Heute war es endlich soweit. Die Reise zum ersehnten "Hohen Schneeberg" sollte und musste heute sein. Die nächsten und damit letzten Urlaubstage sehen wettertechnisch nicht rosig aus. Wir entschieden uns daher den heutigen Tag für die "harte Tour" zu nutzen.
Am gestrigen Abend überschauten wir unsere Karte und setzten für das Bike-Navi die Fixpunkte. Diese Punkte notierte ich mir diesmal mit eigenen Bemerkungen auf einen Zettel und verglich sie wiederum mit der Wanderkarte. Wir nahmen auch mehr Getränke und etwas mehr zum Essen mit. Das spiegelte sich auf das Gewicht meines Rucksacks wieder, obwohl diesmal keine Jacken mitgenommen wurden. Der Wecker klingelte um 7.30 Uhr - herrlich. Ich brauchte etwas mehr Zeit zum aufwachen, aber wir kamen dann allmählich in den Tritt. Nach dem Balkon-Frühstück ging es dann endlich los. Wiedereinmal zogen wir in Richtung Kleingießhübel. Heute aber fuhren wir weiter in den Wald hinein immer am Krippenbach entlang. Es ging nur bergauf.
Den Taubenteich ließen wir links liegen und fuhren weiter zum Fuchsteich. Hier machten wir unsere lang ersehnte Frühstückspause. Es war um 11.40 Uhr. Wir trockneten unsere Sachen in der herrlich lachenden Sonne. Gegen 12 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg. Bergauf natürlich. Und so fuhren wir immer weiter gen Schneeberg in der Hoffnung, dass dieser uns nicht enttäuschen möge. Am Eulenthor angekommen machten wir eine merkwüdige Entdeckung auf der Straße. Die Straße schien abzufallen, sprich es ging optisch bergab. Doch Katrin und ich mussten erbärmlich treten, um weiter voran zu kommen. Katrin fragte mich dauernd ob sie nen Platten hätte? Technisch war alles in Ordnung, sonst wüsste ich nicht. Da es immer noch bergauf ging und es nur so aussah als fuhren wir herunter, machten wir uns keine Gedanken mehr und fuhren weiter. Der Ort Sneznik unterhalb des Schneeberges machte sich sichtbar und wir hatten nach 24 Kilometern die 690 Höhenmeter erreicht auf der das Dörfchen liegt. Jetzt begann es richtig heiter zu werden. Noch 133 Höhenmeter und 3,5 Kilometer Fahrstrecke. Der Asphalt der Straße war so weich das wir unsere Reifenabdrücke für ein paar Wochen dort hinterlassen haben. Es war steil und es ging bergauf. Ich schob Katrins Rad mit, dann tauschten wir die Räder und ich fuhr mit dem "Weißen" wieder ein paar Meter hinauf.
Bei erreichen der Dresdner Aussicht hielten wir ersteinmal inne. Von hier konnte man tatsächlich bis Dresden schauen. Tolles Wetter, tolle Sicht.
Weiter gings zum Aussichtspunkt und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Das war die beste Aussicht seit Jahren. Dieser Berg bietet wirklich etwas. Die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt.
Kurze Mittagspause - und dann begann der Spaß. Ein kleiner lustiger Pfad - nicht breiter als 30-40 cm - schlängelte sich über den Berg. Dies war jetzt unsere Abfahrt. Es war unmöglich die steile Straße hinab zu fahren, von daher war die Wahl des kleinen Weges die bessere Alternative. Bis zu dem Punkt als Felsbrocken die Stufen markierten und ein Fahren unmöglich war. Katrin bekam einen Hals. Wieder hatte sie auf mich gehört und fand das jetzt nicht gerade lustig. Ich hatte von diesem Weg gewusst, aber wie er aussah... Ich wusste nur das der Weg befahrbar sei und dass man gute Fahrkentnisse beherrschen solle.
Zum Glück waren die 200 Meter nicht all zu schwierig. Wir mussten die Räder nur tragen. Dann aber ging es wieder hinab über Wege und Straßen bis in die nächsten Orte Maxdorf und Dolni Zleb.
Diese Abfahrten meisterte Katrin mit bravur. Als ich nichts von ihr gehört hatte wollte ich mich umdrehen und nach ihr schauen. Bums, da steht sie hinter mir und fragt mich warum ich denn bremse... Mit Geschick, Mut und viel Willen gings es langsam aber sicher zur Elbe hinunter, die hier ja Labe heißt. Jetzt ging es den Elberadweg weiter und wir blieben auf einem Niveau. Kein Auf und kein Ab mehr. Schön entspannend. Trotz der Schinderei und dem kleinem schlechtem Teilstück war es eine tolle Tour mit 50 Kilometer und 820 Höhenmetern.
Wir überlegen uns nun noch etwas für die morgige letzte Tour und dann ab in die Federn.
Eure müden Sandsteinjäger
