Montag, 11. Juli 2011

Samstag/Sonntag/Montag

Der unheilige Samstag war echt etwas für Fans des guten Musikgeschmacks. In Dresden war die Party des Jahres gestiegen. Tolle Kulisse und tolles Publikum. Da ist der Norden doch etwas kühler. Hier stieg am Abend wirklich eine Riesenparty und Katrin und ich haben es genossen.
Für den gestrigen Sonntag, den wir etwas später begannen, hatten wir nur etwas kleines vor. Am Abend waren wir zum Grillen eingeladen und wollten daher auch pünktlich sein. Ich schlug die Tour zum Böhmischen Tor vor. Es ist wirklich nicht weit, jedoch hatte Katrin sehr mit der Steigung zu kämpfen. Erst hinter Kleingießhübel ging der Weg so langsam in eine Waagerechte über. 
Unterwegs haben wir richtig schön gegessen und lange Pause gemacht. Katrin sollte heute wieder einmal das Tempo vorgeben. Mit ihrem Drahtesel bekam sie von mir einen riesen Respekt, nachdem sie meinen Bock geschoben hatte und ich mit dem weißen Kettler den Berg hinauf  gefahren bin. Alle Achtung - mit einer 8-Gang-Schaltung die Hügel rauf und runter. Aber zu dieser Schaltung später mehr.
Wir fuhren auch am Böhmischen Tor vorbei hinein nach Tschechien. Es ging über Wurzeln und durch Modder. Ein kleiner lustiger Pfad für mich. Toll, toll, toll.
Irgendwann kamen wir dann auf eine Forststraße. Wir fuhren den beschwerlichen Auf-und-Ab-Weg bis zur Kreuzung "Bei den Buchen". Mein Navi hatte sich schon bemerkbar gemacht, zeigte aber immer noch 35 Meter bis zum Punkt an. Sollte ich mich so verhauen haben? Passiert schon mal.
Der nächste Fix-Punkt wurde am Gerät ausgewählt und wir kamen ihm während der Fahrt auch dichter. Irgendwann entfernten wir uns aber wieder. So wurde ich stutzig und wir beide schauten auf die Karte. Es schien aber so richtig zu sein... 
Statt es aber hinunter in das Elbtal ging, fuhren wir nur noch hinauf. Irgendwann hatten wir die böse Vorahnung, dass wir diesen einen Berg nun einmal umfuhren und dabei seine höchste Stelle überquerten. Laut Sonnenstand fuhren wir dann auch irgendwann wieder Richtung Süden. Wir waren einfach zu früh abgebogen. Und da beide Straßen (an der benannten Kreuzung) parallel ins Tal gingen, kamen wir auch dem einen Punkt anfangs immer näher. Nach der nächsten Kurve entfernten wir uns dann von diesem Punkt. Egal wie und warum und wen die Schuld hier trifft. Wir beide hatten uns zu sehr darauf versteift das Karte und Navi eine andere Sprache sprechen. Aber auch ohne Navi wären wir dort abgebogen, da dieser Weg, der laut Karte ein Pfad darstellt, für uns eindeutig nach Dolni Zleb führen sollte.
Wir kamen jedenfalls nach unserer Rundtour um den Berg am Ausgangspunkt wieder an und nahmen wieder Kurs auf Böhmisches Tor und Kleingießhübel. So waren wir auf der komplett sicheren Seite. Wir konnten dabei auch sicher gehen, dass dieser Weg ab hier nur noch bergab geht. Wir hatten also freie Fahrt bis zum "...pffffffff...." 
Ja so hörte es sich an, als Katrin über ein Krampe fuhr. Und das kurz vor unserem Ziel. Es war zudem auch schon 16.00 Uhr und um 5 sollte das Grillen losgehen. Ok, Schlauchwechsel gut und schön, aber musste es jetzt ausgerechnet das Hinterrad sein? Ich tat es einfach und löste die Muttern, hängte die Kette aus und entsperrte den Schaltungsatz. Zack, raus. Schlauch wechsel, aber jetzt begann das Elend. Alles war fertig, aber ich konnte den Schaltungssatz nicht mehr draufbekommen und sperren. Irgendwas war falsch. 
Eine gute halbe Stunde fummelte ich an der Schaltung. Der Horror kam noch als Katrin meinte: "Du? Die Luft ist wieder raus." Bingo. War also noch was in der Decke drin? Mein Fehler. Ich hätte natürlich die Decke richtig kontrollieren müssen. Aber wer denkt schon das man sich auf einer Straße eine Tackernadel einfährt? Im Wald wäre es schon denkbar das andere "Steckelemente" den Fahrspaß verderben und dich zum Zwangsstopp zwingen. Da bleibt öfters mal was stecken.
Also nun den ganzen Mist von vorn. Rad raus, Nadel raus, Schlauch flicken usw.
Die Schaltung bekam ich aber in der nächsten halben Stunde auch nicht hin und so fuhr Katrin mit der Übersetzung von 1:1 in Richtung Heimat. Na ich schob sie dann mehr durch den Ort. Da ging ja gar nichts mehr. Wenigstens änderte sich die Laune von meiner Maus.
Jetzt im Augenblick (Montag 11.07. - 13.00) schläft Katrin ein wenig und ich habe inzwischen die Schaltung repariert bekommen. Das hat keine 2 Minuten gedauert. Zudem ist nun auch ein pannensicherer Decke drauf. Heute machen wir erstmal noch einen ruhigen Tag, bevor es zum Highlight gehen wird. Morgen oder übermorgen wollen wir zum Schneeberg (Sneznik). Die Tour dorthin wird echt schwer, aber sofern wir den Berg erreicht haben (gesehen haben wir ihn schon) geht es nur noch ins Tal hinein.

Eure zermürbten Sandsteinjäger
Katrin und Christoph

P.S. Wir haben schon so einige Videos gedreht und hatten immer vor diese auch ins Netz zu stellen. Leider sind sie über 100 MB groß und daher kann ich sie nicht raufladen. Ich suche noch nach einer Software, um diese etwas zu verkleinern.


Nach Katrins Erholungsschlaf unternahmen wir noch eine kleine Runde rund um Bad Schandau. Einmal hoch nach Rathmannsdorf über die Zaukenstraße und dann über die Straße in den Ort hinein. Katrin und ich fuhren dann mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm. Die 81 Stufen zur Plattform mussten ja nicht unbedingt sein, denn morgen soll die große Tour zum Schneeberg starten. Die Räder sind startklar und in Ordnung. Für mich wird es eine Herausforderung, für Katrin fast eine Alpenüberquerung. Ich werde sie schonen und das Tempo wird mein Schatz auch bestimmen. Wir wollen ja auch noch wieder zurück. Also drückt uns die Daumen das alles gut klappt.

Eure Sandsteinjäger

Freitag, 8. Juli 2011

Nixdorf, wo nix iss

Wir mussten mal was anderes machen. Täglich sind wir zu spät aufgestanden und haben zum Abend hin keine Ruhephase nach den Touren mehr gehabt. Das hatte sich irgendwie so eingeschlichen und blieb dann auch so. Katrin hat dies tierisch geärgert. Heute klingelte daher der Wecker um 7.30 Uhr, denn um 9.15 Uhr fuhr unser Zug in Richtung Sebnitz. Diese Tour hatte ich wieder mal vorgeschlagen. Sie hat nicht dieses dauernde auf und ab auf der Strecke und ist daher gut zu meistern, jedoch der Start ist erschreckend schwer. Man mag gar nicht drüber schreiben, so schlecht ist der Anfang der Strecke. Jedoch lieber anfangs solch Kanten hochschieben, als unterwegs mehrere von diesen noch vor sich haben.
Wir setzten uns also ab und bewältigten dieses Monster von Berg. Nach guten 3 Kilometern die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, ging es waagerecht in den Nationalpark hinein. Die Wege waren feucht nach der angeregneten Nacht die wir mal wieder hatten. Spaß machte es trotzdem. Jetzt dürft ihr raten wer das noch mal richtig ausgenutzt hatte...
Wir fuhren die "Hohe Straße" entlang, die sich später als Panoramaweg ausgibt. Und das mit recht. Wir konnten schon sehen wie neues schlechtes Wetter auf uns zu zog. Nach der kleinen Frühstückspause fuhren wir dann auf die nächsten beiden Schutzhütten zu, um weiter zu beobachten und eventuell Schutz zu suchen. In der zweiten Hütte blieben wir dann etwas länger. Der Wind frischte auf und wir hatten nur noch 11,5°C. Schnell die Jacken angezogen. Plötzlich begann der Regen. Wir warteten ca. 1 Stunde bis wir dann entschieden weiter in Richtung Grenze zu fahren. Von weiten war schon die Sonne auszumachen. Noch kurz vor Grenzübertritt stieg die Temperatur wieder an. Wir machten wieder halt an der kleinen Kirche. Katrin hatte einen Vorschlag. Sie würde gern in das Örtchen Nixdorf (jetzt Mikulasovice) weiter rein fahren. Flächendeckend soll das Nest so groß sein wie Sebnitz.
Ich wünschte ich wäre diese Umleitung bzw. diesen Umweg nicht gefahren. Erst Sprüche klopfen: "Heut mal nicht so weit", aber dann nen Umweg machen der echt nicht zu empfehlen ist. Zu aller erst ging es die Straße in den Ort hinab. Straße? Panzerstraße oder Flickenteppich wäre hier wohl angebrachter gewesen. Dann kamen ein paar Schuppen mit Autowracks, dann ein unbeschrankter Bahnübergang mit angrenzendem Bahnhof, Kreuzung mit Abzweig von Wegen, Kriegerdenkmal aus dem 1. Weltkrieg (das komischer Weise gepflegter war als die Umgebung) und eine schiefe Laterne. Unser Weg ging geradeaus auf einen Platz zu. Ich nenne diesen Platz "Festwiese". Gute 200x200 Meter auf einer schiefen Ebene. Bei Google ist hier ein Zirkuszelt zu sehen. Als das Bild gemacht wurde, muss hier echt der Bär gesteppt haben. Wir haben nicht mal ne alte "LPG" gesehen. Also fuhren wir dann erstmal zum Namensgeber des Ortes. Die Kirche St. Mikusla (oder so ähnlich) - na ja früher hieß der Ort Nixdorf. Was das jetzt aber miteinander zu tun hat weiß ich nicht. Wir kamen dort an. Platz, Kirche, Friedhof auf einer Anhöhe. Daneben reihten sich die Gaststätte und andere Häuschen an. Die Gaststätte scheint zu laufen. Die Drogerie ist seit guten 15 Jahren zu und Touri-Andenken gibts hier wohl schon lange nicht mehr. REMAX verkauft aber auch hier ein paar Immobilien. Wer es denn haben will? Eines Tages kann man den ganzen Ort kaufen, nebst Einwohner. Der Ort ist echt heftig. Solch krassen Unterschied auf 4 Kilometer Luftlinie hab ich nicht gesehen. Hrensko ist da ganz anders.
Katrin wollte dann noch zum Supermarkt des Ortes. Das hatte ich ihr dann aber verboten. Ich wollte nur weg und Katrin musste uns herausführen. Wanderkarte raus, den Weg gesucht und es ging wieder hinauf in die Wälder. Die Straße - äh falsch. Das Ding was sich Straße nennt hatte die Bezeichnung eines Radwanderweges. Es war ein Mischung aus Bahndamm ohne Gleise und einem gutem Anteil an Schotter, sowie einer drüber geworfenen Schicht aus Teer. Das ist Katrins gefundener Weg. Vorbei an einem geöffnetem Waldbad, äh falsch. Jeder von Euch kennt ein Waldbad, oder? Was stellt ihr Euch vor? Richtig, Wasser, Wiese, Bäume und schreiende Kinder. Hier reihten sich 4 kleine Teiche aneinander. Es gab Nichtschwimmerteiche mit sichtbaren Absperrungen und allem drum und dran (zwischen Entenflott und Teichrosen). Von weiten sah es aus als liegen dort 4 dreckige Teich seit Jahren verschlafen versteckt im Wald und der Bademeister hatte eines vergessen um sein Geschäft zum Laufen zu bringen. Richtig, das Tor aufmachen. An alles hatte er gedacht. Doch nun hat er einen langen Bart und hat keine Lust mehr auf Kinder.
Wir ärgerten uns über diesen Weg und fuhren (bzw. gingen) in Richtung Weifberg. Dort angekommen gab es eine große Pause mit Resteessen und Augenpflege.
Über die "Emmabank", Hinterhermsdorf und die Niedere Schleuse ging es dann im Eiltempo nach Hause. Wir wollten ja noch was vom Tag haben.
Pizzaessen im Memory: Hier stopften wir uns die Bäuche voll und fuhren nach Hause.

Eure Sandsteinjäger
42 Kilometer / 610 Höhenmeter

Morgen sind wir dann auf unheiliger Mission in Dresden. Es wird daher am Sonntag eine Kurzfassung geben.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Ritt über die Rauensteine

... genauso könnte man die Tour heute nennen, aber auch "Schatz, heute mal ne kleine Tour - ich kann nicht mehr". Kurzum, ich habe dann auch Rücksicht genommen und etwas kleines mit Katrin besprochen. Mit dem Zug ging es heute früh bei schönstem Sommerwetter von Schandau nach Königstein. Nach kurzem Elberadweg ging es brutal hinauf nach Thürmsdorf. Es ist eine schreckliche Steigung, aber wenig befahren und gut geteert. Doch wie lang dieser Monsterweg ist weiß ich selbst nicht. In Thürmsdorf angekommen weiß man dann was man(n) und Frau getan haben. Danach geht es dann die Schlossstraße auch noch mal kurz hinauf. Von "hinauf" hat Katrin so allmählich die Schnauze voll. Ich sage immer: "Wer hinab will muss auch hinauf mögen". Ok, einige Berge haben es in sich und erst recht für Katrin. Ich hab ein Jahr lang trainiert und dass ist mein großer Vorteil.
Wir waren auf dem Panoramaweg der jetzt weit oberhalb der Elbe entlang führt. Nach unserem kurzem Abstecher zum Mausoleum fanden wir noch einen Weg der uns wiederum zur "Alexander Thielke Aussicht" bringen sollte. Dort waren wir noch nie und es hat sich wieder mal gelohnt einen Abstecher zu machen, welcher nicht geplant war. Vom Mausoleum aus führt auch der alte Panoramaweg nach Weißig, der nur noch von einheimischen MTBlern genutzt wird. Ein schöner Singletrail den ich leider nur kurz begangen habe. Katrin zu liebe folgte ich ihr auf dem neuen Weg. Irgendwann waren wir dann auch in Weißig, dem kleinen Nest unterhalb des Rauensteins. Bei Mittagssonne fuhren wir den Feldweg hinein in den Wald und waren glücklich Schatten gespendet zu bekommen. Mit leichtem Anstieg kamen wir bis zum Fuße des Wurzelweges. Diesen Weg noch rauf und wir waren auf dem höchsten Punkt des Rauensteins den man mit dem Rad erfahren kann. 
Wurzelweg also rauf und lange dumme Gesichter auf der Plattform als ich dort mit dem Rad angekommen bin.
Dort hatten wir was gegessen. Es waren vielmehr die übriggelassenen Reste. Frühstück gab es ja schon anderswo. Mit Katrin besprach ich nun die Abfahrt. Videodreh war angesagt. Gute 800 Meter Trail über den abfallenden Rücken des Rauensteins. Über Wurzeln, Steine und durch ausgewaschene Rinnen führte der Weg. Alles was das Herz begehrt. Das musste nun endlich mal mit der Kamera festgehalten werden. Katrin also fuhr vorweg und wir beide zählten bis 100, dann fuhr ich los und schoss durch die Wildnis ohne zu wissen wo Katrin steht. Dann fuhr sie wieder vor und das ganze nochmal von vorn. Irgendwann kamen wir wieder an diese Schlüsselstelle mit den vielen Steinen. Letztes Jahr hatte ich hier schon mal Anlauf genommen und mich dabei schön gestoßen. Diesmal, bis auf eine kleine Stelle, ging es durch bis unten runter. Nebenbei trafen wir noch Einheimische die uns etwas erzählen wollten. "Mimm Fooradd..." hatte ich noch verstanden. Das wars. Ob es nun negativ gegen mich gemeint weiß ich nicht und fuhr dann weiter. In meinem Kopf sprach ich mehrere mal zu mir: "Bloß nicht löffeln, fahre langsam aber cool, gut gemacht, du bist ein toller.... ", und so weiter. Mit stolzer Brust bin ich dann auch in Pötzscha ohne Verletzungen angekommen.
Mit der Fähre wurden wir dann auf die andere Seite gebracht, wo uns ein Erdbeereisbecher erwartete. Lecker, lecker. Katrin hat bezahlt. 
Nun wollte wir von hier nach Rathen. Katrin hatte meinen Rat gefragt und ich schlug dann auch vor. Ich hatte mich auch gerade warmgefahren, nahm aber trotzdem Rücksicht auf meine "Kleine". Also Radweg bis Rathen, dann den Weg am Gamrig vorbei und hoch nach Waltersdorf. Katrin ärgerte sich ein wenig über meinen Vorschlag und pustete die Berge hoch. Teilweise schob ich sie während der Fahrt. Das ging mir ganz schön in die Oberschenkel, aber ich hatte etwas gut zu machen. Am Lilienstein vorbei - endlich. Jetzt geht es gute 180 Meter runter. Schotterpiste pur mit kleinen Schanzen, die als Regenwasserableiter gebaut wurden und 40 cm hoch sind. Immer wieder bremsen und springen - 40 oder 50 mal? Dann geschafft. Die letzte Kurve in der ich auch 4 verschreckten Omis, die eine 20 Meter-Radius-Kurve für sich beanspruchten, den bösen Christoph zeigte. Böse, dreckig und gemein zog es mich in die Linkskurve. Ich ließ den Splitt nur so fliegen, als ich meine Bremsen betätigte. Katrin bekam wohl die Rache zu spüren. Die 4 wollten überhaupt kein Platz machen. Jetzt war sie wieder geladen, man man.
Es ging nun nur noch zum Bahnhof nach Königstein und mit dem Zug zurück.
24 Kilometer und trotzdem 410 Höhenmeter.
Die eisernen Sandsteinjäger

P.S. Morgen gehts früh los und unser Video stelle ich dann morgen rein.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Zu Besuch bei Wagner

Na den Wagner wollten wir heute mal besuchen. Das Wagner Denkmal in Daube bei Lohmen ist das größte Denkmal Richard Wagners der Welt. Das sollte man also schon mal gesehen haben. 
Gut geschlafen hatten wir beide nicht. Katrin war es draußen zu laut und mir war zu warm, nachdem Katrin in der Nacht das Fenster geschlossen hatte. Ich hatte Atemnot. Als der Morgen graute, hätte ich auch liegen bleiben können. Mein Kopf dröhnte ein wenig. Die Erkältung war somit auf dem Höhepunkt angekommen. Nach dem Balkonfrühstück wurde erstmal die Hausapotheke geplündert und alles in den Kopf geschmissen was brauchbar war und Heilung versprach. Gegen 11.00 Uhr fuhr unser Zug ab Bad Schandau in Richtung Wehlen. Der Fährmann brachte uns dort über die Elbe und wir fuhren weiter am Fluss in Richtung Pirna-Posta. Hier begann der Weg zum Wagner-Denkmal nach Daube. Der Weg war trotz Karte und Navi nicht ganz einfach. Irgendwann fanden wir uns auf einem Trail wieder den ich jedem Biker empfehlen kann. Katrin war da anderer Meinung. Dieser Weg führte uns an die Hauptverkehrsstraße, welche wir nur noch überqueren brauchten. Gedacht war eigentlich das wir diese Straße komplett bis zu diesem Punkt fahren würden. Welch Glück das wir uns vorher anders entschieden hatte, denn diese Straße wäre echt der Graus gewesen. Busse und Laster, Motorräder und schnelle Autos - wie auf einer Autobahn. 
Es ging nach einer kleinen Stärkung weiter über einen langen Feldweg bis zu "Wagner´s". Na ja, fast. Knapp 100 Stufen senkten sich plötzlich in ein Tal. Aber wenn wir die Räder runter tragen, wie dann weiter? Ich ging auf Erkundungstour und schleppte mich hinunter. Was mich aber geritten hat meine Montur mit Rucksack und allem drum und dran anzubehalten, das weiß ich nicht. Ich musste ja auch wieder hoch... 
Unten angekommen las ich dann mehrere Schilder das irgendwelche Brücken und Mühlen gesperrt waren. Wo waren diese Mühlen? Wo waren diese Brücken? Die stehen in keiner Karte. Ich war sauer auf dieser triste Gegend. Irgendwo war nur noch ein Schild "Wagner 50 m". Ich stapfte also die Stufen wieder rauf, um Katrin zu sagen dass sie sich den Typ dann anschauen kann. Auf halber Treppe fiel mir dann ein, dass ich ihn mir ja auch ansehen hätte können. Nach Katrin ging ich dann also nochmal runter. Unsere Räder brauchten ja einen Aufpasser und ein unknackbares Schloss haben wir nicht dabei. Geht also nur so. 
Danach ging es weiter durch den Ort Lohmen hindurch und dann zur Bastei. Wir nahmen eine kleine Umleitung, um nicht die überfüllte Straße zu nehmen. Es ging wieder durch den Wald auf einem tollen Weg. Es war nun schon fast 3 Uhr und wir bekamen wieder Hunger. Bis zur Bastei hätten wir nicht mehr durchgehalten. Also schnell was essen und dann weiter. Im Augenblick wird dort an der Straße gebaut, kurzum Straße ist kein Wort mehr. Baustelle auf 3 Kilometer. Kein Auto darf den Parkplatz an der Bastei mehr anfahren und alle müssen nun den Shuttle nehmen. Das sieht lustig aus. Der Bus war voll wie, ja voll einfach - so wie im Sommer der 80er Jahre wenn die S-Bahn nach Warnemünde fuhr. Zerberstend voll. Katrin musste auch gleich auf den Bus zeigen und lachte laut auf der Straße.
Am Touristenplatz angekommen schnell ein paar Fotos und dann hinunter zur Bastei-Brücke. Noch nie waren wir mit den Rädern dort gewesen.
Nur kurz war der Aufenthalt vor Ort und wir machten uns wieder auf den Weg. Auf uns wartete die 5 Km Abfahrt nach Wehlen hinunter. Es machte wieder mächtigen Spaß bis zur Absperrlinie. Es waren noch ca. 1 Kilometer zu fahren und vor uns lag eine Baustelle auf der nicht gearbeitet wurde und auf die auch nicht hingewiesen wurde. Wir mussten nun hoch in Richtung Steinrückenstraße/Steinerner Tisch, um dann wieder hinunter zu fahren. Doch die Steinrückenstraße ist, wie der Name schon sagt, steinig und vor Jahrhunderten erbaut. Da fährt keiner mit nem Rad hinunter und erlaubt ist es auch nicht - Nationalpark. Als wir dann endlich unten waren wollte Katrin gleich die Information stürmen und sich wegen "guten" Beschilderung beschweren. Die Kraft sollte sie besser schonen, um mir dann lieber ein Eis holen zu können. Das tat sie dann auch. War lecker!
Wir setzten dann in Wehlen wieder nach Pötzscha über und nahmen die S-Bahn bis Schandau. Sofort ging es dann weiter bis zur Liethenmühle, um die verbrannte Energie gleich wieder anzufressen.

45 Kilometer / 750 Höhenmeter

Berg Heil
Eure Sandsteinjäger





Dienstag, 5. Juli 2011

Los geht´s

Der gestrige Tag war komplett bekloppt. Uns hat das Wetter so gefrustet, dass wir keinen neuen Eintrag schreiben brauchten. Gegen abend wollte es leicht aufhören zu regnen und wir zogen unsere Monturen an, um zur Liethenmühle zu fahren. Wir hatten noch nicht einmal das Haus verlassen als der Starkregen wieder begann. Danach probierten wir die "Eiche" aus. Na ja, es war das letzte mal. Heute morgen rissen wir die Augen auf und trauten unseren Augen nicht. Die ganze Nacht musste es geschüttet haben und es regnete wieder. Doch um Punkt 9.55 Uhr (wir wollen das mal hier so festhalten) kam tatsächlich die Sonne raus. Plötzlich stieg die Temperatur auf gute 18°C. Unser Plan von gestern ging also doch noch auf. Als wir mit unseren Sachen fertig waren und alles gepackt hatten, zogen wir gegen Mittag los. Es sollte uns durch das Schrammsteingebiet bis zum Kuhstall führen. Diese Tour war eigentlich immer unsere Einführungstour. Das es diesmal so kommen würde hätten wir nicht gedacht. Es warteten ca. 33 Kilometer auf uns.
Wie immer mussten wir die Straße von Postelwitz nach Ostrau hoch. Der Höhenunterschied den wir überwinden wollten kann ganz schön in die Knochen gehen. Wir beide fuhren jedoch unser Tempo und liessen uns nicht von der Zeit treiben. Diese erste Tour wollten wir ja genießen. Und dann immer wieder diese kurzen knackigen Steigungen. Katrin fiel weit zurück und ich wartete dann am nächsten Punkt auf sie. Nach einer kleinen Pause ging es weiter. An der Kreuzung zur "Wilden Hölle" machten wir dann eine längere Rast. Wandersleute aus Schwaben saßen schon etwas länger dort und wir konnten mitbekommen das sie heute noch zum Kuhstall wollten. Katrin lachte und sprach: "Wer wohl zuerst dort oben ist?" Wir hatten zwar noch den dreifachen Weg vor uns als die Fußgänger, könnten aber trotzdem schneller sein. Irgendwann zogen wir dann los und verabschiedeten uns. Ich wollte schon sagen: "Bis nachher". Das verkniff ich mir aber besser.
Katrin und ich fuhren wieder auf und ab, aber das eine "ab" werde ich so schnell nicht vergessen. Ich fuhr wieder vorran und wusste auch um die Beschaffenheit der Strecke. Starkes Gefälle mit 60-80° Kurven. Dazu kurze Geraden auf denen man besser schon langsamer fährt, um die Kurven satt zu fahren. Ich war etwas zu schnell, aber nur ein bisschen. Meinen Sattel hätte ich vorher doch noch verstellen sollen, aber das half nun nichts mehr. Zu schnell ging es in die Linkskurve. Ich kam immer weiter von der Strecke ab und die Büsche kamen immer dichter. Leichtes Bremsen half nichts mehr. Der Weg war zu lang und die Kurve immer länger. Ich sah dann eine Person den Berg heraufkommen und wollte mich jetzt bloß nicht blamieren. Ich zog straff mit 3"F" an der Bremse und riss das Rad herum. Ich fuhr ja bereits durch den Wegesrand. Erst flog der Splitt durch die Gegend, dann ein bisschen Gras und schwups war ich wieder auf dem Weg. Was ich nun aber erkannte war ein großes Emblem auf dem Ärmel des Wanderers. Oh Scheiße - ein Ranger. Der mahnte mich dann mit eine Handbewegung das ich es doch etwas ruhiger angehen sollte. Ich grüßte freundlich zurück und fuhr den Rest des Berges dann etwas vorsichtiger. Nicht das ich daraus gelernt hatte... 
Nach unserer Pause am Wettinplatz wusste ich wieder an der nächsten Abfahrt wie es um die Straße beschaffen war. Gefälle und Art waren mir noch vom letzten Jahr in guter Erinnerung. Also diesmal Sattel tiefer - sehr tief sogar, dann ein bissl an der Bremse gespielt und ab ging es in die Tiefe. Die Schotterpiste war schön gewalzt und ich wurde immer schneller. Ich wurde auch wieder zu schnell. Nach einer Bodenwelle kam ich wieder zu weit an den Wegesrand. Diesmal half auch kein einfaches Verzögern. Einfach die Buscherei fahren und dann mal kurz am Hebel ziehen. Da ging mir aber auch die Muffe. In der nächsten Zeit sollten keine Hügel mehr kommen, daher war ich mit normalem Fahren mit Katrin beschäftigt. Das Highlight sollte ja auch noch kommen: Die Auffahrt zum Kuhstall.
Die Zeit lief und ich quälte mich die ersten steilen Meter. Danach wurde es etwas "besser". Die Strecke hinauf ist öde. Jeder Baum und jede Kurve sehen gleich aus. Man hat kein Gefühl wie weit es noch bis zum Ziel sein könnte. Anhand meiner Zeit vom letzten Jahr mit 15 Minuten konnte ich mir ungefähr vorstellen wo ich bin. Eine Kurve nach der anderen schlängelt sich durch den Wald den Berg hinauf. Nach dem Überholen zweier Wanderer kam die letzte Kurve - nein doch nicht. Doch noch zwei und ich war endlich oben. Berg Heil. 12 Minuten. 
7 Minuten nach mir traf Katrin dann ein. Mit ihr hatte ich noch gar nicht gerechnet. Wir vertilgten erstmal unsere restliche Nahrung und machten Späße über Touris. Katrin lachte Tränen. 20 Minuten später kamen dann die Schwaben. Wir hatten schon sehnsüchtig auf die 4 gewartet und wollten deren Blicke sehen. Sie haben uns auch wieder erkannt - natürlich mit großen Blicken.
Und weil wir uns so schön hinauf gequält hatten, durften wir schnell auch wieder runter. Ich brauchte 2 Minuten und Katrin traf kurz nach mir ein. 
Jetzt ging es weiter durch das Kirnitzschtal, wo wir noch einige Zerstörungen der Flut vom letzten Jahr gesehen hatten, in Richtung Bad Schandau. Dort genossen wir bei Sonnenschein unsere Eisschokolade und dachten an all die Leute die jetzt leider Arbeiten müssen - oohhhhhhh. Wir habens aber gut.
Weiter zum Fleischer im Ort. Als wir dann in Richtung Rosengasse gingen, schoss mir in den Kopf "TREPPEN". Diese kleine Gasse führte durch ein Haus mit gut 20 Stufen. Ich sagte nichts und Katrin warf mir einen garstigen Blick zu und rief: "Hier fährts du nicht runter". Das kam aber nicht böse, nein, doch mehr befehlend bis strafend. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Katrin hiefte ihren Bock runter. Ich stand vor den Stufen wie ein Skispringen der nur noch auf die Ampel wartet. Sattel runter. Hinter mir reihte sich ein älteres Ehepaar ein. Ich dachte die wollten runter, aber sie schauten nur zu. Toll, endlich Zuschauer, jedoch kein Beifall. Mustergültig schepperte ich die Stufen herunter. Nach 4 Sekunden war alles vorbei und ich freute mich wie ein Schuljunge. Danach ging es wieder über die Brücke nach Krippen zurück. Am Ende waren es dann wegen der Streckenverlängerungen satte 41 Kilometer und 640 Höhenmeter.
Heute abend gehts dann wieder mit dem Bike in die Liethenmühle.

P.S. Vielen Dank an meine Lieblingsschwiegermutter für die Post. Ich Dussel hab nämlich für unsere Tschechien-Touren meinen Ausweis zu Hause liegen lassen.

Viele liebe Grüße 
Eure fröhlichen Sandsteinjäger




Sonntag, 3. Juli 2011

Regentropfen die an mein Fenster klopfen

Da wir wussten wie das Wetter heute sein wird, haben wir heute bis um 10 Uhr geschlafen und den (Sonn)tag als freien Tag genutzt. Der Regen kam seit der Nacht von links nach rechts. Richtig, er fiel nicht wie jeder Regen von oben nach unten, sondern kam von der Seite. Sprühregen und Sturmwarnung. Teilweise sogar mit Gewittereinlagen. Grässlich nass wie Novemberwetter. Noch sind die Temperaturen im Plus-Bereich. Aber das ist noch nicht alles. Nach dem Frühstück gegen 11.30 breiteten wir uns in unserem Wohnzimmer aus, in dem wir das komplette Kartenmaterial ausgebreitet hatten. Ich saß am Rechner und suchte in der Zeit, in der Katrin mit ihrer Nase im Infomaterial steckte, eine kurze Anfangstour aus. Wir wollten ja irgendwann los. Wenn nicht heute, dann morgen. Aber so wie es aussieht wird es morgen wohl auch nichts. Das Wetter soll sich erst zum Dienstag ändern. Ich hoffe auch, dass sich meine kleine Erkältung nicht weiter verschlimmert. Ich fühle mich nicht gerade wohl, aber noch funktioniert es. Ich sitze jetzt vor dem PC und schlürfe meinen heißen Tee in der Hoffnung keine Medizin nehmen zu müssen. Dagegen kann Katrin schon wieder aufrecht stehen. Na ja, ihre Schmerztabletten sind ja auch fast alle. Es sollte zumindest etwas wirken. Vielleicht hat sie aber nur Angst vor dem Doktor den sie eigentlich besuchen wollte. Das Haus der Praxis machte jedenfalls keinen guten Eindruck und liegt gut versteckt hinter großen dunklen Bäumen und erinnert mich an die Serie: "Der Doktor und das liebe Vieh". Irgendwann lagen wir in den Betten und schauten TV. Total Assi. Irgendwelche Wiederholungen der Privatsender waren aber interessanter als Wetterprognosen zu schauen oder sich weiterhin mit Lieblingstouren zu beschäftigen. Gegen 19.00 Uhr machten wir uns dann auf und fuhren wie gestern zur Liethenmühle zum Abendbrot.
Morgen soll es nach Schandau rein gehen. Vielleicht kaufen wir uns warme Sachen zum anziehen. Jedenfalls haben wir in den letzten Tagen etwas Geld gespart. Morgen ist der Tag zum Ausgeben.

P.S. Ein Glück ich war gestern schon mal unterwegs.

Eure gefrusteten Sandsteinjäger

Samstag, 2. Juli 2011

Gesagt getan (II. Bericht)

Nachdem ich ja im letzten Post so davon geschwärmt habe mit dem Bike auf den Kohlbornstein zu fahren, überkam es mich tatsächlich wenige Minuten später. Rechner aus, angezogen, Katrin noch 3 mal geweckt und gefragt wo sie was hingelegt hat und dann ab in den Wald. Gleich am Anfang habe ich gemerkt das mein brutaler Vorderreifen (den ich mir schon in DBR aufgezogen hatte) auf Asphalt nicht der Beste ist, aber es sollte sich trotzdem lohnen. Viel Straße brauchte ich nicht zu fahren und schwups war ich im Gelände. Ich hatte 277 Höhenmeter zu überwinden und das auf einer Strecke von ca. 5 Kilometern. Hammersteil und viel Geröll. Teilweise musste ich schieben und sogar das Rad schultern. Das Bike komplett auf dem Rücken tragen ist schon etwas einfacher, doch irgendwann werden auch die Arme lahm - wieder Pause. Früher sind wir diesen Weg öfters gelaufen und haben auch einen sehr steilen Reitweg benutzt. Hier fuhr ich aber lieber einen Umweg der außen herumführte. Er war etwas länger, aber ich konnte lange Zeit fahren. Endlich angekommen am letzten Kreuzungspunkt sah ich die vielen Stufen die zum Gipfel hinaufführten. Das Rad wieder auf die Schultern und ab ging es in die Höhe. Stufe für Stufe wurde so erklommen und ich war mir sehr sicher, dass ich oben ankommen würde. Ein Hindernis versperrte nicht mir sondern meinem Rad den Weg. An einer schmalen Stelle konnte ich das Rad nicht mehr tragen geschweige denn schieben. Diesen Punkt hatte ich also nicht bedacht. Jetzt war ich umsonst die Stufen hoch? Oh ja, aber das sollte sich bald relativieren. Die Abfahrt war so geil - einfach nicht zu beschreiben. Sattel runter gestellt und hinab ging es in den Ort hinein. Während der Fahrt taten mir die Finger vom bremsen weh und ich spürte alles das, was die Gabel nicht verdaute, in den Armen. Schweiß unterm Helm und Wasser im Gesicht. Volle Konzentration an den Schlüsselstellen. Geröll lag auf dem Weg und die großen Steine waren nass. Am Ende war ich einfach happy. Ich hatte mich doch noch mal aufgerafft irgendwas zu machen. Ich hatte mich gequält und bin glücklich geworden. 

Steiniger Gruß eines Sandsteinjägers

Aller Anfang ... (I. Bericht)

... ist bekanntlich schwer. Es kann aber auch Scheiße sein. Katrin hat Schmerzen im Bereich des Steißbeins und wird sich wohl am Montag von Dr. Pfusch erst einmal fitspritzen lassen müssen. Vorher wird aber der Rest der alten Schmerztabletten vertilgt. Nebenwirkungen? Klar, Müdigkeit. Also kurzum ist sie nicht zu gebrauchen. Während sie pennt mache ich mir über Kurztouren schon Gedanken die ich eben mal so nebenbei abfahren könnte. Da wäre der Kohlbornstein. Der reizt mich schon sehr. Hoch müsste ich mein Rad stückchenweise tragen. Aber runter gehts dann sehr schnell. Aber leider haben wir mit dem Wetter auch nicht solch ein Glück. Auf der Fahrt in den Süden hat es manchmal geregnet. Wir hatten aber immer Glück den großen Regengüssen aus dem Wege zu "gehen". In Dresden selbst schien sogar die Sonne. Nun nieselt, regnets oder stürmt es hin und wieder mal. Das Schlechte daran ist aber die Temperatur. Diese liegt so um die 12° - also nicht sehr warm.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, nahmen wir unsere Regensachen und fuhren nach Schandau rein. Da schauten wir hier und da, vielleicht auch etwas mal dort und mal dahinten. Es hat sich einiges geändert. Wir hatten die Schäden der letzten Hochwasser gesehen und leere Schaufenster entdeckt. Aufschwung Ost in Bad Schandau? Fehlanzeige. Viele junge und neue Läden gibts nicht mehr, aber die ganz alten Geschäfte können sich immer noch halten. Wenig Leute und Gäste im Ort. Liegts am Wetter? Egal. Ich will endlich in die Berge fahren. Ich bin also etwas enttäuscht bzw. unzufrieden mit der Situation. Ich werde nachher mit dem Rad zur Liethenmühle und dabei ein paar Runden durch den Wald drehen. Katrin geht zu Fuß. Mit dem Bier wirds ja dann wohl nichts.

Sonntag, 5. Juni 2011

Die nächsten Wochen sind Trainingswochen

So soll es sein und so hab ich es mir vorgenommen. Ich war jedenfalls in den letzten 4 Wochen nicht sehr fleißig und hab alles ziemlich schleifen lassen, von Katrin ganz zu schweigen. Wir beide haben nur am Herrentag eine kleine Runde gedreht. So entschloss ich mich am gestrigen Tag eine Waldtour rund um Doberan zu unternehmen. Dabei wollte ich die Schaltung gleich nochmal abchecken bezüglich der Justierung. Es war aber alles in Ordnung. Ich fuhr die 23 km in 1.34 h ab. Ich fand die Zeit o.k., aber es hätte noch etwas schneller sein können. Abends bekam ich die Einladung zu einer Tour am heutigen Tag zu der etwas gleichen Strecke. Diese sollte dann am Ende 34 km betragen. 
Das es keine Kuschelrunde werden würde hatte ich mir schon gedacht. Es war schon fast Renntempo was dort angelegt wurde, kurz vor Erbrechen und Wadenkrampf. Beides hatte ich nicht bekommen und das war auch gut so. Die Temperaturen beliefen sich im Waldschatten schon um die 24°. Wenn wir die Sonnenstrahlen streiften bekammen wir nochmal die volle Kraft der Sonne zu spüren. Es wurde warm unterm Helm. Ich hatte glücklicher Weise neben meinem Getränk auch noch etwas Eiswasser für den Schädel dabei. Es tat immer wieder gut und frischte etwas auf, bis die Hitze alles wieder schön warm zubereitet hatte. Dann lief das Wasser-Schweiß-Gemisch übers Gesicht und dann durch den Fahrtwind zum Rücken und dann ... na ihr wisst schon.
Ich hatte heute am Ende der Tour die 34 km in 2.18 h durchkämpft. Fotos von heute gibt es heut mal nicht, denn wann hätte ich die noch machen sollen. Dafür hängt oben ein Bild vom Herrentag (Unsere Räder an der Schleuse in Börgerende). Vielmehr schreiben mag ich auch nicht mehr. Ich bin immer noch fix und fertig, obwohl ich schon seit 13.30 wieder hier bin. Heute war auf alle Fälle solch ein Tag, an dem mir wieder mal meine Grenzen gezeigt wurden. Für unsere Sachsen-Tour in ein paar Wochen möchte ich aber gerüstet sein. Ich hoffe Katrin ist es auch.
Also dann, bis die Tage und man liest sich ;-)

Gruß Christoph

Montag, 25. April 2011

Tour de Ostern

Endlich war es wieder einmal soweit. Eine Tour für die ganze Familienbande. Ich hatte mir schon seit Tagen einen Kopf gemacht für welche Route ich mich entscheiden sollte. Sollte es etwa eine ausgewogene Tour werden, die fahrbar ist und trotzdem schwierig bleibt (für extreme Stadtfahrer), oder sollte es eine Mädchentour werden? Na ja, ihr wisst sicherlich was es dann geworden ist. Eine lockere Tour nach meinem Geschmack.
Nach der vorgestrigen FC Hansa-Aufstiegsfeier fiel das Aufstehen dennoch am Ostersonntag leicht. Wir aßen unser Frühstück und zuppelten nach der Ostereiersuche los. Die Startzeit war so gegen 12.00 Uhr und die Sonne stand schon hoch am Himmel. Es war schon sehr warm, jedoch durchfuhr uns immer wieder ein kalter Schauer. Der Wind kam aus Nord und brachte kalte Ostseeluft in das Landesinnere. Um so dichter wir also in Richtung Ostsee kamen desto kühler wurde es. Schade eigentlich, denn teilweise war es schon richtig ungemütlich und das bei so schönem Wetter.
Als aller erstes führte ich die Mädels dann in den dunklen Kellerswald auf eine Mountainbikeroute. Ich nenne es mal Pfad für erfahrene Fahrer. Die erste schimpfte schon wie ein Rohrspatz und schob ihren Drahtesel durchs Dickicht. Ich machte mir also einen Spaß daraus die Mädels vor der eigentlichen Tour schon mal zu ärgern. Sie machten immer wieder mit "Herumstehen und Erzählen" auf sich aufmerksam. Hinzukam "Blase leeren" und "Sachen an- oder ausziehen". Zwischendurch fuhren wir dann auch.
Über Brodhagen, Reddelich und Hundehagen ging es zur Einfahrt in die "Kühlung". Schnell nochmal was angezogen und gepinkelt, und weiter ging es mit der ersten schnellen Abfahrt über Schotter. Katrin und mir trieb die Abfahrt mal wieder Tränen in die Augen. Einfach toll mit 40 km/h runterzubrettern und abwarten was passiert. Nettchen steigerte sich erst bei den Auffahrten und zeigte dann im Wiegetritt ihre Leistung. Das Pausenbrot war von allen dann auch reglich verdient.
Vorbei am Klothstein, welcher Wünsche erfüllen soll, ging es dann wieder mit langer Abfahrt hinab. Wie es halt so in der Kühlung ist. Ein Auf-und-Ab im Dauerlauf. Viele wechselnde Passagen selbst auf der Forstautobahn sind zu erleben. Natürlich gibt es auch hier Abseits der Wege einige super Pfade die nur für mich geschnitten sind und wahrscheinlich auch gebaut wurden ;-)
Nach gefühlten 100 Auf- und Abfahrten kamen wir an unser zweites Tagesziel: Die Aussicht über Kühlungsborn.
Weiter ging es dann über Kühlungsborn und Wittenbeck in Richtung Ostsee. Parallel zum Strand verläuft hier die A20 für Radler und Fußgänger. Ich dachte ich wäre an einem Freitagabend auf der A7. Brubbelnde Fußgängergruppen und zu schnelle E-Bikes wohin das Auge reicht. Selbst wenn man sich hinter einer Fußkolonne bemerkbar macht und dann überholt, wird man noch angemotzt das man sich bemerkbar gemacht hat. Wenn man dann auch schnell überholt (wegen des Gegenverkehrs), dann ist alles zu spät. Von querstehenden Bollerwagen und wildumherspringenden Muttis ganz zu schweigen. Der Weg war heute echt die Hölle. Die meisten Radler bogen dann später Richtung Parkplatz ab. Wir fuhren dann weiter zum Kinderstrand direkt durch den Wald. Wir hatten somit die Autobahn verlassen. Glücklicher Weise ohne Schaden.
Ab Heiligendamm befuhren wir dann nach einer letzten Pause den Radweg bis nach Doberan. Nettchen und ich fuhren mit einem 30er Schnitt der Heimat entgegen. Die anderen beiden tuckelten irgendwie hinterher.
Zu guter letzt hatte ich mir für den Tag noch etwas vorgenommen. Die Treppen bei der Polizei wollte ich zum ersten mal befahren. Ich rollte langsam auf den Ort hinzu und hörte von hinten plötzlich: "Vorsicht, da sind Treppen" - Tja alter Mann, deswegen bin ich ja hier. Zu Fuß kann das ja jeder vollziehen. Und eins, zwei, drei polterte ich die Stufen runter. Er wusste wohl nicht das ich von hier war und staunte Bauklötzer. 2 Minuten später waren wir dann auch zu Hause und machten es uns schon im Strandkorb gemütlich. Die Sonne schien und der kalte Wind war hier nicht mehr zu spüren.
33 km - 150 HM

Gruß aus DBR, eure Sandsteinjäger


Radroute 928576 - powered by Bikemap 

Sonntag, 20. März 2011

Kontakt an Erde

Was für ein frostiges Wetter heut´morgen. 3° Celsius standen auf dem Thermometer. Hurra schreien kann man da wirklich nicht. Die 6°C Marke wurde erst gegen meiner Abfahrt erreicht. Weit und breit keine Sonne zu sehen. Ich machte mir trotzdem noch viele Hoffungen am heutigen Tage.
Treffpunkt war wie immer beim Fischer ausgemacht. Geistig war ich voll da, aber wie siehts mit der Physis aus? Hatte ich mich wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt? Insgesamt waren wir doch wieder ein paar Leute mehr als sonst. Mit 7 anderen Fahrern ging es also durch den Wohld. Leider wurden auf der ganzen Tour meine Hoffnung auf viel Dreck Stück für Stück genommen. Das was jetzt immer noch am Rad klebt ..., ja weiß ich nicht wo das her gekommen ist... 
In einem angenehmen Tempo tourten wir hier entlang und das Schönste war das die Sonne seit ca. 11.00 Uhr schien. Und sie schien kräftig. Sie zeigte mit ihrem Schatten den Weg und trocknete leider die Wege etwas aus. Kein Wasser auf den Wegen. Kein Matsch. Nix. Hin und wieder etwas feuchte Erde, welche ich dann mit Bravur durchfuhr. Dann die Ackerabfahrt kurz vor Althof. Hier flog schon etwas Dreck. Am Ende des Weges flog sogar ein Sattel durch die Luft, bzw. das was übrig geblieben war. Beide Streben waren während der Abfahrt eines Mitfahrers gleichzeitig gebrochen. Jetzt stand er da, genau, er stand da und konnte nicht mehr sitzen. Bei Beginn der Fahrt prahlte er mit seinem Sattel: "Selbst bauen lassen, Carbon und so..." Na ja, das wars ja wohl. Dann gings zu mir nach Hause, während die anderen schon den nächsten Wald durchpflügten. Ich hatte da noch ein Relikt aus früheren Zeiten zu liegen. Ich war ganz angetan von dem Teil, konnte es aber verschmerzen mich davon zu trennen. Wieder etwas weniger in der Garage. Zudem brauche ich es gar nicht mehr. Dann trafen wir uns wieder beim Krankenhaus und weiter ging es. Erst durch das Quellholz und dann weiter zum Kellerswald. Einige Neulinge wollten den Wald kennenlernen weil irgendwann hier wieder ein Rennen stattfinden soll. Das schau ich mir an. Dabei sein werde ich auf alle Fälle nicht, aber man soll ja nie "Nie" sagen. Vielleicht nächstes Jahr...
Schon ziemlich geschafft sollte es nun in Richtung Quelltal gehen. Hier wollten wir den üblichen Senjorenteller essen. Der Weg dorthin ist die total verkackte Straße, die stetig bergauf geht. Dazu gabs noch etwas Gegenwind der mich ganz schön störte. Ich fuhr meinen Stil, meine Geschwindigkeit und der Abstand zur Spitzengruppe vergrößerte sich stark, fast tendenziel zunehmend. 100 Meter, 200 Meter 300 Meter - weg. Sie warteten schon im Quellental auf mich.
Nach der leckeren Mahlzeit ging es zurück nach Hütten. Über Stock und Stein, Wurzeln und Bäumchen führte ich nun die Truppe an und hielt brav die Geschwindigkeit. Ich kann die Raserei nicht leiden...
An einer blöden Passage passte ich nicht richtig auf, fuhr etwas zu langsam, kam nicht aus der Kuhle heraus, versuchte dann aus dem Stand weiterzufahren und bekam dann einen Krampf der sich gewaschen hatte. Plumps, fiel ich nach rechts weg und alle Nachfolgenden zogen wieder an mir vorbei. Mal wieder schönen Bodenkontakt gehabt. Ich fiel auch sehr weich in ein schönes grünes Moosbett. Liegenbleiben konnte ich nicht. Weiter ging es und ich hatte noch einige Kilometer vor mir, aber dies sollten dann die schwersten werden. Die Beine wurden schwer und der Wind wieder kam mal wieder von vorn. Ich trank meinen Vorrat aus, um nicht das Gewicht auf dem Rücken zu haben, sondern mehr im Bauch.
Insgesamt 42,2 Kilometer und 280 Höhenmeter.


Gruß, ein schwacher Sandsteinjäger 

Montag, 14. März 2011

Saisonbeginn?

Für mich beginnt jede Saison am 01. Januar, also Radsaisonbeginn ist nicht gemeint. Was ich meine ist der Beginn der Saison für kurze Hosen. Die Krokusse blühen, der Frost hat sich verzogen, das Eis der Seen ist fast geschmolzen und die Sonne zeigt sich von der besten Seite. Heute (13.03.) war also wieder einmal der Tag gekommen, um meinem Bike die Sporen zu geben. Bei 10°C entschied ich mich jedoch noch für die längere Beinvariante. Einerseits um die kühleren Ecken in den Wäldern etwas geschützt zu durchfahren, andererseits den direkten Dreck von den Beinen fernzuhalten. 
Nach den ersten Steigungen wurde mir ganz schön warm, aber so richtig schwitzig warm. Am liebsten hätte ich meine dicke Jacke ausgezogen und wäre dann weitergeradelt. Ich war jedoch sinnig und behielt alles an.
Der Boden war durch die letzten Tage mit Regen gut durchgeweicht, also für mich fast perfekt. Jedoch war mein Vorderreifen mit den Dreckmassen ordentlich überfordert. Die Stollen sind schon weit abgefahren, so dass sich dieser nur noch als Notreifen einsetzen lässt.
Es ging über meinen Lieblingstrail durch einen Buchenwald und dann durch einen dunklen Hänsel-und-Gretel-Mystik-Nadelwald. Vorbei an Mosen und klarer kühler Waldluft. Der Weg brachte mich direkt in das Zentrum das Waldes. Hier sah ich mal wieder den Raubbau an der Natur. Es sah aus als wenn demnächst hier eine Autobahn gebaut wird. Lauter Buchenstämme von ca. 80 cm Durchmesser lagen hier an den Wegen. Der Wald ist einfach nicht mehr wieder zu erkennen. Ich bin froh wenn ich den geschützten Bereich einfahren werde. Sichtbar neben den Wegen standen "Heinzi", "Jockel" und "Onkel Bertram" an ihrem dicken Wagen. Sie hatten sich aufgemacht heute Holz zu machen. "Heinzi" gab den Takt mit der teuren Kettensäge an und die beiden Kollegen tanzten durch die Buscherei. Alles Kleinholz was Heinzis-Motor-Ketten-Ungetüm übrig ließ, fingerten sie eilig in ihren Anhänger. "Tante Grete" tanzte statt dessen durch den Busch und suchte nach Reisig. Das war das einzig Lustige was ich heute gesehen hatte. Ich konzentrierte mich weiter auf meine Tour, die jetzt richtig beginnen sollte.
Als ich dann die Forstautobahn verließ und wieder in den tiefen dunklen Wald einfuhr machte ich mir schon Gedanken über den heutigen Titel meiner Geschichte. Mir fiel absolut nichts gutes ein. Egal, ich musste ersteinmal auf den beschwerlichen Weg schauen, der mit seinen Wurzeln nicht immer einfach ist. Herrlich dieser Wald. Ich mag ihn sehr. Man trifft staubige Strecken und kurze Zeit später tiefe schlammige Löcher, welche es gilt mit aller Macht zu durchqueren. Leider bekam ich diesen Dreck nicht aus den Reifen. Es klebte wie Scheiße am Schuh. Eine unlösbare Aufgabe. Erst auf der Straße sollten sich die Teilchen größtenteils entfernen, doch diese war noch weit. Also sammelte ich weiter Dreck, Kilometer und Höhenmeter. Ich verbrannte dabei ziemlich viel Kohlenhydrate auf diesen 18 Kilometern. 
Als ich in Althof angelangt war gab es eine angenehme Selbstreinigung. Ich spürte es im Gesicht und im Nacken. Aus sicherer Entfernung muss es schon eigenartig ausgesehen haben wie sich der Dreck der Reifen in hohem Bogen über mich verteilte. 
Dann ging es weiter durch die Wälder unserer Stadt. Hier war der Boden etwas trockener und ließ es möglich machen etwas schneller und risikoreicher zu den Wald zu düsen. Nach gut 1h50Min war ich dann wieder zu Hause und hatte mächtigen Hunger. In der Freude auf die nächste Tour freue ich mich schon riesig, denn es regnet ja schon seit Stunden und ich hoffe das es bis Donnerstag so bleibt.


In der Hoffnung auf Schlamm und Modder
grüße ich Euch ganz lieb, Christoph

Freitag, 25. Februar 2011

Nichts dolles...

Heute war wieder einmal ein wunderschöner Tag. Endlich Freitag und tagsüber viel Sonne. Ich habe mir sehr viel ausgemalt am heutigen letzten Tag der Arbeitswoche. Schon um drei machte ich mich auf den Weg nach Hause. Ab auf den Bock und rein in den Wald. Eine kleine Tour ohne schlimme Vorstellungen der Route. Irgendwo wird die Reise schon hingehen. Erst einmal in Richtung Osten - in Richtung Hütter Wohld. Diesmal zog ich die Strecke etwas von hinten auf und suchte mir einen neuen Weg. Mein Navi half mir da ein wenig. Hier im Wald gibt es so viele Wege, dass man sich da schon mal verirren könnte. Das geschah mir heute nicht. 
Anfangs hatte ich ein wenig zu tun. Kräftemäßig gesehen ging es ganz gut, jedoch der Wind ärgerte mich ganz schön. Die milde Luft verbesserte diese Situation aber ein wenig. Als ich im Wald war ging es dann richtig ab. Ich stürmte durch den Wald als gäbe es keinen Morgen mehr. Es machte riesigen Spaß. Zum einen war der Boden zwar knochenhart, aber zum anderen staubte es sehr. Das Fahrgefühl war hierbei nicht so besonders. Meine Gabel war schwer beschäftigt. Da traf ich jemanden der ebenfalls schwer beschäftigt war. Ein Biker mit Cross-Reifen stand an einer engen Passage und ließ mich stoppen und nach seinem Befinden fragen. Ihm ginge es nach seiner Aussage recht gut, seinem Reifen jedoch weniger. Hilfe brauchte er weiter nicht. Er wolle erst mal das Loch finden und dann reparieren. Während meiner Weiterfahrt dachte ich mir: "Wiso um Himmelswillen fährt der Typ mit nem Cross-Reifen durch den Wald?" Im Augenblick liegt hier soviel Zeug herum. Da lohnen sich schon die "fetten" Reifen mit den tollen Stollen. Im Wald direkt habe ich mir noch keinen Plattfuß geholt. Nur davor oder dahinter ...
Als ich diesen ersten Part durch den Wohld hinter mir hatte, ging es dann in das Quellholz (dem Doberaner Stadtwald). Jetzt musste ich noch mal alle Reserven rausholen. Da gibt es so einige Hügel die man sonst geschickt umfährt, bzw. irgendwelche Umleitungen nutzt. Da heute bei mir noch ordentlich Luft vorhanden war, musste ich diesen bösen Berg hinaufklettern. Diesmal schaffte ich ihn sogar mit ordentlicher Geschwindigkeit. Der kleine Kanten hat es richtig in sich, sofern man ihn mit dem Rad erklimmen möchte. Etwas leichter Schotter mit wenig Grip, dazu alle drei Meter ein liegender Querbalken der den Schotter halten soll. Wenn´ne hier stehst dann stehst ´de.
Es war heute mal ne kleine tolle Runde nach einer langen Arbeitswoche. Die Tage werden jetzt auch wieder länger und das Wetter wird besser. Hoffentlich.
Anbei liegt noch die Route und ich hoffe das ihr mal wieder die Homepage besucht - Sandsteinjäger

Wochenendgrüße aus dem Wald
Christoph



Radroute 833529 - powered by Bikemap 

Sonntag, 20. Februar 2011

Frostige Waldtour

Die heutige Strecke hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Verabredet mit ein paar Forum-Freunden wollten wir ganz neue Wege gehen. Das ist nicht immer einfach, denn auf den Wegen die man kennt teilt man sich die Kraft so ein wie man sie braucht und später auch abrufen kann. Heute dagegen kam alles anders. Zuerst habe ich 20 Minuten auf die anderen gewartet. Nicht schön bei -3,5°C (gefühlt -7°C). Dazu keinen Sonnenschein - also typisches Winterwetter. Auf eines freute ich mich jedoch schon: Mein Navi fürs Bike. Der zeigt alle wichtigen Daten an und man kann sie später auf eine Internetplattform einstellen. Wenn es dann auch noch möglich ist, lädt man sich die gefahrene Tour auf die eigene Homepage. So wie ihr sie unten seht. Das Ding hat einen riesigen Vorteil: man kann nicht schummeln. Jedoch ohne Gedanken an mein Navi zu verschwenden suchte ich die Kraft, die ich heute noch richtig brauchen würde. Schon anfangs merkte ich, dass dies heute kein Zuckerschlecken wird. Schon die ersten Kilometer gingen für mich gegen den eisigen Nord-Ost-Wind. Der machte schon zu schaffen. Im Wald war es da schon "angenehmer".
Bei den Abfahrten war Vorsicht geboten. Kleine armdicke Äste unter dem Laub brachte den einen oder anderen schon in arge Bedrängnis. Dazu der harte Boden. Es verlief also nicht immer optimal, aber der Spaß war trotzdem da. Desöfteren waren wir gezwungen die Wege von kleinen Bäume zu befreien. Es war so eine Art Waldarbeit. Da ich sehr oft heute hinten fuhr, räumten die Vorderen schon am Weg herum und schafften Platz während ich mich den Gefahrenstellen erst näherte. Einen Teil der Äste legen viele Fußgänger dorthin, weil sie sich von den Radlern gestört fühlen. Den anderen Teil legen sich die Reiter hin, um mit den Gäulern ihre tollen Hindernisse zu überspringen, der andere Teil nennt sich Waldsterben.
Für uns ging es heute auf und ab. Einer Abfahrt folgte sofort eine neue Auffahrt. Langsam bekam ich Probleme mit meiner Wade und hinkte etwas hinterher. Ich wurde dann in die Mitte genommen und konnte dann etwas besser mithalten. Ich freute mich schon auf den Seniorenteller im Quellental, doch der war noch weit weg. Ungreifbar Nahe, also weit weg, sehr weit weg.
Endlich angekommen im Tal der Quelle, zeigte sich die Sonne etwas. Wir wollten schon draußen essen, aber das war wohl etwas riskant. Da wird das Essen ja ganz kalt, so wie das Powergetränk eines Fahrers. Dies war nämlich auf der Fahrt gefroren. Mein heißer Tee hingegen wärmte mir immer schön den Rücken und würde nicht so schnell einfrieren.
Es hieß also Einkehr mit einer etwas längeren Pause. Mein Navi nahm natürlich diese Zeit mit auf und verfälschte die Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie verringerte sich von aktuell 15 km/h auf satte 6,5 km/h. Pech gehabt, aber interessiert nur mich persönlich.
Danach ging es wieder in die Kälte. Komisch war es. So klammig und kalt. Alles noch eisiger als vorher. Die Beine waren noch schwerer geworden, aber irgendwie wollte man weiter, denn die schönsten Stellen kommen ja noch.
Erster Tophalt war das Krankenhaus in Doberan - nein, nichts passiert. Es ging zum Hubschrauberlandeplatz der auf einer schönen Anhöhe am KKH liegt. Hier führt eine schöne Treppenpassage hinauf, nur nicht für uns. Wir wollten diese jedoch nur runter. Wie am Faden gezogen fuhren wir die Treppe hinunter - noch mal raufgetragen und wieder runter, und so weiter. Vom KKH hat man gute Einsicht zum Platz. Es wurde bestimmt schon gewettet, wer gleich zum Haupteingang hinein kommt und Hilfe braucht.
Als langsamster übernahm ich nun die Führung der Truppe, musste jedoch an den nächsten Kuppen erfahren wo im Augenblick die Schmerzgrenze liegt. Hinab ging ja noch, aber rauf ....
Irgendwann ging dann hinab auch nicht mehr. Durch das Aufstellen auf die Pedale bekam ich immer wieder einen Krampf. So verabschiedete ich mich in Althof von der Truppe, um mich selbst nach Hause zu bringen. Aber eines musste ich noch tun. Ich fuhr noch mal zu Klaus, das heißt noch mal durch die Stadt und bergauf. Da das Tempo nun aber überhaupt nicht mehr so hoch war, ging alles glatt. Ich kam dann auch zu Hause heil an und legte mich gleich hin.



Radroute 828280 - powered by Bikemap 


So sieht die Grafik dann aus, wenn ihr Java-Script aktiviert habt. Das ist also meine heutige Tour gewesen.

Gruß mit Wadenkrampf
Christoph

Samstag, 12. Februar 2011

Anbaden

Die Sonne weckte mich heute sanft.... Quatsch, Katrin weckte mich heute wieder mit aller Härte. Irgendwann jedoch konnte ich durch einen Spalt der Nachtverdunkelung hindurch in den Himmel schauen. Was sah ich da? Nichts, nur blauer Himmel. Das weckte wieder den Radler in mir und ich wollte nach dem Frühstück gleich los. Anfangs jedoch besuchte ich mit Katrin jedoch noch unseren Klaus. Da ich schon auf der Ecke war, fuhr ich durch den Kellerswald in Richtung Brodhagen. Hier im Wald war es sehr kalt und der Boden war ordentlich gefroren. Später auf der Dorfstraße, kurz vor Brodhagen, kam extrem kalter Wind dazu. Die Sonne half da wenig weiter. Da musste ich mal wieder umrüsten. Gesichtschutz wieder rausgekramt und einen guten Schluck heißen Tee genommen. Weiter ging es mit Ziel "unbekannt". So recht konnte ich mich nicht entscheiden wohin mich der Wind heute treiben sollte. Was mich jedoch neugierig machte, war schon die Ostsee. Die wollte ich heute bei Sonnenschein und Wind schon sehen.
Erstmal wollte ich Kilometer machen. Das heißt Umwege waren heute kein Problem und Zeit hatte ich auch. Ob meine letzte Erkältung mich entkräftet hatte, würde ich spätestens in einer Stunde merken. 
Ich fuhr also viel Straßen- und Radwegkilometer. Von Vorder Bollhagen ging es den neuen Radweg nach Hinter Bollhagen und dann über den "Millionenhügel" weiter nach Wittenbeck. Hier stieß ich auf den Weg der von der "Nassen Ecke" zur Ostsee führt. Begegnungen der anderen Art hatte ich diesmal mit Rennradfahren. Kein Gruß, nur ein Blick der Strafung traf mich. Wiso? Rasiere ich mir etwa die Beine? Fahre ich mit bunten und hautengen Anzügen durch die Gegend und kaufe mir mein Essen in der Apotheke? Hab ich Angst vor Dreck oder die? Ich hätte denen am liebsten nen schönen Witz erzählt, kannte wieder mal keinen so auf die Schnelle.
So langsam näherte ich mich der Ostsee und dem Punkt in der Nähe Wittenbecks, wo ich meiner Frau mal den Heiratsantrag gemacht habe. Jetzt begann die Zeit der Fußgänger"jagd". Da waren wieder die "Alten" unterwegs, die meinten das der Radweg ihnen ganz allein gehört. Trotz mich bemerkbarmachens kam wieder mal Gebrubbel hinterher. Die junge Gesellschaft machte Platz und erwiederte meine Bedankung mit positiven Bemerkungen. Warum diese Unzufriedenheit der Rentner? Weiß nich.... und da sag bitte noch einer, die Jugend sei ungezogen.
Nach meiner Fotosession im Wald vor Heiligendamm (also einer kleinen Pause) setzte ich meine Reise fort. Es wartete der Strand von Heiligendamm auf mich. Mit einem Spurt raste ich über den Strand. Nass und tief präsentierte er sich mir. Eine tolle Perspektive hatte ich hier in Richtung Ostsee und ich stellte mein Rad in Position. Tolles Foto.
Nun fuhr ich durch den Großen Wohld in Richtung Doberan zurück. Hier schien die Sonne in den Wald und taute den Boden richtig auf. Das was ich an anderen Orten so vermisste, hatte ich nun in doppelter Menge. Wasser und Modder in rauhen Mengen - geil. Jetzt ließ ich nochmal den Puls in die Höhe schnellen. Bei tollem Wetter hatte ich am Ende 31 Kilometer auf der Uhr. Alles in allem ein toller Trainingstag und nun ich warte auf den nächsten Schnee und auf meine Bestellung bei "rose.de". Das wird auch wieder Freude bereiten.
Gruß vom Alleintrainierer Christoph

Samstag, 29. Januar 2011

Comeback in 2011

Endlich ist es wieder soweit. Die erste Tour im Jahre 2011 nach langem hin und her. Eine Zeit des Wartens ist vorbei. Immer wieder hatte ich mir vorgenommen meine Runden mit den neuen Bauteilen am Bike zu drehen, doch das Wetter machte meinem Gemüt zu schaffen. 
Trotz der heute winterlichen Temperaturen um die -2° fühlte es sich an als sei es Frühjahr. Überall machte sich buntes Treiben breit, besonders bei den Bewohnern im Wald. Zwitschern und Tirilieren überall. Überall im Wald schaute die Sonne durch die Baumwipfel hindurch und verbreitete eine mystische bis freundliche Atmosphäre. Wenn der Boden nicht so durchgefroren wäre, käme einem schon der Gedanke das es März sei, doch dem ist leider nicht so. Auf diese Tage müssen wir noch ein paar Wochen warten.
Mein Tee im Rücken wärmte mich sehr und mit flotter Geschwindigkeit zog ich meine Bahn so gut es ging. Es sollte für mich eine kleine Einführungstour werden und eine Vorbereitung auf neue Touren sein, denn für den Sommer haben wir große Routen geplant. Zum anderen wollte ich meine neuen Teile testen. Zum Geburtsttag hatte ich mir Geld gewünscht und dies sinnvoll am Rad verbaut. Ich hoffe man kann die schwarze XT-Kurbelgarnitur, die Yumeya-Kette und die 9-fach Kassette gut erkennen. Diese Teile sind einfach top und hiermit bedanke ich mich nochmals bei allen Spendern.
Jedenfalls machte es von Anfang an Spaß mit dem neuen Gerät zu "arbeiten". Die Leichtigkeit der Kurbel bestätigte sich sofort. Schaltung präzise mit eingebautem Spaßfaktor.
Leider war heute nicht viel mit Staub oder Modder. Hart gefrorener Boden mit den Hinterlassenschaften aller Tiere war heute angesagt. Ein Schlammloch hätte mich fast zum Sturz gebracht. Es ist ein Schlammloch welches selbst im Sommer kaum austrocknet. Das Eis dieser Pfütze schon seit Tagen zerborsten und in ihr Wasser bis zum Anschlag. Leider war ich zum anhalten zu schnell und so entschied ich mich für einen "Bunny-Hopp". Ohne Schanze das Rad durch die Luft wirbeln und einfach drüber fliegen. Das klingt so, als wenn man sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann. Und ich sag Euch: "Das funktioniert wirklich". Doch ich hätte heute vielleicht noch etwas üben sollen, denn so ganz hat es dann doch nicht geklappt. Leider war ich beim Sprung etwas zu langsam, so dass ich mit dem Hinterrad den Rest der "Eislandschaft" zerstörte. Wasser und Eisplitter flogen durch die Luft, ich war auf der anderen Seite und es war glücklicher Weise nichts passiert.
Irgendwann hab ich noch den letzten Schnee gesehen (sofern er denn der letzte Schnee sein wird). Dann war endlich die Zeit für die Heimreise gekommen. Schnell ging es vorran, denn auf mich wartete eine heiße Dusche.

Ein Sandsteinjäger in Bestform