Samstag, 4. Oktober 2014

Abseits der Touristenfallen



Der letzte Tag war nun angebrochen. Im Nebel überfuhren wir die Elbe und mit dem Aufzug nach Ostrau hoch. Bereits hier hatten wir wieder den Wochenendansturm auf das Gebiet sehen und fühlen können. Nummernschilder von nah und fern machten sich bemerkbar. Das heißt auch heute waren die Hauptwanderwege deutlich überfüllt. Wir umgingen also diese Gebiete und zogen gen Hohe Liebe. Zwar war man auch nicht allein, aber es hielt sich in Grenzen. Hier auf den „unbekannten“ Wegen verliefen sich dann auch nur die Einheimischen und die jenigen, die sich hier auskannten. 
Wir kamen ins Gespräch mit jemandem der gerade von den Schrammsteinen kam. Er meinte, die Aussicht von dort glich einem Bahnhof. Da möchte ich nicht wissen wie voll der Bahnhof war. An den Gleisen zu den Zügen standen sie ja gestern auch schon an. Für die Gastronomie mag es sicherlich ein tolles Geschäft gewesen sein, doch uns erging es wie Warnemünde zur Hanse-Sail. Nichts wie weg. Es ging hinab über den Butterweg und Flößersteig bis zum Beuthenfall. Dort konnten wir die Straße queren und nahmen den erneuten Aufstieg in Richtung Mittelndorf in Angriff. Über die schönsten Wege und Plätze die wir so noch nicht gesehen hatten ging es auf eine riesige Wiese mit Heugeruch. Drei einsamen Hütten standen hier mit ca. 400 Meter Abstand. Der Name Hütte ist noch groß gewählt. Ein altes Ehepaar machte hier ihren Wochenendurlaub. Sie kamen aus Dresden und hatten es somit nicht weit. Gewaschen wurde mit Regenwasser, egal ob Geschirr oder Gesicht. Strom gab es in dieser Hütte nicht. Klo war ein kleines Hüttchen mit Herz. Das würde ich auch mal ausprobieren wollen für eins, zwei Nächte. Kacken muss man ja nicht immer. 
Die Aussicht auf die Affensteine und Schrammsteine entschädigt für den Luxus, den man sich sonst so gönnt. Wir lagen derweilen im Gras und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Verspeisten unsere letzten Nahrungsreserven und wanderten dann wieder weiter. Mittelndorf ließen wir hinter uns und gingen über den Panoramaweg in Richtung Altendorf, immer mit Blick zu den Felsen. Mein Schwesterchen würde diesen Weg mögen (Gruß nach Tessin). Vielleicht sieht sie ihn ja auch noch mal. Tolle Wanderung. Die Sonne zeigte uns den Weg. In Altendorf lockten uns noch eine Eierschecke und ein Milchkaffee an. Dann ging es weiter in Richtung Bad Schandau. Es ging so zurück, wie wir die Wanderung am ersten Tag begangen hatten. In Schandau war es wieder bitterböse voll. Die Raddampfer legten an und ab und die Fähre zum Bahnhof glich einer Flüchtlingsfähre im Mittelmeer. 
Wir schleckten unser Eis und schauten uns dieses Schauspiel wieder an. Die vorletzte Fährfahrt traten wir dann nach Hause an.


Eure Sandsteinjäger 

Freitag, 3. Oktober 2014

Zwergenhöhle und Klebstofftal




Wie schon die anderen Tage auch, starteten wir schon wieder vom Busbahnhof Königstein. Die Fahrt ging mit vielen anderen Insassen in Richtung Rosenthal. Wegen des Feiertags waren heute so viele Menschen unterwegs, man könnte meinen es sei der einzige Feiertag im ganzen Jahr. Wir wussten, dass zu diesem Wochenende viele Besucher hinzu kommen würden, aber soviel? Es war auf den Straßen echt grenzwärtig. Autos aus den umliegenden Kreisen, zugeparkte Parkplätze, volle Bahnen und Busse. So, als müsse man das Elbsandsteingebirge noch schnell vor dem herannahenden Weltuntergang noch einmal erblicken.
Die Endstation des Busses verließen wir zwei mit dem Rad in Richtung Bahratal. Als erstes hatten wir eine Sperrung auf unserem Weg, wegen Baumfällarbeiten. Diese sind Werktags, aber nicht am Wochenende. Also machten wir uns auf und durchbrachen die Absperrung und sausten den Waldweg hinab. Es kamen uns nun schon Wanderer entgegen und eine zweite Absperrung folgte, an der ich mich fast aufgehängt hätte. Die nächste Kreuzung war voller Wanderer. Jetzt wussten wir, dass es möglich sei hier gefahrenlos zu fahren, oder haben die Anderen auch die Absperrung einfach ignoriert? Ich denke schon, denn im hinteren Teil des Waldes fuhren noch ein paar Maschinen durch den Wald und machten ordentlich Krach. Wir schnurrten unseren Teil des Weges gnadenlos ab und fuhren wieder mal immer nur bergab bis nach Rosenthal hinein, doch wer nur bergab fährt muss irgendwann auch wieder rauf. Das machte sich dann auf den Weg nach Raum, ja so heißt der Ort, schon zum ersten Mal bemerkbar. Eigentlich war dies noch in Ordnung. Kurz vor einem Waldstück, auf dem wir einbogen, konnten wir dann beobachten wie Jäger bei der Maisernte Jagd auf die Schwarzkittel machten. Leider konnten wir nichts Grandioses sehen oder hören. Es ging hoch in einen Wald und die Landschaft wurde immer schöner und man konnte so richtig toll ins Land schauen. 
Wir bestiegen die Panoramahöhe und hatten hier einen tollen Rundumblick. Eigentlich wollten wir hier essen, was uns aber dennoch davon abgebracht hatte wissen wir nicht. Wir wollten wohl noch einen besseren Platz haben, der sollte jedoch auf sich warten lassen. Hinab ging es jetzt seicht in den Ort Langenhennersdorf, so lang so öde (meine Meinung). Hier war nichts. Haben wir etwas übersehen, die Zwergenhöhle vielleicht? 
Ja richtig, Katrin wollte immer mal den Wasserfall sehen, der hier so plätschert. Daneben soll die Zwergenhöhle liegen, die muss echt so klein gewesen sein, dass wir im Rausch dran vorbeigerast sind. Selbst am Wasserfall stand nichts dran, hätte auch eine Toilettenspülung sein können (na ja, etwas übertrieben). Es ging nun aber weiter in das Tal der Presswerke und Klebstofffabriken, sowie den Düngemittelwerken. Zweidrittel waren sicherlich nicht mehr brauchbar, andere Häuser abgebrannt oder verwahrlost. Das hier war der böse Teil der Tour, den wir uns wirklich hätten sparen können. Da ärgerte mich auch die Straßensperrung auch nicht mehr, die wir erreichten und ein Stück zurückfahren mussten. Aber wer nicht wagt... Jetzt wissen wir wie blöd der Weg ist. Zur Panoramahöhe gerne wieder jedoch nicht so. Irgendwie kamen wir dann nach Struppen und über Feld, Wald und Wiesen. Katrin wollte sich das Schloss anschauen. Das Schloss trägt auch nur noch seinen Namen: „Schloss“. Schnell weg und runter zur Elbe über Nauendorf und weiter nach Wehlen. Hier gab es dann für uns Kaffee und Kuchen. Über das überfüllte Rathen trieb es uns der Radweg nach Königstein. Mit der Fähre setzten wir über und fuhren nun im Schlussspurt nach Schandau. Katrin nahm sämtliche Hügel in einem Satz. Was hier heute auf den Wegen los war, ist einfach nicht zu beschreiben. Voll, voll, voll.
Der Arsch brennt nun nach 50 Kilometern und ich bin gespannt wie viele Höhenmeter das wohl waren. Die Auflösung der Touren wird es dann am Ende geben.


Eure Sandsteinjäger mit Völlegefühl

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Katrin bitte Folgen


Eine tolle kurze Tour hatte Katrin da ausgewählt, die man evtl. auch so zu Fuß gestalten kann. Zu aller erst ging es den Täppigsteig hinauf nach Kleinhennersdorf und dann weiter in Richtung Papststein (Schwesterchen kennt die Strecke) und dann weiter in Richtung Gohrisch. Die Waldwege waren sehr gut befahrbar und machen natürlich riesigen Spaß. Ein paar Wurzeln, softig, trailig und schön geschmeidig. Meine Hüfte machte da gut mit. Das Auf- und Absteigen war etwas Problembehaftet. Den Gohrisch ließen wir kurzer Hand liegen und fuhren weiter zu „Onkel Pauls Ruhe“, einer genialen Aussicht zum Lilienstein. Es ging dann über schmale Pfade in den Ort Gohrisch. Kurzfristig hatten wir beschlossen über „Die Folgen“ zu fahren, einer großen weiten Fläche mit viel Überblick und vielen Aussichtspunkten. Katrin bitte Folgen, ich bin der Letzte. Katrin fuhr voraus und wir umrundeten diesen Teil bei Gohrisch einmal. Es ging hier ebenfalls über schmale enge Pfade die richtig Spaß gemacht hatten. An einer Sitzgruppe machten wir dann Halt. Die große Mittagspause stand an und wir vertilgten unsere Mitbringsel. Nebel und Sonne wechselten sich ab. Die Sonne konnte sich aber nicht richtig durchsetzten und so blieb es etwas trüb, aber trotzdem warm. Als wir wieder fahren wollten merkte Katrin, dass dem Reifen etwas Luft fehlte. Sollte sie trotz der guten Reifen über einen Dorn gefahren sein, bzw. sollte er jetzt doch plattbar sein? Auch das noch und dann noch hinten. Bei der Nexus 7 macht es besonders viel Spaß den Reifen zu wechseln, gerade dann wenn man nicht mehr weiß wie man die Schaltung von der Achse löst. Wenn man das geschafft hat, bekommt man diese nicht mehr drauf. Das hatte ich schon mal.
Was haben wir beide da draußen nun in der Wildnis getüftelt und probiert. Zu erst fanden wir das Loch nicht, da haben wir einfach einen neuen Schlauch genommen und die alte Decke nach einem Dorn untersucht. Nichts. Das hatten wir dann schon mal. Doch diese Schaltung… Am liebsten hätte ich den Scheiß hingeschmissen. Immer wieder derselbe Mist. Nur weil Frau Rücktritt fahren möchte. Nach einer Stunde kam mir dann die Gewissheit, erst so, dann so, dann so, zack fertig und falsch rum. Noch mal raus und jetzt aber richtig. Zack fertig. Ich sah trotz der Handschuhe aus wie ein Schwein. Darauf hatten wir uns aber was verdient. Rann zum Bäcker in Gohrisch und erstmal Kuchen und Kaffee. Da war dann die verlorene Stunde wieder Sch… egal. Dann ging es wieder weiter in Richtung Königstein zur Schönen Aussicht, welchen ihren Namen nun leider schon verloren hat. Vor lauter Bäumen zog es uns weiter und kamen bald zur nächsten Aussicht, die zwar nicht verzeichnet ist, aber dennoch ihren Namen verdient hätte. Einen Super Blick hatten wir hier auf Lilienstein und Festung Königstein.
Jetzt kam noch mal etwas für den Kick so zwischendurch. 10 und 15% Gefälle erst auf einer Wiese und dann auf blankem Asphalt. Katrin hatte schon bammel, aber ich war mir da schon etwas sicherer. Ich hatte mir nämlich nen neuen Reifen aufgezogen und die Bar-Zahl etwas verringert. Das war super gut und super geil.
In Königstein leistete ich mir noch was Schönes zwischendurch und weiter ging die Fahrt zurück nach Bad Schandau an der Elbe entlang. Wir fuhren den alten Weg linkselbisch, da dieser jedoch ausgebaut wird, hatten wir arg zu kämpfen. Ich war mit dem Schlamm eigentlich schon gut bestückt. Jetzt das. Schlammlöcher und Matsch wohin das Auge reicht. Das war doch was. Katrin musste und mich störte es herzlich wenig. Immer wieder musste ich die Heckkamera vom Dreck befreien. Ich fuhr vor und Katrin folgte mir in einen etwas weiteren Abstand. Teilweise war es eklig. Gefühlte 2 Kilo Dreck schleppte ich mit mir herum. Die Leute gucken und reden schon. Wie schön, endlich mal.
Die Räder mussten wir dann zu Hause erstmal mit Wasser reinigen, weil wir morgen mit dem Fahrradbus fahren werden und es mit einem etwas gereinigten Rad versuchen möchten. Katrin meinte: „Morgen ist Feiertag“. Na gut.

Eure Sandsteinjäger 

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Schmerz lass nach ...



…dachte ich mir heute früh. Einerseits freute ich mich heute sehr auf unsere Wandertour, andererseits wäre es wohl besser gewesen doch ins KKH zu fahren. Man weiß ja nie was wirklich passiert ist, zumal es zum Abend immer schlimmer wurde. Ich konnte mir nicht mal die Socken ausziehen, da ich das Bein nicht beugen konnte. Meine Mutter wollte mal, dass ich ein Mädchen werde. Und ich bin es auch geworden, nur stark unrasiert. Daher fuhren wir ins Krankenhaus und saßen uns dort die Zeit tot. Gegen Nachmittag linderten sich die Schmerzen und ich wurde aufgerufen. Als Diagnose stand dann nach nochmaligem Warten nichts fest. Also ich hatte nichts. Weder der Oberschenkelknochen hatte eine Fraktur, noch waren die Bänder und Muskel arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gibt lediglich kleine Verletzungen im Gewebe die durch das Verdrehen entstanden sind. Dazu hatte ich dann noch IboProfen (o.ä.) als Geschenke-Box für die nächsten drei Tage bekommen. Die sollte ich dann einnehmen und starkes Auftreten vermeiden. Daher wird es wohl kein Wandern mehr geben. Wir wollen dann noch ein paar Radtouren drehen. Kühlen soll ich auch, aber womit? Ich hab da noch Katrin´s „Mann un Fru“ aus dem Eisfach. Das würde auch gehen.
Schaut her, bin ich nicht ein toller Typ der immer wieder aufsteht und weiter macht? Diese Hindernisse werfen mich nicht aus der Bahn. Demnächst gibt es hier den Oberschenkelknochen in 3D als Download zu sehen. Ich hoffe ihr findet ihn toll. Bis zum nächsten Bericht.

Eure Sandsteinjäger 

Dienstag, 30. September 2014

Brandmeldung


Heute sollte es zu einem alten Ausflugsziel gehen, welches wir bereits schon gesehen haben. Es ist eine kleine Tour, bei der doch die Erholung eine Rolle spielen soll. Zwar gibt es auch wie anderswo ein auf und ab, aber die Länge spielt eine große Rolle.
Wir standen wie schon fast üblich wieder morgens zur selben Zeit am Bahnhof, um unseren Zug in Richtung Sebnitz zu nehmen. Wir stiegen jedoch in Ulbersdorf aus. Von hier aus ging es nach Lohsdorf. Leider fehlte heute irgendwie die Sonne. Ein Mischmasch aus Wolken-Nebelbrühen-Mix trübte den Himmel. Es war aber dennoch nicht kalt und der Wind war auch nicht so zu spüren, da wir diesen heute mal im Rücken hatten. Vorwärts, vorwärts. Endlich in Lohsdorf angekommen entschieden wir nun den alten Verbindungsweg nach Hohnstein zu fahren und die Strecke über Ehrenberg auszulassen. Ehrenberg hätte uns sehr interessiert, da dieser einen tollen Bäcker hat. Stattdessen kämpften wir uns diese Straße weiter hinauf. Jetzt war schon Hohenstein im Blick und es war noch früh am Tag. Wir hatten in dieser kurzen Zeit schon einige Kilometer gerissen. Es ging also zur Burg im Zentrum. Dort machten wir unsere erste große Pause. Katrin lief zum Bäcker und holte uns „Coffee to go“ zum mitnehmen, nebenbei fütterte ich die Spatzen mit unserem Entenbrot, welches wir schon seit Tagen mitschleppen. Danach fütterten wir uns mit all unseren Leckerein und dem warmen Kaffee. Es musste dann irgendwann weitergehen und wir packten zusammen. Wir verließen den Fuß der Burg mit leidenden Gesichtern. Es ging wieder teuflisch bergauf in Richtung Brandstraße. Über den Brandrücken ging es zur Brandaussicht. Selbst heute war diese gut besucht und wir hatten mächtig zu klingeln und zu rufen, aber da hat sich diesmal keiner beschwert. Zurück nahmen wir wieder die tolle Abkürzung in Richtung Napoleonschanze, die ein wenig illegal ist. Wir hatten aber die Räder geschoben und können uns so keinen Vorwurf machen. Auf der Lichtung angekommen ging es dann in Richtung Gipfel. Mit der Aussicht war es heute nicht so, aber da mussten wir heute durch. Während dieser Pause holte Katrin noch Kuchen heraus. Den hatten wir dann eifrig verspeist. Irgendwie hätten man sich hinlegen können. Auf der harten Bank lehnten wir uns Rücken an Rücken und versuchten mal ein Päuschen zu machen. Ich konnte mich nicht beschweren, es war windgeschützt und angenehm. Katrin aber jaulte nach 5 Minuten, dass sie so nicht sitzen könne usw.
Es ging nun abwärts. Über die lange Wiese ging es hinunter ins Tal, wo dann die Straße nach Bad Schandau beginnt. Tolle Abfahrt und macht immer wieder Spaß. Bis auf die letzten Meter. Die Wiese war ganz schön rutschig, das merkte ich bereits während der Fahrt. Das Wasser spritze immer wieder hinauf, so dass ich auch wusste, dass es nass sein könnte. Am Ende der Strecke stand ich schon fast und da riss mein Hinterrad herum und mein Bike schleuderte mich auf die Wiese. Ich kippte und schlidderte in Richtung einer Pfütze, kam aber schnell zum halten. Was meint ihr wie schnell Katrin unten war. Krankenwagen, tatüt tata? Nein, alles in Ordnung. Dem Rad geht’s gut. Ich habe mir nur die Bänder an der Hüfte etwas gedehnt, aber das wird schon wieder.
Danach ging es dann weiter hinab die 12% Gefälle Straße. Ha, die musste noch sein, das geht sicherlich. Bis nach Schandau fuhren wir die Straße, die dann später sogar wegen Bauarbeiten gesperrt ist und wir die Straße für uns allein hatten. Da kann man auch mal mit 50 km/h in der Mitte fahren.
In Schandau kauften wir noch ein und fuhren dann nach Hause. Morgen gibt’s einen Fußmarsch, damit wir auch mal später aufstehen können. Langsam geht’s an die Substanz. Wir werden doch alt, oder sind zu schlecht trainiert.

P.S. Für die diesmal entstandenen Rechtschreibfehler übernehme ich keine Haftung. Sie werden in Kürze beseitigt

Eure Sandsteinjäger 

Montag, 29. September 2014

Mikulasovice´s zweite Chance

Das Wetterchen begann so wie gestern. Mit Nebel und Sonnenschein stiegen wir aus dem Bett. Der Wetterbericht sagte wieder gutes voraus. Mit ca. 24°C sollte es heute durch den Tag gehen, doch diese Temperatur hatten wir dann nur im stickigen Zug, der uns nach Mikulasovice brachte. Die Stadt die früher auch das Böhmische Solingen genannt wurde empfing uns wieder mal auf einem Bahnsteig der besonderen Art. Ich glaube die Menschen hier freuen sich nur, dass der Zug überhaupt fährt. Alles andere ist doch egal. Ich selbst will ja auch nicht hier auf dem Bahnsteig meinen Urlaub verbringen, doch irgendwie wird einem schon mulmig wenn man sein Bike in die Hand nimmt und aus dem Zug springen muss, um diese Höhe zwischen Zug und Bahnsteig zu überwinden. Es gibt sogar Bahnhöfe, nein Haltepunkte nenne ich sie, da kann man nur aus der vorderen Tür aussteigen. Der Haltepunkt ist dann halt nicht so lang wie er eigentlich sein sollte. Bei diesen Temperaturen wachsen dort auch alle Arten von Pflanzen und sieht damit aus wie ein Bio-Vorgarten. 
Jedenfalls mussten wir nun durch den Ort Mikulasovice. Früher eine reiche Industriestadt, heute ein Ort der an einer Straße liegt. Teilweise stehen hier immer noch schöne alte Häuser an der Straße und ziemlich versteckt an den Hängen. Die Straße führte uns zur alten Messerfabrik wo heute noch immer Messer der Extraklasse verkauft werden. Immer weiter und weiter, als schien der Ort kein Ende zu nehmen, reihten sich nun noch einige Fabriken ein. Die Straße zeigte langsam ihr wahres Gesicht. Stetig ging es nur bergauf, selbst als der Ort nun zu Ende war, war von einer Abfahrt nichts zu sehen. Wir machten Pause an einer Dreifaltigkeitskirche, die auch als Dreieck gebaut worden war. Leider ist dies nur noch eine Ruine, hat aber an Wirkungsgrad immer noch nicht verloren. Es ging jetzt wieder weiter in die nächste Ortschaft und immer weiter bergauf. Ich schaute auf mein GPS Gerät, welches mir dann verriet, dass wir gut 8 Kilometer bereits rauf gefahren sind. Das muss doch irgendwann ein Ende haben? Und wie… Das Schild deutete es an: Bahnübergang und gleichzeitig 12% Gefälle. Was zuerst kommt wäre egal, beides schien gefährlich. Es näherte sich eine Warnbake und dann kam der Übergang. Obwohl alles in Ordnung schien, schaute ich doch lieber mal nach. Dann kam die Abfahrt wofür wir 10 Kilometer lang gekämpft hatten. Das oben beschriebene Gefälle inkl. 2 Doppel-S-Kurven, die mir persönlich auf der schlechten Straße die Tränen in die Augen steigen ließen. Jetzt nur nicht die nächste Abzweigung nach Kopec wegen des starken Adrenalin-Spiegels verpassen. Schnell und kalt war es. Note empfehlenswert. Nun ging es durch den Wald in Richtung Kopec, einem verschlafenen und niedlichem Örtchen, wo der alte Großvater mit der Sense klappert und die Heidi mit den Tieren spielt. Es roch nach Heu. Das war so ein Nest ganz weit weg vom Alltag. Man muss sich nur den Überlebensgeist mitbringen.
Von Kopec aus ging es wieder zur Grenze zurück. Lange fuhren wir durch den Wald der so mystisch war. Bei Daubitz machten wir die große Pause. Es war Mittagszeit. Wir hatten Hunger und ich immer noch Kopfschmerzen. Die Pause tat gut. Aber die Sonne blendete mehr anstatt sie wärmen sollte. Immer noch waren Schleierwolken am Himmel zu sehen und Wind frischte teilweise auf, so dass es an einigen Stellen richtig frisch war. Hinter der Grenze machten wir uns auf nach Hinterhermsdorf, aber nicht die übliche Strecke hinauf, sondern über den Schäferräumicht. Einer Bergauf-Passage, die wir uns wahrscheinlich nicht noch mal vornehmen werden. In einem Schlengelkurs führte uns dieser dann zur Emmabank. Hier pausierten wir dann wieder. Die Sonne blendete mich und der Wind kühlte uns etwas aus. Egal, schön war es trotzdem. Katrin tüftelte an einer neuen Route, die uns zurück nach Schandau führen sollte. Irgendwo in Hinterhermsdorf bogen wir dann links ab und durchfuhren ein kleines Gebiet, in dem man eigentlich nicht mit dem Fahrrad fährt. Das sollte eigentlich so sein und wir halten uns auch daran, doch was Katrin dazu bewegte diesen Weg zu nehmen um abzukürzen, dass weiß ich nicht. Immer Sommer hatte sie sich noch beschwert als wir den Damengrund bei Pötzscha gefahren sind (mit Treppen und wilder Abfahrt). Der allerdings lag nicht in der Kernzone. Aber na ja, wir sind durchgefahren und das war es auch schon. Jetzt hatten wir den Anschluss an den Radweg im Nationalpark erreicht und fuhren an der Kirnitzsch entlang, bis wir dann auch endlich zur Straße kamen, die uns weiter nach Schandau führen sollte. Wir wurden auch immer schneller, denn wir hatten irgendwie Kaffeedurst und ein wenig Appetit. Wir hauten uns den Milchkaffee zwischen die Ohren, also in den Kopf, und verschlangen unser Eis.
Das war es mal wieder für heute und mein Tacho zeigt 45 Kilometer an. Die Höhenmeter bekomme ich noch raus und trag die dann nach.

Eure Sandsteinjäger

Sonntag, 28. September 2014

Steinig und Schlammig

Nebelschwaden machten sich über das Elbtal breit, als die Sonne sich am frühen Morgen zeigte. 7°C zeigte das Thermometer als wir uns auf den Weg zum Zug machten. Ab Königstein fuhr unser Fahrradbus dann weiter, der uns zur Ausgangsstation brachte. Beim Verladen mühte sich der Fahrer sehr meine Breitreifen in die Vorrichtung zu klemmen. War alles mal wieder für Spalttabletten hergestellt worden, genauso wie all die Fahrradständer der Republik. Irgendwie passte es dann, das Rad wackelte nicht mal mehr und das war auch gut so, denn die Straße war übel und grottenschlecht zugleich. Nach der Schütteltour ging es dann endlich richtig los. Wir bestückten die Räder mit den vielen Kameras und anderen Geräten und zogen durch den Wald. Wir nahmen wieder die kleine Abkürzung, welche diesmal sehr schlammig war. Katrin schien es nicht zu stören. Der Nachteil war nur, dass die Baumwurzeln sehr rutschig waren. Mich hätte es zweimal fast erledigt. Da helfen auch keine Stollen an den Reifen. Eine Rehfamilie kreuzte unseren Weg. Es ging dann wieder auf die Straße und weiter in den Ort unterhalb des Schneebergs. Schnell noch mal gesammelt und dann ging es wieder hinauf. Ohne Pause wollte ich mal hinauf fahren, leistete Katrin aber einmal Gesellschaft nachdem sie wieder einen Wadenkrampf vom Schieben bekam. Wir beide trafen uns dann an der Dresdner Aussicht wieder. Heute war viel los auf der Strecke. Wir waren auch nicht die Einzigen die sich dieses Plateau mit der höchsten Erhebung des Böhmisch-Sächsischen Sandsteingebirges ausgesucht hatten. Während wir uns über die schmalen Trails bewegten, konnte man in das Böhmische Land schauen. Decin lag unter einer Nebeldecke die allmählich verschwand. Dennoch war dies ein toller Anblick. Zudem spielte das Wetter heute richtig mit. Langsam aber sicher stiegen die Temperaturen um die 20°C. Hier oben war es etwas windiger als im Tal, aber das kennt man ja. Die Abfahrt ging dann wohl oder übel über den steinigen Trail, den die Downhiller lieben. Zwei von denen trafen wir auf dem Gipfel und sie fuhren Treppen hinunter die es hier so gab, trugen Motorradhelme und waren auf ihren Bikes ein bisschen witzig. Ich trag doch nicht mein Rad hier hoch, um damit die steinige kurze Abfahrt zu nehmen. Sie waren jedenfalls begeistert. Katrin auch wieder, denn für uns beide ging es jetzt an´s Eingemachte. Katrin fuhr mir hinterher. Immer wieder kamen knackige Passagen, die auch sie gut meisterte. Irgendwann kam dann auch die steile steinige Abfahrt. Wir trugen die Räder, bzw. Katrin nahm mein Rad und ich durfte dann die gefühlten 40 Kilo das kurze Stück tragen. Es waren nicht mal 100 Meter, dann konnten wir aufsitzen und weiter durch den aufgeweichten Boden fahren. 
Wir ließen Maxdorf hinter uns und fuhren durch das Böhmische Tor, dann ging es diesmal weiter in Richtung Zirkelstein. Hier hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Schrammsteine. Ich reinigte mich grob nachdem ich eine Pfütze, die in einer Kurve lag, übersehen hatte und mit guter Geschwindigkeit flott durchfuhr. Mit dem Versuch zu bremsen bin ich dann gescheitert und schlitterte einfach so durch. Katrin meinte das es toll aussah und sie im Schein der Sonne alle Regenbogenfarben gesehen hatte, inkl. dem braun der Pfütze und es sollte noch besser kommen. 
Nachdem wir unseren Kaffeedurst gelöscht und die Kameras vom Dreck befreit hatten, besuchten wir eine Anhöhe in Reinhardtsdorf. Eigentlich waren wir auf dem Weg zur Kleinen Bastei, wollten dann aber nicht weiter und verweilten hier an dem Platz, wo wir das gesamte Massiv der Schrammsteinkette betrachten konnten. Langsam ging die Tour dem Ende entgegen. Eine Abfahrt mussten wir noch bewältigen. Von Reinhardtsdorf zurück in Richtung Krippen über eine neue Straße mit knapp 60 km/h in den Ort geballert, ja geballert. Auf dem Rad ist das so sch… schnell. Nun ist´s dunkel und draußen wieder kalt. Morgen geht’s dann mit dem Zug ins Böhmische mit neuer Routenführung. 
Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 27. September 2014

Ankunft

Endlich..., jetzt läufts wieder. Nachdem ich schon den ganzen Nachmittag, bzw. die freie Zeit hier versucht hatte meine Kiste in Ordnung zu bringen, scheint nun doch wieder alles Problemlos zu laufen. Mein Laptop streikte und ist wahrscheinlich ebenso urlaubsreif wie wir. Dem werde ich dann zu Hause Beine machen und zeigen wer der Herr über die Datentechnik ist. Sonst gehts ganz gut. Der Sandsteinjäger-Thread über WhatsApp wird auch schon in allen Sprachvarianten und Jargons sehr gut angenommen. Da nun alles richtig (oder auch nicht) funktioniert schreibe ich einen Kurzbericht über die letzten Stunden. Nach 4:44 h sind wir hier angekommen. Die Sonne schien und vertrieb die restlichen Wolken. Der dritte morgentliche Kaffee schien nun endlich zu wirken. Ich war hundemüde. Der gestrige Arbeitstag schlug auf mein Gemüt, so dass ich alles noch mal im Traum überstehen musste. Ich war froh als ich im Auto saß und nicht mehr träumen musste. Jetzt begann der Urlaub. Wir bezogen unsere Wohnung und da begann schon der Ärger. Katrin legte sich ins Bett und wollte schlafen. Ich beschäftigte mich mit der Technik, die ja nicht so recht wollte. Irgendwann schmiss ich den Mist hin und mich dann ebenso ins Bett. Eine Stunde Schlaf sollte helfen. Danach gingen wir in die Stadt ins Café, aßen ein Stückchen Kuchen und gingen eine kleine Runde über den Schloßberg und deren Ruine. Eigentlich wollten wir gegen 7 essen gehen, aber gegen 5 schon ärgerte uns der Magen so sehr, dass wir unsere Gaststätte aufsuchten und unsere Nahrung zu uns nahmen.
Alles in allem hatten wir wieder Wahnwitziges aus den Gesprächen mit nehmen dürfen. Zum Beispiel ob man eine Bootsfahrt die Kirnitzsch hinauf machen kann. Dabei stellten wir uns vor bei den "Oberen Schleusen" bei den Kahnfahrten einzusteigen und ein Wochenticket bis Bad Schandau zu kaufen, inkl. Rafting an den verschiedenen Schleusen und Sperrwerken. Kenner wissen das es an diesem beschaulichem Fluß keine Bootsfahrt geben wird. Annika und Christian haben darin gebadet und konnten nicht mal richtig abtauchen. So ihr lieben, somit habt ihr einen kleinen Kurzbericht über den ersten Tag bekommen. Morgen geht es dann erfrischt in den kompletten Erlebnistag mit super Wetter.
Achso, ich war allein kneipen. Das Wasser war so kalt, einge haben mich gesehen, weh hats getan, doch leider geil.

Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 30. August 2014

Immer wieder Darß

Diese Tour hatten wir anders geplant und sollte eigentlich von Graal-Müritz über Barth wieder zurück nach Graal-Müritz führen. Ich konnte am PC die Route nachvollziehen und kam auf eine satte Strecke von 92 Kilometern. Das war heftig und ich schmiedete den Plan von Wieck aus mit der Fähre nach Bodstedt zu fahren und somit die Strecke um 20 Kilometer zu verkürzen. Zwar gab es keine Steigungen und schlechte Straßen, aber dennoch wollte ich keine Riesentour mit Micha unternehmen. Der würde mir noch zusammenbrechen und ich wäre schuldig.

So fuhren wir durch Graal-Müritz in Richtung Strand. Hier ging es weiter immer unterhalb der Düne. Die Ostsee konnten wir riechen aber nicht sehen. Anstatt das wir mal die Seite wechselten um auf das Meer zu schauen, jagten wir über den Radasphalt. Die Strecke war nicht voll, aber immer wieder hatten wir Probleme zu überholen. Selbst wenn man nebeneinander fährt kann man doch Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen. Dann wird man auch noch schief angeschaut wenn man schneller ist als, und sich vorher bemerkbar macht. Damit aber muss man wohl leben solange es Touristen auf dieser viel besuchten Halbinsel geben wird. In Windeseile waren wir in Wustrow. Wir fuhren durch das alte Wohngebiet von Wustrow mit all seinen kleinen Häuschen und kleinen Gassen. Weiter ging es dann über den Deich nach Born. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf den Bodden. Leichter Nieselregen begleitete uns bis nach Born. Ab hier schien dann die Sonne und heizte uns bis Wieck ein. Der Ort war gut gefüllt, aber trotzdem konnten wir uns noch frei bewegen. An einem Festplatz in Wieck war buntes Treiben angesagt und wir konnten hier unser Fischbrötchen genießen. Wir hätten auch schon ab Born die erste Fähre nach Bodstedt nehmen können, aber das war uns zu früh und so fuhren wie gesagt weiter nach Wieck. Dort erlebten wir den Spaß des Jahrhunderts. Zwar war ich mit zwei Kameras gut bestückt, jedoch waren wir beide so geschockt, dass wir es beide vergessen haben. Das wäre der Youtube-Knaller der Woche gewesen. Die Geschichte begann so, dass jemand mit seinem Zeesenboot ablegen wollte. Sein Boot lag genau an der Hafeneinfahrt. Praktisch gesehen, Motor an, ablegen, raus fahren und ab geht’s. Er machte nur einen bösen Fehler, auf den auch viele weitere folgten. Der Wind drückte in den kleinen Hafen und die Segel waren gesetzt. Zu guter letzt löste die Mitfahrerin das Seil am Bug. Gleichzeitig drückte der Wind in die Segel und das Boot drehte sich quer in die Hafeneinfahrt. Der Sonntagskapitän versuchte nun sein Schiffchen mit aller Gewalt wieder in die richtige Richtung zu bringen. Vollgas rückwärts und Ruder in die falsche Richtung – Vollgas vorwärts und Ruder wieder falsch. Er war dann so mit seiner Sache beschäftigt, dass er die Länge seines Bootes unterschätzte und mal rückwärts in ein anderes Boot fuhr. Vorwärts ebenso. Jetzt wurde es laut und die Scharen bewegten sich zum Ufer, um zu zusehen wie der Depp im Hafen seine Schüssel versenkt und vorher seine Schnecke über Bord schmeißt. Dreimal noch fuhr er gegen andere Schiffe. Der Wind hatte es nun geschafft (er auch), dass sein Boot nun am Ende des Hafens angelangt war. Mehrere male wurde er aufgefordert seine Segel herunter zu nehmen und es dann zu versuchen. Er machte sich dann auf und Frauchen ging an Steuer. Das war dann der Gau, denn sie ließ den Kahn dann gleich ohne Gas zu geben direkt in den Nachbarn ballern. Jetzt wurden an Land Wetten angenommen ob er es noch heil aus dem Hafen schafft, ob er überhaupt einen Schein hat, bzw. das es nicht mal sein Boot sei. Mit einem Kopfschütteln betraten wir unsere Fähre und konnten dann später sehen wir es wirklich geschafft hatte das Boot aus dem Hafen zu kriegen. Da nun später auch starker Regen aufkam und der Wind für ihn sehr ungünstig stand, denken wir heute noch an ihn. Er wird es an diesem Tag sicherlich nicht mehr in den Hafen geschafft haben.
Wir indes machten nach einer halben Stunde auf der anderen Seite fest. Ich wurde mit meiner Helmkamera begutachtet als sei es wirklich immer noch etwas Außergewöhnliches. Ich machte dem Bootsmann jedoch klar, dass dies nur meine Zielvorrichtung sei, um Pedelecfahrer von der Bahn zu schießen. Er nickte wohlwollend ab.
Der Himmel zog sich langsam wieder zu und wir mussten nun auch noch gegen den Wind fahren, der aus Süd-Westlicher Richtung kam. Es dauerte ein Weilchen bevor wir richtig in den Tritt kamen. Problemlos konnten wir hier die Straßen befahren, ohne Angst zu bekommen überfahren zu werden. Was blieb uns auch übrig. Waldweg gab es erstmal nicht. Erstmal.
Es ging durch Neuendorf und weiter und weiter. An einem Hafen konnten wir, während es regnete, unser Mittagessen genießen. Kartoffelsuppe mit Würstchen.
Nun mussten wir auch weiter, denn die Zeit drängte. Zwar fuhren die Züge ab Graal-Müritz alle Stunde, aber der Zug um 19.00 Uhr musste geschafft werden. So schnurrten wir nun unsere Kilometer ab und kamen Ribnitz immer näher. Plötzlich eine Schlechtwetterfront vor uns, die wir genau ausmachen konnten. Sie kam genau auf uns zu. Wir bogen ab in Richtung Langendamm, einem ruhigen verschlafenen Ort und konnten uns hier in dem Vereinshaus unterstellen. Wir hatten jetzt wieder Pause und naschten unsere Provianttüten weg. Als es etwas heller wurde machten wir uns wieder auf, um dann doch noch in den Regen zu fahren. Wir warteten kurz und zogen uns um. Während dessen faselte Micha irgendwas von klingeln und großen Hupen. Mein Gott. Dem fehlte wohl etwas Abkühlung. Jetzt ging die Party richtig los. Anfangs ungemütlich, hinterließen wir nun unsere Spuren im nassen Asphalt. Dabei versuchte sich die Sonne zu zeigen. Der Horizont wurde heller und heller. Der Regen war warm und daher machte es uns auch nichts aus weiter zu fahren. Das Zentrum umfuhren wir jedoch wie schon besagt. Es ging direkt noch mal zum Saaler Bodden heran. Die Elektro-Musik aus Pütnitz wurde immer lauter. Irgendwann quälten wir uns auf den Panzerplatten entlang und entkamen so wieder dem Wald, der nur meinen nassen Bremsen zu schaffen machte. Das mischte sich nun mit feinem Sand und hobelte den Bremsstein glatt. So langsam aber bekamen wir es mit der Angst zu tun. Ich selbst wollte den Zug ab Graal-Müritz nehmen, wollte aber andererseits natürlich nicht auf diese tolle Landschaft am Saaler Bodden verzichten. Ich spreche also von der Umleitung, welche aber wiederum eine Umfahrung des Regenzentrums war. Was soll man sagen.
Jetzt kamen wir Ribnitz im vollen Tritt immer näher und als wir endlich durch waren, war uns eigentlich klar das wir den Zug um 8 nehmen müssten. Vielleicht hätte man es dann doch schaffen können, aber da waren ja noch die Mädels. Dessen Anruf kam ja prompt, als wir immer noch nicht zu Hause waren. Es wurde schon gewartet. Das brachte uns aus dem Tritt und dann kam noch die Bemerkung, dass angeblich der Zug um 8 nicht fährt. Ups. Sollte ich so dämlich sein? An alles hatte ich gedacht. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Die Mädels riefen wieder durch. Es war nun kein Konzept mehr drin. Kein Tritt kein Antrieb. Sie wollten uns nun abholen. Na ja, wenn es denn sein muss. Ich war mir aber völlig unsicher ober der Zug wirklich fuhr. Aber wenn da der Konjunktiv nicht sein würde. Angekommen in Graal-Müritz ca. 10 Minuten nachdem der Zug abgefahren war, machten wir uns gleich an die Abfahrtstafel und siehe da, der Zug sollte wirklich fahren. So hatte ich es mir gedacht. Während wir dann Scherze machten und die Mädels dann auch auf den Parkplatz fuhren, fuhr wiederum der Zug in den Bahnhof. Jetzt hatten wir wieder freie Wahl, obwohl der Micha liebend gern mit dem Zug gefahren wäre, er nahm jetzt das Auto das ihn bis vor die Haustür fuhr.

 
MfG Christoph

Dienstag, 26. August 2014

Zwischendurch

Eigentlich wollten wir uns nach der ersten Urlaubsrunde noch mal melden, bzw. einen Post hinterlassen. Dazu kam es leider nicht mehr. Ich saß danach nicht mal mehr auf meinem Rad und habe es nur im Stall von links nach rechts geschoben (damit es so aussieht als wurde es bewegt). Endlich in der letzten Woche wollte ich mit dem Roybär noch eine Runde drehen. Keine Vorbereitung, kein Check am Rad, einfach losdüsen in Richtung Ostsee. Nach 200 Metern war dann auch Schluss. Nicht das es uns nicht mehr gut ging und wir völlig ausgepowert waren, nein, mein Hinterrad bewegte sich nicht mehr. Stillstand. Davor hatte es schön laut geknackt. Jetzt war es endlich wieder mal passiert. Auf einen größeren Schaden habe ich ja nun eigentlich noch gewartet. Es ging zurück in die Gagage. Von weitem näherte sich ein kleines Unwetter. Sollte das Glück sein? Vor kurzem schien noch die Sonne. Wir schafften es noch in die Garage. Erstmal setzen nach der Strapaze. Es fing an zu regnen an.
Das Hinterrad ließ sich nur schwer ausbauen, denn der Lockring hatte sich gelöst und verklemmt. Jedesmal wenn ich die Achse festzog, drückte ich den Lockring immer über das Gewinde drüber und so entfernte ich die ersten Ringe des Gewindes langsam aber sicher. Diese fand ich dann auch als Span wieder. Das Ding war hinüber. Aluminium ist ja besser weil leichter. So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt. Ich stöberte den alten Lockring aus Stahl noch auf, reinigte alles schön und baute unter Aufsicht von Roy, der bereits bei der Flüssigkeitsaufnahme war, alles wieder zusammen. Das Rad wiegt nun 9 Gramm mehr. Das ist gerade so mit meinem Gewissen zu vereinbaren. Ich war aber immer noch nicht zufrieden. Alles knirschte und knackte. Das ich das vorher nicht mitbekommen habe wunderte mich sehr. Hier war der Dreck des Sandsteingebirges wieder zu finden. Ich nahm zu guter letzt die Spannrollen auseinander und reinigte und fettet diese. Eigentlich sollten es schon längst neue werden, doch diese sahen noch gut aus. Also 15 € pro Rolle gespart.
In knapp einem Monat geht es wieder los. Für eine Woche in unser Gebirge. Vorab jedoch werde ich selbst noch ein paar Runden drehen. Mit dem Michi geht es wieder auf große Fahrt. Nachdem er sein Rad gepimpt hat und nicht weiß wohin mit der ganzen Kraft, habe ich ihn zu einer Tour eingeladen. Es soll von Graal-Müritz auf den Darß gehen und dann weiter über Barth und Ribnitz-Damgarten zurück nach Graal-Müritz. Anfangs dachte ich das diese Tour eine gemütlich Runde werden würde. Wenn da der Konjunktiv nicht wäre. Tatsächlich soll diese Pipi-Runde 90 Kilometer haben und 77 Höhenmeter besitzen. Da wird nach 6 Stunden der Hintern ganz schön brennen. Da muss ich mein Rad noch etwas leichter machen. Nur wo? Die Reifen werde ich tauschen, schafft gut und gerne 500 Gramm bei den Schlappen.
Am Ende hoffe ich nur das wir gutes Wetter und wenigstens kein Wind haben, denn dieser wird uns mächtig ärgern können.

Ein Sandsteinjäger in Lauerstellung 


Dienstag, 8. Juli 2014

Mit dem Finger auf der Landkarte

In der letzten Nacht hatte es leider ohne Regen etwas Gewitter gegeben, aber bedauerlicher Weise ohne merkliche Abkühlung. Heute früh schien die Sonne mit solch einer Kraft, dass man es an der Luft nicht aushalten konnte. Wir mussten drin frühstücken. Auf Grund der Hitze von 31°C, die auch noch in eine schwüle Phase überging, änderten wir unseren Plan. Kleine Rundtour mit schneller Einkehrmöglichkeit, da es um 13.00 Uhr anfangen sollte zu regnen. Wir zerredeten so lange unseren Plan bzw. Pläne, bis wir entschieden hatten zu Haus zu bleiben. Ich legte mich hin und schlief noch mal weiter. Katrin war noch mal im Dorf. Es hatte wirklich nicht genutzt irgendwas zu machen. 13.45 Uhr ging das Unwetter endlich los, nachdem wir nur noch darauf gewartet hatten. Es wurde ja immer schwüler und in den Nachbarorten hatte es schon ordentlich geballert. Nur bei uns nicht. 
Jetzt sitzen wir hier in der Bude und regenerieren, was eigentlich auch nicht schlimm ist. Diesen Pausentag hätten wir mal in der Mitte der Urlaubszeit haben sollen, dann wäre es uns wahrscheinlich besser ergangen. Wir verdrücken nun unseren Kuchen und unsere geschmierten Brötchen als Brotzeit und da wir noch packen müssen, sollte es bald mal aufhören, aber der Tag ist noch lang und vielleicht drehen wir noch eine kleine Erfrischungsrunde, um nicht in eine langweilige Restzeit zu verfallen. Es hat sich deutlich abgekühlt und wir können nun endlich mal wieder die Bude lüften. Viel getan haben wir bis jetzt also nichts außer mit den Fingern auf der Landkarte rumzufahren, um uns ein Ziel für heute zu suchen, welches wie schon beschrieben ausgefallen war. Vielleicht kommt ja noch ein Erfolg - das werden wir dann aber berichten.
 
Eure Sandsteinjäger 

Montag, 7. Juli 2014

Rumburak´s Welt

Das war heute früh echt eine starke Nummer. Aufgestanden wurde um 6.00 Uhr. Draußen war es noch schön ruhig und wir hatten milde Temperaturen. Wir tranken eine Tasse Kaffee und machten uns auf zum Bahnhof. Der Zug ging um kurz nach 7. Der Schaffner bzw. Zugbegleiter der tschechischen Zuggesellschaft erinnerte uns ein wenig an Rumburak. Das Foto auf seinem Ausweis war definitiv vor seiner Ausbildung gemacht worden. Dunkles lockiges Haar mit grauem Ansatz und einem Rauschebart. Dazu war er nicht all zu groß und sehr schmächtig. Er hätte in jedes Märchen gepasst. Zu diesem Film würde Karel Gott irgendetwas über den Zug nach „Nirgendwo“ als featuring singen. Die Bahngleise ab Sebnitz (dahinter beginnt das böhmische Märchenland) waren mehr schlecht als recht. Man könnte denken die wurden noch mit der Hand verlegt, so wie man es in den alten Westernfilmen sehen kann. 1, 2, 3 Hopp und wieder waren 5 Meter Gleise verlegt und schnell zusammen genietet worden. Im Zug fühlte es sich an, als wenn nur Weichen zusammen gebastelt wurden, etwa so wie wir Kinder früher wenn keine Gleise mehr bei der Modellbahn übrig waren und man irgendwas zusammen gestückelt hatte. Hauptsache fertig machen.
Katrin machte dann den Kauf der Fahrkarten klar. 2 Personen inkl. Fahrräder 4,86 € - da war definitiv etwas in die Hose gegangen. Beim Aussteigen hatten wir bemerkt, dass er die Fahrräder vergessen hatte.
Wir waren nun in Rumburk angekommen. Der Schaffner entlud noch ein paar Eisenkisten mit Gold und Edelsteinen und wir verdrückten uns im Park. Hier konnten wir erst einmal unser Frühstück zu uns nehmen. Irgendetwas brauchten wir ja jetzt für unseren Magen. Danach ging es durch die Stadt Rumburk. Wir hatten zwar einen Wegweiser gefunden, der war jedoch nicht eindeutig. Wir merkten uns was so auf der Strecke lag und fuhren dies dann einfach ab. O2 sind dann zum Beispiel Telefonzellen, dann gab es noch Krankenhäuser, Marktplätze, Polizeigebäude und dergleichen. Wir fuhren also definitiv so auf die Grenze nach Deutschland zu und waren so ganz schnell in Seifhennersdorf. Hier begann schon der eigentliche Aufstieg zu unserem Berg, der Frenzelsberg. Ja, man glaubt es kaum. 
Er ist auch auf Wikipedia zu finden. Informiert euch bitte selbst. Jetzt ging der ganze Weg wieder zurück, denn wir fuhren nur diese eine Schleife in das Nachbardorf, um zu diesem Berg zu kommen. Also ging es wieder nach Rumburk zurück und wir sahen so die Stadt auch von ihrer schönen Seite. Diese Grenzstadt lebt noch. Die Radwege sind hier super ausgeschildert und so fanden wir durch die Stadt und auch wieder heraus. Wir mussten nun die Heimreise antreten. Wie bereits gestern erwähnt, sollten es so um die 60 Kilometer werden. Bei 31°C im Schatten war dies eine Menge Arbeit die auf uns wartete. Und gerade weil zu heute zum Nachmittag Gewitter angesagt wurden und ich ein Zeit von 6 Stunden für die Rücktour eingeplant hatte, waren wir ja so früh los gefahren. Es sollte sich wirklich lohnen. Wir fuhren eine wirklich tolle Strecke mit schönen Städten und Dörfern. Zwar gab es auch viel verlassenes, aber das Erhaltene überwiegte. Dazu Wiesen und Wälder, Schatten und Sonne, Schotterpisten und Sandwege – alles war dabei. Wir fuhren durch die heimliche Hauptstadt der Böhmischen Schweiz Krasna Lipa und nah an der Quelle der Kirnitzsch vorbei. Da hätten wir aber noch einen Abstecher machen müssen. Das war es uns aber doch nicht wert. Hinter dem Ausflugslokal „Na Tokani“  ging es fühlbar nur noch bergab. Vorab gab es wieder mal eine der längeren Pausen, die wir wohl alle Stunde einmal durchgeführt hatten. Ich nahm mein Energie-Gel zu mir, da ich wusste, dass es Stellen im Kirnitzschtal gibt, an der ich Katrin schieben müsste. Zudem war ich ausgebrannt. Katrin probierte das Zeug ebenfalls. Nachdem ich gelesen hatte wonach es schmeckte, konnte ich ihr sagen es sei Maracuja, aber scheußlich süß. Sie solle doch auch mal probieren. Das hilft auf alle Fälle gegen schwere Beine und werdende Krämpfe. Ich dachte sie probiert wie man halt probiert wenn man nicht weiß wie eklig es sein kann. Sie nahm einen schönen „Löffel“ voll und schaute mich an. Tja, nun runter damit und ordentlich nachtrinken. Irgendwie war es ihr zuviel. Warum hört sie auch nicht auf mich? Wir befanden uns nun schon auf dem Weg zur Grenze nach Hinter Dittersbach und damit war mehr als die Hälfte der Tour geschafft. Wir rollten nun durch die Wälder an der Kirnitzsch mit Schotterknistern entlang. Hin und wieder schob ich Katrin dann die Hügel hinauf. Erst Asphaltsummen an meinem Stollenreifen sagte mir das ich auf einer heißen Straße entlang fuhr. Katrin setzte sich in meinen Windschatten und wir cruisten bis in den Ort hinein, um einen Eisbecher und dann eine Eisschokolade zu bestellen. Lecker, denn unsere Bordgetränke waren schon alle und die Nahrungsbehälter waren ebenfalls leer.
In Summe waren es heute 62 Kilometer die sehr gut abgeschätzt wurden.

Eure Sandsteinjäger

Sonntag, 6. Juli 2014

Aus technischen Gründen geschlossen

Wir sitzen hier immer Zimmer und lassen die Klimaanlage laufen. Der heutige Tag ist eigentlich schon rum. Da lief heute gar nicht viel. Katrin hat schon Muskelverhärtung in den Waden bekommen. Da hat der Muskel wohl "zugemacht". Zum Wandern nicht gerade ideal. Wir hatten uns auf die Räder geschwungen und den alten Treidelweg ausprobiert der von Bad Schandau nach Königstein führt. Eigentlich gibt es diesen Weg gar nicht, aber er ist trotzdem befahrbar. Er soll in den nächsten Jahren sogar weiter ausgebaut werden, jetzt aber noch führt er über Stock und Stein. Katrin fuhr hinter mir her. Plötzlich schepperte etwas. Katrin stand da und hielt etwas in der Hand. Sie hatte es geschafft, wie auch immer, sich das vordere Schutzblech abzureißen. Irgendwo war sie drüber gefahren und hatte das dann zwischen dieser Spange und den Speichen. Zack und weg. Die Spange hatte glücklicherweise nachgegeben und sich aus der Steckverbindung gezogen. Ich bog das alles wieder gerade und setzte dann alles wieder zusammen. Weiter ging die Fahrt in Richtung Königstein. Dort wollten wir nur ein Eis essen, es war aber alles dicht. Die meisten Läden öffneten erst um 14.00 Uhr. So fuhren wir zurück nach Hause, luden die Sachen ab und fuhren mit der Fähre in die Stadt. Eis bei Mario. Das war wieder lecker bei der Hitze. Uups, wer läuft den da vorbei? Katrin war sich völlig sicher. Erst hatte sie ihn gesehen und seine Frau. Schwups, waren die beiden auch schon vorbei. Wir beide bekugelten uns. Was mögen die hier wohl machen? Und da, jetzt liefen die beiden wieder runter ohne uns zu sehen. Katrin war aus dem Häuschen. Hat der Parkentiner Weg heute Wandertag? Da wir gerade am Zahlen waren, beschlossen wir den beiden hinterher zu gehen. All zu weit konnten sie noch nicht sein. Da standen sie an einer Info-Tafel. Unsere Nachbarn von drei Häusern weiter. Familie B. Die beiden staunten nicht schlecht als wir sie angesprochen hatten. Wir schnackten ein bisschen. Es war den beiden anzumerken, dass sie sich gefreut hatten uns fernab der Heimat zu sehen. Ich muss ehrlich gestehen. Ihn kannte ich ja noch aus der Zeit als ich mit dem Bus unterwegs war und gesehen habe ich ihn in der Stadt ja auch schon öfter, doch sein Frau war mir völlig unbekannt, genauso wie die Familie gegenüber aus dem Neubau-Block :-).
Wir gingen dann zur Fähre und festigten den morgigen Plan. Da der Zug um 9.05 Uhr evtl. wieder voll sein könnte (so wie Samstag), werden wir den Zug um 7.05 Uhr nehmen, um dann um 8.34 Uhr in Rumburk zu sein. Unsere Tour dauert ca. 6,5 Stunden reine Fahrzeit und sollte so um die 60 Kilometer lang sein. Das ist schon heftig, wenn man das mit dem Wetter verbindet. Morgen soll es zum Nachmittag hin Gewitter geben. So sind wir nun auf der sicheren Seite. Gegessen wird dann im Zug.
Da ich heute hier auch noch grillen werde, kommt uns der heutige Tag als Erholung ganz genehm. Also dann bis morgen und drückt uns die Daumen das alles klappt.

Eure Sandsteinjäger

Samstag, 5. Juli 2014

Sturmbauers Eck - Thema verfehlt

Wir hatten uns heute vorgenommen mit dem Zug der neuen Bahnverbindung nach Rumburk zu fahren und dann zurück zu radeln. Leider sind wir auf Grund der letzten Touren etwas geschwächt. Das nicht einheitliche Wetter tut dazu nicht sein Bestes geben. Anfangs waren es topp Bedingungen. Nicht zu kalt und nicht zu warm, man konnte so gut in Bewegung bleiben. Doch die Sonne wollte uns helfen einen tollen Urlaub zu haben und wir hatten dadurch in den letzten Tagen ansteigende Temperaturen bis zu 27°C, teilweise über 30°C. Anfangs waren es im Schatten 15°. Das schlägt natürlich auf die Physis über. Die Hitze ist kräftezehrend. Früher waren wir auch noch jung und frisch, heute nur noch jung. Da schafft man dann nicht mehr das, was man so machen will und was man sich vorgenommen hat. Kurzum haben wir die große Tour nun auf Montag verschoben und morgen wird sich dann noch mal kurz warm gefahren, denn wir haben auch einen Weg entdeckt, denn wir vom Lilienstein aus gesehen haben. Darüber dann morgen mehr. Heute ging es also auf Schusters Rappen zuerst mit der neuen Bahn nach Sebnitz. Die neue Strecke wurde gestern eingeweiht und heute mit vielen Traditionszügen gefeiert. Da dies nicht nur für sächsische Wanderer eine tolle Route ist, sondern auch die Tschechen anzieht, war der Zug demnach ebenso gut gefüllt wie man sich nur denken kann. Katrin stopfte ich daher in eine sichere Ecke und stellte mich so davor, dass sie nicht bedrängt werden konnte. Sie war knapp davor den Zug wieder zu verlassen, egal wie und wo. Der gute Duft aus einer Mischung aus alten Turnbeuteln, Knoblauch und strengem Schweißgeruch weckte den Geist eines alten D-Zuges der zwischen Berlin und Rostock fuhr, mit wenig guter Belüftung, 40°C im Schatten und 2 Stunden Verspätung, welche man dann in einem Birkenwäldchen irgendwo im Nirgendwo absitzen musste. Dazu kamen dann Leute die ganz nötig auf das Klo mussten, aber leider nicht durch den Zug zu ihrem persönlichen Ziel kamen. Die Schaffnerin versuchte ihr Bestes zu regeln und die Fahrkarten zu kontrollieren, sprang immer wieder auf die Bahnsteige und flutschte ebenso schnell wieder in den Zug. Auf Grund ihrer Körpergröße ging das auch sehr gut, konnte man aber schnell übersehen. Wir wurden nach einer Dreiviertelstunde aus diesem Zug entlassen. Katrin hat ihr persönliches Drama überstanden, mir stand es noch bevor.
Nach dem Besuch des gut besuchten und toll ausgestatteten Bahnhofs mit all den Feierlichkeiten gingen wir zum Busbahnhof, um von dort aus nach Saupsdorf zu fahren. Hier sollte unsere Wanderung starten, keine große Tour aber wir haben etwas für uns getan und es war nicht so anstrengend. Am Ende des Dorfes wollten wir aussteigen, wobei der Fahrer einfach vorbei fuhr. Ich sprang nach vorn und erzählte ihm in drei Worten unsere Meinung. Zwar war der Bus schon einige Meter über das Ziel hinaus geschossen, für mich selbst aber wollte ich unseren Plan ja einhalten und nicht erst nächste Haltestelle aussteigen.
Katrin meinte dann: „Jetzt müssen wir das ganze Dorf zurück, wären wir mal drin geblieben.“ Wir gingen zu dieser Haltestelle und es war dabei wirklich nicht weit – keine 150 Meter, jedoch fehlte hier der Aufgang zu unserem Wanderweg. Es war mal wieder „Privatweg“. Jeder der hier ein Grundstück an einem Wanderweg hat nennt dies meistens gleich sein Eigentum und schreibt: „Privatweg!“ oder „Vorsicht kackender Hund“. So mussten wir tatsächlich zwei Haltestellen zurück. Dabei hatte Katrin gleich zwei Probleme bekommen: Pipi und Hunger. Also Frauen mit Pipi geht noch, die Aggressivität kann man schnell aus dem Wege räumen, aber beides zusammen geht gar nicht. Es gleicht so fast einem Atomunfall, ich nenne es mal GAWaS – Größter anzunehmender Wander Stress. Ich drückte ihr ein Brötchen in die Hand, als wenn man einem Kind die Rassel gibt: „Hier nimm das“. Ab jetzt war erstmal Funkstille bis zur nächsten Bank. Wir konnten nun erstmal etwas essen, gemeinsam und alles war wieder in Butter.
Unser Ziel war jetzt „Sturmbauers Eck“. Vor kurzem erst wieder neu eingerichtet und beidseitig begehbar, also von oben und von unten. Wir kamen von oben und aus dieser Richtung ist also noch nicht so gut eingerichtet wie man sich wünscht. Kurzum, wir hatten unser Ziel verfehlt. Wir gingen einfach den Malerweg weiter und marschierten in Richtung Kleinsteinhöhle und Kleinstein. Für ein paar Minuten hielten wir wieder inne und schauten auf die benachbarten Steine, welche wir vor kurzem gerade besucht hatten. Der Malerweg führte uns dann bis zur Buschmühle. Von hier ging es dann zu Fuß weiter bis zur Felsenmühle. Wir brauchten nicht lange warten und schon kam der Bus, welchen wir auch wieder am Lichtenhainer Wasserfall verließen und in die Kirnitzschtalbahn umstiegen. Mit dieser ging es dann bis zum Ziel Bad Schandau. Hier aßen wir in der besten Gaststube der Stadt und fuhren dann mit der Fähre wieder heim.

P.S. Die drei Worte waren: „Wir haben gedrückt.“

In diesem Sinne, drücken nicht vergessen.
Eure Sandsteinjäger

Freitag, 4. Juli 2014

Ausgetanzt

Nun ja, die Nacht hatten wir trotz des Gruselkabinetts in der hinteren Reihe des gestrigen Tages sauber überstanden, jedoch klingelte der Wecker meines Erachtens heute zu früh. Das Fenster war die ganze Nacht offen und die Bettdecke fühlte sich demnach eisig an. Wir mussten, ob wir wollten oder nicht, den Zug um 9.20 ab Schandau in Richtung Sebnitz nehmen. Das heißt also früh aufstehen. Sebnitz die verlorene Stadt, so nenne ich sie. Es sieht teilweise richtig verlassen aus, obwohl es vielleicht auch Ecken geben mag an denen es schön sein kann. Wir haben sie aber nicht gesehen. Vom Bahnhof aus fuhren wir dann in Richtung Urzeitpark, um dann in Richtung Tanzplan zu starten. Prompt hatten wir uns auch verfahren. Und da die Katrin ihre Anschlusskarte nicht dabei hatte (welch Fahrlässigkeit), musste in Sebnitz mein Navi weiterhelfen. Irgendwie war sie heute durcheinander, so wie jetzt auch bei der Planung für den nächsten Tag. Jedenfalls machte Katrin heute bei dem Wetter schnell schlapp und ich schob dann die beiden Räder die Hügel hinauf. Vom Tanzplan hat man vom Turm aus eine tolle Sicht über das ganze Areal. Zum Aufgang des Tanzplan stand jedoch in Schönschrift geschrieben, dass die Gaststätte seit 2013 geschlossen sei, aber der Turm für jedermann offen stünde. Die erste Bemerkung ignorierte ich einfach und wollte einfach nur hinauf. Katrin trübte ihre Blicke immer weiter, bis ich auch endlich diese nicht ausgesprochenen Worte verstand. Es ging also um den Tanzplan herum und wir kamen direkt in Tomasov auf einem Hinterhof an. Nun aber schnell die Abfahrt zurück in Richtung Grenze. Tja, Abfahrt, das verstand die Katrin und sie lächelte wieder und ich hatte ebenso meinen Spaß. Auch wenn die zweite Kamera mal wieder ihren Hacker hatte, bekam ich sehr viel Filmmaterial zusammen. Dieser Schotterweg fehlt aber leider und muss mal nachgefügt werden. Es müsste eigentlich für einen Spielfilm reichen. 
Auf dem Panoramaweg endlich die erste große Pause. Wie zwei junge Raupen stürzten wir uns auf den Salat. Das große Buffet war eröffnet, danach legten wir uns in die Sonne. Die Temperaturen waren heute wirklich hoch, es war stickig und nur der Fahrtwind brachte Kühlung. Da kam diese lange Pause ganz recht, besonders der Raupe „Nimmersatt“. Die kann ja futtern. Jedenfalls machten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub und bretterten über den Panoramaweg. Die Jahre zuvor fuhren wir diese Strecke immer entgegen gesetzt. Heute erkannten wir, dass es besser sei die Tour anders herum zu fahren bzw. neu zu gestalten und in Verbindung mit anderen Strecken ab zu radeln. Für solch Experimente braucht es nun 5 Jahre Zeit, um das heraus zu finden. Wahnsinn. Da sieht man, dass auch wir die perfekten Routen noch nicht gefunden haben und das auch wir noch nicht alles kennen.
Jetzt ging es über die Hohe Straße, welche wir uns ein paar mal hinauf gequält haben, schnell bergab und in knapp 15 Minuten waren wir am Lichtenhainer Wasserfall. Im Kirnitzschtal führte Katrin unsere 2er Gruppe und gab das Tempo an. Da musste ich mich auch fragen, woher die Kraft auf einmal kommt. Natürlich, sie hat ja hoch geschoben. Ich macht es mir im Windschatten gemütlich und troddelte im letzten Gang hinterher. Zur Belohnung für diesen Tag gab es noch ein Eis und dann ging es nach Hause. Auf alle Fälle musste ich mich noch mal hinlegen. Die Fitness lässt nun doch allmählich nach. Morgen und übermorgen werden wir wohl Wandertage einlegen müssen, da für Montag die Riesentour von Rumburk über Seifenhennersdorf und dem Frenzelsberg durch die Böhmische Schweiz führen wird. Mit knapp 60 Kilometern wird es eine neue Herausforderung werden.

In diesem Sinne,
"Kommt Zeit, kommt Rad"

Eure Sandsteinjäger

P.S. Es kann möglich sein, dass ein Video der Ringerin von Bahnsteig 1 im dazugehörigen Blog zu finden ist. Ich hoffe es kommt gut rüber :-)

Donnerstag, 3. Juli 2014

Symphonie des Grauens in Reihe 13

Nachdem es ja nun heute (ich schreibe im „Jetzt“ obwohl es schon „gestern“ war) etwas für das Gemüt werden sollte, hatten wir vor dem Theater eine Wanderung geplant. Wir wollten von Walthersdorf, da hatten wir dann auch unser Auto stehen lassen, zur Kleinen Bastei und dann zum Lilienstein wandern. 15 Kilometer in 4,5 h, dazu 600 Höhenmeter schien für uns auch machbar. Es war zwar warm, aber immer noch angenehm. Es ging vorbei an der Pferdewiese. Hier standen die Pferde für das abendliche Kulturprogramm der Felsenbühne und warteten auf Ihren Einsatz. Wir wanderten also zur Kleinen Bastei und dann hinunter nach Rathen. Von hier aus mussten wir den ganzen Weg zurück über den Kotteweg und später durch den Lottersteig hinauf zum Fuße des Lilienstein. Der Lottersteig trägt seinen Namen in aller Ehre. Unsere Frühstückspause nahmen wir dann mit Blick auf den Brandrücken. Jetzt begann der harte Teil, der Aufstieg über die Nordseite auf den Lilienstein. Katrin hatte da aber mächtig zu tun, nicht mit der Luft, sondern mit der Höhe. Das ist schon sehr eigenartig, denn beim letzten Male lief sie hier noch umher. An der Baude nahmen wir dann jeder eine Eisschokolade zu einem wahnwitzigen Preis. Egal, die Abkühlung tat dann etwas gut und wir begannen nach der kleinen Rundumwanderung auf dem Stein den Abgang über die Südseite und wanderten dann wieder in Richtung Walthersdorf. Hier wurde sich am Auto noch mal frisch gemacht und umgezogen. Es ging dann nach Rathen hinein. Hier durften wir dann wieder zu Abendbrot essen. Katrin wurde mit ihrem Wildgulasch nicht satt und knallte sich dann auch noch einen überbackenen Camembert auf die Rippen. Vorweg der halbe Liter. Satt war sie immer noch nicht, aber es geht so. Eine Wurst würde sie vielleicht noch vertragen können. Es war aber auch wirklich etwas wenig, wenn man die Portionen betrachtet. Wir machten uns auf zur Freilichtbühne. Es lief das Musical Dracula und ist wirklich empfehlenswert. Vielleicht sollte man aber etwas Vorwissen über die gesamte Geschichte mitbringen, oder sich das übliche Programmheft kaufen. Spät am Abend, es war schon dunkel, zogen wir dann in Richtung Parkplatz Walthersdorf zurück. Wir waren da nicht die Einzigen, die so nach Rathen gekommen waren. Der Rest fuhr aber mit der Fähre, also die allabendliche Prozedur – Fähre, drängeln, S-Bahn oder Auto, dann vom Parkplatz herunter kommen etc.
Das Stück war sehr gut, aber wenn die Schulklassen mit wirklich halb verblödeten Kindern auftaucht, die wirklich nicht wissen wie ein C aussieht und sie meinen sie sitzen in Block F oder Sätze benutzen wie: „der hat voll die scheiße Gesischt, mit so seine Pickel über der Auge“, oder „guck macht der jetzt voll die Prozess“. Dürfte man die Note 7 vergeben, er hätte sie sicherlich bekommen. Da hülft och keen Nachhilfeassi. Die Pfeifen waren aber zum Ende des Stückes ziemlich unruhig, wahrscheinlich mussten sie ins Bett oder die Windeln sollten gewechselt werden. Am Besten war die Szene hinter uns in Reihe 13 als einer meinte er könne die Multiplikation der 9 auswendig. Hammer, und fing auch an 9, 18, 27 … usw. (das war noch vor dem Stück) und stellte dabei originelle Dinge fest. Der  Clown M. fragt dann: „wass isch dass, eh was willst du“, der gut wesentlich bessere T. erklärte ihm die Situation, da sprach ein anderer Schüler S.: „eh 9 mal 17“, sein Nachbar M. rechnete nun auch und als die anderen Deppen die Frage wieder vergessen hatten, rechnete, nein, zählte M. immer noch. Böse kam eine Antwort von ihm als man ihn störte: „was störst du allder, bin schon bei 133, lass misch“. Soll ich euch was sagen, ich dachte er schafft es bis zum Ende der Vorstellung, aber mittlerweile hatte er es auch schon wieder geistig verdrängt und war dabei sich an einer Tüte Pistazien zu verschlucken.

In dem Sinne, esst langsam und lasst die 17 gerade sein.
Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 2. Juli 2014

Damenwahl

Katrin hatte heute wieder mal eine grandiose Idee. Ihre beliebte Steilstrecke von Königstein nach Thürmsdorf hinauf. Vorab mussten wir jedoch an der Elbe bis nach Halbestadt fahren. Wir setzten dann über und Katrin begann später ihre Leidenstour bei einer 12% Steigung. Ist schon heftig wenn man ihren Bock schieben muss. Oben in Thürmsdorf angekommen fuhren wir diesmal nicht in Richtung Weißig und Rauenstein, sondern gleich zu den Bärensteinen. Irgendwie wollten wir uns da durchschlängeln. Es war jedoch nicht sicher ob es Stufen geben würde. Und was kommt? Richtig, Stufen. So änderten wir schnell die Richtung und schlugen den nächsten Pfad ein. Dieser wiederum machte auf Grund seines älteren Daseins einen gepflasterten Eindruck. Sandsteinbrocken vor ca. 200 Jahren als Straße oder Weg gedacht und somit gut befahrbar. Später ging es quer über Wiesen am Waldesrand vorbei. So umfuhren wir die Bärensteine und konnten beide zusammen erstmals in dieser Pracht so sehen. Weiter ging es in das nächste Örtchen Nauendorf. Jetzt hatten wir die Wahl. Den ersten Weg waren wir schon mal in entgegen gesetzter Richtung gegangen. Der sollte es nicht sein. Katrin meinte darauf hin wir nehmen den zweiten, obwohl da noch die Straße wäre. Da wir noch genug Asphalt heute bekämen, schlug ich den Damengrund vor. Hört sich nach frisch gewischten und gefliesten Waldboden mit Handlauf an. Wenn möglich auch beleuchtet. Nix da, die ersten Hundert Meter waren geschlagene Sandsteinblöcke die dann schnell in Stufen endeten. Einige Stufen fehlten gänzlich, der Weg war ausgewaschen. Grandioses Domizil für waghalsige Biker. Ich war mit dem ersten Schwung schon sehr weit gekommen und wartete auf Katrin. Die wiederum fühlte sich nicht wohl auf ihrem ausgesuchten Weg. Es ist nicht verboten hier mal lang zu „radeln“ und sofern ich selbst immer noch Rücksicht auf Wanderer nehme ist doch alles in Ordnung. Es kamen uns wirklich welche entgegen und da machten wir fein Platz.
Die Strecke endete dann in Pötzscha, wo wir nach Rathen übersetzten, uns ein Eis gönnten und dann durch den Uttewalder Grund zur Bastei hinauf fuhren. Warum wir immer wieder zur Bastei fahren, ist uns eigentlich unverständlich. Dauernd nörgeln wir über diese Touri-Burg, aber selber fahren wir mit den Bikes bis zum Aussichtspunkt. Aus Angeberei vielleicht? Mag sein, aber der Zug sollte spätestens in diesem Jahr abgefahren sein, da so einige mit den Rädern oben waren. Die Meisten jedoch mit der Energie aus gut gefüllten Akkus.
Wir zogen auch schnell wieder weiter und nutzten die Bastei nur zur schnellen Einkehr bzw. Durchreise. Weiter ging es über das Feld bis nach Rathewalde, um dann in die Ziegenrückenstraße mit ihren tollen Abfahrten einzubiegen. Die Kameras liefen wieder mit und zeigten spektakuläre Asphaltraserei von zwei Sandsteinjägern, die ihrem Namen alle Ehre machten. Leider nahm diese Tour in Waltersdorf ein schnelles Ende, wir mussten rechts abbiegen und nahmen einen kleinen Wanderweg der uns nach Prossen führte. Hatten wir so noch nie gemacht und sollte nicht in Vergessenheit geraten. So waren wir dann auch schnell wieder nach ein paar Pedalumdrehungen in der Heimat und konnten den Tag wieder mal als gelungene Aktion im Blog vermerken. Fazit ist auch, dass Katrin öfters mal Radwege suchen solle, dann hab ich mehr Spaß. Es ist ja nicht das erste Mal mit Damenwahl.

In dem Sinne,
Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 1. Juli 2014

Die Ringerin von Bahnsteig 1

Die große Radtour ging heute früh mit dem Zug in das „Böhmische“ hinein. Ich war fasziniert was Katrin sich da ausgedacht hatte, bzw. welch tollen Tipp sie aus der Informationsbroschüre erhascht hatte. Wir mussten nach Decin und von dort aus weiter nach Ceska Kamenice. Habt ihr schon mal auf einen Anschlusszzug in Tschechien gewartet? Es geht nicht um die Zuverlässigkeit, nein es geht darum, von welchem Bahnsteig der Zug wohl fahren wird. Das ist kein Scherz. Kein Zug ist mit Ankunftsbahnsteig und mit Abfahrtsbahnsteig auf den Tafeln deklariert. Schaut man sich dann aber in der Bahnhofshalle um, so sieht man eine riesige Tafel mit den nächsten Zügen, welche dann auf die Bahnsteige gelost werden. Dazu noch der Bahnhof hat 4 Bahnsteige, aber 8 Gleise. Bis wir das kapiert haben, dass die Zahl hinter dem Bahnsteig das Gleis bedeutet, hat schon etwas gedauert. Wir hatten es aber dann verstanden. Als wir im frisch gesäuberten Zug dann eingestiegen waren, entwickelte sich ein kleines Gespräch zwischen dem Lokführer und uns. Er erklärte uns die Sache mit dem Bahnsteig und mit den Gleisen noch mal und wir waren zufrieden. Plötzlich sprang der Schaffner in den Zug und meinte uns zu belehren. Was er genau meinte wissen wir nicht. Unsere Fahrräder standen angeblich falsch, denn diese muss man hier an die Wand des Zuges hängen. Das hatten wir nicht getan, ich stellte mich stattdessen davor und hielt sie während der Fahrt fest. Er sah jetzt wieder zufrieden aus, besonders dann wenn wieder Mädels mit großer Oberweite den Zug bestiegen. Er ging voll auf in seinem Beruf. Er stieg auch jedes Mal auf den Bahnsteig, hob seine Pappkelle und blies in seine Pfeife. Dabei stand auf jedem der Bahnhöfe (mehr oder weniger Bahnsteig mit Haus) eine Frau mit roter Mütze, weißer Bluse und blauem Rock und zeigte, während der Zug im Bahnhof stand, ihre Präsenz. Kein Gruß, kein Winken. Wenn jemand weiß wie diese Damen heißen, melde er sich bitte. Sie verkaufen auch angeblich Souvenirs und Fahrkarten. Und genau um die Eine geht es jetzt: Wir stiegen in Kamenice aus, dabei wollte der Schaffner Katrin beim Tragen helfen, denn der Bahnsteig lag mal wieder 50 cm tiefer und war 1 Meter breit. Er wusste aber nicht wo er hätten anfassen sollen. Sie tat es dann allein. Wir standen nun auf dem Bahnsteig und mussten aufpassen, dass wir nicht auf das andere Gleis fielen. Na ja, fielen ist übertrieben, ein Schritt und der Nachbarzug würde die nur über die Füße fahren. Da fuhr aber nichts und wird die nächsten Jahre auch nicht fahren. Die Bahnhofsvorsteherin hatte alles im Blick. Alles in Ordnung, sie war für die Sicherheit da. Dort wo andere Security brauchen, da stand sie. Kräftige Statue einer Russischen Ringerin. Auf Bahnsteig 1 stand sie da. Vorbau wie Rubens es wollte, nein sie war etwas mehr als das was Rubens je verewigt hatte. Dazu die Uniform – Schulmädchenreport 3.0. Ich hatte Angst, jedoch so lange der Zug den Bahnhof nicht verlassen hatte, stand sie immer noch auf ihrem Posten und starrte auf die Gleise. Schnell weg.
Jetzt begann unsere Reise durch ein trostloses Land, vorbei an alten Ruinen einer Textilfabrik. Bunkern und alten Zäunen. Das war mal verbotenes Land und jetzt sieht es scheiße aus. Verlassen und der Natur zurückgegeben. Die hatte es aber in den letzten 25 Jahren noch nicht geschafft etwas zu bewegen. Der nächste Ort war nicht weit. Ebenso trostlos und verkommen. Das Einzige was hier wohl noch läuft sind „Restaurace“, also Restaurants, Kneipen, Gaststätten und Hotels. Ich glaube aber das diese Zeiten der Restaurants wohl dem Ende entgegen geht. Ein Dorf hatte geschätzt 20 Gaststätten. Da waren wohl die meisten Besitzer auch die besten Gäste. Hin und wieder standen auch Autos vor der Tür, aber die meisten waren doch Tschechen.

Nach unserer trostlosen Straßenrallye auf nicht befahrenen Straßen bogen wir zum ersten Highlight ab. Es ging zur Grundmühle. Diese war bis ca. 1930 noch Hotel und Mühle, sah aber so aus als wären die Gebäude im Mittelalter verlassen worden. Hochwasser und Natur schaffen ihr bestes. Trotzdem war es sehr schön. Eigentlich wollten wir nun den Weg zurück und dann weiter die Straße bis zur nächsten Mühle fahren. Jetzt wird abgekürzt, ich wollte keine Mühle mehr sehen. Ich fahre doch für 3 Mühlen keine 47 Kilometer. Katrin nahm die Karte und suchte den nächsten Radweg hier im Nationalpark heraus, der führte dann auch nach Jelove und nannte sich wirklich Fahrradweg. Wieder mal hatte Katrin einen Radweg gefunden, der zwar den Namen nicht verdient, aber dennoch Abenteuer verspüren lässt. Es ging mit dem Spaß nun richtig los, bis wir irgendwann auf eine Straße kamen, die uns dann auch wieder in ein trostloses Dorf brachte. Es wurde schon besser und die Stimmung stieg an, denn die Straße ging jetzt nur noch bergab und das auf eine Länge von guten 4-5 Kilometern. Einmal konnte ich einen Blick auf das Tacho werfen. 57 km/h zeigte es an. Der Vorteil an dieser Straße war, dass sie lang und gerade war. Ein paar kleine Kurven und wieder begann ich den Schwung aufzunehmen, den ich gerade verloren hatte. Endlich kamen wir in Hrensko an und fuhren dann bis Schmika und setzten dann mit der Fähre über dann schnell nach Hause zu fahren. Ich musste mich auf Grund meiner Kopfschmerzen hinlegen und es hatte auch geholfen. Morgen wird’s dann mit einer bekannten Tour etwas besser.

Tierische Grüße,
Eure Sandsteinjäger


Die Ringerin von Bahnsteig 1 im Video