Heute war ein besonderer Tag. Mit Annika, Christian, Holger
und Maria unternahmen wir eine Wanderung. Abgeschätzt waren ca. 16 Kilometer
die heute zu bewältigen waren. Heute Nacht hatte es zum ersten male nach langer
Zeit geregnet. Es regnete bis in den frühen Morgen hinein, so dass wir schon
fast Angst bekamen diese Tour streichen zu müssen. Gegen 9 Uhr nieselte es noch ein
wenig, doch zur Abfahrtszeit war alles wieder gut. Mit der Fähre ging es zum
Bahnhof und von dort zurück zum Täpigsteig und dann hoch nach Kleinhennersdorf.
Im Wald herrschte eine leichte Tropenwärme, so dass wir alle gut „erwärmt“ auf
der Anhöhe ankamen. Im Blick hatten wir die Steine die wir heute erklimmen
wollten. Die meisten versteckten sich noch etwas hinter den Wolken, aber man
merkte, dass die Sonne sie vertreiben wollte. Das erste Ziel war der
Kleinhennersdorfer Stein mit seinen Höhlen. Annika und Christian liefen immer voraus.
Sie mussten wohl ordentlich Energie getankt haben. Jeder Felsen war eines ihrer
Ziele. Egal wie hoch und wie schwierig, sie bestiegen jeden und hüpften von
Fels zu Fels. Die erste Höhle wurde inspiziert. Marias Angstschweiß schien sich
zu legen. Nun tobten Annika, Christian und ich durch die Felsenlandschaft. Ich
hatte jetzt auch die Erlaubnis bekommen. Auf der Suche nach der nächsten Höhle
folgten wir dem Instinkt des Jägers und Sammlers. Gesucht und gefunden. Wie die
Mäuse in einem Käse streiften wir durch die Höhle und kletterten am Ausgang
wieder heraus. Alle machten nun den Spaß mit und so verließen wir den Stein in
Richtung Gohrisch. Wir wanderten unterhalb des Pappsteins (eigentlich
Papststein, ein Wanderer hatte sich verlesen) entlang mit freiem Blick auf das
Örtchen Pappdorf (sprich Papstdorf). Dieser Weg war noch leicht, aber was alle
noch erwartete war nicht von Pappe, sondern die Falkenschlucht die zum Gohrisch
führte. Da hatten wir echt nicht zu viel versprochen. Im Gegenteil, für die
Kinder hätte es noch länger dauern dürfen und für Maria gar nicht anfangen
sollen. Diese kleine enge Schlucht mit den Treppen und Stufen, die teilweise
auch ganz schön duster ist, kann einem schon das Wasser in die Augen treiben. Aber
dann sieht man noch weniger. Ich schnappte mir die Kinder und ließ Katrin für
sich allein, Holger passte indes auf Maria auf, damit sie keinen Blödsinn macht.
Oben angekommen stand ich mit den Kindern da und wartete auf den Rest. Maria stieg
als erstes aus der Schlucht und warf mir einen Blick zu, der irgendwas
bedeutete zwischen: „das zahl ich Dir heim“ und „schau her ich habs geschafft“.
Sie konnte wieder lachen. Weiter ging es zur Aussicht. Ich sollte nun
vorgehen und die Kleinen hinterher. Ich natürlich gleich auf den erstbesten
Gipfel und die Kleinen hinterher. Uhiii, nun musste ich zur Strafe wieder
hinten gehen und hätte fast von Maria die Ohren lang gezogen bekommen.
Auf der Plattform hatten wir durch das tolle Wetter einen
guten Blick in das Landesinnere. Bis hier kletterten wir noch ein wenig, denn
die alten Stufen wurden alle beseitigt. Jetzt musste ich wieder als erstes hoch, um zu
sehen wie man dort hochkommt. Ich erzählte von einem Waldbrand den ich sehen
könnte und von einem Hubschrauber. Die Kinder waren aus dem Häuschen und
stellten sich auf einen kleinen Stein. Zwei beherzte Frauen griffen instinktiv
zu und hielten die Kinder. Holger und ich sahen dem Treiben zu, wie Maria und
Katrin die Kinder immer wieder an sich rissen. Immer wieder wollten sich die
Zwei lösen, aber es half nichts. Sie wurden gebändigt. Eigentlich müssen Annika
und Christian morgen blaue Flecke haben. Später sind sie dann zur
Aussichtsplattform gekommen und haben dann alles sehen können. Ganz genau,
jedenfalls wurden sie dabei nicht so durchgeschüttelt. Jetzt versteh ich auch
Annika, als sie sagte: „Zieh nicht so, ich kann nichts sehen.“
An der Überdachung auf der Ostseite konnten wir eine Frau
begeistern, die für uns mehrere Aufnahmen auf 3 Kameras machen wollte. Das tat
sie gern und besserte sich von Schnappschuss zu Schnappschuss. Wir zeigten
allen noch mal den Weg den wir zum nächsten Stein gehen werden und es ging hinab zum Fuße des
Gohrisch und gleich wieder hinauf zum Pappstein, äh Papststein. Viele viele
Stufen, zur Freude aller Beteiligten, begleiteten uns auf den Gipfel. Hier
machten wir eine ergiebige Pause und genossen den Ausblick bei schönstem
Sonnenschein. Als alle etwas gestärkt waren, machten wir uns auf den Weg hinunter
in Richtung Papstdorf. Die Kinder hielt jetzt nichts mehr. Sie liefen vor und
versteckten sich, liefen vorbei und huschten in den Wald, liefen vor usw. Hier
war wohl reichlich Energie vorhanden, dabei hatte ich auf mein Navi geschaut
und mit erschrecken festgestellt, dass wir bis jetzt schon weit mit den
Kilometern drüber waren als geplant. Von Papstdorf aus ging es hinab zur
Liethenmühle. An
der Liethenmühle tauchten Christian und ich im Krippenbach die eigene Rübe mal
ins eiskalte Wasser einer zugeführten Quelle. Da zog sich sie Schläfe zusammen,
aber man hatte wieder alle beisammen. Das tat gut, aber leider nur für den
Kopf. Die Füße taten schon so leicht weh. Da wir zu früh an der Mühle waren und noch keinen Hunger verspürten, ließen
wir diese einmalige Gaststätte links liegen und wanderten hinab nach Krippen,
setzten dann mit der Fähre über und fuhren als Abschluss mit dem Aufzug hinauf
und wanderten dann in den Kurpark. Hier sollte noch mal gekneippt werden. Beim Kneippen an der Kirnitzsch im
Kurpark von Bad Schandau hielt ich es leider nicht lange aus. Holger, sowie die
Kinder standen im Wasser und ließen sich die Füße verkühlen. Das tat schon beim
zusehen weh. Katrin patschte etwas länger als ich in einer Pfütze und Maria schaute
zu. Da Seeluft hungrig macht gingen wir gleich danach bei „Mario“ essen und
füllten uns die Leiber rund. Toller Tag und tolles Wetter. Tolle Gemeinschaft
auf 22 Kilometern über drei Steine.
Eure Sandsteinjäger

