
Nach diesem bergab und einer riesigen Temperaturschwankung pellten wir unsere warmen Sachen wieder aus. Eigentlich war ich froh die Jacken aus dem Rucksack zu haben, nun stopften wir alles wieder rein weil es plötzlich so warm wurde. Wir meisterten den nächsten langen Hügel vorbildlich und jagten in der Abfahrt nach Ehrenberg hinein. Katrin war gut, jedoch bremste sie an der Kreuzung zu früh und ich zog so an ihr vorbei.
Der Ort Ehrenberg zieht sich etwas in die Länge und seicht geht es bergauf. Ein Bäcker ließ uns stoppen. Da wir nichts mehr zu futtern hatten holte Katrin uns hier Kleckselkuchen und Eierschecke. Beide Schlemmerstücke waren frisch und noch warm. Sie wurden in die leere Tupperschachtel verstaut.
Jetzt ging es in Richtung Hohenstein. Der Weg führt über eine Apfelbaumallee. Wenn das Wetter schön ist kann man von hier weit sehen, doch heute war es so diesig das es uns verwehrt bleiben sollte. Nur ein paar Umrisse der Berge waren zu erkennen.

An einem Kirschbaum machten wir uns dann schaffen. Dieser Baum steht direkt am Anfang der Allee. Jedes Mal wenn wir hier sind wird genascht sofern die Stare noch etwas übriglassen. Jahre zuvor hingen die Bäume so voll, dass man glauben mochte hier gebe es keine Stare. Zu Hauf saßen sie heute in den Bäumen und warteten darauf, dass wir wieder abzogen. Katrin war ganz wild auf die kleinen roten Leckerli und beachtete ihre Umwelt mal wieder nicht. Zack und knack machte es. Ich hatte es selbst gehört und drückte auf den Auslöser der Kamera. Sie hatte ein paar gewischt bekommen vom Weidezaun. Ihrer Meinung nach war kein Strom drin da ja keine Kühe zu sehen waren. Das ist Logik.
Jetzt waren auch die Kirschen im unteren Bereich weg und es war Zeit weiter zu reisen. Hohenstein wartete auf uns. Langsam zogen dunkle Wolken auf. Unsere Route ging nun von Hohenstein über den Brandrücken zur Brandaussicht.
Dort suchten wir uns ein Plätzchen und holten uns einen Kaffee. Der Kuchen wurde ausgepackt und fein verputzt. Der Kaffee war auch genial. Der Nachmittag war gerettet. Leider mussten wir uns einen trocknen Platz suchen, denn die dunklen Wolken öffneten ihre Pforten. Es regnete mal wieder. Anderthalb Stunden warteten wir darauf weiter ziehen zu können. Mein Niederschlagsradar hatte mal wieder Recht und wir bekamen eine Chance den Brand zu verlassen und in Richtung Bad Schandau zu fahren. Über die Straße durch den Tiefen Grund nach Porschdorf ging unsere rasante Fahrt. Mit knapp 55 km/h ging es auch hier wieder mal bergab. Katrin ließ schon etwas Abstand, da die Straße richtig nass war und ich ihr den Straßendreck auf die Jacke schleuderte. Trotzdem war sie immer nah dran am Geschehen. Auch wenn es nicht mehr regnete sind wir nun doch noch nass geworden. Leider waren wir viel zu schnell in Schandau. Wir fuhren noch kurz durch die Stadt, setzten mit der Fähre über und weiter ging es gleich zur Liethenmühle.
"Zwei mal Hirsch bitte."
Eure Sandsteinjäger

Montag, 2. Juli 2012

Hügelspringen

Langsam zieht sich wieder mal der Himmel zu und zeigt sich von der bösen Seite. Gewitter und Regen kommen gefährlich nah. Doch der Tag hatte auch seine schöne Seite.
Heute hatten wir mal richtig ausgeschlafen. Wohin die Reise heute gehen sollte wussten wir bis dato noch nicht und so nahmen wir erst unser Frühstück ein, schauten auf die Wetterkarte und entschieden dann, dass es erst mit der Bahn nach Sebnitz geht und dann weiter mit dem Rad hinauf zum Tanzplan. Wir kannten diesen Weg noch nicht und wollten ihn mal probieren. Dieser Weg, teilweise nur als Gehsteig ausgewiesen, war nicht so ganz Katrin´s Geschmack. Dennoch hatte sie auch hier ihren Spaß mit ihrem Rad. Ich durfte dann aber auch mithelfen zu schieben, denn einige Steilstücke waren so mit Geröll und Steinen versehen, dass man die Lust verlor hier weiter zu schieben. Irgendwann ging es auch wieder bergab und der Spaß begann dann wieder. 

Der Tanzplan kam dann in Sicht. Mit seinem Turm ist er weithin sichtbar und immer eine Reise wert, wenn denn nicht dieser Umweg über Sebnitz oder anderweitig wäre. Mit dem Rad also schnell zu erreichen. Natürlich probieren wir auch Gehsteige aus, ob man diese befahren kann. Kommen wir nicht weiter so drehen wir um und suchen eine neue Passage. Das ist unser großer Vorteil.
Der Tanzplan war also echt ne Wucht. Als wir ankamen studierte Katrin gleich die Speisekarte obwohl wir Nahrungsmittel dabei hatten. Kurz darauf kam der tschechische Gastronom zu uns und fragte ob wir was zu trinken möchten. Das bejahten wir und wir bekamen zwei kleine Cola mit je übervollen 0,3 Liter. Was wir essen möchten war dann seine nächste Frage. Immerhin kümmert er sich um Neuankömmlinge, ganz gleich wie aufdringlich es klang. Wir fanden es toll. Wir nahmen dann die Pommes weil wir ihn nicht abweisen wollten. Natürlich mit Majo. Er wusste anfangs nichts mit Majo anzufangen. Naja, Mayonnaise auf tschechisch und dann noch von uns abgekürzt – sprich Majo, dass war wohl schwer genug. Wir wollten das Gegenteil von Ketchup, er verstand, ging weg und kam wieder. Majo hatte er nicht. Nach kurzer Zeit war er wieder da und stellte uns den Teller mit Pommes (1a) und Ketchup auf den Tisch. Grandios hergestellt, kein altes Frittenöl oder ähnliches. Schmal geschnitten, wie die von 123 McCain. Die waren leckerer als in so mancher Gaststätte bei uns zu Hause. Nach unserer Mahlzeit, nebenbei mit unseren frischen Brötchen aufgewertet, ging ich zum zahlen hinein. 4,10 € inkl. 2 Eintrittskarten zum Turm hinauf. Ihr fragt jetzt 2? Tja, für Katrin war die eine gedacht und sie tapste dann gemütlich hinter mir her. Der Turm hatte bis oben hin Steinstufen und Katrin fand dies wohl gut. Eine Etage vor der Aussichtplattform machte sie halt und zitterte. Sie sollte sich erstmal setzen. Dabei gab sie mir die Kamera und ich ging dann noch eine Etage machte Fotos, genoss die Aussicht und stiefelte dann zurück. Katrin hatte bereits den kompletten geordneten Rückzug angetreten. Ihr war deswegen so komisch geworden, weil sie einmal zwischen zwei Stufen hindurch sehen konnte. Egal, der Versuch zählt. Bei der Frage ob sie mitkommen würde, hätte sie diese verneint.

Nach unserem Aufenthalt fuhren wir dann weiter in Richtung Wachberg. Der Weg hinunter war die reinste Schotterpiste mit schönem Gefälle. Direkt hinter mir fuhr Katrin mit einem Affenzahn hinterher. Mit 54 km/h Spitze kamen wir dem Gebirgsfuß immer näher. Das war ein Spaß sag ich Euch.
Zum Wachberg kamen wir erst über einen tollen Waldweg, der dann später wieder in einen Gehsteig mündete. Ordentlich Wurzeln, ein paar Steigungen und tolle Abfahrten – ich war in meiner Welt. Katrin nahm es so hin. Sie fuhr mit und hatte ebenfalls Spaß, auch dann als wir wieder Räder tauschten. Ich schob ihres, sie meins und kurz darauf zeigte ich ihr wie man mit ihrem Rad ne´n Wurzelparkur richtig fährt. Endlich auf dem Wachberg mit der Wachbergbaude angekommen kam die Pause ganz recht. Ein bisschen Erholung für alle Muskeln tat gut. Runter vom Sattel und ein wenig stehen. Wir wollten nun weiter zum Weifberg und wieder anfangs toller Weg und später Gehsteig. Der Gehsteig war genauso wie der vorherige Pfad. Hier jedoch kam noch eine Treppe dazu.
Der Weifberg kam nach der Lichtung auch in Sicht. Hier entschieden wir uns aber auf Grund der herannahenden Wetterlage gleich zur Durchfahrt in den Ort Hinterhermsdorf und dann hinauf zur Buchenparkkapelle.

Ab hier ging es nur noch abwärts – immer an der Kirnitzsch entlang hinab ins Tal. Leider spinnt meine Vorderbremse jetzt ein wenig. Ich hatte es gemerkt, nachdem Katrin besser abrollen konnte als ich. Ich begann mich zu quälen. Bergab selbst hatte ich keine Chance mehr. Die Bremssteine schliffen vorne und sind heiß geworden. Das musste ich erst notdürftig beheben und weiter ging es dann Nach Schandau hinein. Der all abendliche Hunger setzte ein. Wir setzten also über und fuhren gleich hoch zur Liethenmühle. Mit Forelle und Rumpsteak wurde der Abend eingeläutet. Jetzt sitzen wir hier im Erker und schauen dem Unwetter zu. Blitz und Donner – einfach unfassbar.
Morgen soll es nach kurzer Beredung zum Unger gehen.

Die Sandsteinjäger
Katrin und Christoph



Sonntag, 1. Juli 2012

Medaillenjagd in Dresden

Die letzte Nacht zu heute war wirklich kurz. Nachdem wir endlich die Federn aufgesucht hatten und von einem tollen Tag träumten, sprang Katrin wir ein Furie auf und weckte mich gnadenlos. Es war so gegen 2 Uhr. Sturm, Regen und Gewitter vom allerfeinsten. Erstmal schlossen wir die Fenster und hauten uns wieder hin. Bei diesem Getöse war es aber fast unmöglich einzuschlafen. Ich zählte die Abstände zwischen Blitz und Donner. Irgendwann war ich dann auch wieder eingeschlafen. Der Morgen nahte, genauer gesagt war es 5.50 Uhr. Jetzt wurde ich wieder geweckt. Schnell fertig gemacht, Sachen geschnappt und los ging es zum Bahnhof. Dabei schreckte ich einen in der Einfahrt schlafenden Feuersalamander auf. Ob ich ihn mit meinen Stollen etwas getroffen habe, dass weiß ich leider nicht.
In dieser Früh ging es also zum Zug. Der Himmel sah nur nach Wetter aus, aber welches konnte man nicht erkennen. Wir hofften auf trockenes Wetter und ließen unsere Regensachen zu Hause. Unser Frühstück nahmen wir dann im Zug uns. Irgendwie war es aber mehr der Zwang zu essen. Geschmeckt haben die Brötchen mir jedenfalls nicht. Für zwei Stück hatte ich den Weg von Schandau nach Dresden Zeit. Diese hatte ich dann auch genutzt.
In Dresden angekommen sah man Leute die das Gleiche im Sinn hatten. Alle Ampeln waren noch aus. Das war toll – kein Warten an den Kreuzungen.
Bis zum Start hatten wir noch etwas Zeit und Katrin hatte sich somit gleich auf´s Klo verdrückt. Die Zeit des Wartens auf den Start verging auf einmal wie im Fluge. Wir wollten noch etwas schauen, aber es war keine Zeit mehr.
Peng und Start. Katrin und ich zogen gleich mit der ersten Truppe mit und waren unter dem ersten Viertel. Die Fahrt führte uns durch abgesperrte Kreuzungen und vorbei an wartende Polizisten. Bahn frei für uns Radler. Natürlich gab es hier auch schwarze Schafe und kleine Rowdys, aber im Großen und Ganzen war unsere RTF Gruppe ganz friedlich.
Wir waren gut dabei und suchten gute Positionen zum freien fahren. Es klappte auch herrlich. Irgendwann fuhr Katrin wieder neben mir und sprach: „Ich muss auf Klo.“ – Die nächste Gaststätte war also ihre und so warte ich draußen und schaute zu wie alle wieder vorbei fuhren. Katrin war aber so stark, dass wir das bis Pirna locker aufgeholt haben. Kurze Pause, Gutscheine einlösen und Stempel vom Kontrollpunkt abholen. Dann ging es weiter.

Wir fuhren dann im schnelleren Teil der Gruppe mit, konnten aber nicht verhindern dass wir eingeholt wurden. Langsam aber sicher mussten wir uns dort einreihen wo wir hingehörten. Ins gute Mittelfeld unserer Gruppe, die andere Hälfte der RTF 45 Km Tour folgte ja 15 Minuten später. Aber dann kam was kommen musste. Neben Katrins Pinkelpause überholten uns nun die Rennradler der 120 Km Tour und machten alle verrückt. Aufreger hier – Geschrei da. Die RR meinten dann aber es sei ihre Straße und wir müssten rechts ran fahren. Es waren echt Proleten dabei, die bei Gegenverkehr überholen mussten. Und manchmal war es knapp. Rote Ampeln mussten später von allen eingehalten werden. Sie taten es nicht. Alle in der Gruppe haben sich über die Typen geärgert. Zumal viele Kinder in unserer 45 Km Tour dabei waren. Witze über Spalttablettenfahrer und rasierte Beine mache ich jetzt nicht. Es hatte sich jedoch mal wieder mein Vorurteil gegenüber Rennradlern bestätigt.
Nach unserer Zieleinfahrt gab es erstmal unsere Medaille, Zielfoto und Pressetermin, Vorstellung der morgigen Zeitungsausgabe mit unserem Bild. Dann gingen wir was essen. Für mich gab es leckere Nudeln. Katrin naschte ab und aß ein Fischbrötchen. Wir fanden dann eine Treppe im Schatten und machten es uns gemütlich. Gegen zwei Uhr machten wir uns auf zum Zug. Jetzt konnten wir wie zwei Lümmel die Prager Straße durchfahren. Cool und abgefahren mit der noch immer angebauten Nummer, unserem Shirt und unserer Medaille. Wo wollten wir jetzt jedoch hin? Nach Hause? Wir fuhren bis Rathen mit dem Zug und dann den Radweg, bzw. Treidlweg an der Elbe entlang bis nach Königstein. Wir wollten noch ein bisschen cruisen obwohl der Hintern schon brannte.

Bei Kaffee Zimmermann gab es dann lecker Mohntorte und Eierschecke. Kurzum eine kleine Kaffeepause. Jetzt sollte es aber mit dem Zug nach Hause gehen, doch durch Schienenersatzverkehr und eine Stunde Wartezeit hatten wir es vorgezogen die Fähre zu nehmen und auf die andere Seite überzusetzen. Wir wollten doch noch mal den Radweg bis Bad Schandau fahren und dann gemächlich Pizza essen gehen. Es war erst halb sechs. Wir quälten uns also bis Schandau mit dem Rad zum „Memory“. Dort trafen wir auch noch jemanden der die 70 Km Tour gefahren ist. Dazu kam aber das er nach Dresden hin und zurück auch noch mit dem Rad gefahren ist, also noch mal 70 Km dazu. Hammer.
Glücklicherweise hat uns heute die Hitze nicht so zu schaffen gemacht. Es waren angenehme 25°C und ziemlich oft bedeckt. Manchmal gab es sogar ein paar Tropfen.

Gegessen haben wir also schon und die Katrin liegt nun auf der Couch und schläft schon vor. Ich mach noch Fußball-Viewing mit Helmut und lass mir von Katrin den Rücken tapen. Der schmerzt nun durch den Rucksack. Morgen schlafen wir erstmal aus und machen dann eine kleine Tour.In Summe haben wir ca. 65 Km heute geschrubbt. Ich schaue aber noch mal nach und berichtige es dann.

 
Viele Grüße
eure Medaillenjäger


Samstag, 30. Juni 2012

Tag der Ankunft

Die Fahrt begann ja schon kurios, denn auf dem Weg in unseren Urlaub fiel uns ein was wir evtl. vergessen haben könnten. Angefangen von der Tasche mit den Schuhen bis hin zu anderen Kleinigkeiten. Wir machten uns schon verrückt. Auf Grund Katrins Pinkelpausen, an der Zahl 4, vertrödelten wir glücklicherweise eine gute halbe Stunde auf der Piste, konnten aber dann nach den angeblich vergessenen Sachen schauen. Alles war wie immer da. Katrins Blasenproblem ließ mich jedoch schon auf eine Geschäftsidee kommen.
Nach dem Rieseneinkauf in Königstein, ausgiebiger Ankunftspause und Besuch in der Stadt, gesundem Mittagessen beim Italiener bezüglich des verlorenen Halbfinals und anschließender Testfahrt rund um Krippen bei 30°C schalteten wir nun endgültig auf Urlaub um. Da half auch der abendliche Besuch in der Liethenmühle.
Jedoch sollte morgen schon der tolle Tag beginnen mit Rennen und so. Es heißt also um 6 Uhr raus, denn der Zug fährt schon 6.34 Uhr ab Bad Schandau. Jetzt heißt es aber Sachen packen und wir sind schon spät dran. Wir haben noch mit den Vermietern lange gequatscht und sind da zu lange hängen geblieben. Jetzt um 22.30 Uhr kriegen wir das Laufen. Alle Taschen gepackt? Alles dabei? Wird aufregend morgen. Getränke liegen schon gekühlt im Fach und unsere Brötchen sind schon geschmiert. Die werden wir dann morgen im Zug vertilgen. Ansonsten heißt es jetzt Gute Nacht liebe User und die herzlichsten Grüße aus dem Elbsandsteingebirge.

Katrin und Christoph

Montag, 18. Juni 2012

Vorbereitung ist anders

Obwohl ich schon im Januar anfing mich geistig und konditionell vorzubereiten, hatte mich der alltägliche Alltag später eingeholt. Zweimal hatte es mich, krankheitlich gesehen, schön erwischt und nach hinten geworfen. Lange Touren waren im letzten Halbjahr deshalb Mangelware. Daher sehe ich wohl nun meine Felle davon schwimmen. 2 Wochen bleiben mir noch und ich muss mich noch etwas vorbereiten. Doch wie und wann? Mit meinen Mädels war ich ja schon ein paar mal los, jedoch ist das ein anderes Tempo. Vor knapp zwei Wochen zog ich mal wieder mit voller Stolz durch den Wald. Keuchend hatte ich alles überstanden. Danach legte ich mich in die Wanne, denn die morgentlichen 7° Celsius und der Wind hatten gut durchgekühlt. Ich war wirklich froh als ich wieder zu Hause war, obwohl die Wege in den Wäldern wieder "baumfrei" sind. Spaß war was anderes. Kurzum, es war an diesem Tag eine Quälerei für mich. Dazu kommen noch die Schlechtwettertage die mich immer wieder zur Pause zwingen.
In Vorbereitung meines Fahrzeugs auf den nächsten Urlaub war ich besser drauf und habe mir neue Reifen bestellt. 3000 km für die alten Nobby Nic waren genug. Die neuen Reifen sind jedoch ein Graus für den Platten zwischendurch. Ich brauchte sage und schreibe 2 Stunden! für einen Reifen. Was sonst ein Minutensache ist, entpuppte sich durch die "neue und verbesserte" Karkasse in eine Wutaktion. Sollte ich irgendwo mal nen Platten haben werde ich wohl mein Rad dann tragen müssen. Zwar bekommt man die Decke gut ab, aber rauf will sie nicht. Hab beim montieren schon Angst um die Felge gehabt. Ich hätte mir mal vor Jahren die alten Reifen in Massen kaufen sollen. Da wäre ich jetzt glücklicher gewesen. Egal, nun sind die Dinger drauf und warten auf den Einsatz in Dresden zur RTF. Katrin und ich hatten uns gleich am ersten Tag angemeldet. Wir waren Nummer 34 und 35 bei der Anmeldung und was bekommen wir geschickt? Startnummer 8176 und 77. Nöö ne. Dazu bekamen wir die Trikots die wirklich toll aussehen.
Letzte Woche kamen noch die letzten Bestellungen für unseren Urlaub in unser Haus. Was haben wir uns gefreut. Endlich alles da. Katrin beginnt mit den ersten Vorbereitungen. Es wird bereits alles hingelegt was verpackt werden soll. Nächste Woche gehts schon los. Ich kann es gar nicht fassen. Wir schnell doch die Zeit vergangen ist. Ich packe nun erstmal meinen Teilekoffer und tüftel derweilen an einer Konstruktion für mein Rad, damit es im Auto besser transportiert werden kann.
Das Foto oben stammt aus einer der Touren mit Katrin und Gitti als wir schönes Wetter und Lust hatten mal ne Runde zu drehen. Es hat ganz schön nachgelassen mit "lass uns mal ne kleine Runde drehen" . Ich fühle jetzt schon meinen Hintern auf meinem Sattel nach zwei Radler-Tagen. Es kann wehtun wenn man es länger sausen lässt. Zudem beschweren sich die Schultern vom Rucksack tragen. Soll ich jetzt den ganzen Tag mit Rucksack laufen? Egal, es wird schon irgendwie laufen, bzw. schmerzen. Das Motto eines Kumpels aus der Radtruppe lautete immer: "Spaß durch Schmerzen". Na wenn´s denn hilft?

Glück auf
Euer Sandsteinjäger

Montag, 30. April 2012

Fahrt in den Mai

Wo einige noch einen dicken Kopf von der Wochenendlichen Maifeier haben und andere über ihrer Arbeit brüten, haben wir uns aufgerafft und uns Zeit genommen eine größere Runde zu drehen. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite in diesem Monat und sollte wohl gut ausgenutzt werden.
Unsere Rundtour sollte heute durch den alten Landkreis über Kröpelin, Airport Zweedorf, Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan gehen. Gesamt waren dies 50 km mit 240 Höhenmeter. Im großen und ganzen also "nischt dolles". Keine Pfade, keine Schlammschlachten - nur Asphalt und gut ausgebaute Wege. Im Schlepptau hatten wir heute wie immer die kleine Gitti. Dazu kamen noch "Dicker" und "Dicke" aus der Begegnungsgruppe "Sport Frei" des hiesigen Bad Doberaner SV. 
Es beginnt wie immer: Raus aus dem Ort und Jacke an weil dem Jenigen zu kalt wurde. Ich find´s ja auch toll, denn sonst hätte ich ich nix zu beanstanden und der letzte Satz würde fehlen. Später wurden dann der Sattel verstellt und sogar ganze Räder getauscht. Also ich meine das die Fahrer ihren Drahtesel getauscht hatten. Irgendwann wurde es ja wieder wärmer und geschützter. Was folgt? Jacke aus....
Wir spulten so ganz aus der Hüfte unsere Kilometer ab. Margitta mit ihrem (oder nicht ihrem) Cross-Rad hatte einen Vorteil. Ihrer Meinung nach fuhr das Rad von allein, aber so was von allein das es wohl ein toller Tausch war. Das Absteigen war wohl etwas kompliziert, aber wer will schon absteigen? Jacke an ...
Unsere Strecke kannten wir noch nicht. Sie war daher um so beachtenswerter. Blühende Rapsfelder und kaum unbefahrene Straßen durchquerten wir. Orte denen man kaum Bedeutung schenkte waren um so schöner. Klein und knuffig, teilweise richtig schön gestaltet als wäre morgen der Tag "Schöner unsere Dörfer und Gemeinden". Dabei ist morgen nur "Kampftag".
Der heutige Kampftag gehörte uns. Vorbei am Airport und den Bio-Kieshügeln von Zweedorf zogen wir weiter nach Blengow. Blengow, der Ort der noch zum Landkreis Bad Doberan gehört und es wahrscheinlich auch immer bleiben wird.
Mit dem Ort Garzer Hof rückte Rerik immer näher. Ein paarmal noch in die Pedale gestiegen und wir waren da, doch die Nachhut wollte sich mit einer List von mir absetzen. Sie nahmen die Strecke über den Fußweg am Haff und wollten mich so umgehen. Ich nahm es der Truppe übel, den dort wird kein Fahrrad gefahren. Dies steht auf Schildern und ist nur von einigen Ausnahmetouris nicht zu lesen. Sind wahrscheinlich hochdeutsche Schilder.
Und dann kam unsere Fischgaststätte in Sicht. Hier hatten wir so richtig die Bäuche vollgeschlagen. Mit Hinsicht auf den Rückweg war dies nicht von Vorteil, doch Fisch geht immer. Diese lange Mittagspause in der Sonne hatten wir uns verdient. Der Rückweg ging dann über Kägsdorf nach Kühlungsborn. Wir hatten ja noch Kaffee und Kuchen der verzehrt werden wollte und brauchten wir einen Platz an der Sonne. Der Strand lud uns ein.
Doch die Fahrt dorthin trieb mir die Angst auf die Stirn. Die Angst vor Überladung unseres Planeten mit Elektrofahrrädern war wieder gestiegen und der Fahrradsommer naht erst. Schon wieder hatten wir also solch einen Mixer im Nacken. Gerade dort wo wir uns alle raufgekämpft hatten meinte "Sie" uns mit ihrem Teil zu überholen. Aber die Rache sollte kommen. Mit einem guten Schnitt raste ich der "E.O.N. - Truppe" hinterher. Am Strand von Mechelsdorf hatte ich sie bekommen. Nur noch wenige Meter trennten mich von den Stromverbrauchern. Ich wartete dann aber lieber auf meine Truppe. Gemeinsam ging es dann weiter am Riedensee vorbei bis zum Strand nach Kühlungsborn. Und endlich war es geschehen, wir hatten sie bekommen. Akku heiß? Kernschmelze? Da standen die Figuren um ihre Teile herum. Es sah so aus als wenn nix mehr ging. Jacke an ...
Endlich war der Strand in Sicht, dass bedeutete Kaffee und Kuchen und reichlich Sonne tanken. Nach dieser langen langen Pause in den Dünen traten wir den Heimweg gestärkt an. Als aller erstes durchquerten wir KüBo-West und den Stadtwald, um dann in Ost zu landen und endlich die mit E-Bikes überflutete Stadt hinter uns zu lassen. Als Pack ging es mit Gitti voran am Strand entlang. Hey toll, das reimt sich. Der tolle Trail zwischen den Bäumen durchfuhren Wolfgang und ich mit Speed und leider ohne Pfützen, während die Mädels außenherum fuhren. Nun dackelten wir noch den Radweg in die Heimat lang und waren doch schon froh wieder zu Hause zu sein. Die Leistung von allen war top. Keiner war kaputt bzw. die Akkus waren noch gut gefüllt, um nicht gleich todmüde ins Bett zu fallen.
Aber nun ist Schluss, Jacke aus...

Viele Grüße an die Welt
Eure Sandsteinjäger

Montag, 9. April 2012

Hasenparade

Osterzeit war Trainingszeit. So dachte ich auch und stiftete die ganze Bande an, eine kleine Tour mit dem Rad zu machen. Ich hatte an eine kleine Erholungsrunde gedacht und plante diese schon Tage zuvor. Der Wetterbericht sagte zwar Schnee vorraus, dennoch machte ich mir große Hoffnung die Haushäschen zum Osterfest ausführen zu können. Nachdem ja nun die Umfrage ergeben hat, dass ein paar Touren zum Herbsturlaub mit der Rasselbande mit dem Rad durch das Gebirge gehen wird, will ich mit den Mädels auch Trainingsrunden fahren. Es geht nicht um Geschwindigkeit sondern nur um die Ausdauer, denn in der Sächsischen Schweiz kann man nicht einfach so umdrehen.
Am Sonntag schien die Sonne hell von Himmel. Tolles Wetter. Nach den Osterbräuchen fuhren wir mit unseren Rädern über den Pilgerweg in Richtung Hütter Wohld. Die Wege waren voll von Wanderfreunden die zum ersten mal im Wald waren und diejenigen die grüßen und uns auch als "Wanderfreunde" sehen und respektieren. Jedesmal das gleiche. Wir Radfahrer sollen Rücksicht nehmen, aber gleichzeitig bekommt man einen Schlag auf den Helm.
Apropo Helm: Unserer beiden Neueinsteiger haben heute ihren Helme ausprobiert. Zwar haben sie noch Probleme mit der Befestigung: " ..nich so eng, mach lose ich bekomm keine Luft mehr..." und so weiter, aber es geht schon. Ich habe mich schon desöfteren lustig gemacht wie ältere Leute ihren Helm tragen. Bei Nette und Gitti hatte ich zwei von diesen vor mir. Der Helm hing mehr auf halb acht anstatt er dieser fachgerecht getragen wurde. Beim Sturz würde er eher eine Kehlkopfprellung verursachen statt die Rübe zu schützen.
Trotz des Windes war heute einer nicht zu bremsen. Nette ging mit Vollgas vorran. Sie holte alles aus dem "Rixe" heraus. Wollte sie schnell mal so die Route runterspulen? Ich versuchte sie etwas zu bremsen, aber da war nichts zu machen. Im Gegensatz zur Nachhut, die mehr mit Jacke "aus" und "an" zu tun hatte spulten wir so langsam die Tour ab. Ich hatte nur ein Problem: Wie bekomme ich Nette an die Kette. Sie kannte die Tour nicht und musste desöfteren warten. Das war gut so.
Wir fuhren die Forstautobahn hoch durch den Hütter Wohld und weiter in Richtung Ivendorf und Fulgenkoppel. Jetzt kam der Wind so richtig von vorn. Die Sonne wärmte trotzdem. Der Weg war noch weit. Nach einer kurzen Pause und "Jacke aus" ging es dann weiter in Richtung Hohenfelde. Vorab klauten die Mädels dem Osterhasen noch einen leeren Eierkorb weg. Warum, wiso? Fragt mich was besseres.
Endlich kam die Einfahrt übers Feld nach Glashagen. Hier quellt die Quelle des alten Glashäger Brunnens. Vorher war noch "Jacke an". Hinab geht es über einen kleinen Pfad durch das Quellental und über 5 Brücken. Ein auf und ab durch ein kleines Tal. Hier hat es am Samstag noch kräftig genieselt und geschneit, daher war es auch etwas schmierig und schlammig. Für die Mädels war es grenzwertig. Spaß und Unterhaltung gab es noch als die Wanderrentnertruppe uns begegnete. Mit gut 20 Mann zogen sie gemächlich durch den Wald und halfen uns sogar noch einen Baum zu beseitigen. Klasse.
Mit den Mädels ging es dann weiter über Hohenfelde nach Doberan rein. Danach hatte ich den Grill angeschmissen und wir haben alle ein schönes Sonnenbad genommen. Bis zum nächsten Trainingstag.

Viele liebe verspätete Ostergrüße
Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 27. März 2012

Sommerzeit - Schöne Zeit

Endlich zeigt die Uhr wieder das an was wir doch alle so lieben. Die Abende sind nun wieder länger und das ist gut so. Dazu der Frühlingstemperaturenmix zwischen 3° und 15° Celsius lässt mich Bäume ausreißen. Welch tolle Mischung...
Nachdem ich also in den kalten Tagen in der Garage stand und mühsam den Lehmdreck der vergangenen Tour (die ich nicht gepostet hatte) entfernt hatte, wollte ich mal wieder los. Die Sonne schien herrlich und es sah toll draußen aus. Ich hatte zwar nicht so recht Lust auf eine Tour, aber man muss ja auch mal wieder etwas für die Knochen tun. Ich stieg also auf den blitzeblank geputzten Hirsch. Selbst die verölte und keimige Kette war wieder in ihrer Zweifarbigkeit von Gold und Silber zu erkennen. Jeder konnte also von weitem sehen das dort eine besondere Kette über die Zahnräder huscht und so mein Bike antreibt. Der Kick mal wieder rumzusauen war also fern und so zog ich dann erstmal über die Straßen und Wege in Richtung Hütter Wohld, obwohl ich genau wusste das dies heute nicht unbedingt ein Freudentanz werden würde. Die Baumfällarbeiten haben mal wieder in vollem Umfang begonnen. Im letzten Jahr sprach ich von einem Autobahnbau durch unseren schönen Wohld, doch dies sieht jetzt fast nach Flughafenbau aus. Und das soll Naturschutz sein? Überall liegen die Reste der gefällten Bäume. Die meisten Stämme wurden bereits herausgeholt. Die Äste blieben indes auf dem Waldboden liegen. Wege gibt es also nicht mehr. Man fährt in eine Art Weg hinein und rappelt dann über das Kleinzeug einfach drüber. Irgendwann kommt dann auch mal vom rechten Wege ab und muss dann wieder über sonstiges Gerümpel steigen, welches liegengelassen wird. Teilweise liegen schon seit Wochen kleine Bäume, schon gut zerteilt und abholbereit, über den Wanderwegen. Mit dem Rad kein durchkommen mehr. An einigen Passagen haben wir Biker Sperren beseitigen können, soweit es für uns machbar ist. Und so räumen wir Tour für Tour den Wald wieder auf. Eigentlich steht das ja hier gar nicht im Vordergrund oder?
Also ich war dann im Wald fuhr ein wenig und machte mich auch tatsächlich etwas dreckig. Ich bekam doch tatsächlich Lust. Es überkam mich aus dem nichts. Trotz des Ärgers immer wieder absteigen zu müssen gab ich später richtig Gas. Laub und Geäst flogen durch die Luft. Schlamm und Dreck blieben kleben. Die Sonne zeigte mir die Richtung. Immer weiter fuhr ich gen Westen. Über Stock und Stein verschlug es mich, als ich durch Hohenfelde gefahren war, auf dem Ackerweg der nach Glashagen führte. Nur noch wenige Meter und ich war im Reich der 7 Brücken des Quellentals. Die erste Brücke musste ich reparieren. Schon beim letzten male musste ich hier zu Fuß übersetzen. Diesmal fand ich im Gebüsch schöne Hölzer. Ruck-Zuck war die Brücke wieder befahrbar. Nach eigenem Test hatte ich meine Arbeit für gut befunden und dampfte wieder weiter. 
Tatsächlich kamen mir auf diesem Schlamm-Trail auch Leute entgegen, die offensichtlich nicht den Anschein machten als würden sie Platz machen wollen. Ein Typ mit geschwollenem Gang, so eher der Typ Geissen aus´m TV. Dahinter seine Trutsche mit geschätzten 65. Sie versuchte ihm aus einiger Entfernung etwas zu erklären. Er hörte aber offensichtlich nicht zu und konzentrierte sich auf mich wohin ich denn jetzt ausweichen würde. Zwischen zwei Bäumen fand ich Platz, genug Platz um ihm seine Jacke nicht von der breiten Schulter zu reißen. Ich nehm ja auch Rücksicht. Wenn es nicht anders geht bleib ich auch stehen. Ich muss ja nicht im Wasser stehen, wenn ich mich im Sattel sitzend an einen Baum lehne. Also lass ich die Leute dann durch, aber wenn Colt Seavers mit seiner Lederjoppe durch den Wald gepirscht kommt als müsse er gleich Wege-Maut kassieren, der hat sich bei mir wahrlich geschnitten.
Dann war ich auch schon wieder weg. Nächste Brücke - tolles Foto. Die Anemonen zeigen sich im Wald. Dies hatte mich dann inspiriert sie nicht zu fotografieren. Weiter ging es dann die letzten Brücken zu passieren und gemächlich die Heimreise anzutreten. Spaß war genug vorhanden und dreckig war ich auch. In den nächsten Tagen werde ich dann wieder in der Garage sitzen und putzen.

Liebe Grüße
ein Sandsteinjäger

(P.S. Bin müde und habe keine Rechtschreibkorrektur mehr vorgenommen.)

Donnerstag, 1. März 2012

Nightride - Klappe die Erste

Den ganzen Tag hatte ich mich auf den heutigen Abend gefreut. Irgendwie war mir heute noch nach Rad fahren. Und wenn man sich schon eine Funzel für viele Gelders kaufen tut, dann sollte man dies auch nutzen.
Es dämmerte schon als ich zu Hause endlich ankam. Ich stürzte in unser Zimmer und zog mich um. Viel wollte ich nicht mitnehmen, geschweige lange wollte ich in der Dunkelheit auch nicht bleiben. So dauerte es keine 5 Minuten bis ich fertig war. Gerade als ich in die Schlacht ziehen wollte kam Katrin mir entgegen und fragte mich: "Was willst du denn jetzt machen?", "Ich bin zum Schwimmen eingeladen worden und da muss ich mich beeilen. Die anderen warten schon im Garten." antwortete ich. Wer jemanden fragt der einen Helm auf dem Schädel trägt und aussieht als wolle er gleich eine Schlammschlacht im Wald machen, der muss sich nicht wundern solch eine Antwort zu bekommen.
Schwupps war ich verschwunden. Hinaus in die Dunkelheit und von Dämmerung war schon lange nichts mehr zu sehen. Zappenduster war es. Frage an mich selbst: "Wohin jetzt bloß?". Erstmal in Richtung Wald und mal schauen wie hell die Lampe wirklich ist - also in den Wald. Die ganze Zeit wurde ich auf der Straße noch von Laternen begleitet, doch als ich in der Gartenkolonie war wurde es schon komisch. Totenstille und finster wie im Bärenar.... und dann kam ich. Flutlicht an und ab ging die Fahrt. Äh ja, eigentlich wollte ich nur mal schauen, aber es juckte mich einfach durch diesen dunklen Wald zu fahren. War schon komisch als die Vögel über mir wach wurden und loszogen. Die Lampe ist echt fies hell, aber leider sieht man nicht nach rechts oder links. Also man schaut in einen Tunnel oder so. Na ja, nun war ich mittendrin und fuhr einfach weiter. Toll. Es fing an zu matschen und ich sah nicht wie moddrig es genau war, da der Scheinwerfer mehr in die Ferne schien als direkt vor mir auf den Boden. Da man weniger sah hörte man mehr und ich hörte so einiges...
Endlich war ich draußen. Teilweise war es schade, aber ich war auch schon froh als die Laternen ihr Schummerlicht mir den Weg weisen wollten. Ja sie wollten, konnten aber nicht da meine Wunderkerze heller war als alles andere. So staunten viele Radler und Fußgänger nicht schlecht was ihnen denn da entgegen kommt.
Kurz bevor ich zu Hause war nahm ich nochmal einen Abstecher über den dunklen Verlobungsweg. Dann hatte ich aber genug für heute. Mein Husten meldete sich zurück.
Aber eines war toll. Ich war mal wieder glücklich.

Gruß aus der Finsternis
Euer Sandsteinjäger

P.S. Auf dem Foto wirkt das Licht leider nicht so richtig. Aber 370 Lumen ist schon hell.

Montag, 20. Februar 2012

Heißer Tee und Hackepeter

Wir zwei hatten es uns es wohl heute verdient. So sehe ich es jedenfalls. Am Freitag und Samstag sind wir umgezogen. Wir hatten es mit tatkräftiger Unterstützung wirklich geschafft in zwei Tagen in unsere neue Wohnebene zu ziehen. Sonntag wäre noch ein Tag für Restarbeiten geblieben und Montag wäre Ruhetag. Ja, so ähnlich, wenn da nicht Nettchen gekommen wäre. Also noch ein Umzug an einem Tag und alles wurde verschoben. Aber diese Geschichte kann man keinem Leser zutrauen, dass dieser sich über unsere Umzugsprobleme informiert. Hier geht es um unsere Freizeittaten. Wie also schon angekündigt bestiegen wir unsere Räder. Anfänglich nur um ein paar Pigmente zu haschen und die Sonne zu genießen. Es war zwar kalt, aber hier in der Stadt so ziemlich geschützt. Katrin sprach gleich von einer Tour an die Ostsee, aber im gleichem Atemzug "Was zieh ich an?". Ich gab ihr dann eine wärmende lange Hose. Dann noch was drüber und noch was drüber und fertig war der "Lack".

Mit einer Thermoskanne Tee ging es dann vorerst in die Stadt zur Bäckerei. Katrin holte uns etwas für ein Picknick. Dabei stellte ich mir vor wie wir so am Wegesrand sitzen und uns mit unserem Heißgetränk versuchten wieder aufzutauen. Halten wir den kalten Westwind denn heute aus? Das Thermometer zeigte nur 5°C (fühlend 0°C). Hin und wieder wurde es etwas warm an den Beinen. Aber es war doch mehr der Gedanke an eine warme Wohnung oder an die Sonne selbst, die uns nicht abbrechen ließ. Schon auf dem Hinweg strahlte die Sonne durch den Wald. Dabei kam so eine kleine Frühlingsstimmung auf. Es war einfach schön. Doch als wir den Wald verließen zog es so richtig über das Feld. Wir waren gut drauf und das war die Hauptsache. Endlich in Heiligendamm angekommen stellten wir uns an den Strand, drehten den Tee auf und aßen unsere "Butterbrote". Es waren leckere Hackepeter- und Eibrötchen. Nun wurden die Vorderflossen schön kalt. Schnell aufgegessen, Handschuhe an und den Tee in die Magengegend verschwinden lassen. Aua, das war heiß.

So langsam wurde es nun wirklich kalt und kälter an den Beinen, Händen oder Füßen. Wir hatten aber zuerst einen tollen Vorteil. Rückenwind von Heiligendamm bis Börgerende. Von Börgerende bis Doberan rein stieß uns das Grauen ins Gesicht. Zwar schien noch schön die Sonne die uns strahlen ließ, jedoch der Wind kam nun direkt von vorn. Katrin schwächelte nun etwas (ehrlich gesagt ich auch), daher habe ich sie teilweise geschoben. Mir wurde dabei nun richtig warm. Kalte Hände oder Füße? Negativ.
Endlich kamen wir in den geschützten Bereich unserer Stadt. Wir schlängelten uns dann am Münster vorbei, machten dabei die Räder nochmal richtig dreckig und fuhren in den sicheren Hafen ein. Tolle spontane Tour bei eisigen Temperaturen. Viel Gelacht und etwas gefroren.


Hier zeige ich heute einmal was ich mir von meinem (eurem) Geburtstagsgeld gekauft habe. Zu aller erst gab es einen Laufradsatz mit Scheibenbremsen. Als das dann endlich verbaut war und noch etwas übrig war, sparte ich noch etwas und legte mir dann eine "Supernova Airstream" zu. Das ist ne geile Funzel. Heller als jeder Autoscheinwerfer. Vielen Dank nochmal an alle Beteiligten, die mich so reich unterstützen.


Viele Grüße, eure Sandsteinjäger

http://www.sandsteinjaeger.de

Freitag, 30. Dezember 2011

2 Karpfen unterwegs

Gestern war mir eigentlich nicht so nach Radfahren, doch versprochen war versprochen. Heute morgen zeigte sich der Tag von seiner besten Seite. Sonnenschein, ein paar dunkle Wolken am Horizont und der Wille nach Nahrung für den morgigen Mittagstisch zu jagen waren eine Mischung der man nicht wiederstehen kann. Punkt 10 Uhr stand auch mein Mitfahrer André auf der Matte. Wir zwei wollten also durch den Tag donnern und die Waldwege testen. Die letzten Tage hatte es ja fast endlos geregnet, so dass ich davon ausging, dass wir heute nicht trocken und sauber nach Hause kommen würden. Nach den ersten Einstellungen am Rad von André zogen wir in Richtung Fischer. Bereits jetzt tobten wir uns ein wenig aus, hielten uns aber auch etwas zurück. Immerhin wollten wir noch unter die zivilisierte Menschheit treten und dort normal in Erscheinung treten. 
Beim Fischer war es voll und während zwei Fischermännchen auf meine beiden Karpfen ein letztes mal eindroschen, machte André es sich gemütlich auf der Sonnenliege am Strand des Karpfenteiches. Trotz der 4°C war es in der Sonne sehr angenehm. 
Die 4 Kilo Karpfen waren schnell im Rucksack verstaut worden. Es ging über die Forstautobahn durch den Hütter Wohld zurück. Trocken sollte es auch hier nicht sein. Eine leichte dünne Schlammschicht lag auf den Wegen und machte Spaß. Wir fuhren teilweise schnell, fast zu schnell um die kalte Landschaft zu entdecken. Eher sahen wir die kleinen Punkte auf der Brille, die sich auch auf der Kleidung und im Gesicht breit machten, von den Rädern ganz zu schweigen. Etwas Gleichgültigkeit machte sich breit. Dreckig waren wir schon, was soll also noch passieren? Es ging auf und ab durch den Wohld. André gönnte sich eine kleine Pause und einen großen Schluck aus der Pulle bevor es wieder einmal hinab ging. Da ich die Strecke fast auswendig kenne sind mir auch die Gefahrenstellen bekannt. Die Gefahrenstellen lauteten heute lange schlammige Pfade die man schlecht erkennt. Meine Warnung vor diesen Dingern half nichts. André nahm es gelassen - einfach testen, einfach mal durch.
In Althof gab es noch eine kleine Fotosession mit uns beiden. Ein kleiner Schluck aus der verdreckten Pulle und weiter ging es. Natürlich mussten wir unten durch die "Wiesen" fahren. Loch an Loch - Pfütze an Pfütze. Ich machte es einmal vor wie man über eine drüber springt und dann mit Schwung in der nächsten landet. André zeigte mir dann wie man keine Pfütze auslässt und mit Geschick die trockenen Bereiche umfährt. Klasse.
Dann endlich raus aus den nassen Klamotten, rein in die warme Stube und vor die Glotze gesetzt wurde der restliche Tag faul verbracht. Die Bikes standen während dessen draußen im Regen. Schade für die Räder. Uns hat es jedenfalls Spaß gemacht.

Gruß ein Schlammsteinjäger

Montag, 19. Dezember 2011

Halali oder die Sau war schon tot

Die ganze Woche über hatte ich mich schon auf diesen Tag gefreut, denn ich sollte etwas bekommen wonach ich schon eine ganze Zeit gesucht hatte. Ein neuer Laufradsatz mit Scheibenbremse inkl. allem Zubehör. Diesen bekam ich aber erst auf unserer vorerst letzten Tour des Jahres 2011 mit der MTB-Truppe von einem Mitfahrer. Egal was also am Wochenende für ein Wetter ist, die Fahrt findet statt.
Sonntagfrüh aus meinem süßen Schlaf gerissen schaute ich als erstes aus dem Fenster. Bedeckt, dunkel und es sah gewaltig nach Regen aus. Ich machte mich mit meinem Wagen auf zum Treffpunkt. Mit 14 Mann wollten wir heute durch die Wälder streifen. Schlammschlacht pur. Anfangs ließen wir jedoch die Waldstücke mit den Wurzelwegen aus. Es hatte ja die ganze Woche über geregnet und solch ein Risiko wollten wir dann so kurz vor Weihnachten nicht eingehen. Die Wurzeln sind bei diesem Wetter sehr gefährlich, auch deswegen weil sie sich unter dem Laub verstecken und man sie zu spät sieht. Da hilft auch keine starke Bremse. Da fällt man einfach. Wir nahmen also die Forstautobahn und zogen in Richtung Ivendorf und weiter nach Retschow. Es fing unterwegs leider richtig an zu regnen an. Der Wind kam aus Nordwest und die Handschuhe waren bald durch. Ganz leicht am Horizont zeichnete sich etwas Sonne ab und wir witzelten schon das wir sie sehen werden wenn wir beim Essen sind. In lockerem Tempo zogen wir unsere Bahn über die Straßen. Einfach nur mal mit der Truppe dahingleiten. Einfach toll. 
In Retschow angekommen heulten an der Kreuzung 26 Bremsscheiben (13x2 - ich hab ja keine drauf) auf. Wir wurden aus dem Neubau total blöd angeschaut. Es war aber wirklich ein Höllenkrach. Ganz leicht angetippte und nasse Scheibenbremsen quitschen etwas bis sie wieder trocken sind. Es war ein tolles Schauspiel. Erst begann einer und alle anderen zogen dann nach. Es endete dann mit einem Lachen im Gesicht bei diesem Sch...wetter.
Kaum hatten wir das Dorf verlassen, fing es an zu Hageln an und ging dann über in einen kurzen Schneeschauer. Die Straße war weiß und das Geräusch welches wir verbreiteten klang komisch.
Unsere Wege trennten sich in Glashagen. Ich fuhr mit einigen den Trail durch das Quellental, die anderen suchten den Kick auf der nassen Wieseabfahrt. Jetzt war mir so einiges egal geworden, denn eigentlich wollte ich mich nicht dreckig machen. Doch so wie ich aussah hätte mir man das nicht abgenommen. Von daher tat ich ab jetzt noch mein Bestes. Das Quellental war eine Schlammwüste inkl. nasser Wurzeln und nassen Holzbrücken. An einigen Brücken stiegen wir ab. Das war es uns nicht wert so kurz vor Schluss sich noch mal zu löffeln. Dann ging es weiter mit Regen, Wind, etwas Modder und mehrerer schnellen Trails. Wie dreckig ich jetzt war interessierte mich nun gar nicht mehr. Der Spaß am heutigen Tage war doch in den Vordergrund gerückt. Die Handschuhe waren klatschnass und mein Finalgon begann an der Wade nun mit der nassen Hosse zu reagieren. Etwas zu spät meiner Meinung nach.
Jetzt ging es mit den anderen auf die Zielgerade zu - Froschklause. Die Sonne kam tatsächlich heraus und wärmte ein wenig das Gesicht. Das Spanferkel lag schon seit Stunden im Ofen und "wärmte" sich den Pelz. Seit gestern tot, machte es sich nun auf einem Tablet gemütlich und zeigte uns die angekohlten Ohren. Wir indess wechselten unsere Sachen und warteten auf die Freigabe der kleinen Sau. Wir ließen schlussendlich nur den Schädel übrig und feierten unsere eigene kleine Abschlusstour für das Jahr 2011 und blickten zurück. Was uns für das Jahr 2012 erwartet wissen wir noch nicht. Vielleicht zieht es uns ja gemeinsam mal in den Harz. Ich bin ja nun bestens mit meinen Bremsen ausgerüstet. Auf alle Fälle hol ich noch den Sylvesterkarpfen und zieh vielleicht doch noch mal meine Bahn über die Heimatstrecke.

Wir Sandsteinjäger wünschen Euch ein schönes Weihnachtsfest, eine schöne letzte Arbeitswoche und einen schönen Start in das Jahr 2012.
Eure Sandsteinjäger