Freitag, 8. Oktober 2010

Wo ist der Sommer?

Ja, wo ist dieser denn geblieben. Verkrochen hat er sich. Statt das die Sonne lacht, hat Petrus das Wasser wieder laufen lassen. Und das über mehrere Tage hinweg. Ach was Rede ich: Wochen. So sahen ich und mein treuer Gefährte dann auch manchmal aus. Es war mir von Anfang an auch egal wie der Wald von innen aussieht. Hauptsache die Konsistenz des Waldbodens stimmt und der Grip ist super.
Neue Routen konnte ich mir zusammenstellen, nachdem ich eine Woche zuvor schon mit ein paar anderen Leuten wieder durch den Wald geradelt war. Der Regen von den vorhergehenden Tagen tat natürlich sein Bestes. Wurzeln wurden so rutschig, dass ich Bekanntschaft mit dem Erdboden machen musste. Schön ging es über den Lenker. Fast wie in Zeitlupe lösten sich meine Klicks an den Schuhen aus den Pedalen während ich schon mit den Gedanken an meine unsanfte Landung war. Nichts passiert und weiter ging es. Es war eine Tour von 30 km bergauf und bergab, Pfützen, Modder und Schlamm. Herrlich. Nun war der Boden nicht mehr so hart wie im Sommer, der eh keiner war.
Natürlich war Katrin nicht so begeistert das ich Touren mit dem MTB Team MV mache. Die versprochene Rerikfahrt wollte sie unbedingt einhalten und so kam es auch das wir beide eine Tagestour nach einer regnerischen Woche unternahmen. Es ging wie immer durch die Kühlung. Da ich wusste das ich mich nicht in eine Gaststätte setzen werde, fuhr ich etwas "rücksichtsvoller" durch den Wald. Und der war lang, sehr lang sogar. Los gehts ja hinter Reddelich. Hier beginnt der Wald gleich mit ner tollen Abfahrt. Hier tobten wir an ein paar Pilzsuchern vorbei. Der Windsog zog denen die Pilze aus dem Korb und den Wegedreck auf meine Sachen. Die Abfahrt hinter dem Klonstein trieb mir den Angstschweiß in die Hose. Es ging Abwärts mit knapp 45 km/h. Leichte Spurrinnen links und rechts die sich immer verschnitten hatten. Ich fuhr links. Die Spur wurde immer ruppiger. Plötzlich wurde diese tiefer und eine zweite Spur führte in diese hinein. Ich dachte an Bremsen und tat dies achtern. Durch den welligen Boden stand jedoch mein Hinterrad immer wieder kurz in der Luft und neigte beim bremsen schnell zum blockieren. Ich hatte Angst hier durch die Luft zu gehen. Nun hielt ich das Rad noch starr fest, stellte mich etwas auf die Pedale um Druck nach hinten zu bringen und spannte den Körper so an, dass das Rad und ich nur noch "eins" waren. Ja, wir waren eins. Eng verschmolzen mit dem Aluminium zeigte ich meinem Bike nur durch leichtes Wippen des Oberkörpers die Richtung. Es fuhr mit mir immer weiter bergab. Ich hatte es im Griff. Zuerst ein wildes Pferd und nun gezähmt. Wir fuhren auf etwas zu. Es hatte die Größe eines Gartenteiches mit 8 Metern Durchmesser. Mein Pferd wollte doch jetzt nicht etwa springen? Einen Bunny-Hopp kann ich, aber keine 8 Meter weit. Tief ging es in den Sattel und ich zog nun endlich die Reisleine. Dann gings rechts vorbei mit kleiner Schikane. Geschafft, doch von Katrin nichts zu sehen. Sollte sie es etwas geschafft haben sich in der Fahrrinne zu legen? Nach einer Weile kam sie dann, begutachtete mich und meinte das ich teilweise schon etwas komisch gefahren bin. Weiter ging es dann in Richtung Bützower Keller. Hier hätten wir gleich rechts abfahren sollen und fuhren erstmal geradeaus, um später den tollen Trail zurück zu kommen und dann abzubiegen. Hier konnte ich dann zeigen warum ich Stollen drauf habe und lange Fahrtraining hatte. In Perfektion meisterte ich einige Schwierige Passagen. Mein Rad hingegen wurde schwerer und schwerer. Überall machten sich Modderteile breit. Ich fand das es toll aussah. Katrin indes nahm bei Abfahrten die andere Spur oder fuhr sehr weit hinter mir, denn die Stücken lösten sich schnell von den Reifen. Selbstreinigung nennt sich das. Der Spaß hörte jedoch vor Rerik wieder auf. Lange Pause, lange nichts - Zeit zum erholen. Zurück ging es dann über Kühlungsborn und Heiligendamm. Hier lagen in den Wäldern noch sehr stark vertreten die Überreste von Petrus seinen Machenschaften. Mit Geschick und Übung durchfuhr ich die Meisten. Ich wollte Spaß.
3 Wochen später startete ich jedoch die Tour in ähnlicher Form mit einem Mitstreiter der MTB Bewegung. Wir erkundeteten neue Wege in unserem Wald, von dem wir meinen ihn schon zu kennen. Jetzt langsam kann man sich ein genaues Bild machen. Am Abend hatten wir nach 4,5 Stunden Fahrzeit 64 Km auf der Uhr. Meine Beine schmerzten sehr und mir wurde auf der Tour des öfteren gesagt, dass dies mein Alter sei und nicht das Rad, das Wetter oder sonstiges. Zugegeben es war so. Morgen steig ich wieder ein. Eine Tour von knapp 25 Km steht bevor bei ca. 15°C und Sonnenschein.


Ein Sandsteinjäger

Montag, 16. August 2010

Nachbericht Sommer 2010

Wie versprochen möchte ich Euch einen kleinen Nachbericht liefern, der unsere kleine Unternehmung in der Sächsischen Schweiz betrifft. Leider ging dieser wundervolle Urlaubseinsatz viel zu schnell zu Ende. Die Verletzung von Katrin hatte uns zwar psychisch und physisch kurz nach hinten geworfen, wussten aber damit umzugehen. Trotz des Umstandes haben wir trotzdem viele Kilometer geschafft und auch die Höhenmeter hatten so einiges zu bieten. Sicherlich war es teilweise sehr warm zu der Zeit, was uns aber nicht daran halten sollte unsere eigenen Prüfungen zu bestehen. Wir hatten einen Auftrag.
Wieder einmal hatten wir mit dem Wetter sehr viel Glück. Zwar warfen uns die Temperaturen der Tage von über 30°C für einen Tag nach hinten, konnten dies aber nach dem Ruhetag wieder ausmerzen. Viele neue Wege und alt bekanntes haben wir erreicht und aufgeklärt, so dass wir am Ende auf 361 Kilometer gekommen sind. Hinzu kamen auch noch etliche Höhenmeter die ich jetzt ausrechnen werde.

Und jetzt hat uns seit Wochen der normale Rhythmus des Alltags wieder. Nun kann ich wieder weiterhin mit Wald-Kilometern dienen und muss diese aber fast immer allein bewältigen. Zudem regnet es seit Wochen. Die Sonne haben wir schon lange nicht mehr den ganzen Tag gesehen. Hin und wieder wage ich mich dann mal in den Wald, um die Konsistenz der Waldböden zu testen. So langsam sammeln sich in einigen Bereichen schlammige Löcher und ich kann nur sagen: "sehr empfehlenswert". Der Boden ist nun mit Himmelsflüssigkeit so getränkt, dass es sich in einigen Bereichen anfühlt als habe man einen Platten. Es gibt einfach keinen Vortrieb am Rad. Abwärts sei dann immer vorsicht geboten, denn böse Schlammlöcher stellen sich mir öfters in Weg und lassen mich nicht vorbei. So bin ich gezwungen hindurchzufahren. Von Aquaplaning kann ich nicht mehr reden, ich nenne es Dirtplaning (sprich: "Dörtplänning", Übersetzt: Schmutzglätte). Selbst ein leichtes Querstellen des Lenkers um aus der Gefahrenzone zu schlittern, bringt gar nichts. Schon mal längs in einer Pfütze gelegen? Bis jetzt hatte ich so ziemliches Glück und die Waschmaschine die Arbeit ;-)

Aber nebenbei fanden Katrin und ich auch Zeit für eine lange Cruiserrunde durch die entfernte Gegend um Doberan. Selbst hier gibts Bereiche wo wir noch nie waren. Jedoch werden solch Abendrunden immer weniger werden. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Helligkeit am Abend zwischen den Bäumen ist dementsprechend gut. So werden sich die Touren auf die Wochenenden beschränken und die werden dann durch schlechtes Wetter und Wanderer mit Kind, Kegel und Hund im Hütter Wohld gestört werden. Da muss ich wieder höllisch aufpassen und mich anpöbeln lassen.

Zwei große Einsätze stehen den Sandsteinjägern in diesem Jahr noch bevor. Einer davon soll nach Rerik gehen. Zu dieser Tour werden die Teilnehmer streng getestet und unter die Lupe genommen ob sie für weitere Einsätze geeignet sind. Die erreichten Dienstgrade im Jahre 2006 von Annett und Gitti (Sanitätsoffizier bzw. Feldwebel) müssen unter Beweis gestellt werden.
Die zweite Tour der Aufklärer wird über die Insel Poel gehen.

Gruß
Euer Sandsteinjäger im Traningslager

Dienstag, 13. Juli 2010

Kläusis-Gedächtnis-Tour

Unsere heutige und letzte Tour für das Jahr 2010 begann mit bedecktem Himmel und schwüler Luft. Die Sonne wollte irgendwie - konnte aber nicht. Das sollte uns jedoch nicht hindern eine kurze Tour in Richtung "Neuer Wildenstein", also zum Kuhstall zu unternehmen.
Wir begannen in Bad Schandau und fuhren wieder einmal die Zauke nach Rathmannsdorf hinauf. Statt dann jedoch zur Kohlmühle hinunter zu fahren, bogen wir rechts ab und zogen nach Altendorf. Den Adamsberg ließen wir links liegen, um etwas Kraft zu sparen. Gestern hatten wir diese gewaltig "vergeudet". Man konnte es in den Gelenken oder sogar im Arsch spüren welch Anstrengungen wir in den letzten Tagen hier gehabt haben.
So sei es. Weiter ging es die Straße hinab nach Mittelndorf und dann wieder hinauf nach Lichtenhain. 
In Lichtenhain selbst gab es eine längere Rast mit Blick auf die Affensteine und den anderen Bergen. Jetzt sollte der Spaß wieder beginnen. Wir bogen in die Straße ein, die uns zum Kirnitzschtal bringen sollte. Mit viel Schwung und weniger als in 3 Minuten huschten wir am Bach entlang, der das Becken des Anscheißer-Wasserfalls füllt. Lichtenhainer Wasserfall nennt man diese Spektakel, dass sich viertelstündlich für ein paar Sekunden in die Tiefe schmeißt. Diese künstliche Ding ist nur für Touris die für 10 Minuten aus dem Bus steigen dürfen.
Weiter ging es für uns in Richtung Radweg Kuhstall. Für mich selbst ist es eine Art Bewältigungsprobe. Es sind gute 3 Kilometer mit ungleichmäßigen Anstiegen zwischen 9 und 12 %. Ich hatte diesen Weg schon einmal geschafft. Ich hatte aber auf der Hälfte der Strecke dann auf Katrin gewartet und so also Pause gehabt. Heute aber sollte es geschehen. Ich wollte diesen Weg auf leichtem Schotter bis oben schaffen. Sollte es wirklich gelingen?
Dieser Weg besitzt in den Kurven immer wieder eine Art Steigungsänderung, so dass man hier gewillt war nicht doch noch vom Rad zu springen. Ich wollte mich aber heute nicht selbst besch.... 
Mit klugen Sprüchen zu mir selbst hielt ich die komplette Strecke durch. Das Wasser lief mir sonst wo herunter, aber ich fühlte mich wohl. Von Wadenkrampf war nichts Spüren. Nur der Hintern tat mir ordentlich weh. Die Anstrengung ging in die Oberschenkel unterhalb des Hinternansatzes. Da schon mal nen Krampf bekommen? Zum Glück blieb auch der erspart. In guten 15 Minuten und 42 Sekunden hatte ich die 300 Höhenmeter überwunden bzw. bewältigt. Um Katrin machte ich mir keine Sorgen. Als ich oben gewartet hatte rechnete ich zurück, denn laut Hinweisschild müsste sie 10 Minuten nach mir ankommen. Dort stand nämlich geschrieben "25 Minuten Fußweg" bis zum Kuhstall. So war es dann auch. Ich hätte nun drunterschreiben können: "15 Minuten mit dem Rad". 
Nach der benötigten Ruhepause und Lockerungsübungen der Muskulatur ging es nun wieder hinab. Knapp 3 Minuten auf Schotterpiste sind ziemlich wagemutig, aber dennoch machbar. Hinauf und hinab geht da bestimmt noch etwas. Vielleicht im nächsten Jahr. 
Vom Kuhstall selbst haben wir für Klaus noch etwas mitgebracht. Da er so gern am Kuhstall und am Lichtenhainer Wasserfall war, musste es etwas aus dieser Region sein. Ein Stein, ein Sandstein den Katrin vorab schon ausgemacht hatte, steckte ich mir in den Rucksack. Anfangs erzählte sie mir von dem Stein den sie schon gesehen hatte als wir hinauf fuhren bzw. gingen. Diesen Stein sollte ich also mitnehmen? Gute 4 Kilo wiegt das Teil. Zu dem hatte sie noch zwei andere dabei. Alles schön sortiert und bereitgelegt. Na dann man los. Der Beutel mit den Steinen lag zwar gut im Rucksack, dennoch wünschte ich mir bald zu Hause zu sein. Schon lange hatte ich solch schweren Rucksack nicht mehr auf dem Rücken. Ich dachte an einen Stein, Katrin meinte einen Fels. Egal, der sollte es sein und so fuhr ich mit dem Geröll los, hinab ins Tal von Bad Schandau zum Eis essen und kurz nochmal bummeln gehen. Nebenbei kurze Pause am Kneipp-Becken. Hier konnte ich mich befreien und mich mal wieder gerade machen. Als wir zu Hause waren sah ich die Striemen und ich war froh endlich wieder in der Unterkunft zu sein.
Am Abend fuhren wir zum Abschluss noch einmal zur Liethenmühle und aßen unser Lieblingsessen.
Auch wenn unsere Tour heute nicht so lang sein sollte, bis zum Abend waren es doch wieder 39 Kilometer.

Eure wieder heimkehrenden Sandsteinjäger

P.S. Nachbericht über Kilometer und Höhenmeter folgt und interessiert uns ebenfalls brennend was wir da so hingelegt haben.









Montag, 12. Juli 2010

Höhenrausch und Staub im Nacken

Leider haben wir zu gestern doch keine Videos mehr einstellen können. Diese haben einen leichten Defekt in der Belichtung. Heute haben wir jedoch wieder alles richtig gemacht. Das Timing und Katrins Auswahl der Tour waren perfekt.
Heute war wieder mal eine Zugfahrt angesagt - klimatisiert natürlich. Die Fahrt ging bis zu unserem Ort Amtshainersdorf. Ich glaube hier sind wir schon öfters ausgestiegen. Die Station liegt mitten im Wald und es bedarf schon einer kleinen Reise, um in den eigentlichen Ort zu kommen. Zum Ort selbst wollten wir aber nicht. Es zog uns nur durch eine Eigenheimsiedlung hinauf zu den Hügeln oberhalb des Dorfes Hainersdorf (kurz vor Sebnitz). Hier im Wald beginnt ein auf und ab mit dem Panoramaweg in Richtung Süd-Ost, also der Sonne entgegen. Die Bäume der Wälder halfen uns jedoch die morgentliche Hitze gut zu überstehen. Immer wieder machten wir kurze Stopps. An einer Wiese mit tollem Blick zur Endlerkuppe machten wir unsere Frühstückspause und trockneten die Hemden. Es sollte weitergehen in Richtung Waldhäusl (so heißt hier fast jedes Hotel) und dann weiter über die Grenze nach Tomásov.
In Tomásov angekommen trauten wir unseren Augen nicht. Das was uns das Satellitenbild gezeigt hatte sollte doch Wirklichkeit sein. 4 Häuser und eine Kapelle - nein Kapellchen. Nicht mal größer als eine Garage, mit dem Gestühl von 4 Bänken zu je 2 Sitzplätzen und einem Bild der "Heiligen Maria".  Äußerlich immerhin wie eine Kirche wirkend. Man könnte denken, dass das Haus um das Bild gebaut wurde. Einfach putzig. Irgendwie hatte die Kapelle aber was. So etwas uriges, wie aus nem bösem Film. Ihr wisst was ich meine? Schaut euch das Foto genau an.
Weiter ging es nun durch den tschechischen Wald, den wir nicht so genau kannten. Auf der Karte schlängelte sich ein Weg mit Namen Diebstraße als Abkürzung durch den Wald. In der Karte als Pfad gekennzeichnet nahmen wir diesen in Anspruch. Es war einfach herrlich hier umher zu fahren. Wie gewollt kamen wir auch an unserer Kreuzung wieder raus und dieser Weg brachte uns wieder in Richtung Grenze. 
Jetzt war der Weifberg bereits an den Tafeln ausgeschrieben. Nur noch 10 Minuten Fußweg und unser Ziel sollten wir im dritten Anlauf endlich erreichen. Alle Jahre zuvor waren vergebens. Immer wieder hatten wir es versucht, jedoch hatte uns das Wetter jedesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Noch ein paar Höhenmeter mit dem Rad und wir waren da. Angekommen auf 478 Metern war es neben dem Unger mit 537 Metern der zweithöchste Berg den wir bis jetzt mit den Rädern erreicht haben. Selbst die Bastei muss sich da hinten anstellen. 
Es fehlte nun noch der 36 Meter hohe Aussichtsturm der zu erklimmen war, um einen noch schöneren Ausblick zu haben. Die 173 Stufen meisterte ich trotz der vorhergehenden Strapazen. Es war wunderschön. Von hier aus kann man selbst bei guter Sicht die Ausläufer des Riesengebirges sehen. Luftlinie knappe 100 Kilometer. Nach unserer Mittagspause unterhalb des Turmes fuhren über das Schäferräummicht zur Emmabank, einer weiteren Erhöhung mit schönem Rundumblick und 416 Metern. Jetzt ging es hinab nach Hinterhermsdorf über Wald und Flur. Wir hinterließen nur eine Staubfahne bis wir im Wald dicht bei den "Oberen Schleusen" von Hinterhermsdorf waren. Es ging nun wirklich hinab. Knapp 200 Höhenmeter bis hinab in die Lindigtgründe, auf gleiche Ebene mit der Kirnitzsch. Mit knapp 40 km/h zogen wir ab und es flog der Schotter an den Rädern vorbei. 
Der Kirnitzsch nun folgend fuhren wir immer weiter durch den Nationalpark. An einer Stelle, an der "Unteren Schleuse", konnten wir uns ordentlich erfrischen. Hier sprangen wir in die Fluten, kühlten uns ab und holten uns ein paar Bremsenstiche. Immer weiter ging es an dem Bach entlang. Es ging nur hinunter. Kaum noch Anstrengungen im Tretbereich. Immer hinab ins Tal bis Bad Schandau endlich erreicht war. Wieder war eine Abkühlung fällig. Erst im Tretbecken von Dr. Kneipp und dann in der Mokkabar von Dr. Langnese.
Am Abend war dann wie immer der Besuch der Liethenmühle fällig. Damit standen dann auf dem Tacho 49,1 Kilometer.
Der Tag hat trotz des nicht so hohen Schwierigkeitsgrades doch sehr geschlaucht und sich in die Knochen gesetzt. Wir werden wohl erst morgen entscheiden welche Tour anstehen wird. Jedenfalls soll es wieder ein unvergessliche Tour werden, wie die des heutigen Tages.

Was ich jetzt mache? Es ist jetzt 22.14 und ich sitze auf dem Balkon im dunkeln und schaue verdutzt auf meine Tastatur. Innerlich denke ich aber an die Massenmail die ich mit dem Link der Webseite verschickt habe und bedanke mich bei den jenigen die unsere Touren verfolgen und sich auch mal gemeldet haben. Danke nochmal für die kleine Unterstützung. So macht es Spaß Texte zu verfassen.

Morgen ist leider der letzte Tag für uns hier in Krippen und es war wunderschön. Das Wetter hat mitgespielt und wir hatten super Laune und haben trotz der Hitze immer etwas daraus gemacht und ich geh jetzt ins Bett.

Der noch nicht schlafende Sandsteinjäger.






Sonntag, 11. Juli 2010

Über Stock, Stein und Wiesen

Heute verlief alles nach Plan. Der Wecker klingelte pünktlich um 8.00 Uhr. Die Getränke waren schon gestern vorbereitet und kühl gestellt. Es konnte also nichts passieren. Frühstück, fertig, los!
Mit dem Zug fuhren wir weit bis hinter Sebnitz hinaus. In Langenwolmsdorf enstiegen wir dem Zug. Au wei - man stelle sich den Wilden Westen vor: Bahnschiene, Zug kommt, Zug hält, 2 Mann steigen aus, kein anderer weit und breit zu sehen, Bahnhofshaus nicht besetzt und nicht mehr intakt. Es ist warm, nein heiß - hier wird vielleicht in den nächsten 100 Jahren mal ein Dorf oder eine Stadt enstehen, sofern die neuen Einwohner kommen und sich hier niederlasen möchten. Aber wir schreiben Wirklichkeit und verlassen schnell den Bahnsteig bevor die Räuber kommen.
Schnell radeln wir hinab ins nächste Dorf. Es heißt Polenz und hier hat die dörfliche Gemeinsamkeit bereits Einzug gehalten. Wir möchten aber uns damit nicht beschäftigen und suchen den Weg der uns an der Polenz entlang führt. Er soll uns an einigen Mühlen vorbei führen, die vor langer Zeit einst richtig zu tun hatten und später dann als Gastronomieeinrichtung der Konsumgenossenschaft nicht um ihre Existens fürchten mussten.
Erst breit, dann immer schmaler werdend, schlängelte der Weg durch den Wald und immer an der Polenz entlang. Immer sehr gut befahrbar. Er machte sehr viel Spaß. Mit kleinen leichten Steigungen kamen wir gut zurecht. Nur Baumwurzeln in den steilen Wegen ließen uns stoppen. Auch gab es 2 Passagen an der wir halt machen mußten, um die Räder hinauf zu tragen. Doch auch das wurde toll gemeistert. Und wieder schlängelte sich die Polenz nebenher und lud zum abkühlen ein. An den Wiesen der Märzenbecher vorbei, die leider nicht mehr blühten und über Stock und Stein fuhren wir an den alten Mühlen vorbei. Dann ging es weiter zur Rußigmühle. Hier fand heute ein Oldtimerrennen statt. Leider kamen wir etwas zu spät, konnten uns aber noch ein paar schöne Wägelchen anschauen.
Dann gings es hinauf nach Hohnstein. In einer langen Prozedur erreichten wir über den alten Hohnstein Weg die Stadt an der höchsten Stelle. Hier hatten wir richtig zu kämpfen. Der Vorteil bestand jedoch darin, dass wir bis jetzt nur im Schatten waren. In Hohnstein selbst schleckerten wir schnell ein Eis und fuhren dann, ärgerlicher Weise, am Waldbad vorbei. Es ging wieder mal hinauf und hinaus aus der Stadt
Über die alte Böhmische Glasstraße zogen wir mit Staub und Sonne im Nacken in Richtung Goßdorf, ebenfalls mit Waldbad ausgestattet. Am Gickelsberg vorbei eilten wir durch Goßdorf. Das Waldbad konnte uns nicht hindern die steilste Abfahrt von Gossdorf nach Kohlmühle zu nehmen. 18% Gefälle - einfach herrlich mit 55 km/h durch das Schattenreich des Waldes zu fahren. Leider asphaltiert...
In Kohlmühle angekommen gab es nur einen Ausweg aus diesem Tal zu kommen. Hinüber nach Porschdorf und dann weiter nach Rathmannsdorf.
In Bad Schandau schleckten wir wieder Eis und ließen uns nochmal die Sonne ins Gesicht scheinen.
Trotz brütender Hitze teilten wir uns unsere Kraft sehr gut ein und haben wieder 34 Km geschafft.

Viele liebe Grüße Eure Sandsteinjäger


Samstag, 10. Juli 2010

Hitzefrei

Der heutige Tag war echt zum schonen. Obwohl wir es eigentlich nicht so gedacht hatten. Gestern abend spät in den Federn gewesen und heute erst gegen 9.30 Uhr gefrühstückt. Das kann ja nix werden. Das gute am Morgen war der Wind, der uns auf Balkonien abkühlte. O.k., abkühlen kann man das bei diesem Wetter nicht nennen, aber es war noch angenehmer als vor der Tür.
Jedenfalls hatten wir uns einige Vorschläge gemacht, die jedoch auf Grund der Temperatur ins Wasser fielen. Ob mit dem Zug, Bus oder komplette Hin- und Rückfahrt mit dem Rad. Alles war zu anstrengend.
So hatten wir uns entschlossen noch eine Runde aufs Ohr zu hauen und die Mittagszeit abzuwarten. So gegen 14.00 Uhr waren wir soweit und machten eine kleine Tour zum Lichtenhainer Wasserfall. Straße auf und Straße wieder ab. Das waren immerhin auch 19 Km. 
Im Kirnitzschtal war es aber allemal angenehmer als die Tour durch den Wald. Zudem haben wir mal wieder Kraft getankt. Dies werden wir dann für morgen gut gebrauchen können. Da wollen wir dann wieder eine länger Tour unternehmen - frei nach dem Motto: bis der Schweiß den Arsch herunterläuft. Wo es genau hingeht wollen wir heute noch planen. Vielleicht gehts morgen früher los, um der Hitze etwas zu umgehen.

Eure schwitzigen Sandsteinjäger

Freitag, 9. Juli 2010

Schattenspringen

Laut Wetterbericht sollte heute wieder ein Tag werden, der einen Hauch von Sommer versprühen lässt. Und was für einen Hauch...
Eine ähnliche Tour hatten wir schon mal. Sie begann heute in Königstein. Von hier aus starteten wir in das höher gelegene Thürmsdorf. Bergauf hielten wir für einen kleinen Augenblick in den Schatten der Bäume, um uns ein wenig zu regenerieren. Wir nannten es sofort Schattenspringen und es sollte uns den ganzen Tag so begleiten.
In Thürmsdorf zogen wir wieder am Schloss vorbei, machten einen Schlenk durch eine alte Obstwiese und fuhren bei 10.000°C im Schatten den Malerweg bis Weißig entlang. Die Abfahrt des Malerweges brachte uns etwas Kühlung. Dann ging es hinüber zum Weg des Rauensteins. Unterhalb des Rauensteins in den Wäldern der beiden Bährensteine gab es jedoch zwar Schatten, aber im Wald stand die Luft. Teilweise konnte Katrin diesen Weg wegen der Steine und Wurzeln nicht fahren. Das Schieben trieb uns zusätzlich den Schweiß auf die Stirn, aber irgendwann hat man ja mal den Gipfel erreicht und es muss wieder runter gehen. So war es auch. Im Wald selbst und dann ab Naundorf ging es dann mit 14%igem Gefälle nach Pötzscha rein. Hier setzten wir dann mit der Fähre über nach Wehlen und versammelten uns am Markt. Erst mal ein Softeis und einen großen Schattenspender. Zusätzliche Abkühlung am Brunnen brachte neuen Schwung.
Auf Grund der Hitze hatten wir jedoch schon überlegt den Elberadweg jetzt schon zurück zu fahren. Der eigentliche Plan bestand ja eigentlich darin, dass wir nun von hier aus zur Bastei hochfahren. Die Bastei ist nicht weit, leider hätten wir den Weg über Lohmen gemusst oder die Abfahrtsstrecke durch den Uttewalder Grund nehmen müssen. So oder so - nur bergauf über mehrere Kilometer.
Und da, die Erlösung - ein Schild mit der Aufschrift "Basteikraxler". Geniale Idee, denn der Kraxler hat einen Hänger für Fahrräder mit bei und sollte uns nun nach oben befördern.
Hoffentlich sieht uns keiner. Mir war es schon etwas peinlich, doch ich wollte insgeheim zur Bastei, wollte aber auch gleichzeitig Rücksicht auf Katrin nehmen. Was tun? Da kam der Bus als tolle Alternative. 
Vorher machten wir dem Busfahrer klar das wir vor der Bastei austeigen möchten. Er ließ uns an der Abfahrt zum Uttewalder Grund raus. Von hier aus fuhren wir zur Bastei allein und selbstständig weiter und machten an der Basteiaussicht auf "dicke Hose". Tatsächlich wurden wieder gefragt ob wir hier die Strecke heraufgefahren waren. Was soll man da wohl sagen. Immer cool bleiben als sei die Bastei die einfachste Strecke der Welt. Zumal wir den Weg in den vorhergehenden Jahren ja schon geschafft haben.
Nach der Fotosession und der Angeberei zogen wir wieder los und zwar durch den Uttewalder Grund in Richtung Wehlen zurück. Von hier aus ging es über den Radweg nach Rathen und weiter über den Lottersteig, der sich super fahren läßt für mich, um dann mit der Fähre von Halbestadt nach Königstein überzusetzen. Der Zug war in der Hitze nun unsere letzte Hilfe. Wir wollten nicht mehr fahren, sondern gefahren werden. Zudem hatten wir heute abend noch eine Einladung. Die Zeit wurde auch knapp.
Ab 19.00 Uhr mussten wir schon bei Füssels sein, denn sie hatten uns zum Grillen eingeladen. Es war einfach super.  Wir haben lange erzählt und den Abend mit Glühwürmchen ausklingen lassen. Helmut hatte sie für uns ab 22.30 Uhr bestellt.

Fazit: Trotz der Hitze war es mal wieder ein toller Tag - 33 Km
Viele liebe Grüße, Eure Sandsteinjäger




Donnerstag, 8. Juli 2010

Komplikationen am Unger

Das wir heute die Tour zum Unger machen würden stand gestern schon fest. Katrins Schmerzen ließen nach, nur die Färbung nahm zu. So konnten wir diese Tour mit ruhigem Gewissen angehen.
Zuerst fuhren wir mit den Rädern bis nach Schandau zum Bahnhof, denn ab hier fuhr der Zug nach Sebnitz. Wir stiegen bei netten 26° um 11.00 Uhr aus dem Zug in Amtshainersdorf wieder aus. Wir wollten den kurzen Gehsteig-Weg in Richtung Unger nehmen. Angepriesen als Gehsteig sind hier so manche Wege, doch dieser war wirklich einer. Mehr als die Hälfte des Weges haben wir den Berg hinauf geschoben. Abwärts würden mir die 320 Höhenmeter vom Ort bis zur Berggaststätte auf dem Unger schon eher gefallen. Kurz vor dem Ziel machten wir eine längere Pause. Der erste Teil der Pause bezog sich auf essen und ausruhen. Der unfreiwillige zweite Teil bezog sich leider auf meine Hinterradbremse. Sie war fest und ließ sich nicht mehr lösen. Dies lag nicht an der Hydraulik (witzig), nein - am Bowdenzug waren drei einzelne Drähte gerissen und verkeilten sich in der Bremsleitung. Diese sprang daher nicht mehr in die Ausgangssituation zurück. Kein vor, kein zurück - Schlussfolgerung: FEST!
Da unsere Tour zur Napoleonschanze gehen sollte, blieb uns nichts weiteres übrig als in Hohnstein einzukehren und dort nach einem Fahrradgeschäft zu suchen. Das hieße also für mich: Keine Experimente, Bremse abklemmen und ab nach Hohnstein. Nur mit einer Frontbremse versteht sich. Teilweise gibt es Gefälle von 5 - 10%. Übung macht den Meister. Wir fuhren dann über  Ehrenberg in Richtung Hohnstein. Katrin war immer voraus. Ich musste mich auf die Geschwindigkeit konzentrieren. Bloß nicht zu schnell werden. Es gab Streckenabschnitte in denen Katrin deutlichen Vorsprung hatte. Während der  Abfahrt in das Nest Hohnstein freute ich mich bereits auf neue Bremszüge. Die Ernüchterung kam jedoch im Ort selbst, als uns gesagt wurde das es so etwas hier nicht gäbe. Also sollte jemand eine Geschäftsidee entwickeln wollen. Ein Fahrradgeschäft in Bad Schandau und Umgebung lohnt sich auf alle Fälle.
Und nun begannen Katrin und ich die Reparatur mit eigenen Mitteln auf dem Marktplatz vor der Jugendburg. In filigraner Kleinarbeit lösten wir die Aufgabe und die Knoten im Bremszug. Klaus sein altes BW-Taschenmesser schneidet sogar Draht und leistete mal wieder großen Dienst. Nach der Reparatur gab es noch ein Stückchen Eierschecke und dann ging es hinauf zur Napoleonschanze. Auf Grund der Steigung und des schmalen Pfades kamen wir nur langsam voran, sprich wir mussten schieben. 
Oben endlich angekommen legten wir uns in die Sonne und in den Schatten, vertilgten unsere letzte Nahrung, machten ein paar Fotos und dachten schon an den Abend. Ich hatte bereits jetzt schon wieder  guten Hunger. Vorerst mussten wir jedoch die Napoleonschanze, wie bereits im letzten Jahr, herunterfahren. Dann ging es über die steile Straße durch Porschdorf in Richtung Bad Schandau. Hier besorgte ich mir neue Bremszüge. Anschließend ging es nochmal zum Brunnen, um unsere anfänglichen Sonnenbrände zu kühlen. Die hatten wir uns trotz großer Vorsicht geholt. Ist aber noch lange nicht so schlimm im Vergleich zu dem, wenn Gitti aus der Sonne kommt.

33 Km bei Sommer, Sonnen, Sonnenschein 
Eure Sandsteinjäger




Mittwoch, 7. Juli 2010

Sie nimmts sportlich oder ein Nachmittag auf Krücken

Was soll ich heute schreiben? Als ich den Fuß heute früh gesehen hatte, machte ich mir große Sorgen. Blau und angeschwollen - dann lieber doch dreckig und geruchsintensiv. So ging die erste Tour heute ins Pirnaer Klinikum, wo Katrin sehr gut behandelt wurde. Es ging alles sehr schnell und die Diagnose lautete nach 45 Minuten: Distorsion li. OSG
Da wir schon gestern vorab eine medizinische Erstbetreuung vorgenommen hatten, verläuft die Verletzung ganz gut und ich mach mir weiter erstmal keine Sorgen. Doch um Katrins Kopf sollte man sich mal kümmern. Hier kommen Sprüche wie: "Morgen gehts dann weiter" und "Laufen kann ich nicht, aber Rad fahren schon". Sie nimmt es wirklich sportlich, sehr sportlich sogar. Da machen einige Weicheier nicht mehr mit. Und solange keine Bänder oder Gelenkkapseln in Leidenschaft gezogen wurden ist noch alles im gelben Bereich. Grün kann ich dazu leider nicht sagen.
Wir werden uns nachher fertig machen und in die Stadt fahren. Katrin hat lustige Krücken bzw. UA-Stützen bekommen. Passend zur Sommerfarbe 2010. Wie man also mit Stützen läuft, dass wird sie nachher lernen. In der ersten Testphase jedenfalls sah es schon gut aus, ist aber noch etwas verbesserungswürdig. 
So, die Sonne scheint und wir ziehen nachher los. Mal sehen wo wir heute unnütz unser Geld verplempern werden.
Bis heute abend.

Nachmittag auf Krücken


Wir sind eben gerade eingetrudelt. Haben den ganzen Nachmittag in Bad Schandau verbracht. Katrin kommt nun mit ihren Stöckchen ganz gut klar. Jedoch fehlt da die Geschwindigkeit. Ich versuche ja mitzuhalten, aber teilweise bekomme ich Angst im gehen einzuschlafen. Ihrem Fuß geht es jedoch schon besser. Die Färbung bezieht sich nun noch auf bestimmte Teile ihrer Quanten. Die Schwellung lässt auch etwas nach. Das Bein wurde heute komplett geschont. Morgen soll es aber ihrer Meinung nach wieder losgehen. Mal schauen, denn wir brauchen auch eine Strecke bei der man nicht so oft schieben muss. Die haben wir noch nicht gefunden. Katrin blättert noch im Kartenmaterial und ich schaue mal im Netz ob es ein paar leichte Routen gibt. Nachher soll es zum Public Viewing in die "Kegelbahn" gehen. Dort können wir auch unseren Magen füllen und dann gemeinschaftlich jubeln. Ich hoffe es zumindest obwohl ich nicht so überzeugt bin, das Spanien geschlagen werden kann.
Über die bis jetzt gefundene Leserpost bedanken wir uns recht herzlich bei den jenigen die unsere Seite verfolgen und sich auch gemeldet haben. Sei es über Kommentare oder im Gästebuch. Über die restlichen Leser sind wir arg enttäuscht - wir sind verletzt. Gebt euch bitte mal Mühe!

Also bis morgen und auf ein tolles Spiel.
Es grüßen Euch die Sandsteinjäger.

Dienstag, 6. Juli 2010

Geschwächt über den Rauenstein

Das der Regen heute unseren Plan durchkreuzt hat war nur ein kleines Übel, aber dazu später mehr. Jedenfalls war heute Weckzeit um 9.00 Uhr damit wir den Zug ab Krippen um 10.07 Uhr nach Königstein nehmen konnten. Es regnete jedoch aus Eimern und nach dem Frühstück war noch mal "Frühruhe" angesagt. Heute sollte es von Königstein aus über Thürmsdorf und dem Malerweg nach Weißig gehen und von dort aus über den Rauenstein nach Pötzscha. Der Weg zurück sollte je nach Lust und Laune entweder am Gamrig und am Lilienstein vorbeiführen oder direkt über den Elberadweg nach Bad Schandau zurück nach Hause. Das war unser Plan, denn die Strecke ist nicht so schwierig und sollte als Erholung dienen nach dem gestrigen Programm. Doch es kam alles anders. 
Gegen 12.00 Uhr schaute ich nach dem ersten Erholungsschlaf noch mal ins Netz um die Regenprognose abzuklären. Rechnerisch wäre alles um 14.00 Uhr vorbei gewesen. Gegen 13.30 Uhr, nach dem zweiten Schlaf, war noch leichter Nieselregen zu sehen und wir glaubten an die Prognose gegen 14.00 Uhr. Langsam machten wir uns bereit, vielleicht zu langsam. Im Rallytempo ging es nun zum Bahnhof nach Krippen. Noch 4 Minuten bis zur Zugabfahrt. Wir lagen gut in der Zeit. Nur noch mit den Rädern durch die Unterführung durch und rein in den Zug. Auf der Treppe dann ein Schrei und Stillstand der Brigade. Katrin war gerade mit dem Fuß umgeknickt. Das war´s dann wohl für heute. Ich selbst hätte wahrscheinlich alles hingeschmissen in dem Augenblick, doch als der Zug einfuhr meinte sie nur: "los schnell der Zug fährt gleich". 
Mit großen Schritten noch ein paar Stufen rauf und rein in den Zug. Ich hatte ihrem Gesicht aber angesehen, dass es ihr nicht gut geht. In Königstein selbst besuchten wir noch eine Apotheke und füllten unsere Mittel auf. Mit Bandage und Eisspray sollte die Tour jetzt weitergehen. So etwas von Kampfeswillen, einfach weitermachen zu wollen, habe ich selten erlebt. Hut ab, ich hätte nicht weitergemacht. Man muss ja wissen wo Schluss ist und das wäre bei mir hier der Fall gewesen. Der Rückzug war jedenfalls angeboten worden.
Über eine lange Steigung ging es von Königstein aus nach Thürmsdorf hoch. Vorbei am Penafall, einem unscheinbarem Wasserfall direkt an der Straße, weiter hinauf in den Ort mit einer alten Schlossanlage. Auf dieser Höhenlage hatte man eine ganz andere Sicht über die Gegend und zur Festung Königstein selbst. Es begann nun der Malerweg der sich hoch über der Elbe in das Dorf Weißig erstreckte. Vorbei an einem alten Mausoleum zogen wir über Wiesen, Wälder und Felder. Angekommen in Weißig erblickten wir den Rauenstein in seiner Schönheit. Hier wollten wir wieder rauf, um am anderen Ende des Rauensteins in wilder Manier hinunter zu fahren. Downhillqualitäten sind hier aber gefragt. Nach unserem Aufenthalt auf dem Rauenstein ging es eben diesen wilden Weg hinunter nach Pötzscha. Anfangs lustig, moddrig, feucht und befahrbar stießen wir auf das schwierige Ende. Anfangs kam ich noch klar, doch auch ich musste abbrechen, da ich meine Spur verlassen musste und auf den Felsen nicht weiterkam und mir mein Leben wichtiger erschien.
In Pötzscha angekommen zogen wir nun den Elberadweg in Richtung Rathen entlang und machten ein Pause auf der Klangterrasse. Nach dem ein paar Wolken meinten die Sonne verdecken zu müssen ging es weiter nach Königstein wo unsere Reise begann. Hier  setzten wir mit der Fähre über und fuhren auf der anderen Seite nach Bad Schandau rein, um dort gleich zu essen. Es war ja schon nach 19.30 Uhr. Im Café "Memory" ließen wir es uns noch mal gut gehen bevor wir die Reise nach Hause antraten.
Fazit: 29 Km bei angenehmen Temperaturen.

Eure Sandsteinjäger



Montag, 5. Juli 2010

Auslandsaufenthalt

Der heutige Tag begann kurios. Um ca. 4.00 Uhr begann hier die Hölle in dem der Himmel seine Schleusen öffnete und dies mit Blitz und Donner begleitete. Aufgewacht von dem Getöse bei offenem Fenster begann ich mir Sorgen zu machen. Sollte der Tag gelaufen sein? Keine Tour heute? Im Gegenteil, denn als wir um 8.00 Uhr unsere Augen öffneten regnete es zwar noch, aber es wurde zunehmend heller. Unsere Tour mit Beginn einer Zugfahrt sollte um 10.00 Uhr losgehen. Diese konnten wir aber getrost in den Wind schreiben oder die Elbe hinunterspülen. Ein neuer Plan musste her. Vielleicht in Richtung Ostrauer Scheibe und dann an den Schrammsteinen vorbei? Später dann, je nach Lust und Laune, in Richtung Grenze weiterfahrend? 
Und so war es auch. Unsere all bewährte Kuhstall-Tour wurde umgeschrieben. Es ging vorab den steilen Weg zur Ostrauer Scheibe hinauf und dann durch die feuchten Wälder in Richtung Bloßstock und an der Wildwiese vorbei. Wir zogen vorbei am Wettinplatz und zeigten dem Besitzers des Zeughauses, dass wir selbst etwas zu Essen mithaben und nicht auf seine Tütensuppe zu 5 € ! angewiesen sind. Das Wetter ließ uns nicht im Stich und zeigte sich wieder einmal von seiner besten Seite. Katrin zeigte ihre stärkste Seite heute und hat sich in der kurzen Zeit mit ihrer Maschine super eingefahren. Jetzt weiß sie wann und wie man die übelsten Berge hinaufkommt. Ich habe heute sehr gestaunt. Besonders die Strecke hinter dem Zeughaus, an der wir beide ordentlich zu knabbern hatten, zeigte sie was in ihr steckt. 
Die Straße führte uns immer tiefer in die Hintere Sächs. Schweiz. Weit hinter Hinterhermsdorf und immer an der Kirnitzsch entlang scheuchten wir unsere Räder durch die Wälder. Vorbei an alten Bährenfängen und Kleinen Schleusen. Irgendwann kam sie in Sicht, die Grenze nach Tschechien. An den Rabensteinen war der Übergang und somit der Eingang in die Böhmische Schweiz gefunden worden. Wir betraten somit neues Terrain in unserer Aufklärung. Aber wir sind zu tiefst enttäuscht über die deutschen Biker. Diese sind zwar sichtbar gewesen, aber nur dort wo es sich leicht fahren lässt. Elberadweg und so. Kindergeburtstag...
Wo wir heute rum gekraucht sind waren nur die tschechischen Biker zu sehen. Ich will ja keinem zu Nahe treten, aber ein Drüsenproblem haben die alle. Bin ich froh so dünn zu sein. Lieber dünn und spargelig als fett in einer Radlerhose zu stecken und nicht zu wissen ob man da wieder heil heraus kommt. Also da auf der Strecke haben wir heute Konsorten gesehen, die meinten sie seien coole Biker und der Wald gehört ihnen. Das der Wald sich aber mal mit einem Platten rächen wird, dass haben sie nicht gedacht. Und schon waren die Letzten wieder die Ersten. Auch wurden wir dauernd überholt von CZ-Bikern, die aber auf Grund der hohen coolen Geschwindigkeit nicht lange durchhielten. Wir hatten sie dann am Ende des Berges eingeholt, weil diese mal wieder ne Pause brauchten oder auf die ganz Dicken warten mussten.
Als wir dann die Kirnitzsch an der Grenze überquerten wartete auf uns eine etwas dollere Steigung. Die hatte es wirklich in sich. Ich hatte es nur geschafft, weil ich auch einem CZ-Biker zeigen wollte wie ein Spargel hinauf fährt. Danach nur nichts anmerken lassen. Ein kleines Lächeln und auf Katrin warten. Dann gings hinab nach Mezni Louka (Rainwiese) und weiter in Richtung Hrensko. Mit Blick auf den Rosenberg fühlten wir unsere Knochen und genossen die kilometerlange Abfahrt. Wir spürten es beide, waren aber wiederum froh und glücklich diese Tour geschafft zu haben. Die Hitze hatte uns heute etwas verschont. In den Bergen wehte teilweise ein erfrischender Wind sofern man an eine zugige Ecke kam. 
Ein paar Kilometer noch und wir waren wieder in Schandau. Bei leckerem Eisbecher erholten wir uns kurz und fuhren dann nach Hause.
Als Abschluss hatte Katrin heute es wieder einmal versucht den Berg zur Liethenmühle zu bewältigen und letztendlich auch geschafft. Sie fuhr den ganzen Weg komplett durch. Das Gewisse "Wie" und die Kunst diesen Berg zu nehmen war sehr ausschlaggebend.
Fazit: Schöne ruhige 48 km in 4 Stunden reiner Fahrzeit.

Eure Grenzgänger




Sonntag, 4. Juli 2010

Kleine Sonntagsrunde

Als wir heute aufgestanden waren, wussten wir selbst noch nicht wie der Tag weiterlaufen wird. Ich hatte gestern einen Vorschlag zur heutigen Tour gemacht, aber die war Katrin zu kurz und zu langweilig. Schließlich einigten wir uns gegen 10.00 Uhr auf eine Runde durchs Polenztal und am Lilienstein vorbei. Die Runde ist nicht gerade eine kurze, aber etwas leichtere Tour mit der wir heute beginnen sollten. Durch Bad Schandau durch und am Friedhof vorbei fuhren wir in Richtung Rathmannsdorf. Schon hier an den ersten Steigungen spiegelte sich der Blutdruck in Katrins Gesicht wieder. Rot wie ein Weinballon. Mein Puls war noch normal, aber Katrins Puls hätte ich gern mal gewusst.
Mit viel Rücksicht und vielen Pausen auf der ganzen Strecke konnte jedoch nichts schief gehen. Bis auf eines: Meine Hose glich nun schon einem halbtrockenem Wischlappen und fing an zu scheuern an. Nach der Abfahrt zur Kohlmühle, die wir beide mit beachtlichen 49 bzw 47 km/h vollzogen hatten musste ich es tun. Am Bahnhof in Kohlmühle musste ich meine Unnerbüchs weglassen. Nichts ging mehr. Selbst eine Justierung am Sattel für eine andere Sitzposition hatte nichts gebracht. So zog ich mich an der Straße vor dem Bahnhof aus. Katrin feixte sich einen und bekam sich nicht ein. Die Vorstellungen von vorbeifahrenden Zügen und vorbeilaufenden Wandersleuten waren so real, dass es wirklich geschah. Dauernd wurde ich gestört. Nach dieser langen Pause zogen wir weiter am Polenztal vorbei bzw. durch dieses hindurch und kamen in Waltersdorf wieder raus. Hier genossen wir den Ausblick auf Gamrich und Lilienstein und pausierten wieder. Der Lilienstein war nun nicht mehr weit. Von nun an waren wir der Sonne wieder frei ausgesetzt. Unser Sonnenblocker mit Stufe 30 half uns es zu überstehen. Am Fuße des Liliensteins machten wir wieder eine Pause. Vorher besuchten wir den kleinen Waldfriedhof. Schon immer wollten wir dort mal hin. Heute hatten wir es geschafft. Nun jedoch saßen wir am Fuße des Liliensteins, am Eingangsstein zum Nationalpark und machten ein Gemeinschaftsfoto. 
Bei einstellen legte ich mich mit dem Arm in eine Sammlung von jungen Brennnesseln. Ich merke es immer noch. 
Die Abfahrt zur Ebenheit sollte alles vergessen machen. Gute 300 Meter Höhenunterschied in 02.54.15 Minuten. Echt geile Abfahrt die immer wieder Spaß macht. So langsam trübte sich der Himmel und ein paar Wölkchen machten sich breit. Das tut gut obwohl doch noch in einigen Gegenden sehr schwüle Luft herrschte. Es gab sogar Ecken da wehte eine kleine frische Brise,  sehr zum Wohle unseres Körpers. Diesen hatten wir heute nicht geschunden. Wir sind unsere Tour sorgsam durchgegangen und haben diese auch trotz der Hitze bewältigen können. Streckenweise hatte wir 36° Celsius.
Als wir Schandau wieder ankamen, machten wir die Stadt unsicher. Erst zum Kneippbad - wo ich mal wieder nicht reinging (zu kalt) und dann zum Eisessen in einem Rocker Café. Lecker lecker das Eis. Das hatten wir uns verdient und langsam bekomme ich wieder Appetit.
Fazit: Schöne lockere Tour mit einigen Anstiegen und sehr vielen Erholungseinheiten. 35 km - Fahrzeit 2:35 Stunden

Die schwitzigen Sandsteinjäger







Samstag, 3. Juli 2010

Public Viewing bei Füssels

Heute sollte es wohl nicht so sein wie wir es eigentlich geplant hatten. Zwar liefen Abfahrt und Ankunft mit allem was dazu gehörte super, jedoch traf uns das Wetter wie eine Bombe. Als wir gegen 10.00 Uhr hier waren, stapelten wir erst einmal die Sachen in unserem Zimmer und bauten danach die Räder zusammen. Schon jetzt um diese Zeit zeigte die Sonne was sie konnte und machte den Plastikwerkstoffen an den Rädern zu schaffen. Vorsorglich bin ich schon auf Carbon umgestiegen. Eine kleine Eingewöhnungstour sollte es heute jedoch nicht mehr geben. Statt dessen zogen wir uns in die Gemächer zurück und holten den Schlaf nach, der uns von gestern zu heute gefehlt hat. Bis kurz vor vier träumten wir in den heißen Räumen. Ab 16.00 ging ich dann zu Füssels in die Public Viewing Arena. Katrin zog indes gen Bahnhof und informierte sich über Wochenkarten und bezog diese auch gleich. Ich bejubelte in der Zeit die 4 deutschen Tore in der heißen Baracke.
Am Abend dann mussten wir noch was essen. Etwas was wir den ganzen Tag noch nicht so recht getan hatten, sollten wir aus menschlicher Sicht und Ernährungsgründen nun einnehmen? Am liebsten nicht. Nur Durst den ganzen Tag. Kopfschmerzen bekam ich auch langsam. Wahrscheinlich von den überhöhten Ozonwerten, die hier im Grenzbereich liegen. Jedenfalls nahmen wir leicht Kost zu uns. Katrin nahm ihre Forelle vorzüglich auseinander und ich zog mir ein kleines Cordon Blue rein. Das hat alles völlig gereicht und zufrieden waren wir auch.
Nach unserem Essen cruisten wir noch die Elbe entlang und schossen die ersten Fotos für heute.
Alles in allem - ein kurzer schwerer Tag. Gleich sprechen wir noch die morgige Route ab, Sachen vorab einpacken und dann ab ins Bett.

P.S. Tolles Spiel der Deutschen Nationalmannschaft.

Gruß Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 30. Juni 2010

Reisefieber

Da ist es wieder - Das bekannte Reisefieber, das wohl jeder erleidet der eine große Tour vor sich hat. Letzten Samstag wuchs die Spannung sichtlich so stark an, dass man am liebsten gleich losgefahren wäre. Aber Arbeit geht vor. Leider.
Im Augenblick zeigt sich sogar das Wetter von seiner besten Seite und wir hoffen das es auch so bleibt. Vielleicht etwas kühlere Luft oder ein paar Wölkchen täten uns bei den Radtouren wohl, doch lieber so als schlechtes Wetter.
Die Dinge die wir in der letzten Woche erlebten und in den nächsten Tagen erleben werden, machten die Zeit vor dem Urlaub "kurz" und erträglich. Viel erlebt und viel zu tun bevor wir uns in den Urlaub verabschiedeten. Kurzum - Stress pur. Zudem am Donnerstag noch packen und schauen ob auch wirklich alles in den Wagen passt, denn diesmal sind zwei Räder an Bord. Die hinteren Autositze wurde komplett demontiert. Alles Unnötige musste raus. Die Krönung folgt am Freitag - Party mit Katrins Firma ab 19.00 Uhr bis Open End. Wir nutzen die Flucht jedoch gegen 23.30 Uhr, um gegen 0.00 Uhr im Bett zu liegen. Gegen 4.30 Uhr dann wieder aus den Federn. Abfahrt um 5.00 Uhr - Ankunft gegen 10.30 Uhr in Krippen.
Wir hoffen jedoch das die Zeit bis zur Abfahrt schnell vergeht und das alles so klappt wie es geplant wurde.


P.S. Sofern ihr Euch mit Kommentaren zu den Texten melden möchtet, schreibt diese bitte als "Anonym" und schreibt einfach nur euren Namen dazu. Oder ihr besitzt eines der Konten die ihr angeben müsst um einen Kommentar zu verschicken. Danke.

SJ

Donnerstag, 10. Juni 2010

I´ll be back


Heute überfiel mich wieder der Rausch des Waldes. Tolles Wetter und vor zwei Tagen hat es heftig geregnet. Ich hatte also die Gelegenheit diesen Tag zu nutzen und wieder neue Spuren im Wald zu hinterlassen. 13,5 km wunderbare Waldstrecke schrieen förmlich nach meinen Reifen. Sie wollten befahren werden, ich wollte gefordert werden. Jedoch wollte ich heute meine Kraft besser einteilen und gab mir zeitliche Ziele für ein paar Etappen vor. Vorbildlich zog ich durch die Wiesen in den Wohld hinein und begann den schwierigen Aufstieg über den Plattenweg. Wie immer zog ich dann in Richtung Brückenteich und die davor liegende Holzbrücke. An der nächsten Steigung hätte es mich fast aus den Latschen gehauen, nachdem ich stehen blieb und meine Klicks sich nicht lösen wollten. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis ich endlich erst die unnötige linke Seite und dann die brauchbare rechte Seite lösen konnte. Ich stand nun sicher in der Mitte des Hügels und durfte nun die letzten 5 Meter hinauf schieben. Aus diesem Fahrfehler sollte ich eigentlich lernen.
Weiter ging es über den engen Pfad, der einige Hindernisse besitzt, immer tiefer in den Wald. Freudig kam ich der ersten Zone vor dem Naturschutzgebiet entgegen. Das NSG beginnt dann sichtbar am Ivendorfer Weg. Vorab hätte ich mich fast wieder gelöffelt, da mein Hinterrad an einer Steigung auf Bucheckern keine Haftung mehr hatte und wegrutschte. Da stand ich und hatte wieder mal ein kurzes Stück zu schieben. Na wenn das heute so weiter geht…
Von Formschwäche konnte heute jedenfalls keine Rede sein. Ich war gut motiviert und bis jetzt hatte meine Pulsuhr noch nicht einmal angeschlagen. Die Pausen zwischen den Trainingstagen tun also sehr gut. Ideal für die letzten 22 Tage bis zur Reise in die Sächsische Schweiz. Mit den Gedanken im Urlaub genieße ich die anstrengende Fahrt auf den Pfaden, wo sich trockene Wege mit Modderlöchern abwechseln. Die Sonne zog ihre Bahn in Richtung Horizont. So langsam wurde es dunkel und wie von einem Faden gezogen, durchfuhr ich meine Bahn in Richtung Althöfer Wiese. Ganz ohne Pause hatte ich den Berg erreicht und ich war froh als ich endlich ein letztes Mal „oben“ war. Nun ging es über die Heuwiese. Dabei blieb natürlich alles freiliegende und freifliegende am Bike hängen. Noch in Althof selbst staunten die mir entgegenkommenden Dorfbewohner warum ich mich so getarnt hätte. In Doberan selbst fiel es mir auf, dass ich mit Dreck beklebt und mit Gras übersät war und befreite mich noch während der Fahrt von dem Zeug bevor ich in meine Straße einbog. Ich konnte ja nicht sicher sein wer mich noch sehen könnte.

Geile schnelle Tour (13 km in 53 Minuten, Höchstpuls 161)

Ein Sandsteinjäger


Sonntag, 6. Juni 2010

Weg ohne Ziel

Na ja, ein Ziel gab es heute schon und das war das eigene Heim. Aber über welchen Weg sollte dies heute geschehen. Zur Auswahl standen heute ein Weg über Retschow der durch das Heidenholz führt, sowie der Weg durch den Hütter Wohld am Brückenteich vorbei. Die Route wollte ich kurzfristig ändern bzw. neu bestimmen – „Bitte biegen sie rechts ab“ oder „Bitte wenden“. Ich war mein eigenes Navi. Selbstbestimmung ist das Schlagwort. Warum nicht mal wieder selber Entscheidungen treffen? Auch wenn man sich verfahren hat – weiter geht’s, irgendwo muss ja Schluss sein. Irgendwo endet der Weg und wenn es in einer Sackgasse ist.
So zog ich von dannen und obwohl die Temperatur bei 22° C lag, erfrischte mich der Wind sehr. Anfangs war es sogar unangenehm kühl auf der Haut. Doch in den Sonnenbereichen konnte ich mich dann wieder aufwärmen.
Heute, so dachte ich, wird keiner meinen Weg kreuzen. Da lag ich aber richtig falsch. Den Anfang machten 2 typische Hundegassigeher, die den 5 Meter breiten Weg für sich und 3 ihrer pinkelnden Freunde brauchten und sich später für die Ausbremsung entschuldigten. Auf selber Strecke dann ein paar Rad-Ausflügler die sich richtig quälten den Plattenweg im Wohld hinauf zu kommen. Da ich mal wieder den Anfang zu stark angegangen war, pustet ich schon sehr, und kam der kleinen Kolonne aber zu schnell nahe. Ich wollte diese erst auf einer Geraden überholen. Doch ehe ich mich versah schoben die ersten, die Anderen wurden daraufhin langsamer, dann sprang der Eine wieder auf. Ruck-Zuck saß ich denen schon im Nacken und das kurz vor dem Fuße eines Berges. Jetzt oder nie. Bevor wieder einer vom Rad springt und ich dann vielleicht drüber fahren müsste, zog ich jetzt mit aller Macht vorbei bzw. ich holte den benötigten Schwung. Der Puls sprang schon in den 160er Bereich – gleich wird Schluss sein – ich fühlte es schon im Oberschenkel – zu wenig Sauerstoff – und das am Berg. Endlich war ich dabei vorbei zu ziehen. Ich musste nun weitermachen bis ich um die nächste Ecke war, dann konnte ich erst wieder durchschnaufen. Das hatte oben angekommen viel Kraft gekostet. Dann waren auch schon die ersten Fußgänger zu sehen, die im Familienschritt (Vadder stapft voraus und Mudder hält die artigen Kinder in Schacht) meinen Weg kreuzten. Jedenfalls war kein Grund zum klingeln mehr, denn die hatten mich auf Grund meines Schnaufens schon früh bemerkt und machten artig für mich Platz. Ich jedoch bog rechts ab und verschwand in der Waldidylle so schnell wie sie mich auch bemerkt hatten. Danke... *grins*
Weiter ging es in Richtung Brückenteich wo die bösen Tiere gehaust hatten. Schon von weiten sind die Spuren der Eisentiere zu erkennen, die sich Tag für Tag durch den Wald kämpfen und mehrere Tonnen Holz pro Tag als Nahrung brauchen. Zeit zum freiwilligen Absteigen oder zum „Aufdiefressepacken“. Immer weiter ging es in den Wald, immer tiefer in das Gehölz, immer entfernter aus dem Gebiet der Eisentiere. Schnell schlängele ich mich über die 20 cm breiten Wege der Biker und finde mich gut zurecht. Irgendwann kreuze ich den Ivendorfer Weg und den Totenweg. An letzterem kurze Fotosession und ein Blick in die Runde: da, tatsächlich haben sich hierhin welche verirrt. 

Etwa 150 Meter von mir entfernt fuchtelten die Beiden mit der Radwanderkarte umher und zeigten in alle Himmelsrichtungen. Das ist ne ernste Sache dachte ich, überlegte kurz und fuhr den zwei Profis entgegen. Ich malte mir schon aus das es Sachsen sind, obwohl die bei diesem Wetter eher am Strand sind als im Wald. Als die Beiden dann mich fragen wollten, bot ich schon meine Hilfe an, denn wer sich im Hütter Wohld verirrt, fährt am besten die gleiche Strecke zurück und versucht es anders oder gar nicht. Der erste Blick: Voll ausgestattet und teurer Trekkingräder, alles dabei was man als Radwanderer haben muss. In guten 10 Minuten erklärte  ich den zweien den Wohld und den Weg nach Ivendorf, inkl. Umleitung bei Staugefahr und auf welche Baustellen zu achten ist. Alles Weitere wollte der Typ, der auch bei Rose.de bestellt, dann so machen wie ich gesagt hatte. Zudem sprachen die Beiden auch ein gutes Hochdeutsch. Das war dann natürlich eine tolle Erkenntnis für den Tag, nichts falsch gemacht zu haben.
Langsam und schnell näherte ich mich dem Ausgang des Wohlds, zog über die frisch gemähte Althöfer Wiese. Zum Schluss lockte noch einmal wieder das Cepelingehölz. Der Spurt führte mich zum Bahnhof, durch die Wiesen und dann nach Hause.

15 schöne Kilometer in 1 Stunde Fahrzeit.

Ein Sandsteinjäger mit neuem Logo